Review: Iron Fist 1 – Endspiel (Graphic Novel)

Motiviert wie eh und je lege ich heute dann schon einmal den Grundstein für die nächste, im März erscheinende Marvel-Netflix-Serie und präsentiere euch die eiserne Faust, deren Name sich im Original natürlich weit cooler anhört. Ansonsten kommt mir gut ins Wochenende und hütet euch vor den eisigen Temperaturen draußen!

Iron Fist 1
Endspiel

Immortal Iron Fist #1-6, Civil War: Choosing Sides 1 (III),
USA 2006/2007, 164 Seiten

Iron Fist 1 - Endspiel | © Panini
© Panini

Autoren:
Ed Brubaker
Matt Fraction (#2-5)
Zeichner:
David Aja (#1-2, 4)
Travel Foreman (#3-5)
Sal Buscema (#4)
Russ Heath (#6)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60036-4

Genre:
Action | Mystery | Krimi

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Iron Fist 1 - Endspiel | © Panini
© Panini

Es ist das Ende des "Civil War" und die Zeiten für Superhelden könnten schlimmer kaum sein, denn entweder beugt man sich der staatlichen Doktrin, sich registrieren zu lassen und für Vaterland und S.H.I.E.L.D. ins Feld zu ziehen oder wird unweigerlich kriminalisiert und gejagt. So ergeht es auch Danny Rand, der als Inkarnation der Iron Fist zum Protektor der mystischen Stadt K’un-Lun erwählt ist, sich nun aber mit weit menschlicheren Problemen herumschlagen darf, denn fernab seiner Geheimidentität als Held ist besitzt Danny einen Konzern, dem nun anscheinend eine feindliche Übernahme bevorsteht, derweil sich auch Hydra zu regen beginnt, denn einen besseren Moment, um Jagd auf Superhelden zu machen, könnte es kaum geben…

Rezension:

Lange Zeit war Iron Fist hierzulande nahezu unbekannt und ich musste lange grübeln, wo ich ihn denn schon mal in einem Gastauftritt oder Team-Up gesehen haben könnte, doch dank der für März 2017 angekündigten, mittlerweile vierten Netflix-Serie aus dem Marvel-Universum schien es auch Panini angebracht zu sein, einmal versuchsweise eine Reihe zu starten und die Wahl fiel hierbei auf den zwar schon zehn Jahre alten, aber noch gänzlich unverbraucht wirkenden Run, den Kultautor Ed Brubaker (Gotham Central) und Matt Fraction unternommen haben und so finden sich in Iron Fist 1 – Endspiel die ersten sechs Ausgaben der US-Heftreihe Immortal Iron Fist versammelt, die es bis zu ihrem Ende auf immerhin 27 Ausgaben gebracht, was – entsprechenden Erfolg vorausgesetzt – auf weitere Bände hoffen lässt, denn Brubakers Storytelling allein wusste mir hier erneut ausnehmend gut zu gefallen.

Ausschnitt aus Iron Fist 1 - Endspiel | © Panini
© Panini

Gerade der tendenziell nämlich eher geerdete und realistischere Tonfall, den ich ja auch bei Brubakers Gotham Central bereits mehrfach gelobt habe – stammen beide Serien schließlich quasi aus einer Ära –, macht sich nämlich auch hier bemerkbar und lässt die Serie ungemein düster und ernsthaft wirken, derweil man mit dem Sechsteiler The Last Iron Fist Story, der in diesem Band enthalten ist, eine in sich durchaus geschlossene Geschichte serviert bekommt, die allerdings mit einem fiesen Cliffhanger endet, um den Boden zu bereiten für die hoffentlich bald erscheinenden Folgebände. Das vorangestellte One-Shot Auf welcher Seite stehst du? bietet zudem einen kurzen, aber absolut ausreichenden Abriss zur Origin von Iron Fist und den Zuständen, die zu Beginn der Serie herrschen. So hätte mich Iron Fist 1 – Endspiel restlos überzeugen können, doch was die Sache ein wenig "unrund" erscheinen lässt, sind in meinen Augen die Einschübe zu früheren Inkarnationen der Iron Fist, denn dadurch wirkt die Story zuweilen etwas überladen und der eigentliche Plot wird öfter als nötig unterbrochen, zumal diese Einsprengsel in der Gegenwart (noch) kaum eine Bewandtnis zu haben scheinen.

Ansonsten präsentiert sich Iron Fist 1 – Endspiel dramaturgisch aber außerordentlich gelungen und eröffnet gleich an mehreren Fronten Konflikte, derweil selbst die Action-Szenen nicht zum puren Selbstzweck gereichen, sondern auch die Geschichte vorantreiben, doch darf man in diesem Zusammenhang auch den Hauptzeichner David Aja loben, welcher der Reihe einen nicht nur einzigartigen, sondern auch künstlerisch bestechenden Stempel aufdrückt und beispielsweise mit zeitlupenartigen Sequenzen zu begeistern weiß, die dem Martial-Arts-Gedanken hinter Iron Fist mehr als Rechnung tragen. In drei von sechs Heften wird man zwar auf seinen künstlerischen Einfluss verzichten müssen, doch liefern auch Travel Foreman (der auch Teile von Constantine: The Hellblazer 2 gestaltet hat), Sal Buscema und Russ Heath überzeugende Arbeit ab, bevor spätestens im nächsten Band auch Aja wieder das Zepter übernehmen wird.

Ausschnitt aus Iron Fist 1 - Endspiel | © Panini
© Panini

Trotz Brubakers und Fractions erzählerischem Talent hatte ich nichtsdestotrotz also manchmal den Eindruck, hier würde zuweilen "Style over Substance" gelten, derweil ich mich gerade als Neueinsteiger aber dennoch gut aufgehoben gefühlt habe und bestätigen kann, dass im Grunde keine Vorkenntnisse vonnöten sind, um die Geschichte verstehen und genießen zu können. Allerdings – und vielleicht ist es das, was mich am meisten gestört hat – fühlte ich mich Danny Rand auf emotionaler Ebene merkwürdig unverbunden, was mich bei anderen Superhelden oft weit weniger gestört hat, doch durch den Umstand, dass man hier mehr auf Realismus setzt, versucht, die Figur hinter der Maske zu beleuchten und nicht bloß sinnentleerte Kloppereien abzuliefern, fällt das mehr ins Gewicht, dass Danny mit seinen zahlreichen Problemen viel zu beschäftigt ist, als dass man ihn erst einmal ein wenig kennenlernen könnte. Ihr ahnt es aber fast, das ist mal wieder Jammern auf hohem Niveau und ich kann den Band durchaus empfehlen, doch hat er mich eben nicht in dem Maße abholen können, wie ich es mir erhofft hatte, aber das kann sich ja alles noch ändern, wenn es hoffentlich bald weitergeht mit Iron Fist.

Fazit & Wertung:

Ed Brubakers und Matt Fractions in den Nachwehen des "Civil War" angesiedelte Story Iron Fist 1 – Endspiel bietet einen überzeugenden und atmosphärisch außerordentlich dichten Einstieg in die Welt des Protektors von K’un-Lun und dessen mystischer Kräfte, auch wenn die Figur des Danny Rand zuweilen noch etwas unnahbar bleibt. Als Vorbereitung auf die demnächst startende Netflix-Serie aber regelrecht Pflichtprogramm.

7,5 von 10 übernatürlichen Schlag- und Tritt-Abfolgen

Iron Fist 1 - Endspiel

  • Übernatürliche Schlag- und Tritt-Abfolgen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Ed Brubakers und Matt Fractions in den Nachwehen des "Civil War" angesiedelte Story Iron Fist 1 – Endspiel bietet einen überzeugenden und atmosphärisch außerordentlich dichten Einstieg in die Welt des Protektors von K’un-Lun und dessen mystischer Kräfte, auch wenn die Figur des Danny Rand zuweilen noch etwas unnahbar bleibt. Als Vorbereitung auf die demnächst startende Netflix-Serie aber regelrecht Pflichtprogramm.

7.5/10
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Iron Fist 1 – Endspiel ist am 02.11.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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