Review: Pakt der Rache (Film)

So, kommen wir zum Film des heutigen Abends. Zum Glück war mir schon im Vorfeld klar, dass mich hier wohl kein filmisches Meisterwerk erwarten würde, denn so hatte ich durchaus Freude mit dem Rachethriller. Aber lest selbst!

Pakt der Rache

Seeking Justice, USA 2011, 105 Min.

Pakt der Rache | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Roger Donaldson
Autoren:
Robert Tannen
Todd Hickey

Main-Cast:
Nicolas Cage (Will Gerard)
January Jones (Laura Gerard)
Guy Pearce (Simon)
in weiteren Rollen:
Harold Perrineau (Jimmy)
Jennifer Carpenter (Trudy)
Xander Berkeley (Lieutenant Durgan)

Genre:
Action | Drama | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Pakt der Rache | © Universum Film
© Universum Film

Highschool-Lehrer Will Gerard führt mit seiner Frau Laura ein angenehmes Leben in New Orleans, bis eines Abends auf dem Heimweg seine Frau brutal zusammengeschlagen und vergewaltigt wird. Noch während ihrer Zeit im Krankenhaus tritt ein Mann, der sich als Simon vorstellt, an Will heran und bietet an, sich der "Sache anzunehmen" und den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Trotz der nebulösen Worte ist Will klar, dass hier von Selbstjustiz die Rede ist, doch dank der gleichermaßen eloquenten wie charmanten Art von Simon willigt der Lehrer schließlich ein, nicht ahnend, welche Art Probleme er sich damit aufhalst, denn die Organisation, der Simon angehört, fordert alsbald ihrerseits einen "Gefallen" ein und als Will sich weigert, den Auftrag zu erledigen, beginnt sich die Schlinge langsam zuzuziehen und Simon offenbart sein wahres Gesicht…

Rezension:

Ich könnte jetzt in den allseits beliebten Tenor einstimmen, dass Nicolas Cage (Frozen Ground) seit Jahren nicht mehr so gut war, wie man es von den früheren Werken seiner Karriere gewohnt ist und sich immer Öfter des Geldes wegen für billig produzierte Reißer verkauft, doch nicht nur hat man das schon hunderte Male gelesen, trifft es diesmal auch gar nicht so sehr zu, denn Pakt der Rache – der im Original übrigens ursprünglich The Hungry Rabbit Jumps heißen sollte – ist zumindest ein kleiner Lichtblick in seinem immer mäßiger werdenden Œuvre. Der von Roger Donaldson inszenierte Selbstjustiz-Thriller gewinnt nämlich zwar sicherlich keine Innovationspreise, doch ist er für das Thema und Genre ausreichend überzeugend und routiniert in Szene gesetzt und überrascht mit einigen spannenden Wendungen, die man teils zwar vorherahnen kann und die unterstreichen, wie konstruiert das Geschehen hier zwar eigentlich ist, dank der überzeugenden Schauspieler-Riege aber durchaus zu überzeugen wissen.

Szenenbild aus Pakt der Rache | © Universum Film
© Universum Film

Und dazu zählt eben zuvorderst Nicholas Cage in der Rolle des Lehrers, der nach der Vergewaltigung seiner Frau auf Gerechtigkeit hofft und alsbald auf pure Rache schwenkt, denn endlich einmal wieder nimmt sich Cage angenehm zurück und versucht nicht mit übertriebenem Overacting und Gesichtsakrobatik zu punkten, sondern stattdessen mit konzentriertem und auf den Punkt gebrachten Schauspiel. Der Plot von Pakt der Rache erwartet jetzt zwar auch nichts Übermenschliches von ihm als Darsteller, doch sind ihm die Trauer, die Wut, die Ohnmacht angesichts dessen, was seiner Frau zugestoßen ist, jederzeit anzusehen, ohne dass es dafür emotionaler Ausbrüche bedürfte. Ähnlich verhält es sich mit der gewohnt überzeugenden January Jones (Unknown Identity), die derweil auch noch auf Hilfe in Form von ziemlich überzeugendem Make-up zurückgreifen darf, denn der Kontrast der lebensbejahenden, glücklichen und fröhlichen jungen Frau könnte zu der desolaten Gestalt in der Opferrolle mit aufgeplatzter Lippe und zugeschwollenem Auge nicht größer sein und tut schon in der Seele weh, weshalb man auch ganz bei Cages Figur ist, als ihr Simon das erste Mal seine Aufwartung macht und Genugtuung verspricht.

Simon derweil, hier dargestellt von Guy Pearce (Lawless – Die Gesetzlosen) ist wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, wie sich mit einfachsten Mitteln ein Bösewicht generieren lässt, denn im Verlauf des gesamten Films erfährt man herzlich wenig über den Anzugträger, der sich selbst als Simon und Teil einer ominösen, nicht näher bezeichneten Organisation vorstellt, doch die schiere Präsenz, die Pearce seiner Figur verleiht, die latente Bedrohlichkeit und sein wortkarges, um nebulöse Worte nicht verlegenes Wesen machen ihn zu einem großartig stimmigen Antagonisten. Ergänzt wird der Cast noch um einige kleinere Rollen und als eingefleischter Fan von Dexter darf man sich über einen kleinen Gastauftritt von Jennifer Carpenter freuen, während Harold Perrineau und Xander Berkeley das Bild komplettieren.

Szenenbild aus Pakt der Rache | © Universum Film
© Universum Film

Um aber noch einmal auf den Plot selbst zurückzukommen, ist die Geschichte zunächst so einfach wie simpel, dass Cages‘ Figur Will Gerard sich von Simon überreden lässt, die Bestrafung des Peinigers seiner Frau der ominösen Organisation zu überlassen und im Gegenzug einen Gefallen schuldig zu bleiben, doch besagter Gefallen ist natürlich längst nicht so harmlos und einfach, wie Simon glauben lassen möchte und gerade in Anbetracht dessen, dass Will seiner Frau Laura nun einmal schlecht die Wahrheit erzählen könnte, spitzt sich die Lage immer weiter zu, während Simon seinerseits immer zudringlicher wird, um Will zu zwingen, seiner "Verpflichtung" nachzukommen.. Damit ist es zwar nicht gewesen, aber trotz des konstruierten Plots ist Pakt der Rache kurzweilig und spannend geraten, wartet zwar mit vergleichsweise wenigen, dafür aber rundweg überzeugenden Action-Sequenzen auf und ist auch gegen Ende um einen kleinen aber feinen Plot-Twist nicht verlegen, der die Sache rund macht und einiges relativiert, während der Film selbst – obwohl er sich dem Thema Selbstjustiz widmet – sich gar moralisch gut zu positionieren weiß, wobei ich hier natürlich nicht ins Detail gehen will. Alles in allem ein wirklich solider und gelungener Thriller, der mich durchaus positiv überrascht hat.

Fazit & Wertung:

Roger Donaldsons Pakt der Rache ist ein zwar nicht über die Maßen einfallsreicher, dafür aber mit spannender Prämisse ausgestatteter Selbstjustiz-Thriller, in dem neben Guy Pearce und January Jones vor allem Nicholas Cage zu überzeugen weiß. Zwar mutet das Geschehen zuweilen wie ein besserer Fernsehfilm an, doch die Inszenierung tut hier ihr Übriges und täuscht auch über so manchen logischen Fallstrick hinweg, denn allzu genau sollte man es bei einer dergestalt konstruierten Geschichte selbstredend nicht nehmen.

6,5 von 10 zweifelhaften Methoden der Selbstjustiz

Pakt der Rache

  • Zweifelhafte Methoden der Selbstjustiz - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Roger Donaldsons Pakt der Rache ist ein zwar nicht über die Maßen einfallsreicher, dafür aber mit spannender Prämisse ausgestatteter Selbstjustiz-Thriller, in dem neben Guy Pearce und January Jones vor allem Nicholas Cage zu überzeugen weiß. Zwar mutet das Geschehen zuweilen wie ein besserer Fernsehfilm an, doch die Inszenierung tut hier ihr Übriges und täuscht auch über so manchen logischen Fallstrick hinweg, denn allzu genau sollte man es bei einer dergestalt konstruierten Geschichte selbstredend nicht nehmen.

6.5/10
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Pakt der Rache ist am 01.06.12 auf DVD und Blu-ray bei Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Schlopsi

    Ich fand den damals richtig richtig käse, kann aber kaum noch sagen warum. Da gefiel mir der zeitnah erschienene „Stolen“ mit Cage wesentlich besser.

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