Review: Into the Badlands | Staffel 1 (Serie)

Auch heute ist es zwar etwas später geworden, doch habe ich mir ja fest vorgenommen, endlich meine Altlasten abzuarbeiten und immerhin ist die heutige Serie ja auch ab 18 Jahre, da passt es ja schon beinahe, dass mein Artikel erst abends online geht.

Into the Badlands
Staffel 1

Into the Badlands, USA 2015-, ca. 42 Min. je Folge

Into the Badlands | © AMC
© AMC

Serienschöpfer:
Alfred Gough
Miles Millar
Showrunner:
Alfred Gough
Miles Millar

Main-Cast:
Daniel Wu (Sunny)
Orla Brady (Lydia)
Sarah Bolger (Jade)
Aramis Knight (M.K.)
Emily Beecham (The Widow)
Oliver Stark (Ryder)
Madeleine Mantock (Veil)
Ally Ioannides (Tilda)
Marton Csokas (Quinn)
in weiteren Rollen:
Ellen Hollman (Zypher)
Benjamin Papac (Bale)
Stephen Lang (Waldo)
Edi Gathegi (Jacobee)
Lance Henriksen (Penrith)
Lance E. Nichols (River King)

Genre:
Action | Abenteuer | Endzeit | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Die ferne Zukunft: Die Gesellschaft, wie wir sie kannten, existiert längst nicht mehr und in den sogenannten Badlands hat sich ein Feudalsystem herausgebildet, dass der Herrschaft von sieben Baronen untersteht, welche die Ländereien unter sich aufgeteilt haben und einem brüchigen Frieden nachhängen, derweil sich die Barone untereinander zu übervorteilen versuchen. Der mächtigste dieser Barone ist Quinn und an seiner Seite steht Sunny, ein regelrechter Todeskämpfer, in den Badlands Clipper genannt, die die Ländereien ihrer Barone vor Übergriffen durch Wegelagerer und Plünderer schützen. Eines Tages begegnet Sunny dem jungen M.K., der als einziger ein blutiges Massaker an einer Schar Zivilisten überlebt hat und beschließt, ihn als Colt – die Vorstufe der Clipper – zu seinem Baron zu bringen und unter seine Fittiche zu nehmen, obwohl Sunny selbst schon lange an dem eingeschlagenen Weg zweifelt und plant, die Badlands gemeinsam mit seiner heimlichen Freundin Veil – der Ärztin der Baronie – zu verlassen.

Doch die Badlands sind kein sicheres Pflaster – wie der Name schon suggeriert – und ganz davon abgesehen, dass kein Weg hinauszuführen scheint, nimmt der Konflikt zwischen Baron Quinn und der sogenannten Witwe immer brutalere Ausmaße an und folglich ist Sunny als Quinns oberster Clipper und Regent mehr gefordert denn je, derweil sich herausstellt, dass M.K. mitnichten der normale Junge ist, für den in Sunny anfänglich gehalten hat. Waren die Badlands noch nie ein guter Ort zum Leben, wird die Luft für Sunny und seinen Schutzbefohlenen ob der neuen Konflikte zunehmend dünner…

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Rezension:

Widmen wir uns heute mal wieder einer AMC-Serie, auf die ich dank Amazon Prime schon vor geraumer Zeit gestoßen bin und bei dir ich schlicht weg nur nicht die Zeit gefunden habe, eine entsprechende Review zu verfassen, obwohl mir der Ausflug Into the Badlands ausnehmend gut gefallen hat und die erste Staffel mit ihren gerade einmal sechs Folgen mir folglich viel zu kurz war, denn nach deren Abschluss kann man lediglich erahnen, was Serienschöpfer und Showrunner Alfred Gough und Miles Millar (die auch gleich noch für sämtliche Drehbücher verantwortlich zeichnen) mit der Welt noch vorhaben, auf die man hier im Grunde lediglich einen ersten zaghaften Blick werfen darf. Im Übrigen ist allein der Ansatz, eine postapokalyptische Martial-Arts-Serie zu produzieren für mich so neu, frisch und unverbraucht gewesen, dass die Serie bereits Vorschusslorbeeren bekommen hat, die – wie sich später zeigen sollte – zum Glück keineswegs unberechtigt waren, denn die Mischung aus endzeitlichem Flair und buchstäblich martialischen Kämpfen geht wirklich grandios gut auf, derweil man in punkto Action kaum etwas Besseres serviert bekommen könnte als das, was die Serie zu bieten imstande ist.

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Freilich merkt man der Story diesen Fokus auf Kampfhandlungen zuweilen auch an und allein die Laufzeit einer Folge betreffend wird doch ein immenser Anteil daran kämpfend, springend und mordend verbracht, weshalb man sich auch nicht wundern braucht, wo denn das Budget geblieben sein mag bei Into the Badlands, denn die großartigen Choreos, die effektreichen Kämpfe, die bestechenden Zeitlupen-Sequenzen sprechen da eine mehr als deutliche Sprache. Entsprechend karg wirkt ansonsten aber die Landschaft und hier wäre sicherlich mehr drin gewesen, wobei ein Großteil der Handlung auf den Hof eines der sieben Barone fokussiert und der wird schon recht ansprechend in Szene gesetzt, so dass man sich alsbald ein recht gutes Bild davon zu machen versteht, wie die Ländereien aufgebaut sind und welche Ausmaße sie besitzen, ohne dass dafür Kamerarundflüge oder dergleichen vonnöten wären. Nichtsdestotrotz wünsche ich mir natürlich von der Fortsetzung, dass man hier ein wenig mehr geboten bekommt als karge Landschaften und einige ausgewählte Anwesen und Räumlichkeiten, doch ist das nur ein kleines Manko bei einer ansonsten einwandfrei und überzeugend produzierten Serie, die so erfrischend anders daherkommt als viele andere Produktionen und sich dabei des klassischen Themas der chinesischen Saga Die Reise nach Westen aus einer gänzlich ungewohnten Richtung nähert.

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Ansonsten folgt Into the Badlands recht generischen Mustern und ist auch um Klischees und Stereotypen kaum verlegen, wenn man sich allein die prekäre Beziehung zwischen Baron Quinn und dessen Sohn Ryder besieht, der als impulsiver Hitzkopf nie den Ansprüchen seines Vaters hat genügen können und darauf drängt, endlich den Platz einnehmen zu können, der ihm seines Erachtens nach von Rechts wegen zusteht. Nichtsdestotrotz gerät auch dieser Part der Handlung nie so aus der Spur, dass man ihn nicht mehr für voll nehmen könnte, zumal Quinn von niemand Geringerem als Marton Csokas (Abraham Lincoln Vampirjäger) gespielt wird, der als herrisches Oberhaupt eine tolle Figur macht und in den gerade einmal sechs Folgen zudem eine interessante Entwicklung durchmacht. Ähnlich spannend, weil zunächst gänzlich unscheinbar wirkend, verhält es sich mit der Rolle der von Sarah Bolger (Die Tudors) gespielten Jade, denn während sie anfangs als naives nettes Mädchen daherkommt, offenbart ihre Figur alsbald Tiefen und Schattenseiten, die sie zu einem glaubhaften und interessanten Charakter machen, der hoffentlich in der dankenswerterweise längst bestätigten zweiten Staffel weitere Berücksichtigung erfahren wird. Ergänzt wird das Ensemble zunächst noch durch die Witwe – gespielt von Emily Beecham – die ihren männlichen Kollegen in Sachen Kampfkunst, Stärke und Gewitztheit in nichts nachsteht und wieder einmal Paradebeispiel für eine starke Frauenfigur ist, ebenso wie die sechzehnjährige Tilda (Ally Ioannides), die unter den Fittichen der Witwe steht und sich im Verlauf der Handlung mit M.K. anfreundet.

Die eigentliche Geschichte aber fokussiert natürlich zunächst vorrangig auf den von Daniel Wu verkörperten Sunny, seines Zeichen Regent von Quinn und oberster Clipper der Baronie, der ganz zu Beginn von Into the Badlands auf den mysteriösen Jungen M.K. (Aramis Knight) trifft, dem – wie man recht bald erfährt – düstere magische Kräfte innewohnen. Auch das mag natürlich wieder Geschmackssache sein, doch als ich erkannte, dass hier neben dem endzeitlichen Aspekt und den großformatig angelegten Kampfszenen mit Faust und Schwert – Schusswaffen wurden schließlich vor Jahren von den Baronen aus den Badlands verbannt – auch noch ein Schuss Fantasy hinzugemischt worden ist, wuchs mir die Serie gleich noch ein wenig mehr ans Herz, zumal man es einerseits nicht damit übertreibt, andererseits die Chance nutzt, einen Hauch Mystery-Charme mitschwingen zu lassen, denn was es mit M. K. und seinen Kräften auf sich hat wird längst nicht abschließend behandelt und insbesondere die finale Folge Eine Hand voll Gift (1.06) gibt in dieser Hinsicht weitere Rätsel auf und endet zudem noch mit einem extrem fiesen, gleich doppelten Cliffhanger.

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Daher freue ich mich umso mehr, dass es noch in diesem Jahr weitergehen wird mit Sunny, M. K. und all den anderen, denn gemessen daran, dass man allein von den sieben herrschenden Baronen bisher nur einen Bruchteil getroffen hat, gibt es schon in dieser Hinsicht noch einiges zu erzählen. Trotz eines nicht von der Hand zu weisenden, trashigen Flairs handelt es sich bei Into the Badlands also vorrangig um eine durchaus überzeugende Drama-Serie, die ihren endzeitlichen wie auch fantastischen Elementen gesondert Rechnung trägt und damit in gerade einmal sechs Folgen nicht nur eine persönliche Note, sondern gleich eine ganz eigene Welt zu generieren imstande ist, der ich gerne in ihrem zweiten Jahr erneut einen Besuch abstatten werde.

Fazit & Wertung:

Die von Alfred Gough und Miles Millar ersonnene und inszenierte Serie Into the Badlands lässt sich am ehesten als postapokalyptisches Martial-Arts-Drama bezeichnen und hat damit bei mir einen Nerv getroffen, zumal sowohl die beinharte und raue Inszenierung als auch die vielschichtigen und interessanten Charaktere zu überzeugen wissen und die Story durch einen Hauch Fantasy noch zusätzlich gewinnt. Sicherlich darf man es hier mit der Logik und Kohärenz nicht zu genau nehmen und letztlich sind all diese Versatzstücke und deren Verquickung Geschmackssache, doch wer auf der Suche nach einer Serie mit endzeitlichem Flair ohne Zombies oder dergleichen ist und brachialen Kämpfen etwas abgewinnen kann, kommt hier ohne Frage auf seine Kosten.

8,5 von 10 brachialen Martial-Arts-Kämpfe

Into the Badlands | Staffel 1

  • Brachiale Martial-Arts-Kämpfe - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Die von Alfred Gough und Miles Millar ersonnene und inszenierte Serie Into the Badlands lässt sich am ehesten als postapokalyptisches Martial-Arts-Drama bezeichnen und hat damit bei mir einen Nerv getroffen, zumal sowohl die beinharte und raue Inszenierung als auch die vielschichtigen und interessanten Charaktere zu überzeugen wissen und die Story durch einen Hauch Fantasy noch zusätzlich gewinnt. Sicherlich darf man es hier mit der Logik und Kohärenz nicht zu genau nehmen und letztlich sind all diese Versatzstücke und deren Verquickung Geschmackssache, doch wer auf der Suche nach einer Serie mit endzeitlichem Flair ohne Zombies oder dergleichen ist und brachialen Kämpfen etwas abgewinnen kann, kommt hier ohne Frage auf seine Kosten.

8.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
Sende

Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Das Fort (8,5/10)
02. Faust aus Stahl (8,5/10)
03. Der Storch breitet die Flügel aus (8,5/10)
04. Zwei Tiger bändigen den Drachen (8,5/10)
05. Die Schlange verkriecht sich (8,5/10)
06. Eine Hand voll Gift (9/10)

 
– – –

Into the Badlands | Staffel 1 ist bei Amazon Prime Instant Video verfügbar und am 04.11.16 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Schön! Dann hat dir die Serie ja noch einmal besser gefallen als mir ohnehin schon. Ich freue mich auch schon auf die zweite Staffel. Bin schon gespannt.

    Übrigens, hast du gesehen, dass dein Artikel hier zweitveröffentlicht wurde? Sieht mir sehr dubios aus:
    http://service-insider.de/review-into-the-badlands-staffel-1-serie/

    • Bei, beziehungsweise nach der ersten Sichtung war ich auch bei 8 Punkten, aber nachdem so viele Monate vergangen waren, ohne dass ich es geschafft hätte, einen Artikel zu verfassen, habe ich mir 6 Folgen vorher noch einmal angeschaut und landete dann eben bei 8,5 Punkten, weil ich das schon ziemlich klasse fand in seiner Gesamtheit, auch wenn da sicherlich noch Luft nach oben ist. Denke ich aber beispielsweise an die erste Staffel „The Walking Dead“ oder vergleichbares, hat „Into the Badlands“ schon einen sehr überzeugenden Start hingelegt.

      Und ja, Service-Insider ist mir auch schon aufgefallen, machen die seit Anfang des Jahres, sitzen wohl – trotz Meldeadresse in Hamburg (die es nicht zu geben scheint) – irgendwo im Ausland und haben weder Impressum noch Kontaktmöglichkeiten, aber nach anfänglichem Schreck sehe ich das sehr entspannt, weil deren Layout unter aller Sau ist (die lesen halt nur den RSS-Feed aus und da sind meine CSS-Klassen natürlich nicht mit drin) und ich nicht glaube, dass sich wirklich Leser dorthin verirren, geschweige denn, dass Google nicht merkt, dass es sich um Duplicate Content handelt (zumal zumindest auf der Übersichtsseite ausgewiesen wird, dass der jeweilige Artikel zuerst bei mir veröffentlicht worden ist).

      Also ich sehe nicht so die rechte Handhabe, nehme es aber auf die leichte Schulter, zumal meine Artikel ja meist voller Backlinks stecken und die nun alle von Service Insider auf mich verweisen. Aber Danke für den Hinweis, hatte mich Sebastian auch schon drauf hingewiesen. Ich hoffe ihr könnt damit leben, dort ebenfalls verlinkt zu sein, wenn ich euch als „Meinungen aus der Blogosphäre“ unter die Artikel packe.

  • Ich würde ein bißchen tiefer gehen (7,5), aber als Martial Arts- und Endzeit-Fan freue ich mich natürlich trotzdem über die Existenz dieser Serie. :-)

    • Wie schon zu Bullion oben gesagt, ich war zunächst bei 8 Punkten und habe nach Zweitsichtung auf 8,5 erhöht, aber selbst ein Punkt Differenz ändert ja nichts an der grundsätzlichen Bewertung, wie wir schon bei vielen Filmen bemerkt haben. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt, wie es weitergehen wird, auch wenn das noch so eine Serie ist, die ich nur allein gucken kann, weil sie meiner Holden zu blutig ist…

      • Hihi, bei meinem besten Freund ist es dagegen seine Frau, die sich „The Walking Dead“ begeistert anschaut, während er sich mit Grausen abwendet!

%d Bloggern gefällt das: