Review: The Model (Film)

Schwupps, da bin ich wieder und erzähle euch heute von einem Drama, das vermutlich gerne total bitterböse und abgründig hat sein wollen, aber dann doch in weiten Teilen trivial und vorhersehbar gerät. Finde ich aber auch mal ganz angenehm, wieder so einen durch und durch mittelprächtigen Film vorstellen zu können, damit ihr nicht meint, ich würde nur noch Höchstwertungen vergeben.

The Model

The Model, DK 2016, 105 Min.

The Model | © Koch Media
© Koch Media

Regisseur:
Mads Matthiesen
Autoren:
Mads Matthiesen
Martin Zandvliet
Anders Frithiof August

Main-Cast:
Maria Palm (Emma)
Ed Skrein (Shane White)
in weiteren Rollen:
Charlotte Tomaszewska (Zofia)
Marco Ilsø (Frederik)
Thierry Hancisse (Bernard)
Virgile Bramly (Marcel)
Claire Tran (Mika)
Dominic Allburn (Sebastien)

Genre:
Drama | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Model | © Koch Media
© Koch Media

Die junge Emma wünscht sich nichts sehnlicher als eine Karriere als Top-Model und lässt aus diesem Grund ihre Heimat in Dänemark hinter sich und zieht in die Mode-Metropole Paris, wo sie ein beengtes WG-Zimmer anmietet, um sich von dort aus ihren Traum zu erfüllen. Ihr erster Job mit dem charismatischen Fotografen Shane White allerdings geht prompt schief und sie glaubt schon, ihre Hoffnungen aufgeben zu müssen, doch gelingt es ihr alsbald, doch noch dessen Aufmerksamkeit zu erregen und ist bald in aller Munde. Mit dem Erfolg und der Aufmerksamkeit einhergehend rutscht Emma allerdings tiefer und tiefer in den unter der Oberfläche lauernden Morast des nach außen hin so schillernden Mikrokosmos und ihre Liaison mit Shane wird bald zu einer regelrechten Obsession…

Rezension:

Ohne große Erwartungen, aber durchaus mit einem gewissen Interesse habe ich mich kürzlich The Model gewidmet, dem ja vollmundig eine gewisse Ähnlichkeit zu Black Swan angedichtet worden ist, nur dass sich die Geschehnisse hier eben auf das Model-Business konzentrieren würden. Was man von solchen Behauptungen und Vergleichen zu erwarten hat, ist aber selbstredend auch mir klar, doch hätte es sich ja trotzdem um ein spannendes, abgründiges Kleinod handeln können, zumal mir der Clou gefiel, ein echtes Model – hier Maria Palm – für die Hauptrolle zu verpflichten und ihr unter anderem den aus Game of Thrones bekannten Ed Skrein (Northmen) an die Seite zu stellen. Nach einem stimmig gefilmten Einstieg allerdings stellte sich recht bald Ernüchterung ein, denn so sehr sich der Film bemüht, die Schattenseiten des Business aufzuzeigen und speziell den Druck, der auf den jungen Mädchen lastet, zu thematisieren, so wenig gelingt es ihm, einen wirklich roten Faden in die Erzählung zu spinnen, die alsbald zu einer Aneinanderreihung mal mehr, mal weniger überzeugender Einzelszenen verkommt.

Szenenbild aus The Model | © Koch Media
© Koch Media

So verstärkt sich alsbald auch das Gefühl, man bediene sich einer Handvoll nackter Brüste, um zumindest ein wenig Aufmerksamkeit zu generieren, denn wenn schon sonst nichts Interessantes auf dem Bildschirm passiert, kann es sicherlich nie schaden, einmal mehr die Brüste der Hauptdarstellerin in die Kamera zu halten. So mäandert die von Palm verkörperte Emma von Shooting zu Treffen, zu Casting und mancherorts ist es auch durchaus interessant zu beobachten, wie sich die junge Frau mehr und mehr selbst verliert und aufgibt, was sie schließlich dann auch in die Arme des von Skrein gespielten Fotografen Shane treibt, doch bleibt hier dennoch vieles pure Behauptung und wenig greifbar, was die Sache mitunter kaum spannender erscheinen lässt als eine bewusst dramatisierte Folge von Germanys Next Topmodel, was besonders zum Tragen kommt, als ihr daheim gebliebener Freund ihr unerwartet seine Aufwartung macht.

Um dem Vergleich zu oben genannten Film schließlich Rechnung zu tragen, mündet das Geschehen in ein zwar von langer Hand vorbereitetes Finale, das aber dennoch nur leidlich zu überzeugen weiß und im Kontext wie aufgesetzt und folglich reichlich konstruiert wirkt. So findet The Model zwar immer wieder schöne Einstellungen, wird mit einer gewissen Melancholie und Getragenheit geschildert, doch wirkt das Geschehen manchmal ähnlich einschläfernd, wie es der Schlafzimmerblick der Hauptdarstellerin suggeriert. Als Film über schöne Menschen in schönen Kulissen mag das funktionieren, aber spannend, ungewöhnlich, überraschend oder packend sieht leider gänzlich anders aus, gerade wenn hier im Übermaß einschlägig bekannte Klischees bedient werden, aus denen man sicherlich weit mehr hätte machen können als bloße Abziehbilder.

Szenenbild aus The Model | © Koch Media
© Koch Media

Erschwerend hinzu kommt schlussendlich, dass man, je weiter die Geschichte von The Model voranschreitet, das Verhalten von Emma vermehrt in Frage zu stellen beginnt und immer weniger nachvollziehen kann. Natürlich ist klar, dass hier aufgezeigt werden soll, wie sie sich nach und nach in dem Business und dessen Schattenseiten verliert, doch geschieht das oft so plakativ und sprunghaft, dass man sich fragt, wieso sie sich das gefallen und sich dergestalt behandeln lässt, bis es zum Ende hin zum finalen Befreiungsschlag kommt, der den Karren dann aber auch nicht mehr aus dem Dreck zu ziehen vermag. In meinen Augen ist The Model damit wieder einmal ein Paradebeispiel verschenkter Möglichkeiten, denn mit ein wenig mehr Stringenz, einer sorgfältigeren Ausgestaltung des Innenlebens der Figuren, einer markanteren und zielführenderen Inszenierung hätte hier aus dem Stoff doch sicherlich noch einiges mehr herausgeholt werden können.

Fazit & Wertung:

Der von Mads Matthiesen inszenierte The Model mag voller Ambitionen gewesen sein, versumpft aber in weiten Teilen in absoluter Mittelmäßigkeit und krankt vermehrt daran, dass ihm ein stringenter Plot verwehrt bleibt, derweil Hauptdarstellerin Maria Palm ihre Sache durchaus überzeugend macht, allerdings ebenfalls nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass das Verhalten ihrer Figur zunehmend willfähriger und immer weniger nachvollziehbar wird, was das in einen kaum fünfminütigen Thriller mündende Drama weitere Qualitäten kostet.

4,5 von 10 Verlockungen der dekadenten Modewelt

The Model

  • Verlockungen der dekadenten Modewelt - 4.5/10
    4.5/10

Fazit & Wertung:

Der von Mads Matthiesen inszenierte The Model mag voller Ambitionen gewesen sein, versumpft aber in weiten Teilen in absoluter Mittelmäßigkeit und krankt vermehrt daran, dass ihm ein stringenter Plot verwehrt bleibt, derweil Hauptdarstellerin Maria Palm ihre Sache durchaus überzeugend macht, allerdings ebenfalls nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass das Verhalten ihrer Figur zunehmend willfähriger und immer weniger nachvollziehbar wird, was das in einen kaum fünfminütigen Thriller mündende Drama weitere Qualitäten kostet.

4.5/10
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The Model ist am 25.08.16 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Koch Media erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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