Review: Aloha – Die Chance auf Glück (Film)

Heute mal nicht ganz so spät wie ihr es vielleicht aus der letzten Zeit schon von mir gewohnt seid, liefere ich pflichtschuldig eine weitere Film-Kritik ab, wobei es jetzt gerne einmal wieder Filme sein dürften, die mich mehr zu begeistern wissen, als es diese Woche der Fall gewesen ist.

Aloha
Die Chance auf Glück

Aloha, USA 2015, 105 Min.

Aloha - Die Chance auf Glück | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Cameron Crowe
Autor:
Cameron Crowe

Main-Cast:

Bradley Cooper (Brian Gilcrest)
Emma Stone (Allison Ng)
Rachel McAdams (Tracy Woodside)
Bill Murray (Carson Welch)
John Krasinski (John ‚Woody‘ Woodside)
Danny McBride (Colonel ‚Fingers‘ Lacy)
Alec Baldwin (General Dixon)

Genre:
Komödie | Drama | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Aloha - Die Chance auf Glück | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Nach Jahren in der Ferne kehrt der Militärberater Brian Gilcrest in seine frühere Wahlheimat Hawaii zurück, um dort im Auftrag des Milliardärs Carson Welch den Start eines Satelliten zu überwachen. Um aber Gilcrest im Auge zu behalten, dem niemand so recht über den Weg traut, was seine ehemaligen Kameraden vom Militär mit einschließt, stellt man ihm die paragrafentreue Kampfpilotin Alison Ng zur Seite. Doch während sich Gilcrest und Ng anfänglich mit professioneller Distanz begegnen, wissen sie sich alsbald füreinander einzunehmen und kommen sich langsam näher. Dabei ist die Situation für Brian nicht nur dahingehend kompliziert, dass auf Hawaii auch noch seine einstmals große Liebe Tracy residiert, die er vor dreizehn Jahren dort hat sitzenlassen, sondern auch, dass sein Auftraggeber Welch noch ganz andere Ziele verfolgt, die es tunlichst vor den Beteiligten der Operation zu verbergen gilt…

Rezension:

Nachdem sich Cameron Crowe vor vielen Jahren mit Almost Famous in mein Herz gespielt und mit Vanilla Sky einen meiner Lieblingsfilme zu verantworten hat – auch wenn es sich zugegebenermaßen "nur" um ein Remake handelte – kam ich nicht umhin, mir nun endlich auch Aloha: Die Chance auf Glück anzusehen, auch wenn ich um die vielen schlechten Kritiken wusste und meine Erwartungen folglich schon im Vorfeld ein wenig gedämpft worden sind. Und ja, Crowes neuester Film hat seine Schwächen und kommt nicht einmal annähernd an seine filmischen Glanzmomente heran, doch dank sympathischer Darsteller hatte ich durchaus meinen Spaß und der Film seine Momente, doch krankt er mitunter sehr daran, so dermaßen viele Aspekte unter einen Hut bekommen zu wollen.

Szenenbild aus Aloha - Die Chance auf Glück | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

So hätte die Chose als reines, leichtfüßiges Beziehungs- und Selbstfindungs-Drama weitaus besser funktioniert, doch schien dies Crowe nicht zu genügen, weshalb er noch den militärischen Subplot in die Handlung zu flechten müssen meinte und die ist wirklich grenzwertig missraten, zumal hier vieles nicht ausformuliert wird und ich zuweilen regelrecht Mühe hatte, zu verstehen, was überhaupt gerade in dieser Hinsicht passiert und wer hier wen womit übers Ohr haut. Nicht minder problematisch ist aber auch das nicht von der Hand zu weisende Whitewashing, über das ich mich tatsächlich sonst noch nie ausgelassen habe, doch wenn beinahe die gesamte Bevölkerung von Hawaii aus hellhäutigen Amerikanern zu bestehen scheint, ist das schon mehr als auffällig und die von Emma Stone verkörperte Figur mit angeblich hawaiianischen Wurzeln tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Versteht mich nicht falsch, Emma Stone (Irrational Man) ist großartig und ich freue mich jedes Mal, einen Film mit ihrer Beteiligung zu sehen, doch passte sie einfach nicht zur Rolle, wie Cameron Crowe im Nachgang sogar selbst eingeräumt hat, derweil sie ansonsten eine gewohnt tolle Figur macht.

Allerdings muss man auch sagen, dass der Charme von Emma Stones Figur einzig Emma Stone anzurechnen ist, denn gerade ihre Rolle wirkt doch in ihrer sprunghaften Entwicklung reichlich inkonsistent und wenig nachvollziehbar, derweil sie zumindest im Zusammenspiel mit Bradley Cooper (Silver Linings) brilliert, der hier der Hauptfigur Gesicht und Stimme leihen darf, als zynischer Kerl mit obligatorischer Geheimniskrämerei aber auch nicht unbedingt den Sympathieträger par excellence geben darf. So funktionieren viele Szenen für sich genommen ausnehmend gut und die Chemie scheint zu stimmen, derweil eine wortlose Konversation zwischen Coopers und Krasinskis Figur zu den heimlichen Highlights des Streifens zählt und mir lange im Gedächtnis bleiben wird, doch in der Gesamtheit wirkt das Drehbuch doch ausgemacht hanebüchen und wie schlecht zusammengeschustert.

Szenenbild aus Aloha - Die Chance auf Glück | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Daran kann dann auch der spleenige Auftritt von Bill Murray, der schon für Zombieland gemeinsam mit Stone vor der Kamera stand, nicht mehr viel ändern und auch Alec Baldwin (Mission: Impossible – Rogue Nation) in seiner Paraderolle als griesgrämiger Militär ist kaum mehr als ein augenzwinkerndes Cameo, während sich Crowe spürbar darum bemüht, den Zauber von Hawaii begreiflich zu machen, in den meisten Fällen aber scheitert, schlicht, weil er sich mit fortschreitender Laufzeit mehr und mehr in dem gewollt auf Drama und Tragik getrimmten, geschichtlichen Wirrwarr verheddert, dessen es nicht gebraucht hätte, um aus Aloha einen richtig schönen Film zu machen, der dann vielleicht mit dem Stempel "RomCom" hätte leben müssen, in diesem Kontext aber weit überzeugender gewesen wäre. So ist es neben Stones inkonsistenter und Coopers unzugänglicher Figur ausgerechnet der Charakter von Rachel McAdams (Spotlight), die ich früher einmal gar nicht so sehr mochte, die dem Ganzen eine gewisse Erdung und Glaubwürdigkeit verleiht, weshalb es mir schlussendlich auch beinahe gelungen wäre, all die misslungenen Aspekte des Streifens in den Hintergrund rücken zu lassen und mich nur an die wunderschönen Szenen und die mystische Aura von hawaiianischer Folklore zu erinnern; aber eben nur beinahe, wohlgemerkt.

Fazit & Wertung:

So sehr ich Cameron Crowe als Regisseur auch schätze, schafft er es mit Aloha: Die Chance auf Glück – für dessen Drehbuch er ebenfalls verantwortlich zeichnet – in kaum einer Weise, den Zauber von Hawaii zu beschwören und ergeht sich stattdessen in einer zunehmend verworrener werdenden und kruder wirkenden Story, die auf Biegen und Brechen den Spagat zwischen allerlei Genres hinzulegen versucht, dabei aber in beinahe jeglicher Hinsicht auf der Strecke bleibt. Das Charisma der Besetzung und die wunderschöne Kulisse sorgen da immerhin noch für gnädige Sympathiepunkte.

5,5 von 10 hawaiianischen Volksmärchen

Aloha: Die Chance auf Glück

  • Hawaiianische Volksmärchen - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

So sehr ich Cameron Crowe als Regisseur auch schätze, schafft er es mit Aloha: Die Chance auf Glück – für dessen Drehbuch er ebenfalls verantwortlich zeichnet – in kaum einer Weise, den Zauber von Hawaii zu beschwören und ergeht sich stattdessen in einer zunehmend verworrener werdenden und kruder wirkenden Story, die auf Biegen und Brechen den Spagat zwischen allerlei Genres hinzulegen versucht, dabei aber in beinahe jeglicher Hinsicht auf der Strecke bleibt. Das Charisma der Besetzung und die wunderschöne Kulisse sorgen da immerhin noch für gnädige Sympathiepunkte.

5.5/10
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Aloha – Die Chance auf Glück ist am 17.02.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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