Review: Last Hitman – 24 Stunden in der Hölle (Film)

In letzter Zeit habe ich auffallend viele gute Filme und großartige Serien gesehen, kultige Comics verschlungen und ebenso packende Bücher, doch jede Glückssträhne hat einmal ein Ende und dieses Ende markiert für mich nun folgender Film, den ich mir einzig wegen Tim Roth anschauen wollte, doch selbst der vermochte nicht darüber hinwegzutäuschen, dass hier ärgerlich viel Murks abgeliefert worden ist. Aber fangen wir von vorne an:

Last Hitman
24 Stunden in der Hölle

The Liability, UK 2012, 82 Min.

Last Hitman - 24 Stunden in der Hölle | © Koch Media
© Koch Media

Regisseur:
Craig Viveiros
Autor:
John Wrathall

Main-Cast:
Tim Roth (Roy)
in weiteren Rollen:
Jack O’Connell (Adam)
Talulah Riley (The Girl)
Kierston Wareing (Nicky)
Peter Mullan (Peter)

Genre:
Krimi | Thriller | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Last Hitman - 24 Stunden in der Hölle | © Koch Media
© Koch Media

Adam ist ein regelrechter Taugenichts und weiß nicht viel mit seinem Leben anzufangen, außer zu kiffen, abzuhängen und seine Tage vor der Konsole zu vertrödeln, womit er seinem Stiefvater Peter zum regelrechten Ärgernis wird, zumal besagter Freund von Adams Mutter sich in kriminellen Kreisen bewegt und es gewohnt ist, dass man spurt, wenn er befiehlt. So lässt sich Adam nicht ganz freiwillig darauf ein, den Chauffeur für einen von Peters Verbrecherkollegen zu spielen und lernt den wortkargen Profikiller Roy kennen. Der nimmt Adam prompt unter seine Fittiche und bringt den Jungen einer Welt voller Mord und Skrupellosigkeit näher, während der Stern von Roy schon fast zu verglühen scheint. Als den beiden aber ein dubioses Mädchen begegnet, laufen die Ereignisse erst recht aus dem Ruder…

Rezension:

Seit der Absetzung von Lie To Me ist es schlecht bestellt um die regelmäßige Dosis Tim Roth, auch wenn man ihn allenthalben wie etwa in The Hateful 8 zu sehen bekommt, freut man sich dann doch über Filme, in denen er gar die Hauptrolle übernehmen darf und ganz ehrlich, Last Hitman sieht ja doch ganz ansprechend aus, doch schnell offenbart sich, dass der Film gleich an mehreren Problemen krankt, angefangen mit der wieder einmal sehr dubiosen Vermarktungspolitik, die aus dem ungleich treffenderen, aber für den deutschen Filmfreund wohl zu schwierigen Titel The Liability den Last Hitman macht, was natürlich zusammen mit dem reißerischen Untertitel 24 Stunden in der Hölle ein ungleich brachialeres Filmerlebnis verspricht, doch bleibt der Film nun einmal derselbe und ist nicht annähernd das, was man sich erwarten würde. Wäre es das damit gewesen, wäre dennoch alles schön und gut, denn über solche Marketing-Albernheiten kann man getrost hinwegsehen, aber leider ist die Chose auch inszenatorisch nicht wirklich überzeugend geraten, was umso ärgerlicher dadurch wird, dass Regisseur Craig Viveiros in vielen Momenten eine gewisse Virtuosität andeutet, die den Film richtig gut hätte machen können, doch das schwache Skript und die vielen vorhersehbaren, extrem platten Szenen können da nicht annähernd mithalten.

Szenenbild aus Last Hitman - 24 Stunden in der Hölle | © Koch Media
© Koch Media

So wirkt Last Hitman selbst mit seinen kaum über 80 Minuten Laufzeit zuweilen langatmig und manchmal gar langweilig, derweil man sich andererseits wünschen würde, dass der Plot sich über einen längeren Zeitraum entfalten könnte und sei es nur, um die an einer Hand abzuzählenden Figuren ein wenig mit Leben zu füllen. So allerdings bleibt nicht nur Tim Roths Hitman Roy ausnehmend blass, derweil Jack O’Connells Figur die meiste Zeit einfach nur nervt und oft himmelschreiend dämlich agiert, was der ohnehin schon nicht gerade cleveren Geschichte nicht gerade guttut. Noch schlimmer erwischt es derweil Talulah Riley, deren Rolle schon in der IMDb lediglich als "The Girl" geführt wird, was in etwa auch so ziemlich alles zum Ausdruck bringt, was die Figur definiert, abgesehen von dem enervierenden Akzent ihrer Figur selbstverständlich.

So wird hier mit diesen drei Gestalten auf Biegen und Brechen eine dubiose Dreieckskonstellation konstruiert, um den Film nach dem ersten Aufeinandertreffen der Figuren von einer Szene zur Nächsten changieren zu lassen und nach kaum anderthalb Stunden zu einem ebenso plakativen Ende zu kommen. Dabei wirbt Last Hitman auch noch mit schwarzem Humor, der auch durchaus vorhanden sein mag, jedoch in den seltensten Fällen so richtig zündet, was leider oftmals eine Frage des Gespürs für das richtige Timing und den richtigen Ton bleibt. Einer der wenigen Lichtblicke bleibt da wie gesagt einzig Tim Roths Charisma, doch zu retten vermag es die Chose auch nicht, denn dafür wird in Sachen Inszenierung einfach zu viel in den Sand gesetzt, wird beim Plot zu viel und zu schlecht geklaut, als dass sich je richtiges Flair entfalten könnte, während man als Zuschauer verzweifelt versucht, den Figuren in irgendeiner Form näher zu kommen, doch selbst der sonst so großartige Peter Mullan (Young Adam) weiß nur wenige Akzente zu setzen.

Szenenbild aus Last Hitman - 24 Stunden in der Hölle | © Koch Media
© Koch Media

Wie gesagt ist Last Hitman dafür oft überraschend gut gedreht und aus so mancher Szene hätte man sicherlich etwas machen können, wenn der Film in solchen Momenten eben nicht auf Teufel komm raus versuchen würde, seine Coolness zu unterstreichen, denn gerade dadurch wirkt das Geschehen dann wiederum affektiert und lädt eher zum Fremdschämen ein, als wirklich zu packen. Nein, es gibt leider nicht viele Gründe, sich den Film anzusehen und die lassen sich an einer Hand abzählen, so dass zwar die kurze Laufzeit zu einer schnellen Sichtung verlocken könnte, doch selbst dieses bisschen Zeit ließe sich sicher sinnvoller nutzen, wenn man nicht wenigstens an einer der drei Hauptfiguren einen Narren gefressen hat, was bekanntermaßen ja viele mittelprächtige Filme rechtfertigt. Ansonsten kann man Viveiros‘ Werk – ob als Last Hitman oder The Liability betitelt – gut und gerne links liegen lassen.

Fazit & Wertung:

Tim Roth wäre sicherlich willens und fähig gewesen, Craig Viveiros‘ Last Hitman zu schultern, doch macht das magere wie unausgegorene Skript selbst einem Mann mit seinem Charisma einen Strich durch die Rechnung und so bleiben sämtliche Figuren schemenhaft und oberflächlich, während der Plot nur wenige Überraschungen bereithält und die Gags selten zu zünden wissen, so dass die größten Stärken des Films wohl am Ende seine kurze Laufzeit und die zuweilen wirklich überzeugende Kameraarbeit sind. Eine Sichtung rechtfertigt das allein jedoch kaum.

4,5 von 10 Gedanken eines alternden Profikillers

Last Hitman - 24 Stunden in der Hölle

  • Gedanken eines alternden Profikillers - 4.5/10
    4.5/10

Fazit & Wertung:

Tim Roth wäre sicherlich willens und fähig gewesen, Craig Viveiros‘ Last Hitman zu schultern, doch macht das magere wie unausgegorene Skript selbst einem Mann mit seinem Charisma einen Strich durch die Rechnung und so bleiben sämtliche Figuren schemenhaft und oberflächlich, während der Plot nur wenige Überraschungen bereithält und die Gags selten zu zünden wissen, so dass die größten Stärken des Films wohl am Ende seine kurze Laufzeit und die zuweilen wirklich überzeugende Kamera-Arbeit sind. Eine Sichtung rechtfertigt das allein jedoch kaum.

4.5/10
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Last Hitman – 24 Stunden in der Hölle ist am 12.07.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Koch Media erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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