Review: Kingsglaive: Final Fantasy XV (Film)

Und es wird später und später, aber noch ist Mitternacht weit entfernt und deshalb kommt hier termingerecht die nächste Film-Rezension, derweil ich mich gleich wieder daran begeben werde, neue Möbelstücke mit Inhalt zu befüllen und meine Lego-Stadt auf dem neuen Sideboard wieder aufzubauen. Schönen Abend euch noch!

Kingsglaive
Final Fantasy XV

Kingsglaive: Final Fantasy XV, JP/USA 2016, 110 Min.

Kingsglaive: Final Fantasy XV | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Regisseur:
Takeshi Nozue
Autor:
Takashi Hasegawa

Main-Cast:
Aaron Paul (Nyx Ulric [Stimme])
Lena Headey (Lunafreya Nox Fleuret [Stimme])
Sean Bean (Regis Lucis Caelum [Stimme])
in weiteren Rollen:
David Gant (Iedolas Aldercapt [Stimme])
Liam Mulvey (Libertus Ostium [Stimme])
Adrian Bouchet (Titus Drautos / General Glauca [Stimme])

Genre:
Animation | Fantasy | Science-Fiction | Action | Abenteuer

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Kingsglaive: Final Fantasy XV | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Seit Jahren befindet sich das Reich Lucis unter der Regentschaft von König Regis im Krieg mit dem Imperium von Niflheim und dessen Imperator Aldercapt. Während die Leibgarde des Königs, die Spezialeinheit der Königsgleven die Truppen von Niflheim bisher noch zurückschlagen konnte, scheint der Krieg kein Ende nehmen zu wollen und einzig die Hauptstadt Insomnia selbst wird von einem magischen Kristall von der Außenwelt abgeschirmt, derweil die Randgebiete des Reiches langfristig kaum zu halten sind. So lässt sich der König widerwillig auf ein Friedensangebot seitens Aldercapt ein. Das wiederum bringt auch die Königsgleven gegen Regis auf, derweil Nyx – ebenfalls treue Gleve des Königs – bald erfährt, dass Aldercapt noch ganz andere Pläne verfolgt, die unter anderem die von Niflheim seit Jahren gefangen gehaltene Prinzessin Lunafreya miteinschließen…

Rezension:

Ich denke, ich sollte diese Review damit beginnen, mich zunächst einmal als Final Fantasy-Nicht-Kenner zu outen, denn auch wenn mich schon einige Teile der Reihe gereizt haben mögen und ich mich zumindest dunkel an das Spiel für die PSP seinerzeit erinnere, fehlt mir doch bei meinen vielfältigen Hobbys schlicht die Zeit, mich auch noch zum Zocker zu mausern. Dies vorweggeschickt, sollte klar sein, dass ich hier lediglich den Film als solchen bewerten kann und möchte, folglich auch keine Aussage darüber zu treffen weiß, inwieweit er sich eher für die Fans des Spiels oder als Appetizer schlägt, sondern lediglich für sich genommen als Film betrachtet. Kingsglaive: Final Fantasy XV beginnt dabei mit einer ziemlich kurzen wie prägnanten Exposition der Welt und der Umstände, holt den Zuschauer damit aber vortrefflich ab, um hieran anschließend die namensgebenden "Königsgleven", sozusagen die Spezialeinheit des Königreich Lucis ins erste Gefecht zu werfen und mit ihrer Fähigkeit, sich zu ihren Gleven zu teleportieren, wovon sie ausgiebig Gebrauch zu machen wissen, spielt der Film prompt eine seiner größten Stärken aus, denn optisch macht die Chose einiges her und punktet mit extrem detaillierten CGI-Animationen, wobei mich speziell der Detailgrad bei der Physiognomie und Mimik des Öfteren in schieres Staunen versetzt hat.

Szenenbild aus Kingsglaive: Final Fantasy XV | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Zunächst aber setzt der Film wie gesagt auf den puren Bombast, um dann inszenatorisch einen Gang runterzuschalten. Hier werden dann tatsächlich auch einige Themen in der Fehde zwischen dem Königreich Lucis und dem Imperium von Niflheim aufgegriffen, aus denen sich dramaturgisch richtig was hätte machen lassen können, denn relativ prompt kommt es zum Zerwürfnis zwischen dem Herrscher und seinen Gleven, die zusehends unzufrieden mit dessen Entscheidungen sind, doch versäumt es das Drehbuch in dieser Hinsicht, interessante Ansätze auch wirklich zu verwandeln und so fällt es schwer, eine emotionale Verbindung zu den Figuren und speziell Nyx aufzubauen, der in der amerikanischen Synchronfassung von Aaron Paul (The Path) gesprochen wird, denn obwohl der eigentlich als Identifikationsfigur für den Zuschauer fungieren sollen, bleibt er doch merkwürdig unnahbar und ähnlich ergeht es seinen zumeist eher stereotyp und generisch gezeichneten Kollegen bei den Königsgleven.

Weitere wichtige Figur wird ab dem zweiten Drittel die Prinzessin Lunafreya von Tenebrae (amerikanische Stimme: Lena Headey), ihres Zeichens Gefangene von Niflheim, doch vermag sie zu diesem Zeitpunkt den Zuschauer ebenfalls nur noch gelegentlich abzuholen und ihre Interaktion mit Nyx folgt üblichen Verhaltensmustern, wobei zu diesem Zeitpunkt längst klar ist, dass Kingsglaive: Final Fantasy XV sich bereits auf der Zielgeraden zu einer fulminanten, rund das letzte Drittel des Films umfassenden Schlacht befindet, die wie gesagt optisch auf allerhöchstem Niveau daherkommt, ansonsten aber viel mit den einschlägigen Blockbuster-Produktionen gemein hat. So tritt hier der seltene Fall ein, dass die Optik sich zwar im Verlauf der letzten Jahre noch einmal bombastisch weiterentwickelt hat, der Film mich aber gefühlsmäßig nicht annähernd so zu packen wusste wie seinerzeit noch Final Fantasy VII: Advent Children (der aber zugegebenermaßen ebenfalls in eine monumentale Material-Schlacht mündet).

Szenenbild aus Kingsglaive: Final Fantasy XV | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

So man denn aber weiß, was einen bei Kingsglaive: Final Fantasy XV erwartet, kann man durchaus gehörig Spaß mit dem Film haben und speziell die Mischung aus mittelalterlichem, magisch angehauchten und gleichzeitig futuristischen Setting hat mir ausnehmend gut gefallen, so dass ich weder Kauf noch Sichtung des Streifens bereue, denn in Anbetracht der Tatsache, dass es sich im Grunde um einen Appetitanreger für das Spiel handelt, einen wenn man so möchte ungemein teuren und aufwendig produzierten Marketing-Coup, dann ahnt man natürlich bereits im Vorfeld, dass weder das Ende vollumfänglich zufriedenstellend ausfallen wird – wäre hier schließlich Friede, Freude, Eierkuchen, gäbe es ja wohl im Spiel nichts mehr zu tun, derweil ich mir auch nicht wirklich eine tiefergehende Charakterisierung erwartet hatte, derweil ich den Film in diesem Zusammenhang eher bei den Action-Kloppern verorten würde und da stört man sich ja auch nicht wirklich daran, dass selbst die Hauptfigur meist nur mit rudimentären Charaktereigenschaften ausgestattet ist. Wer also wie gesagt um die Mängel weiß und sich einfach nur mal rund zwei Stunden einer grafisch bahnbrechend inszenierten Welt widmen möchte (oder sich eben auf das Spiel einstimmen will), der macht mit Kingsglaive: Final Fantasy XV nichts verkehrt, auch wenn hier zugegebenermaßen dramaturgisch mehr drin gewesen wäre und die Macher von Final Fantasy ja wohl bereits mehrfach bewiesen haben, ansprechende und packende Geschichten inszenieren zu können, doch sah man sich wohl hier mit dem Problem konfrontiert, nicht zu viel vorwegnehmen zu wollen und gleichzeitig genügend Platz – sprich Zeit – für ein ausladendes Finale zu haben, derweil ein Spielfilm eben aus mehr bestehen sollte als ein paar fadenscheinigen Plot-Points, um damit eine Vielzahl opulenter Auseinandersetzungen mit immer größer werdenden Ungetümen zu rechtfertigen.

Fazit & Wertung:

Der Spielfilm gewordene Appetizer Kingsglaive: Final Fantasy XV gibt sich dramaturgisch überraschend mau und weiß nicht wirklich viel mit dem Konflikt zwischen Lucis und Niflheim anzufangen, doch tröstet die bombastische Optik darüber zumindest ein Stück weit hinweg, denn als No-Brainer und Action-Chose macht der Film dank formidabler Animationen eine durchaus gute Figur, wenn den Figuren ein wenig mehr Emotion und Tiefe sicherlich gutgetan hätte.

6,5 von 10 teleportierenden Königsgleven

Kingsglaive: Final Fantasy XV

  • Teleportierende Königsgleven - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Der Spielfilm gewordene Appetizer Kingsglaive: Final Fantasy XV gibt sich dramaturgisch überraschend mau und weiß nicht wirklich viel mit dem Konflikt zwischen Lucis und Niflheim anzufangen, doch tröstet die bombastische Optik darüber zumindest ein Stück weit hinweg, denn als No-Brainer und Action-Chose macht der Film dank formidabler Animationen eine durchaus gute Figur, wenn den Figuren ein wenig mehr Emotion und Tiefe sicherlich gutgetan hätte.

6.5/10
Leser-Wertung 10/10 (1 Stimme)
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Kingsglaive: Final Fantasy XV ist am 30.09.16 auf DVD und Blu-ray bei Sony Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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