Review: Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen (Graphic Novel)

Und wir beschließen die Woche mit einer erneut ganz und gar andersartigen Rezension und einer Geschichte von Göttern und … – ja, eigentlich nur Göttern, also überwiegend. So, jetzt muss ich aber wieder in die Sonne, denn hier zumindest strahlt selbige wie verrückt. Also, kommt mir gut in die freien Tage und genießt das Wetter, so es sich denn auch bei euch zu genießen lohnt.

Die Kinder des Prometheus 1:
Familientreffen

Les prométhéens Tome 1 – Réunion de famille, FR 2015, 60 Seiten

Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen | © Panini
© Panini

Autoren:
Henscher
Emmanuel Herzet
Zeichner:
Rafa Sandoval

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98695-5

Genre:
Fantasy | Action

 

Inhalt:

Der Olymp ist in Aufruhr, genauer gesagt die ehemaligen Bewohner des Olymps, denn die einst gefürchteten Gottheiten sind längst zu den Menschen auf die Erde hinabgestiegen und leben unerkannt in unserer Mitte ein beinahe gewöhnliches Leben. Doch seit geraumer Zeit macht ein Mann, ein Wesen, eine Entität namens Thymos Jagd auf die Götter und nachdem besagter Attentäter jüngst Poseidon, den Gott des Meeres gerichtet hat, lässt Zeus nach den letzten verbliebenen Göttern rufen, um eine Krisenstab abzuhalten und so findet sich auf Drängen von Götterbote Hermes selbst der trunksüchtige Dionysos in dessen Räumlichkeiten ein und man beschließt, sich nicht nur an einstige Helden griechischer Sagen zu wenden, sondern gar zu dem zurückgezogen lebenden Hades selbst Kontakt aufzunehmen, um der Gefahr für die Kinder des Olymp Herr zu werden…

Ausschnitt aus Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen | © Panini
© Panini

Rezension:

Schon länger wollte ich mich auch einmal dem Albenprogramm von Panini widmen und wie es der Zufall wollte, war es nun mit Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen soweit und es sollte nicht viele Seiten dauern, bis die Geschichte mich mit ihrer eigentlich so simplen Prämisse in ihren Bann gezogen hatte, denn im Grunde lässt es sich darauf herunterbrechen, dass die Götter von einst vom Olymp hinabgestiegen sind und sich unter das Volk der Menschen gemischt haben, wo sie seitdem ihr Dasein fristen, jedoch nicht gänzlich ihrer Macht beraubt sind und unter anderem auch noch die Unsterblichkeit ihr Eigen nennen. Da trifft es sie natürlich umso härter, als ein Attentäter rumzugehen beginnt und die einst Göttlichen mit Methode niederstreckt, ein Schicksal, was zu Beginn des Bandes auch Poseidon, den Gott der Meere ereilt. Optisch ist dieser erste, rund 60 Seiten umfassende Band ein wahrer Hochgenuss geworden und man merkt deutlich, dass Zeichner Rafa Sandoval auch schon für amerikanische Verlage und einschlägige Superheldengeschichten tätig gewesen ist, denn vom Stil her braucht man sich nicht umgewöhnen, außer, dass hier natürlich alles großformatiger und opulenter daherkommt.

Ausschnitt aus Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen | © Panini
© Panini

Eine Bewertung des Gezeigten fällt indes nur dahingehend schwer, dass dieser erste Band Die Kinder des Prometheus überwiegend der Exposition der Figuren und des Settings dient, die eigentliche Chose also quasi noch im Entstehen begriffen ist, doch diese Exposition seitens der für das Szenario verantwortlich zeichnenden Herzet und Henscher ist so außerordentlich gelungen, dass ich es gar nicht erwarten kann, zu erfahren, wie die Geschichte ihren Fortgang finden wird. Rudimentäre Kenntnisse der griechischen Mythologie sind derweil von Vorteil, um den Band genießen zu können, aber auch keine zwingende Voraussetzung, doch gerade in Anbetracht dessen, dass man sich bemüht hat, die einzelnen Götter bestmöglich schon nach ihrem Verhalten, ihrem Gestus und ihren Manierismen identifizierbar zu machen, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Story dieselbe Faszination zu entfalten weiß, wenn einem sämtliches Wissen aus dieser Richtung fremd ist.

Interessant ist auch die Figur des Thymos, besagten Attentäters, über den man zwar noch recht wenig erfährt, doch dieses Wissen allein reicht aus, ihn zu einem faszinierenden Charakter zu machen, schließlich ist er in der Lage, selbst Götter zu töten und hat im Kontext der Geschichte von Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen auch Hiroshima zu verantworten, da es sich hierbei eigentlich lediglich um einen missglückten Attentatsversuch auf Thymos gehandelt hat. Davon abgesehen sprüht der Band aber generell vor Einfallsreichtum und allein schon die Interpretation von Dionysos lohnt die Lektüre des Bandes, als Hermes ihn aufsucht, um ihn zu den anderen Göttern zu bringen und eine Art Gipfeltreffen einzuberufen, doch auch Hades höchstpersönlich sowie Hephaistos tauchen hier bereits auf, neben den einschlägigen Göttern wie etwa Zeus und Ares selbstredend und es spricht für die Geschichte, dass allein schon das in Stellung bringen der Figuren dermaßen spannend ist, das sich darüber ins Schwärmen gerate.

Ausschnitt aus Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen | © Panini
© Panini

Alles in allem sprüht Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen vor Einfallsreichtum und sieht schlicht und ergreifend unverschämt gut aus, vor allem aber wirken das Setting und die Figuren frisch und unverbraucht, obwohl sich Herzet und Henscher auf uralte Mythologie stützen. So bleibt das einzige nennenswerte Manko des Bandes seine Länge, denn bis Dezember wird man sich gedulden müssen, bevor die Geschichte in Die Kinder des Prometheus 2 ihre Fortsetzung finden wird. Ich werde auf alle Fälle parat stehen, denn dieser Einstand ist als mehr als nur gelungen zu bezeichnen und es bleibt zu hoffen, dass meine Vorschusslorbeeren nicht übereilt vergeben worden sind und die Macher das Niveau zu halten wissen. Dann allerdings hat diese Reihe schon jetzt bei mir Kult-Potential!

Fazit & Wertung:

Das von Herzet und Henscher erdachte Szenario von Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen nimmt sich im einfallsreichsten und innovativsten Sinne der griechischen Mythologie an und verfrachtet deren Gottheiten und Legenden in die heutige Zeit, um daraus ein fulminantes wie packendes Comic-Abenteuer zu generieren, dass bisher noch am Anfang steht, für die baldig erscheinende Fortsetzung aber bereits Großes verspricht. Ein fulminanter Auftakt einer vielversprechenden Storyline!

9 von 10 vom Olymp herabgestiegenen Göttern

Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen

  • Vom Olymp herabgestiegene Götter - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Das von Herzet und Henscher erdachte Szenario von Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen nimmt sich im einfallsreichsten und innovativsten Sinne der griechischen Mythologie an und verfrachtet deren Gottheiten und Legenden in die heutige Zeit, um daraus ein fulminantes wie packendes Comic-Abenteuer zu generieren, dass bisher noch am Anfang steht, für die baldig erscheinende Fortsetzung aber bereits Großes verspricht. Ein fulminanter Auftakt einer vielversprechenden Storyline!

9.0/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen ist am 24.05.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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