Review: Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen (Graphic Novel)

Pünktlich zum Wochenende widmen wir uns an dieser Stelle erneut der Neunten Kunst, bevor ich mich dann auch hoffentlich morgen wieder prompt mit einem kleinen Schmankerl zurückmelden werde, wenn alles glatt läuft. Bis dahin kommt mir erst einmal gut ins Wochenende!

Die Kinder des Prometheus 2:
Die Missratenen

Les prométhéens Tome 2 – Les Enfants terribles, FR 2015, 52 Seiten

Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen | © Panini
© Panini

Autoren:
Henscher
Emmanuel Herzet
Zeichner:
Rafa Sandoval

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98810-2

Genre:
Fantasy | Action

 

Inhalt:

Nachdem Poseidons Leiche an den Strand gespült worden ist, werden nach und nach auch drei bis dahin unbescholtene Menschen in die Fehde zwischen dem göttlichen Pantheon und dem Götter-Schlächter Thymos involviert: Elora Petrakos, eine engagierte Polizistin, Franck Dito von der Polizei in Newark und der neugierige wie gleichermaßen brillante Hacker Vendel Chaz ahnen zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Moiren ihr Schicksal bereits gesponnen haben. Derweil macht Thymos weiter seine Schachzüge und richtet sein Augenmerk nun auf Apollon…

Ausschnitt aus Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen | © Panini
© Panini

Rezension:

Nachdem ich vom Auftaktband Die Kinder des Prometheus 1: Familientreffen hochgradig begeistert gewesen bin und die liebevolle Art gelobt habe, in der man sich dem göttlichen Pantheon gewidmet und selbige Götter in die heutige Zeit transferiert hat, muss ich doch sagen, dass mir der nun hieran anschließende zweite Band Die Missratenen meiner Euphorie einen gehörigen Dämpfer verpasst hat, denn statt sich weiter den stilsicher skizzierten Göttern zu widmen, von denen ja bereits mehr als eine Handvoll ins Feld geworfen worden sind, um sich dem gefürchteten Thymos entgegenzustellen, fokussiert die Geschichte nun in weiten Teilen auf ein vergleichsweise profanes Ermittler-Trio, bestehend aus den Polizisten Elora Petrakos und Franck Dito sowie dem Hacker Vendel Chaz, was für einen Krimi ja ganz nett wäre, mich hier aber nicht annähernd so zu faszinieren wusste wie die Geplänkel der einzelnen Gottheiten untereinander um vorherigen Band.

Ausschnitt aus Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen | © Panini
© Panini

Selbstredend ist mir bewusst, dass das Schicksal dieser drei sich alsbald – beziehungsweise hier schon nach und nach – mit dem Schicksal der Götter verbinden wird und sie eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Fehde spielen werden, doch war das schon ein immenser erzählerischer Bruch in Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen, zumal ja auch schon im Vorgänger einige Nicht-Götter in Stellung gebracht worden sind, von denen ich hier gerne mehr erfahren hätte. Ein wenig schade ist auch, dass sich Antagonist Thymos erneut weitestgehend bedeckt hält, denn so erfährt man kaum etwas über ihn oder seine Beweggründe, wobei sich das zweifelsohne ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt noch ändern wird.

Ausschnitt aus Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen | © Panini
© Panini

Nun ist Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen weit davon entfernt, schlecht oder langweilig zu sein, doch den hohen Erwartungen sowie Vorschusslorbeeren konnte der zweite Band leider nicht gerecht werden, auch wenn das Geschehen dank Rafa Sandoval am Zeichenstift wieder einmal bahnbrechend gut aussieht, wenn man denn eben diesen amerikanischen Stil mag, wie ich ihn gern nennen möchte. Gespannt bin ich dennoch auf die Fortsetzung, gerade weil hier hoffentlich einige erzählerische Fäden zusammenlaufen werden, doch bis dahin muss ich erst einmal diesen zwar guten, aber längst nicht mehr so außergewöhnlichen Band verdauen und festhalten, dass man das Geschehen dramaturgisch betrachtet sicherlich sinnvoller hätte aufziehen können, als erst mit einer Vielzahl Göttern zu locken und die dann allenthalben beinahe völlig in der Versenkung verschwinden zu lassen, um stattdessen polizeiliche Ermittlungen zu inszenieren, die ohnehin ins Leere zu laufen verdammt sind, denn den Mörder von Poseidon – Thymos – kennen wir längst und bis jetzt sieht es nicht danach aus, als wenn drei gewöhnliche Menschen ihm wirklich gefährlich werden könnten.

Fazit & Wertung:

Die Versprechen des Vorgängerbandes löst Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen leider nur bedingt ein und schickt sich lieber an, neue Schauplätze zu eröffnen und Figuren einzuführen, statt sich den bereits etablierten Storylines zu widmen, was ein wenig schade ist, auch wenn man jetzt bereits ahnt, dass die Fäden sicherlich bald zusammenlaufen werden. Nichtsdestotrotz fällt der zweite Band somit merklich hinter dem ersten ab und hätte gerne etwas "götterlastiger" ausfallen können. Versöhnlich stimmen aber immerhin die gewohnt grandiosen Zeichnungen.

7 von 10 vom Olymp herabgestiegenen Göttern

Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen

  • Vom Olymp herabgestiegene Götter - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Die Versprechen des Vorgängerbandes löst Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen leider nur bedingt ein und schickt sich lieber an, neue Schauplätze zu eröffnen und Figuren einzuführen, statt sich den bereits etablierten Storylines zu widmen, was ein wenig schade ist, auch wenn man jetzt bereits ahnt, dass die Fäden sicherlich bald zusammenlaufen werden. Nichtsdestotrotz fällt der zweite Band somit merklich hinter dem ersten ab und hätte gerne etwas "götterlastiger" ausfallen können. Versöhnlich stimmen aber immerhin die gewohnt grandiosen Zeichnungen.

7.0/10
Leser-Wertung 6/10 (1 Stimme)
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Die Kinder des Prometheus 2: Die Missratenen ist am 13.12.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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