Review: Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte (Graphic Novel)

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und deshalb beginne ich das neue Jahr, nachdem ich hinsichtlich Reviews mit einer Graphic Novel geendet habe, wieder mit einer ebensolchen und einer ganz tollen, ungewöhnlichen und lohnenswerten noch dazu!

Dark Night
Eine wahre Batman-Geschichte

Dark Night – A True Batman Story, USA 2016, 132 Seiten

Dark Night - Eine wahre Batman-Geschichte | © Panini
© Panini

Autor:
Paul Dini
Zeichner:
Eduardo Risso

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98965-9

Genre:
Autobiografie | Drama

 

Inhalt:

Paul Dini, einer der erfolgreichsten Comic-Autoren und seines Zeichens Schöpfer von Harley Quinn, setzte in unzähligen Geschichten den Dunklen Ritter in Szene und heimste zahlreiche Preise ein. In Dark Night widmet sich Dini allerdings nicht nur seinem Werdegang und seiner lebenslangen Beziehung zu Batman, sondern insbesondere dem wohl dunkelsten Kapitel seines Lebens, denn 1993 wurde Dini Opfer eines brutalen Angriffs und musste lange Zeit darum kämpfen, seinen Weg zurück in den Alltag zu finden, wobei niemand Geringeres als Batman selbst ihm dabei geholfen hat, die seelischen Folgen des Angriffs zu verarbeiten…

Rezension:

Fernab meiner Marvel-Euphorie widme ich mich bekanntermaßen ja gerne auch mal ab und an einer Batman-Geschichte, während ich es lange aufgegeben habe, die regulären Heftserien stetig zu verfolgen, doch Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte ist sowieso ein ganz anderes Kaliber, denn es handelt sich mitnichten um eine Batman-Story im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr um die Biografie von Comic-Kultautor Paul Dini, der eine sehr persönliche Geschichte erzählt. Selbiger wurde nämlich im Jahr 1993 Opfer eines brutalen Überfalls und schildert nun in diesem Band, wie er es dank Batman geschafft hat, mit den seelischen Folgen dieses Übergriffs fertig zu werden und was sich vielleicht zunächst reichlich profan und vielleicht merkwürdig anhört, erzählt Dini mit derartigem Gespür, dass es eine wahre Freude ist, auch wenn er sich zugegebenermaßen reichlich Zeit lässt, zu dem eigentlichen Aufhänger der Geschichte zu gelangen, womit er einige kleinere Längen nicht umschifft, doch ist das nur ein kleiner Makel in einer ansonsten ungemein lohnenswerten und zutiefst emotionalen Geschichte.

Ausschnitt aus Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte | © Panini
© Panini

So schildert Dini in den ersten Kapiteln seine Kindheit und seine schon immer überbordende Fantasie, die ihm auch die Job-Wahl quasi aus der Hand genommen hat. Dabei lässt sich Dini von Zeichner Eduardo Risso selbst innerhalb der Geschichte in Szene setzen und schildert seine Biografie als eine Art Pitch, inklusive Storyboards, Erörterungen und allem was dazu gehört, was für sich genommen schon einen interessanten Kniff darstellt, doch davon abgesehen sprechen eben auch mehr als einmal illustre Gestalten aus dem DC- beziehungsweise Batman-Universum zu ihm und wie zu erwarten tritt auch der Dunkle Ritter selbst in Erscheinung, insbesondere nach besagtem Unfall, um Dinis Comic-Alter Ego zu maßregeln, sein Leben wieder in die Spur zu bekommen. Doch neben Dini darf man auch Zeichner Risso loben, dem es gelingt, innerhalb der Geschichte unterschiedlichste Stilrichtungen gekonnt zu vermischen und für jede Episode und Rückblende den richtigen Ton zu finden, weshalb ich anfänglich auch dachte, es wären doch mindestens eine Handvoll Zeichner beteiligt gewesen, was schon viel aussagen dürfte.

Am interessantesten aber mag das Finale sein, wenn man es denn so nennen darf, denn hier stellt sich Dini seinen inneren Dämonen und lässt sich ungemein unangenehme Fragen auftischen, was in Anbetracht der persönlichen Note von Dark Night schon eine gehörige Portion Mut erfordert, einem eben aber auch die Person hinter der Geschichte spürbar näherbringt. Nun muss ich zugeben, dass mir der Name Paul Dini zuvor kaum ein Begriff war und ich beispielsweise nicht wusste, dass er der Schöpfer der Figur der Harley Quinn ist, einfach, weil ich im DC-Kosmos nicht so zu Hause bin und mich generell auf dem Comic-Sektor nur halb so gut auskenne wie beispielsweise bei Filmen, doch trotz dieser Unkenntnis hat sich dieser Band enorm gelohnt und nichts an Spannung eingebüßt, weshalb ich ihn auch jedem Interessierten vorbehaltlos empfehlen kann.

Ausschnitt aus Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte | © Panini
© Panini

Einzig im Klaren darüber sollte man sich sein, dass man eben keine klassische Superheldengeschichte serviert bekommt und die teils drastischen Bilder und Schilderungen nun eben nicht für ein junges Publikum geeignet scheinen, doch mit diesem Wissen allein kann man schließlich entscheiden, ob es sich lohnt, bei Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte einen Blick zu riskieren. Die lobenden Worte von unter anderem Neil Gaiman (American Gods) – dessen Schöpfung Morpheus aus Sandman hier ebenfalls einen Auftritt hat – oder Mark Hamill als langjährige Stimme des Jokers treffen es daher auf den Punkt, dass es Dini gelungen ist, eine autobiografische Geschichte zu erzählen, die sich der bekannten Comic-Ikonen bedient, um seinen seelischen Zustand zu verdeutlichen und zu hinterfragen, die vor allem aber für sich genommen ein regelrechtes Meisterwerk geworden ist.

Fazit & Wertung:

Mit Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte legt Paul Dini eine eindrucksvolle und zutiefst emotional geschilderte, vor allem aber außerordentlich mutige Autobiografie vor, in deren Fokus mitnichten er selbst, sondern vielmehr Batman steht und dessen Rolle dabei, Dini nach einem traumatisierenden Überfall ins Leben zurückzuführen. Ein Kleinod der Neunten Kunst, das zu lesen man nicht verpassen sollte!

9,5 von 10 Erzählungen aus dem Leben Paul Dinis

Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte

  • Erzählungen aus dem Leben Paul Dinis - 9.5/10
    9.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte legt Paul Dini eine eindrucksvolle und zutiefst emotional geschilderte, vor allem aber außerordentlich mutige Autobiografie vor, in deren Fokus mitnichten er selbst, sondern vielmehr Batman steht und dessen Rolle dabei, Dini nach einem traumatisierenden Überfall ins Leben zurückzuführen. Ein Kleinod der Neunten Kunst, das zu lesen man nicht verpassen sollte!

9.5/10
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Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte ist am 15.11.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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