Review: Wasabi – Ein Bulle in Japan (Film)

Heute werde ich leider keine Zeit für Die 5 BESTEN am DONNERSTAG finden, denn während ihr diese Zeilen lesen könnt, treibe ich mich selbstredend auf der SPIEL’16 in Essen herum, die einem Omen gleich ja beinahe vor meiner Haustüre stattfindet. Ich hoffe natürlich, dort wieder einiges an Brett- und Kartenspielen abgreifen zu können, von denen ich euch dann beizeiten berichten werde, doch heute müsst ihr erst einmal mit einer weiteren Film-Kritik zu einem leider gar nicht mal so guten Werk vorlieb nehmen.

Wasabi
Ein Bulle in Japan

Wasabi, FR/JP 2001, 94 Min.

Wasabi - Ein Bulle in Japan | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Gérard Krawczyk
Autor:
Luc Besson

Main-Cast:
Jean Reno (Hubert Fiorentini)
Ryôko Hirosue (Yumi Yoshimido)
Michel Muller (Maurice ‚Momo‘)
in weiteren Rollen:
Carole Bouquet (Sofia)
Yoshi Oida (Takanawa)

Genre:
Action | Komödie | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Wasabi - Ein Bulle in Japan | © Universum Film
© Universum Film

Als Pariser Kriminalkommissar erregt Hubert Fiorentini bereits seit geraumer Zeit mit seinen brachialen Methoden Aufsehen und stößt bei seinen Vorgesetzten auf nicht gerade viel Anklang, weshalb man dem mürrischen Mann wieder einmal nahelegt, sich doch eine Auszeit zu gönnen. Hubert ist von diesem Vorschlag nicht gerade angetan, denn seit sich vor beinahe zwanzig Jahren seine geliebte Miko von ihm getrennt hat, ist die Polizeiarbeit sein einziger Lebensinhalt. Dann allerdings kontaktiert ihn Rechtsanwalt Ishibashi aus Japan und informiert Fiorentini, dass Miko verstorben sei und Hubert als alleiniger Erbe eingesetzt sei, weshalb ihm nun die zwangsverordnete Auszeit gerade recht kommt, um sich nach Japan aufzumachen. Dort angekommen, erfährt Hubert allerdings alsbald, dass er neben dem Erbe auch noch als Vormund für Mikos Tochter Yumi eingesetzt werden soll, deren Vater er ist. Und mit einer minderjährigen Tochter im Schlepptau scheint es fast nebensächlich, dass ihr Konto nicht gerade läppische 200 Millionen Dollar Guthaben aufweist und sich die Yakuza an Huberts und Yumis Fersen heftet…

Rezension:

Nach meiner jüngst erfolgten Wiederholungssichtung von Wasabi – Ein Bulle in Japan steht für mich unumstößlich fest, dass der zu Beginn des Jahrtausends von Gérard Krawczyk nach einem Drehbuch von Luc Besson inszenierte Streifen zu der Kategorie der extrem schlecht gealterten Filme gezählt werden darf, denn in meiner Erinnerung hatte ich die Chose zu einem ungemein unterhaltsamen und witzigen Filmvergnügen hochstilisiert, doch ob es daran gelegen haben mag, dass mein Humor vor mehr als zehn Jahren ein gänzlich anderer war oder mir der Film schlichtweg mangels Alternativen oder Vergleichsmaterial so sehr gefallen hat, wage ich nicht zu bestimmen. Fakt ist aber, dass das kaum neunzigminütige Treiben mich zu keinem Zeitpunkt so richtig abzuholen wusste und weder vor Witz oder Esprit sprüht, noch mit der gewollt überzogenen, im Kontext aber sogar sehr selten zutage tretenden Action so richtig zu punkten wusste.

Szenenbild aus Wasabi - Ein Bulle in Japan | © Universum Film
© Universum Film

Ich war und bin noch immer ein großer Freund von Jean Reno und sein bärbeißiger Hubert Fiorentini ist tatsächlich auch noch immer das mitunter einzige, was Wasabi in überhaupt einer Hinsicht lohnenswert machen könnte, auch wenn er in seiner ruppigen Art kaum näher am Klischee sein könnte, als es der Fall ist, woraus der Film ja aber zugegebenermaßen überhaupt seinen Reiz bezieht, so denn vorhanden, denn die Gags zünden in den seltensten Fällen, die Action wirkt zuweilen wie in Zeitlupe abgehandelt und ist, wenn man nicht aufpasst, unversehens wieder vorbei, während man selbst unterhaltsame One-Liner weitestgehend vergeblich sucht. Ja, zuweilen ist das Zusammenspiel von Reno und Ryoko Hirosue, die hier dessen neunzehnjährige Tochter spielen soll, durchaus von einer gewissen Chemie beherrscht und funktioniert gerade aufgrund des starken Kontrasts der ethnischen Herkunft überraschend gut, aber auf dieser Prämisse einen Film zu gründen zeigt sich hier letztlich als schwieriger, als man meinen möchte, was dann auch erklärt, wieso der Plot eine gute halbe Stunde benötigt, bis das Treiben in Japan überhaupt seinen Anfang nimmt und von dort ausgehend nach nicht einmal einer Stunde auch schon wieder zum Ende findet.

Michel Muller als Huberts früherer Freund und Kollege Momo ergeht es da kaum besser und im Grunde fungiert er in seiner Funktion als Sidekick beinahe ausschließlich als Stichwortgeber und trägt kaum etwas zum Geschehen bei, wenn seinen Dialogzeilen auch anzumerken ist, dass hier gerne ein charmanter Witz transportiert worden wäre, der aber eist schon im Keim erstickt wird. Vor allem aber – und das habe ich seinerzeit ebenfalls nicht so aufgenommen – funktioniert die Kombination aus einem bewusst auf witzig getrimmten Actionfilm mit dem tragischen Tod der Mutter beziehungsweise früheren Geliebten nur leidlich gut und die Diskrepanz zwischen traurig-dramatischen Szenen und leichtfüßiger Bösewicht-Klopperei könnte kaum größer sein.

Szenenbild aus Wasabi - Ein Bulle in Japan | © Universum Film
© Universum Film

Es ist nicht so, dass Wasabi absolute Zeitverschwendung wäre oder ich ihn nicht ungeachtet der Wiederholungssichtung in guter Erinnerung behalten werde, doch angesichts der Alternativen macht es eigentlich keinen Sinn, hierfür anderthalb Stunden zu opfern, denn dafür ist das Gesamtergebnis zu unausgegoren, sind die Gags zu spärlich und die Action zu öde, auch wenn ich wie gesagt die Figur des Hubert Fiorentini noch immer mag, doch findet man Haudegen wie ihn ja nun einmal auch wie Sand am Meer, auch wenn sie dann nicht wie Jean Reno aussehen mögen.

Fazit & Wertung:

Gérard Krawczyks Wasabi – Ein Bulle in Japan hatte ich tatsächlich in weitaus besserer Erinnerung als sich der Film letztlich präsentiert, was in Anbetracht von ausnehmend platten Gags, einem kaum mehr als rudimentär zu bezeichnenden Plot und reichlich überzogener, aber nicht gerade einfallsreich inszenierter Action leider einen rundherum ungemein mittelmäßigen Film ergibt, dessen Unterhaltungswert mir damals weitaus höher schien.

5,5 von 10 beiläufig ausgeschalteten Yakuza-Schergen

Wasabi - Ein Bulle in Japan

  • Beiläufig ausgeschaltete Yakuza-Schergen - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

Gérard Krawczyks Wasabi – Ein Bulle in Japan hatte ich tatsächlich in weitaus besserer Erinnerung als sich der Film letztlich präsentiert, was in Anbetracht von ausnehmend platten Gags, einem kaum mehr als rudimentär zu bezeichnenden Plot und reichlich überzogener, aber nicht gerade einfallsreich inszenierter Action leider einen rundherum ungemein mittelmäßigen Film ergibt, dessen Unterhaltungswert mir damals weitaus höher schien.

5.5/10
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