Review: Ash vs Evil Dead | Staffel 1 (Serie)

Und da bin ich auch schon wieder und komme erneut nicht dazu, meinen wachsenden Stapel an noch ausstehenden Serien-Reviews weiter abzuarbeiten, denn dem Gebot der Aktualität geschuldet, ziehe ich heutige Serie natürlich vor, nachdem ich sie gestern Abend erst beendet habe. Was bei einem Buch ein Page-Turner wäre, trifft übrigens auch auf diese Serie zu und mit gerade einmal zehn jeweils halbstündigen Episoden ist die Chose sogar für Binge-Watching-Anfänger ideal geeignet 😉

Ash vs Evil Dead
Staffel 1

Ash vs Evil Dead, USA 2015-, ca. 30 Min. je Folge

Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Serienschöpfer:
Sam Raimi
Ivan Raimi
Tom Spezialy
Ausführende Produzenten:
Robert Tapert
Sam Raimi
Bruce Campbell
Craig DiGregorio

Main-Cast:
Bruce Campbell (Ashley ‚Ash‘ J. Williams)
Ray Santiago (Pablo Simon Bolivar)
Dana DeLorenzo (Kelly Maxwell)
Jill Marie Jones (Amanda Fisher)
Lucy Lawless (Ruby Knowby)
in weiteren Rollen:
Samara Weaving (Heather)
Ben Fransham (Eligos)
Phil Peleton (Kelly’s Father)
Hemky Madera (Brujo)
Peter Feeney (Lem)
Damien Garvey (Mr. Roper)
Kelson Henderson (Lionel Hawkins)

Genre:
Horror | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Dreißig Jahre sind vergangen, seit Ash sich das letzte Mal dem Bösen entgegengestellt hat und seitdem hält er sich tunlichst bedeckt und versucht ein unauffälliges Leben zu führen, während er das Unheil bringende Necronominon noch immer in Verwahrung hält. Dumm nur, dass Ash öfter mal gern einen durchzieht und um einer Frau zu imponieren nichts Besseres zu tun weiß, als mit ihr Stellen aus besagtem Buch zu rezitieren, was Ash allerdings erst wieder einfällt, nachdem ihn die erste dämonische Begegnung seit Dekaden merklich aus der Spur gebracht hat. Aber wie das mit dem Bösen so ist, greift es natürlich prompt um sich und stiftet bald auch an Ashs Arbeitsplatz mehr als nur ein bisschen Chaos und gemeinsam mit seinen Kollegen Pablo und Kelly sieht Ash sich alsbald unverhofft mit einer ganzen Horde Besessener konfrontiert und spätestens hier dürfte klar sein, dass es Zeit wird, die Kettensäge auszupacken…

Rezension:

Beinahe fünfunddreißig Jahre sollten vergehen zwischen dem ursprünglichen ersten Evil Dead-Film (der mittlerweile selbstredend natürlich auch schon ein Remake erhalten hat) und dem Start der vom Kabelsender Starz produzierten Serie Ash vs Evil Dead. Legt man die Veröffentlichung des dritten Teils der Reihe, hierzulande als Armee der Finsternis betitelt, zugrunde, sind es immerhin noch beinahe fünfundzwanzig Jahre und genau dazwischen – nämlich dreißig Jahre nach den originären Ereignissen der Filme, setzt nun besagte Serie ein. Ash ist mittlerweile merklich abgehalftert, seine Nieren machen Probleme, ebenso wie seine Knie, er hat eine – Zitat – "Altersplauze" bekommen und arbeitet noch immer als Verkäufer im " ValueShop" und versteckt sich seit drei Dekaden vor dem Bösen, dass er heraufbeschworen hat. Davon abgesehen ist aber alles beim Alten und Ash noch ganz der Alte, wie sich spätestens zeigt, als der Plot an Fahrt aufnimmt, denn Ash hat im bekifften Kopf nichts Besseres zu tun, als in seinem abgewrackten Trailer aus dem Necronomicon vorzulesen, das er dort noch immer in einer Werkzeugkiste bunkert und prompt sind die die bösen Mächte wieder drauf und dran, ihm nach dem Leben zu trachten, doch da man sich ja hehre Ziele stecken soll, plant das Böse diesmal prompt, die gesamte Menschheit auszulöschen und die Erde zu unterjochen.

Szenenbild aus Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Von diesem Punkt ausgehend, der in der ersten Folge El Jefe (1.01) reichlich Exposition erhält, derweil man sich selbst über Ausschnitte aus den originalen Filmen freuen darf, die hier als Rückblende innerhalb der Erzählung fungieren, entspinnt sich eine herrlich absurde Story, der man zwar vorwerfen könnte, dass sie je Folge kaum mehr tue, als eine Station auf der Reise abzuhandeln, wodurch die einzelnen Episoden trotz überspannendem Handlungsbogen in sich doch sehr geschlossen wirken, doch passt das Konzept so dermaßen gut zur Show, dass man darüber gerne hinwegsieht, zumal zumindest die letzten drei Episoden der gerade einmal zehnteiligen Staffel – die übrigens noch vor Beginn der Ausstrahlung um eine zweite Staffel verlängert worden ist, die man dann ab 2. bzw. 3. Oktober zu sehen bekommen wird – eng miteinander verzahnt sind und – wie Blogger-Kollege Sven von CineKie bemerkte – zusammengenommen locker als Evil Dead 4 durchgehen könnten, wo ich ihm unumwunden Recht geben muss. Aber auch vor diesem Punkt macht Ash vs Evil Dead ungeheuer viel Spaß und ist vor allem für die Fans der Reihe gespickt mit EasterEggs und Reminiszenzen, kommt aber auch erfreulich blutig daher und stellt einschlägige Genre-Größen, denen der Ruf einer extrem blutigen Inszenierung vorauseilt, wie etwa die ebenfalls von Starz stammende Serie Spartacus oder auch amc’s The Walking Dead locker in den Schatten.

Ja, die Serie kommt wirklich so absurd brutal daher, wie man es sich nur wünschen könnte und wird sicherlich bei Splatter- und Gore-Freunden dankbare Abnehmer finden, wenn Köpfe abgetrennt, Leute auf Geweihen aufgespießt, Därme über den Boden verteilt und diverse Körperteile abgehackt werden, derweil das Blut bis in die hinterletzten Ecken spritzt, zumal sich die Serie ein ums andere Mal zu übertrumpfen weiß und wenn man meint, man hätte schon alles gesehen, kommt eine Folge wie zum Beispiel Fünf-Sterne-Service (1.06) daher und straft diese Annahme Lügen. Dabei gelingt Ash vs Evil Dead vor allem aber aufs Formidabelste der Spagat zwischen Horror und Spaß, so dass man sich zu gleichen Teilen gruseln, ekeln und kugeln könnte vor Lachen, wobei das natürlich ein gewisses Humorempfinden voraussetzt, dass Blutorgien in diesem Zusammenhang eben als witzig kategorisiert, doch wer in dieser Hinsicht auch nur ein wenig zartbesaitet ist, wird sowieso tunlichst die Finger von diesem orgiastischen Blutrausch lassen, der sicherlich noch wenige Jahre zuvor prompt auf dem Index gelandet wäre, wo sich ja auch schon der 80er-Jahre-Klassiker noch immer umtut, derweil zumindest die Beschlagnahmebeschlüsse von 1984 jüngst aufgehoben worden sind und Sony sich für eine De-Indizierung des Titels stark macht, was wieder einmal zeigt, was sich in dieser Hinsicht getan hat, wenn man bedenkt, dass die Serie hierzulande uncut mit einer vergleichsweise milden 18er-Freigabe über die heimischen Monitore flimmern darf.

Ash vs Evil Dead | © Wulf Bengsch

Inszenatorisch wiederum ist der Starz-Wurf jedoch zuweilen ein zweischneidiges Schwert und gerade im Kontrast zu manch handgemachtem Effekt sehen manche CGI-Konstrukte wirklich zum Davonrennen aus, doch ich für meinen Teil konnte mich gut damit anfreunden, zumal das im Grunde noch den extrem trashigen Charme der Serie unterstreicht, deren Macher – allen voran Sam Raimi – sich wohl auch durchaus bewusst waren, welch absurden Blödsinn sie da teilweise gefilmt haben, wenn Ash mehr als einmal seine Kettensäge quasi aus der Luft pflückt und sie sich wie von selbst mit seinem Armstumpf verbindet, während beispielsweise Ashs Kollege und Freund Pablo mit einem Messer an die Wand genagelt sich vermeintlich nicht bewegen kann und es zum Ende der Szene mir nichts dir nichts aus dem Fleisch zieht, dann mag der akribische Cineast zwar innerlich kurz mit den Augen rollen, doch im Sujet von Ash vs Evil Dead passt das eben einfach wie, nunja, die Kettensäge auf den Arm.

Szenenbild aus Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Apropos Pablo, muss Ash sich diesmal nicht allein durch die höllischen Horden schnetzeln und die Pilotfolge nebst der sich anschließenden Episode Köder (1.02) werden genutzt, um einerseits Pablo als auch andererseits Kelly an Ashs Seite zu stellen und als dessen Begleiter zu etablieren, derweil zudem noch eine Polizistin eine tragende Rolle innerhalb der Staffel spielen wird und nicht zuletzt die von Lucy Lawless (Spartacus) verkörperte Ruby, über die ich gar keine weiteren Worte verlieren möchte, außer, dass ihre Auftritte zunächst sehr sporadisch daherkommen und immer mehr Rätsel aufgeben als auflösen, wobei sich das natürlich im Laufe der Zeit in Wohlgefallen auflösen wird. Herz und Seele von Ash vs Evil Dead ist aber natürlich unbestritten Bruce Campbell, der nach all den Jahren zu seiner Paraderolle als raubeiniger, sexistischer, um einen blöden Spruch nie verlegener Ashley "Ash" Williams zurückkehrt und das Geschehen locker und charismatisch dominiert; Hail to the King.

Fazit & Wertung:

Die unter Federführung von Evil Dead-Schöpfer Sam Raimi entstandene Serienfortsetzung Ash vs Evil Dead macht so ziemlich alles richtig, was man sich nur wünschen kann und geht in Sachen Inszenierung keine Kompromisse ein, was sich in einem wahnwitzigen Gewaltgrad niederschlägt, aber auch in einem herrlich trashigen Charme, der gemeinsam mit Bruce Campbell in seiner Paraderolle der Chose die rechte Würze verleiht – Groovy!

9 von 10 zu Klump geschossene Köpfe

Ash vs Evil Dead | Staffel 1

  • Zu Klump geschossene Köpfe - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Die unter Federführung von Evil Dead-Schöpfer Sam Raimi entstandene Serienfortsetzung Ash vs Evil Dead macht so ziemlich alles richtig, was man sich nur wünschen kann und geht in Sachen Inszenierung keine Kompromisse ein, was sich in einem wahnwitzigen Gewaltgrad niederschlägt, aber auch in einem herrlich trashigen Charme, der gemeinsam mit Bruce Campbell in seiner Paraderolle der Chose die rechte Würze verleiht – Groovy!

9.0/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. El Jefe (9/10)
02. Köder (8,5/10)
03. Bücher aus dem Jenseits (8,5/10)
04. Brujo (8,5/10)
05. Besessen (8/10)
06. Fünf-Sterne-Service (9/10)
07. Die Bürgerwehr (8,5/10)
08. Ash vs. Ash (9,5/10)
09. In Fleisch gebunden (9/10)
10. Die Dunkle (9/10)

 
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Ash vs Evil Dead | Staffel 1 ist ist seit dem 01.09.16 exklusiv bei Amazon Prime Instant Video verfügbar.

  • Klingt famos und ist auch schon auf meine Watchlist gewandert… :)

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