Review: iLove: geloggt, geliked, geliebt (Film)

Und weil schon wieder Donnerstag ist, beehre ich euch heute wieder mit einer Film-Kritik, logischerweise nun wieder zu einem eher weniger bekannten Werk, aber die Mischung macht‘s ja bekanntlich. So, aber zum Schwätzen habe ich heute keine Zeit, weil der Arbeitstag schon lang genug war und ich auch jetzt noch einiges vorhabe, doch melde ich mich ja schon morgen wieder an dieser Stelle zu Wort.

iLove
geloggt, geliked, geliebt

A Case of You, USA 2013, 89 Min.

iLove: geloggt, geliked, geliebt | © EuroVideo
© EuroVideo

Regisseurin:
Kat Coiro
Autoren:
Christian Long
Justin Long
Keir O’Donnell

Main-Cast:
Justin Long (Sam)
Evan Rachel Wood (Birdie)
Sienna Miller (Sarah)
Keir O’Donnell (Eliot)
Busy Philipps (Ashley)
Peter Dinklage (Gerard)
Brendan Fraser (Tony)
in weiteren Rollen:
Sam Rockwell (Gary)
Vince Vaughn (Alan)

Genre:
Komödie | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus iLove: geloggt, geliked, geliebt | © EuroVideo
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Sam ist ein Autor, der sich mit dem Schreiben der Romanfassungen zu erfolgreichen und beliebten Filmen über Wasser hält, träumt aber seit ewigen Zeiten davon, selbst einen Roman zu schreiben, denn von kreativer Betätigung kann bei seinen Adaptionen kaum die Rede sein. Vor allem aber fällt es Sam schwer, etwas zu Papier zu bringen, da sein Leben von Stagnation beherrscht wird und er im Grunde recht wenig erlebt, außer tagein tagaus ins selbe Café zu pilgern und sich am Schreiben zu versuchen. Dort allerdings arbeitet auch die charmante und hübsche Birdie, in die sich Sam prompt verguckt, doch statt sie einfach anzusprechen und um ein Date zu bitten, folgt er dem Ratschlag seines Mitbewohners, zunächst ihre Facebook-Seite gründlich zu studieren und zum Mann ihrer Träume zu werden, woraufhin Sam beginnt, Gitarrenstunden zu nehmen und sich an der französischen Küche zu probieren, Kampfsport zu betreiben und genau die Bücher zu lesen, die er in Birdies Profil entdeckt. Schwierig wird die Sache eigentlich erst, als er Birdie wirklich näher kommt und sie sich mehr und mehr in sein Schein-Ich zu verlieben beginnt…

Rezension:

Aufmerksam geworden auf iLove bin ich zugegebenermaßen zunächst einmal aufgrund der Beteiligung von Sam Rockwell und kann nun im Nachgang behaupten, dass dies allein als Grund nicht reichen sollte, dem Film eine Chance zu geben, denn auch wenn der Film bis in die kleinsten rollen mit teils hochkarätigen Darstellern wie etwa auch Peter Dinklage gespickt sein mag, sind sie doch nur das Salz in der Suppe und geben dem Treiben ein wenig dringend benötigte Würze, wohingegen jeder für sich kaum die Gelegenheit bekommt, mehr aus seiner Rolle zu machen als den spleenigen Archetyp, den das Drehbuch im vorgibt. Das verwundert im Grunde aber überhaupt nicht, handelt es sich schließlich vorrangig um eine recht generische RomCom, die erwartungsgemäß stark auf die beiden Hauptfiguren fokussiert und alles Weitere bloße Staffage sein lässt, die lediglich zur Unterhaltung und Auflockerung beitragen darf. Macht so gesehen aber auch nicht viel, denn Justin Long, der mir ansonsten vorrangig aus kleineren Rollen wie etwa in Die Lincoln-Verschwörung bekannt ist und die wie schon in Across the Universe bezaubernde Evan Rachel Wood (die hier auch zumindest einmal kurz erneut ihr Gesangstalent unter Beweis stellen darf) verstehen es durchaus, den Film auch alleine zu stemmen.

Szenenbild aus iLove: geloggt, geliked, geliebt | © EuroVideo
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Der allerdings braucht eine gewisse Zeit, um wirklich in Fahrt zu kommen und gerade die ersten zwanzig Minuten – bei einer Laufzeit von nicht einmal anderthalb Stunden fällt das schon deutlich ins Gewicht – dümpelt das Geschehen doch arg vor sich hin. Spätestens mit einem stimmungsvoll in die Handlung gewobenen Kult-Pop-Song – in diesem Fall "Two Princes" von den Spin Doctors – nimmt das Geschehen an Fahrt auf und wird deutlich peppiger, zumal hier auch nach und nach genannte Gast-Stars wie eben Rockwell, Dinklage oder auch Brendan Fraser in Erscheinung treten und dem Ganzen – jeder für sich – einen Hauch anarchischen Humors verleihen. Überraschungen sucht man in iLove aber natürlich dennoch vergeblich und wer meint, ich würde spoilern, wenn ich verrate, dass der Junge am Ende das Mädchen bekommt, der braucht sich mit dieser Art Film gar nicht erst auseinanderzusetzen. Immerhin charmant gemacht ist die Chose durchaus, wobei man sich den selten dämlichen "deutschen" Titel iLove: geloggt, geliked, geliebt mal wieder hätte schenken können, denn anders als der deutlich unverfänglichere Originaltitel A Case of You suggeriert der nun, es handele sich um eine extrem hippe Social-Media-Generation-Romcom, was abgesehen von dem Studieren des Facebook-Profils eben nun überhaupt nicht zutrifft.

Überhaupt könnte man iLove mit ein bisschen bösem Willen durchaus ankreiden, ganz ganz üblen Rollenklischees entsprechen zu wollen, denn während sich der gescheiterte Schriftsteller allein aufgrund von Birdies Äußerem zu ihr hingezogen fühlt und schnell klar wird, dass er mit ihren Interessen und Hobbies herzlich wenig anzufangen weiß, was ihn nicht weiter daran hindert, sie für die Frau seiner Träume zu halten, propagiert der Film über weite Strecken hinweg eben auch, dass es okay und richtig wäre, sich selbst zu verbiegen und zu verleugnen, wobei immerhin dieses zunehmend weniger nachvollziehbar werdende Vorgehen seitens Sam gegen Ende in einer wunderbaren Szene aufgebrochen wird, wenn er mit seinem Verleger über das aus der gemeinsamen Zeit mit Birdie entstandene Buch diskutieren möchte, denn der interpretiert den Roman gänzlich anders, als Sam dies wohl beabsichtigt hatte.

Szenenbild aus iLove: geloggt, geliked, geliebt | © EuroVideo
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Alles in allem ist iLove aber ein durchaus leichtfüßiger und unterhaltsamer Spaß mit einigen netten Ideen und einem grundsympathischen Cast, doch hätten der Story ein paar mehr Ideen und ein wenig mehr Tiefe durchaus gutgetan, denn so hat man häufig das Gefühl, dass die Geschichte entweder überhaupt nicht vorankommt oder andererseits gehetzt wirkt und sich schier überschlägt, was man mit ein wenig mehr Laufzeit durchaus sinnvoller hätte timen können, um das Endergebnis etwas runder wirken zu lassen. Wer aber die Darstellerinnen und Darsteller mag, einer kurzweiligen wie oberflächlichen Romcom zuweilen etwas abgewinnen kann, der sollte hier durchaus vergnügliche anderthalb Stunden verleben können, auch wenn das Endergebnis spürbar hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und man insbesondere aus den großartig besetzten Nebenrollen noch weitaus mehr hätte herausholen können.

Fazit & Wertung:

Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten mustert sich iLove: geloggt, geliked, geliebt recht schnell zum locker-leichten Feel-Good-Movie, das zuvorderst mit seinen spleenigen Charakteren zu bestechen versucht, worunter allerdings die eher überraschungsarme Haupthandlung zuweilen leidet, doch für nicht einmal neunzig Minuten Laufzeit bietet der Film genügend Kurzweil, um bei Laune zu halten, doch hätte man aus der Prämisse zugegebenermaßen deutlich mehr machen können als hier geschehen. Und so ist es am Ende doch die illustre Riege an Gast-Stars, die ihm noch ein Quäntchen mehr Esprit verleihen.

6,5 von 10 Status-Updates

iLove: geloggt, geliked, geliebt

  • Status-Updates - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten mustert sich iLove: geloggt, geliked, geliebt recht schnell zum locker-leichten Feel-Good-Movie, das zuvorderst mit seinen spleenigen Charakteren zu bestechen versucht, worunter allerdings die eher überraschungsarme Haupthandlung zuweilen leidet, doch für nicht einmal neunzig Minuten Laufzeit bietet der Film genügend Kurzweil, um bei Laune zu halten, doch hätte man aus der Prämisse zugegebenermaßen deutlich mehr machen können als hier geschehen. Und so ist es am Ende doch die illustre Riege an Gast-Stars, die ihm noch ein Quäntchen mehr Esprit verleihen.

6.5/10
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