Review: The Choice – Bis zum letzten Tag (Film)

Boah ey, zu den sommerlichen Temperaturen heute passt der Film, der Thema meiner heutigen Besprechung ist, wie die Faust aufs Auge, was man von selbigem in thematischer Hinsicht nicht gerade behaupten kann, aber ich mochte halt die Schauspieler und deshalb erzähle ich euch heute von:

The Choice
Bis zum letzten Tag

The Choice, USA 2016, 111 Min.

The Choice - Bis zum letzten Tag | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Ross Katz
Autoren:
Bryan Sipe (Drehbuch)
Nicholas Sparks (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
Benjamin Walker (Travis)
Teresa Palmer (Gabby)
in weiteren Rollen:
Maggie Grace (Steph)
Alexandra Daddario (Monica)
Tom Welling (Ryan)
Tom Wilkinson (Shep)

Genre:
Drama | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Choice - Bis zum letzten Tag | © Universum Film
© Universum Film

In North Carolina lebt Travis Parker ein Leben wie im Bilderbuch: Führt als Tierarzt gemeinsam mit seinem Vater eine Praxis, lebt direkt am Strand in einem Traumhaus, hat haufenweise Freunde um sich und weiß die hübschesten Mädchen abzuschleppen, weshalb er keine Veranlassung sieht, sein Leben mit einer festen Bindung unnötig zu verkomplizieren. Dann allerdings zieht die Medizinstudentin Gabby nebenan ein und verdreht dem Dauer-Single wie zu erwarten prompt den Kopf, wobei Gabby sich zunächst merklich ziert, auf die Avancen des Möchtegern-Casanovas einzusteigen, zumal sie seit langem mit ihrem Freund, dem Arzt Ryan liiert ist und einer glücklichen Zukunft entgegenblickt. Travis allerdings setzt bald alles daran, das Herz der blonden Schönheit für sich zu gewinnen, doch als alles nach einem Happy-End auszusehen scheint, wirft ein dramatisches Ereignis ihr Leben gehörig aus der Bahn…

Rezension:

Nun ist es also soweit, mit der nunmehr elften Verfilmung von einem seiner Bücher wage ich mich auf das filmische Terrain der Literatur-Adaptionen von Nicholas Sparks, in diesem Fall spezifisch aus dem simplen Umstand heraus, dass ich sowohl Benjamin Walker (Abraham Lincoln Vampirjäger) als auch Theresa Palmer (Warm Bodies) sehr schätze und ein Film mit den beiden so schlecht nicht sein könne und ganz ehrlich, eine romantische Komödie darf es ja ab und an auch sein und ist nicht verpönenswerter als jeder stumpfe Actioner und tatsächlich präsentiert sich The Choice – Bis zum letzten Tag zunächst als grundsympathischer, locker-leichter Film – wenn man denn ein kurzes wie irritierendes Intro sieben Jahre in der Zukunft hinter sich gebracht hat – und trumpft mit gehörig Summer-Feeling, sympathischen Figuren und einem schmissigen Soundtrack auf, derweil mich schon der Neid überkommen wollte, dass die Figuren rund um Travis und Gabby ihr Leben leben wie andere Leute Urlaub verbringen, gefühlt täglich Bootsausflüge machen, sich zum Grillen treffen und keine Sorgen zu kennen scheinen, aber ein wenig Schönfärberei soll ja durchaus erlaubt sein.

Szenenbild aus The Choice - Bis zum letzten Tag | © Universum Film
© Universum Film

Und tatsächlich macht The Choice zunächst auch gehörig Spaß und sowohl der von Walker verkörperte Travis als auch die von Palmer gespielte Gabby präsentieren sich als starke Figuren und punkten mit pointierten Dialogen, bei denen sich die langsame Annäherung zwar natürlich schon früh abzeichnet, doch sind es tatsächlich mehr die Außenstehenden, die natürlich viel schneller blicken, was zwischen den beiden abläuft, als sie selbst es tun, wobei in dem Zusammenhang erwähnt werden darf, dass neben den beiden Hauptfiguren die Besetzungsliste durchaus namhaft ist und ich mich so einerseits über Maggie Grace (Taken-Reihe) als Travis‘ Schwester Steph, andererseits über Tom Wilkinson (Best Exotic Marigold Hotel) als deren Vater Shep sehr gefreut habe, wohingegen beispielsweise die durch True Detective bekannt gewordene Alexandra Daddario als On-Off-Love-Interest von Travis eine mehr als undankbare Rolle innehat. Noch weit undankbarer erwischt es allerdings Tom Welling in der Rolle als Gabbys langjähriger Freund und Verlobter Ryan, denn während sich Gabby anfänglich noch ziert bezüglich der Annäherungsversuche seitens Travis, brechen beim ersten Nachgeben natürlich prompt alle Dämme und kein Gedanke wird mehr an den eigentlich nur kurzfristig abwesenden Bald-Ehemann verschwendet, was dann auch zu reichlich dämlichen Szenen führt, wenn er unverhofft in das paradiesisch gelegene Strandörtchen heimkehrt und Gabby aus allen Wolken fällt, so als hätte sie nie damit gerechnet, dass ihre Affäre irgendwann zum Problem werden könnte.

Bis dahin, wenn man denn bereit war auszublenden, dass hier eine eigentlich als rational denkende und handelnde Frau eingeführte Person ihren Partner ein ums andere Mal betrügt, funktioniert The Choice in seiner leichtfüßig-humorigen Art durchaus gut, doch ab Rückkehr des Freundes läuft die ohnehin schon nur rudimentär vorhandene Dramaturgie gehörig und spürbar aus dem Ruder, denn weder wird etwas Sinnstiftendes aus dem offensichtlichen Konflikt generiert, noch erscheint das Handeln wirklich glaubwürdig, während Gabby immer mehr zu einem dummen, triebgesteuerten Blondchen verkommt, wo man sie eingangs als blitzgescheite und strebsame, zielorientierte und gefestigte junge Frau eingeführt hat, während es Travis erst gar nicht vergönnt ist, eine merkliche Entwicklung durchzumachen, denn abgesehen davon, dass der Freizeit-Casanova seine Bemühungen nun auf eine Frau konzentriert, passiert nicht viel, womit man ihm attestieren könnte, merklich gereift zu sein. All das ließe sich aber selbst noch wohlwollend übersehen und damit rechtfertigen, dass hier zwei Personen ihre jeweils wahre Liebe gefunden haben und sich deshalb auch nicht darum scheren, wer womöglich verletzt werden könne, doch in dem Moment, wo sich das gefühlt unvermeidliche Happy-End anzukündigen beginnt, scheint den Filmemachern bewusst geworden zu sein, dass sie kaum mehr als eine Stunde Spielzeit gefüllt haben, weshalb zunächst ein mehrjähriger Zeitraffer bemüht wird, um dann mit einer mehr als fadenscheinigen Begebenheit – die man in ähnlicher Form schon gefühlte hundert Mal gesehen hat – einen ordentlichen Schuss Drama hinzuzufügen, um noch ein paar als Lebensweisheiten verpackte Plattitüden in dem Streifen unterzubringen und die Frage aufzuwerfen, ob ein Happy-End – wie eigentlich ja schon initiiert – überhaupt noch möglich scheint, womit wir nicht nur bei der Ausgangsszene des Films – sieben Jahre später – angelangt wären, sondern auch den Filmtitel The Choice erklärt bekommen, wobei diese ominöse Entscheidung eigentlich nie als solche präsentiert, geschweige denn wirklich in Betracht gezogen wird.

Szenenbild aus The Choice - Bis zum letzten Tag | © Universum Film
© Universum Film

Und so mündet ein vormals leichtfüßiger und durchaus unterhaltsamer, wenn auch zugegebenermaßen niemals ansatzweise tiefgründiger Film in ein recht hanebüchen dahingerotztes Drama, dass es tatsächlich nicht gebraucht hätte, um einen schönen Film für einen netten Abend zu schaffen, aber in der Beziehung – so lässt sich vernehmen – ähneln sich ja wohl die meisten Bücher und somit auch Filme von Nicholas Sparks. Man möge sich im Nachgang nun bitte deshalb nicht von der noch vergleichsweise recht hohen Wertung irritieren lassen, denn als romantische Komödie macht The Choice in den ersten zwei Dritteln eine wirklich gute Figur und die Dame an meiner Seite war selbst beim letzten Drittel gefühlsmäßig noch bei der Sache und wusste wohlwollend über die dramaturgischen Untiefen hinwegzusehen, auch wenn ihr die erste Hälfte ebenfalls deutlich mehr zugesagt hat als das gelinde ausgedrückt verkorkste letzte Stück des Films. Dank sympathischer Darsteller, einem schönen Setting und nur allzu putzigen Hunden bin ich also gerne bereit, dem Film einen gewissen Unterhaltungswert zu attestieren, der noch weitaus höher hätte ausfallen können, wenn man nicht auf Teufel komm raus auf die letzten Meter noch ein dramatisch-anrührendes – und damit zur Unglaubwürdigkeit und zum Kitsch verkommendes – Finale zusammenzuzimmern müssen gemeint hätte. Den größten Fehler, den man bei Sichtung des Films also begehen kann, ist die Figuren und deren Motivation zu sehr zu hinterfragen, denn kann man sich dies verkneifen, funktioniert die Chose speziell als romantisch-verklärte Schnulze doch über weite Strecken ausnehmend gut.

Fazit & Wertung:

Nichts von dem, was in der mittlerweile elften Nicholas Sparks-Verfilmung The Choice – Bis zum letzten Tag passiert, sollte man auf die Goldwaage legen und selbstredend sind viele Plot-Devices mehr als generisch und vorhersehbar, während das letzte Drittel wirklich wild und planlos zusammengestückelt wirkt, doch abgesehen davon macht der Film als romantische Komödie mit zwei sympathischen Hauptdarstellern und dank spritziger Dialoge eine durchaus gute Figur. Luft nach oben gäbe es aber selbst in diesem oft von Klischees geprägten Genre noch reichlich.

6,5 von 10 gemeinsam verlebten Sommertagen

The Choice - Bis zum letzten Tag

  • Gemeinsam verlebte Sommertage - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Nichts von dem, was in der mittlerweile elften Nicholas Sparks-Verfilmung The Choice – Bis zum letzten Tag passiert, sollte man auf die Goldwaage legen und selbstredend sind viele Plot-Devices mehr als generisch und vorhersehbar, während das letzte Drittel wirklich wild und planlos zusammengestückelt wirkt, doch abgesehen davon macht der Film als romantische Komödie mit zwei sympathischen Hauptdarstellern und dank spritziger Dialoge eine durchaus gute Figur. Luft nach oben gäbe es aber selbst in diesem oft von Klischees geprägten Genre noch reichlich.

6.5/10
Leser-Wertung 10/10 (1 Stimme)
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The Choice – Bis zum letzten Tag erscheint am 26.08.16 auf DVD und Blu-ray bei Universum Film. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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