Review: Die Unfassbaren 2 – Now You See Me (Film)

Und schon wird es wieder allerhöchste Zeit für die nächste Film-Review, nachdem heute Morgen der erste Artikel aus der Reihe "Happy Birthday" erschienen ist, der bisher durchaus regen Anklang gefunden hat, was mich in der Grundidee des Ganzen bestärkt, zumal ich dadurch alte Portraits wie auch längst auf den hinteren Seiten verschwundene, ältere Film-Kritiken dadurch erneut ins Bewusstsein zerren kann. Jetzt aber widmen wir uns dem heutigen Film und hiernach versuche ich wieder, termingerecht meine Lektüre zu beenden, um morgen wieder über ein Buch tratschen zu können.

Die Unfassbaren 2
Now You See Me

Now You See Me 2, USA/CN/UK/CA 2016, 129 Min.

Die Unfassbaren 2 - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Regisseur:
Jon M. Chu
Autor:
Ed Solomon

Main-Cast:

Jesse Eisenberg (J. Daniel Atlas)
Mark Ruffalo (Dylan Rhodes)
Woody Harrelson (Merritt McKinney / Chase McKinney)
Dave Franco (Jack Wilder)
Daniel Radcliffe (Walter Mabry)
Lizzy Caplan (Lula)
Jay Chou (Li)
Sanaa Lathan (Deputy Director Natalie Austin)
Michael Caine (Arthur Tressler)
Morgan Freeman (Thaddeus Bradley)

Genre:
Krimi | Mystery | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Die Unfassbaren 2 - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Es ist einige Zeit vergangen, dass FBI-Agent Dylan Rhodes – eigentlich Mitglied des geheimen Magier-Ordens "Das Auge" – seinen neuen Schutzbefohlenen, dem Illusionskünstler J. Daniel Atlas, dem Hypnotiseur Merritt McKinney und dem Kartentrickser Jack Wilder (sowie Henley, die die Truppe mittlerweile verlassen hat), die Existenz der Organisation offenbart hat und seither warten die Begabten auf eine neue Mission, während insbesondere Atals zunehmend unruhiger wird und an den Anführer-Qualitäten von Rhodes zu zweifeln beginnt. Schlussendlich trudelt aber nicht nur eine neue Mission ins Haus, sondern ebenso ein Neuzugang mit Namen Lula, mit der gemeinsam es einen Silicon-Valley-Guru auffliegen zu lassen, doch entpuppt sich der Auftrag bald als perfide Falle und die "Vier Reiter" finden sich unvermittelt im fernen Macao wieder, wo Milliardär und Exzentriker Walter Mabry sie bereits sehnsuchtsvoll erwartet und seinerseits einen Job für die begabten Magier und Teilzeit-Gauner hat…

Rezension:

Ich war ja seinerzeit von Die Unfassbaren – Now You See Me ziemlich begeistert und konnte mich trotz vorhandener logischer Lücken gänzlich in der magisch angehauchten Mixtur aus Abenteuer- und Kriminal-Geschichte vortrefflich verlieren, weshalb ich voller Vorfreude nun auch auf Die Unfassbaren 2 – Now You See Me einen Blick werfen musste, zumal es tatsächlich gelungen ist, beinahe die gesamte Darsteller-Riege wieder vor die Kamera zu bekommen, derweil das Fehlen der von Isla Fisher gespielten Henley zumindest rudimentär aufgegriffen wird und Lizzy Caplan zum Glück mit Lula eine gänzlich neue Figur verkörpert, der man aber natürlich trotzdem anmerkt, dass sie als Ersatz zu fungieren hat, was in den übertrieben komisch angelegten Szenen nicht immer ganz funktioniert. Nichtsdestotrotz bot sich nach den finalen Offenbarungen des ersten Teils eine Fortsetzung ja durchaus an und ich war gespannt, was nun mit den "Vier Reitern" passieren möge, letztlich dann leider auch enttäuscht, denn aus der Idee der Geheimorganisation weiß man zunächst erschreckend wenig zu machen, während auch Mark Ruffalos (Spotlight) Figur trotz einiger guter Szenen nicht annähernd so markant und blitzgescheit daherkommt wie noch im Vorgänger.

Szenenbild aus Die Unfassbaren 2 - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

Kurz und knapp, dramaturgisch rumpelt und ruckelt es bei Die Unfassbaren 2 durchaus an der einen oder anderen Stelle und in letzter Konsequenz ist auch Daniel Radcliffes (Kill Your Darlings) Rolle weitestgehend verschenkt, denn irgendwie macht er als großer Widersacher nun nicht gerade die furchterregendste Figur und bekommt auch nur eine sehr stereotype Biografie und Motivation spendiert, so dass er sich einzig auf das exzentrische Ausspielen seiner Figur verlegen kann, wobei er hier harte Konkurrenz von Woody Harrelson (True Detective) bekommt, der diesmal nicht nur Merritt McKinney, sondern auch dessen bösen Zwillingsbruder Chase verkörpern darf. Ansonsten steht einmal mehr Jesse Eisenbergs (Zombieland) J. Daniel Atlas im Vordergrund und lehnt sich vermehrt gegen die Doktrinen und Vorschriften des Magier-Geheimbundes "Das Auge" auf, derweil Harrelson wie auch Dave Franco (Warm Bodies) als Jack Wilder weiterhin spürbar zweite Geige spielen, andererseits immerhin nicht ins Hintertreffen zu geraten drohen.

Ansonsten wirkt die Story zuweilen doch recht zusammengeschustert, vermag dank markiger One-Liner und gewohnt schnittiger Inszenierung aber immerhin durchweg zu unterhalten, obwohl der Aha-Effekt des ersten Teils zu keinem Zeitpunkt annähernd erreicht wird und in dieser Hinsicht hätte ich mir ein wenig mehr Mut bei den Autoren gewünscht, nicht lediglich einen Aufguss des ersten Teils unter geänderten Vorzeichen abzuliefern, denn neu und frisch ist hier einzig die quirlige Art von Lula und ihr teils bitterböser Humor, der das Geschehen noch ein wenig mehr in Richtung Komik rückt als dies zuvor der Fall war, wobei sie sich ansonsten erstaunlich gut in den Reigen fügt. Schön immerhin auch, dass selbst Morgan Freeman (Lucy) und Michael Caine (Kingsman: The Secret Service) in ihren Rollen zurückkehren, was Die Unfassbaren 2 trotz des Umstandes, dass zwischen den Filmen und anscheinend auch im filmischen Universum gute drei Jahre vergangen sind, beide Teile doch durchaus wie aus einem Guss wirken, wohingegen sich die letzten Neuzugänge beim Cast, Jay Chou sowie Sanaa Lathan kaum zu profilieren wissen.

Szenenbild aus Die Unfassbaren 2 - Now You See Me | © Concorde
© Concorde

So krankt Die Unfassbaren 2 in meinen Augen vorrangig daran, einerseits aus der so spannenden Grundidee der "Das Auge" genannten Geheimorganisation so herzlich wenig gemacht zu haben, andererseits auch bei den Tricks und Auftritten nicht auf echte Neuerungen zu setzen und so trotz des opulenteren Aufbaus nie die Magie des ersten Teils zu erreichen, bei dem die "Vier Reiter" durchweg noch zu brillieren wussten und auch deutlich markigere Gegenspieler vorgesetzt bekommen haben, als dies hier der Fall war. Vor allem aber schielt man hier natürlich noch mehr als beim ersten Teil auf die Fortsetzung des Franchise, denn Die Unfassbaren 3 ist längst für voraussichtlich nächstes Jahr in Planung und mit diesem Gedanken im Hinterkopf scheint sich hier gegen Ende doch ein wenig zu viel genauso zu fügen, wie es für eine weitere Fortsetzung nötig ist, was dem ansonsten nicht so inspirierten, aber nicht minder gut aufgelegten Aufbau der Chose noch zusätzlich Wasser abgräbt. Ich hatte durchaus meinen Spaß bei Die Unfassbaren 2 und er fällt nicht so weit hinter seinem Vorgänger zurück, wie zu befürchten gestanden hätte, verschenkt dennoch aber viele Möglichkeiten und weiß wie gesagt ausgerechnet mit dem großartigen Mark Ruffalo – abgesehen von einer ziemlich cool inszenierten Auseinandersetzung – herzlich wenig anzufangen. Auch den dritten Teil werde ich mir aber ohne Zweifel ansehen, denn allein der Esprit, den das Ensemble trotz aller Auslassungen und Fehltritte versprüht, macht es die Sache wert und vielleicht weiß der nächste Regisseur nach Louis Leterrier und nun eben Jon M. Chu wieder mehr aus der Sache zu machen, wobei das Drehbuch in beiden Fällen von Ed Solomon stammt, was verwundert, denn der Grundton beider Filme unterscheidet sich doch auffallend stark wie ich meine, doch um in dieser Hinsicht Gewissheit zu bekommen, werde ich wohl um eine Wiederholungssichtung des ersten Teils nicht herumkommen.

Fazit & Wertung:

Der diesmal unter der Regie von John M. Chu entstandene Die Unfassbaren 2 – Now You See Me hat leider erwartungsgemäß gehörig mit den Problemen zweiter Teile zu kämpfen, wirkt in manchen Phasen redundant, in anderen zu gewollt größer, opulenter, bombastischer und gibt sich beispielsweise nicht einmal mehr die Mühe, die Tricks der "Vier Reiter" noch großartig zu erklären, derweil sich die Geschichte in vielen Punkten wiederholt, statt stimmig vorangebracht zu werden. Dank des ausgesuchten Ensembles und noch immer augenzwinkerndem Witz macht die Chose aber dennoch Spaß, wenn man sich nicht über die vielen Logik-Lücken aufzuregen genötigt sieht.

7 von 10 nicht zu durchschauenden Magier-Kunststücken

Die Unfassbaren 2 - Now You See Me

  • Nicht zu durchschauende Magier-Kunststücke - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Der diesmal unter der Regie von John M. Chu entstandene Die Unfassbaren 2 – Now You See Me hat leider erwartungsgemäß gehörig mit den Problemen zweiter Teile zu kämpfen, wirkt in manchen Phasen redundant, in anderen zu gewollt größer, opulenter, bombastischer und gibt sich beispielsweise nicht einmal mehr die Mühe, die Tricks der "Vier Reiter" noch großartig zu erklären, derweil sich die Geschichte in vielen Punkten wiederholt, statt stimmig vorangebracht zu werden. Dank des ausgesuchten Ensembles und noch immer augenzwinkerndem Witz macht die Chose aber dennoch Spaß, wenn man sich nicht über die vielen Logik-Lücken aufzuregen genötigt sieht.

7.0/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Die Unfassbaren 2 – Now You See Me ist am 27.12.16 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Concorde erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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