Review: Person of Interest | Staffel 1 (Serie)

Während ich natürlich schon längst mitten in der Sichtung von Luke Cage stecke, nutze ich den heutigen Tag erst einmal, um weiter Altlasten hinsichtlich Serien-Reviews abzuarbeiten. Damit ich auch schnell wieder vor den Fernseher komme, soll es das aber auch schon gewesen sein an einleitenden Worten.

Person of Interest
Staffel 1

Person of Interest, USA 2011-2016, ca. 43 Min. je Folge

Person of Interest | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Serienschöpfer:
Jonathan Nolan
Showrunner:
Jonathan Nolan
Greg Plageman
J.J. Abrams
Bryan Burk
Denise Thé
Chris Fisher

Main-Cast:
Jim Caviezel (John Reese)
Michael Emerson (Harold Finch)
Taraji P. Henson (Joss Carter)
Kevin Chapman (Lionel Fusco)

in weiteren Rollen:
Amy Acker (Caroline Turing)
Enrico Colantoni (Carl Elias)
Brett Cullen (Nathan Ingram)
Carrie Preston (Grace Hendricks)
Annie Parisse (Kara Stanton)
Michael Kelly (Mark Snow)
Robert John Burke (Patrick Simmons)
Paige Turco (Zoe Morgan)
Elizabeth Marvel (Alicia Corwin)
Susan Misner (Jessica Arndt)
Brennan Brown (Nicholas Donnelly)
Alan Dale (Ulrich Kohl)
David Zayas (Ernie Trask)

Genre:
Krimi | Drama | Science-Fiction | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Person of Interest | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Der ehemalige Agent John Reese scheint nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin nicht mehr auf die Beine zu kommen und verbringt seine Tage im Suff. Nach einer Schlägerei in der U-Bahn landet der verlotterte Reese bei der Polizei und kaum dass Detective Carter dessen Fingerabdrücke genommen hat, die ihn mit gleich mehreren Morden in Verbindung bringen, schafft ihn der mysteriöse Harold Finch aus der Polizeiwache und bietet ihm Arbeit an, denn Finch entpuppt sich als Milliardär, der mithilfe einer eigens von ihm entwickelten Maschine glaubt, Menschenleben retten zu können, wofür er Reese‘ Hilfe benötigt. Die Maschine zu Überwachungszwecken für die Regierung entwickelt, verfügt über eine Art Hintertürchen, durch dass es Finch möglich ist, sich die Sozialversicherungsnummern derer ausgeben zu lassen, die schon bald in ein Verbrechen verwickelt sein werden. Reese‘ Aufgabe wird es sein, die Personen aufzuspüren und herauszufinden, ob es sich um Opfer oder Täter handelt…

Rezension:

Szenenbild aus Person of Interest | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Kaum hat die von Jonathan Nolan ersonnene TV-Serie Person of Interest nach fünf Staffeln und insgesamt 103 Episoden ihr Ende gefunden, komme ich auch schon dazu, mich zumindest der ersten Staffel zu widmen, auch wenn ich zugeben muss, dass es vorrangig das Wissen darum war, dass Amy Acker ab der zweiten beziehungsweise spätestens dritten Staffel fester Teil des Casts sein würde und so dachte ich, schaust du dir mal die läppischen 23 Episoden an. Und direkt vorab, waren die gar nicht einmal so läppisch, vor allem aber auch besser als erwartet, denn ich bin ja nun bekanntermaßen kein Freund von Procedurals und nachdem ich mir ein ebensolches erwartet hatte, war ich doch recht erstaunt, wie viele sich durchziehende Handlungsfäden die Serie letztlich besitzt, auch wenn sich manche davon erst im Laufe der Staffel offenbaren und ganz allgemeine noch recht zaghaft fortgeführt werden. Nichtsdestotrotz ist das in meinen Augen ein ganz großes Plus und scheint in den folgenden Staffeln ja wohl noch an Bedeutung zu gewinnen.

Ein Großteil der Staffel besteht aber erwartungsgemäß aus zahllosen, in sich abgeschlossenen Folgen, deren Figuren auch auf keine weiteren Auftritt hoffen dürfen, wobei ich mich in dieser Hinsicht sehr über die Gastauftritte von unter anderem Alan Dale (Dominion) in Der Fall Ulrich Kohl (1.08) und David Zayas (Dexter) in der an Hitchcock angelehnten Folge Fenster zum Hof (1.11) gefreut habe. Die Prämisse der Serie, dass eine ominöse Maschine Sozialversicherungsnummern unterschiedlichster Personen ausspuckt und damit signalisiert, dass diese, ob als Täter oder Opfer, in irgendeiner Form bald mit einem Mord in Verbindung gebracht werden dürften, ist natürlich auch wie geschaffen für eine Herangehensweise nach dem Schema des Fall-der-Woche, doch scheint den Machern und Produzenten zum Glück bewusst gewesen zu sein, dass dort noch mehr Potential verborgen liegt, denn relativ früh beginnt man beispielsweise damit, in Rückblenden die Zeit des Baus der Maschine und damit auch den früheren Partner von Harold Finch, Nathan Ingram in den Fokus zu rücken, ebenso wie man zumindest häppchenweise nach und nach mehr über Reese‘ Zeit beim Geheimdienst erfährt, was den Figuren nach und nach mehr Tiefe verleiht.

Zu den Highlights der ersten Staffel Person of Interest zählt aber für mich eindeutig Es gibt einen Zeugen (1.07), dessen Konzept zuweilen ein wenig an The Raid erinnert (mir hier aber besser gefallen hat), vor allem aber Enrico Colantoni (Veronica Mars) in einer wiederkehrenden und absolut großartig angelegten Rolle in Erscheinung treten lässt, auch wenn er mir in der Staffel allgemein deutlich zu selten in Erscheinung getreten ist. Eine weitere spektakulär gute Folge ist derweil Grundübel (1.13), deren Originaltitel Root Cause auch weitaus deutlicher darauf hinweist, wessen Bekanntschaft man hier machen wird. Nur so viel, die Ereignisse dieser Folge werden noch bis zum durchweg fulminanten Staffelfinale Unerwünschte Zugriffe (1.23) nachhallen, bei dem dann auch endlich Amy Acker (Angel)in Erscheinung treten darf.

Szenenbild aus Person of Interest | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Davon abgesehen gibt es aber natürlich noch viele weitere, mal mehr, mal minder packende Episoden und wie sich das für ein Procedural gehört, wird durchaus für reichlich Abwechslung gesorgt, während ansonsten insbesondere das sich nach und nach wandelnde Verhältnis der Polizistin Joss Carter zu den beiden einsamen Streitern Reese und Finch interessant zu beobachten ist und mit einer korrupten Abteilung der Polizei – "HR" genannt – ein weiterer, spannend zu verfolgender Sub-Plot eröffnet wird. Summa summarum offeriert Person of Interest eine wirklich stimmige erste Staffel, die mich in vielen Punkten positiv überrascht hat, bei der oft aber auch noch merklich Luft nach oben ist, doch die finalen Szenen des Finales lassen darauf hoffen, dass man sich im zweiten Jahr noch deutlich mehr einfallen lassen wird, die Geschichte in ungewohnte Bahnen zu lenken. Davon abgesehen bleibt lediglich noch zu erwähnen, dass sowohl Jim Caviezel in seiner Verkörperung von John Reese als Mann fürs Grobe als auch Michael Emerson in der Rolle des Computer-Genies Harold Finch nicht nur jeder für sich eine gute Figur machen, sondern auch als Team spannend interagieren und sich vor allem fernab der ausgetretenen Pfade einschlägiger Ermittler-Duos bewegen.

Fazit & Wertung:

Jonathan Nolans Person of Interest ist ein durchaus einfalls- wie abwechslungsreiches Procedural, bemüht sich dankenswerterweise aber nach einigen Folgen, auch so etwas wie einen roten Faden zu spinnen, was die Geschichten um die ungleichen Partner Reese und Finch ungleich interessanter und lohnenswerter macht. Dennoch bleibt für die nächste Staffel noch spürbar Potential auszuschöpfen, denn der Natur der Sache nach sind die kaum miteinander verbundenen Episoden mal mehr, mal weniger überzeugend geraten.

8 von 10 von der Maschine ausgespuckten Nummern

Person of Interest | Staffel 1

  • Von der Maschine ausgespuckte Nummern - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Jonathan Nolans Person of Interest ist ein durchaus einfalls- wie abwechslungsreiches Procedural, bemüht sich dankenswerterweise aber nach einigen Folgen, auch so etwas wie einen roten Faden zu spinnen, was die Geschichten um die ungleichen Partner Reese und Finch ungleich interessanter und lohnenswerter macht. Dennoch bleibt für die nächste Staffel noch spürbar Potential auszuschöpfen, denn der Natur der Sache nach sind die kaum miteinander verbundenen Episoden mal mehr, mal weniger überzeugend geraten.

8.0/10
Leser-Wertung 7.33/10 (3 Stimmen)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Reese & Finch (8/10)
02. Eine Tote wird gejagt (7,5/10)
03. Im Auftrag der Unehre (7,5/10)
04. Blutrache (8/10)
05. Familiäres Druckmittel (8/10)
06. Problemlösungskompetenzen (8,5/10)
07. Es gibt einen Zeugen (9/10)
08. Der Fall Ulrich Kohl (7,5/10)
09. Gefahr für Carter! (8/10)
10. Vier auf einen Streich (9/10)
11. Fenster zum Hof (8,5/10)
12. Ein Quantum Gerechtigkeit (8/10)
13. Grundübel (9/10)
14. Löwen und Lämmer (7,5/10)
15. Zeit der Maulwürfe (8,5/10)
16. Risiko! (7,5/10)
17. Babyblues (8/10)
18. Identitätskrise (8/10)
19. Fleisch und – Blut! (8,5/10)
20. Die Großen fressen die Kleinen (8,5/10)
21. Das Gestern stirbt nie (8,5/10)
22. Keine gute Tat (8,5/10)
23. Unerwünschte Zugriffe (9/10)

 
 
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Person of Interest | Staffel 1 ist am 24.05.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Na, da bin ich aber schon auf deine weiteren Reviews gespannt, die folgenden Staffeln sollten deinen Serial-Geschmack noch wesentlich besser treffen als diese Auftaktstaffel. Und auf mehr Colantoni (und Acker) darfst du dich auch freuen! :-)

  • mwj

    Jonathan Nolan als Serienmacher klingt ja interessant, aber Procedurals langweilen mich mittlerweile ziemlich.

  • Ah, interessant. Ich hatte die Serie ja kurz vor dem Finale der ersten Staffel abgebrochen. War mir doch zu sehr Procedural, auch wenn sich das ja später ändern soll…

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