Review: Helix | Staffel 1 (Serie)

So, nachdem die Serie mittlerweile auch bei Netflix gelandet ist – ich für meinen Teil habe mir ja schon vor geraumer Zeit die Staffelboxen auf Blu-ray zugelegt – wird es allerhöchste Zeit, dass ich euch nun auch von meinen Eindrücken zu dieser Serie berichte, die mir zugegebenermaßen subjektiv sicherlich besser gefallen hat, als man ihr objektiv attestieren könnte. Diese Diskrepanz gilt ja aber im Grunde für sämtliche Kritiken, von daher passt das schon.

Helix
Staffel 1

Helix, USA 2014-2015, ca. 41 Min. je Folge

Helix | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Serienschöpfer:
Cameron Porsandeh
Ausführende Produzenten:
Ronald D. Moore
Lynda Obst
Steven Maeda
Brad Turner

Main-Cast:
Billy Campbell (Dr. Alan Farragut)
Hiroyuki Sanada (Dr. Hiroshi Hatake)
Kyra Zagorsky (Dr. Julia Walker)
Mark Ghanimé (Major Sergio Balleseros)

in weiteren Rollen:

Jordan Hayes (Dr. Sarah Jordan)
Meegwun Fairbrother (Daniel Aerov)
Catherine Lemieux (Dr. Doreen Boyle)
Neil Napier (Dr. Peter Farragut)
Luciana Carro (Anana)
Jeri Ryan (Constance Sutton)
Robert Naylor (The Scythe)
Julian Casey (Dr. Victor Adrian)
Chimwemwe Miller (Dr. Haven)
Alain Goulem (Dr. Bryce)
Christian Jadah (Lt. Klein)
Leni Parker (Dr. Tracey)
Miranda Handford (Dr. Rae Van Eigem)
Patrick Baby (Dr. Philippe Duchamp)
Tamara Brown (Dr. Sulemani)
Amber Goldfarb (Jaye)
Helen Koya (Thea/Willa)
Alexandra Ordolis (Blake)
Vitali Makarov (Dr. Dimitri Marin)

Genre:
Science-Fiction | Mystery | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Helix | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Nachdem es in einem hochtechnisierten Forschungslabor der Ilaria Corporation inmitten der Arktis zu einer Virus-Infektion kommt, wird ein Team des CDC unter Leitung von Dr. Alan Farragut hinzugezogen, nicht zuletzt auch, weil dessen eigener Bruder Peter in der Forschungsstation tätig war und infiziert worden ist. Während sich die Gruppe der Eindämmung und Erforschung des Virus zu widmen beginnt und die Forschungsstation vorsorglich abgeriegelt wird, kristallisiert sich schnell heraus, dass Hiroshi Hatake, der Leiter der Station, Informationen zurückhält und scheinbar mehr darauf bedacht ist, die Firmen-Interna zu wahren, als das CDC-Team nach Kräften zu unterstützen. Derweil wird langsam aber sicher auch die restliche Belegschaft der Forschungsstation nervös, nachdem es zu weiteren Infektionsfällen gekommen ist und immer klarer wird, dass der Ausbruch der kaum erforschten Seuche das Potential hätte, die gesamte Menschheit in Windeseile auszurotten…

Rezension:

Lange Zeit bin ich um Helix herumscharwenzelt und war mir nicht sicher, ob mich Thema und Setting zu packen wissen würden, doch nachdem ich in letzter Zeit einige Syfy-Produktionen gesehen habe, nachdem Dominion das Eis hat brechen können, musste ich nun auch bei diesem Virus-Thriller letztlich einen Blick riskieren, da die Neugier obsiegte und ja, ich fühlte mich vom ersten Moment an tatsächlich sehr gut unterhalten, auch wenn die Serie sicherlich in vielen Belangen ein Konglomerat aus weithin bekannten Versatzstücken darstellt und abgesehen davon, herrlich an den Haaren herbeigezogene Plotwendungen zu verbauen, wahrlich keine Innovationspresie gewinnen dürfte. Das macht aber gar nicht einmal so viel aus, wenn man dem Genre denn grundsätzlich zugetan ist, denn was hier dafür über die Maßen passt ist die Atmosphäre, oft beklemmend und klaustrophobisch, meistenteils im wörtlichen Sinne eisig und – ebenfalls kein neuer Kniff, aber formidabel umgesetzt – oft ausgerechnet in den drastischsten und schockierendsten Szenen mit beschaulicher Fahrstuhlmusik und Varianten von Easy Listening unterlegt, was der Morbidität in dem Fall mehr als zuträglich ist.

Szenenbild aus Helix | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Ein sehr beliebter Vergleich im Fall von Helix scheint mir Resident Evil zu sein und ohne diese Meinung vollumfänglich teilen zu können, muss ich doch festhalten, dass die Serie zumindest im Vergleich zu den Kinofilmen merklich die Nase vorn hat, denn während man auf der großen Leinwand lediglich auf Thrill und Action setzt, widmet sich die Syfy-Produktion doch viel ausgiebiger den Hintergründen und den betroffenen Menschen, so dass sich tatsächlich das deutlich geringere Budget regelrecht als Segen entpuppt, denn so gerät man nicht in Versuchung, alles in eine üppige und unüberschaubare Materialschlacht ausarten zu lassen. Stattdessen entwickelt sich die Geschichte von Folge zu Folge stimmig weiter und auch wenn man sich alsbald mit zunehmend übernatürlichen Versatzstücken konfrontiert sieht, tut das dem Reiz der Sache in meinen Augen kaum einen Abbruch, wodurch dann auch Gastauftritte wie der von Jeri Ryan ab der achten Episode Blutsbande (1.08) wunderbar funktioniert. Davon abgesehen wusste mir aber auch die eigentliche Hauptbesetzung der Serie gut zu gefallen, vielleicht gerade weil es sich dabei für mich überwiegend um unbeschriebene Blätter gehandelt hat, denn frischer Wind ist ja nie verkehrt, derweil ich ein wenig irritiert war, dass Jordan Hayes in ihrer Rolle der Sarah Jordan regelmäßig als "Special Guest" gelistet worden ist, obwohl sie ihrer Präsenz und Bedeutung nach sicherlich zu den Hauptfiguren gezählt werden darf.

Nichtsdestotrotz merkt man der Serie aber auch an, dass man sich hier nach Kräften bemühen musste, die Geschichte auf dreizehn Folgen zu je knapp vierzig Minuten auszuweiten, denn einerseits sind manche Folgen spürbar kürzer – immerhin besser, als sie mit sinnlosem Füllwerk künstlich aufzublasen –, andererseits funktioniert der Part in der arktischen Forschungsstation ziemlich gut, während später noch ein Subplot um eine nahegelegene Siedlung hinzukommt, der leider nur mäßig spannend gerät und meist auch kaum etwas zum großen Ganzen beizusteuern weiß. Zum Glück nimmt diese Story aber auch so wenig Raum ein, dass sie das Geschehen kaum auszubremsen imstande ist und die grundsätzlich sehr schmissig und abwechslungsreich inszenierte Geschichte nicht hemmt. Auch die Splatter-Einlagen innerhalb der Station wussten mir derweil zu gefallen, insbesondere weil wohldosiert und optisch überzeugend, während man ansonsten von den Special Effects nichts Überragendes erwarten sollte und gerade die Außenaufnahmen der Station natürlich schon ziemlich "glattgebügelt" wirken, aber gut, über solche Dinge sollte man bei einer TV-Serie hinwegsehen können, zumal es da auch noch deutlich schlimmere Produktionen gäbe.

Szenenbild aus Helix | © Sony Pictures Home Entertainment Inc.
© Sony Pictures Home Entertainment Inc.

Ebenfalls ein Auge zudrücken sollte man natürlich bei der Logik des Ganzen, denn allein die Prämisse, ein lediglich vierköpfiges Team vom CDC in die Arktis zu entsenden, muss man natürlich erst einmal schlucken und dass alsbald der Kontakt zur Außenwelt gänzlich abbricht, aber auch niemand – beispielsweise eben vom CDC – auf die Idee kommt, mal jemanden vorbeizuschicken, ist ebenso als plump inszenierter Kniff zum Etablieren des "Fernab-jeglicher-Zivilisation"-Settings zu erkennen, aber wen das schon stört, der dürfte generell mit Helix nicht recht warm werden. Problematisch sehe ich da eher die beiden finalen Folgen Blutige Ernte (1.12) und Freund oder Feind (1.13), denn hier wirkte mir doch einiges reichlich konstruiert und speziell auch im Finale überladen, wenn plötzlich noch mehr Geheimnisse offenbart, neue Verräter enttarnt und nicht zuletzt ein Blick in die Zukunft geworfen wird, während der Rest der Staffel sich stringent von Tag 1 bis Tag 13 hangelt. Entsprechend bin ich zwar gespannt, in welche Richtung sich die Serie in ihrem zweiten – und damit auch schon wieder letzten – Jahr entwickeln wird, fürchte aber fast, dass man das Flair dieser für sich genommen durchaus stimmig produzierten Staffel kaum wird erneut beschwören können.

Fazit & Wertung:

Bei der Syfy-Produktion Helix handelt es sich ohne Frage um eine zeitweise ziemlich konstruiert wirkende Verquickung aus Science-Fiction-Thriller und Mystery-Drama, doch überzeugen das Setting und der pure Unterhaltungswert, gepaart mit einem vor Geheimnissen nur so strotzenden Plot, was man natürlich mögen muss. Nichtsdestotrotz stellt sich gerade am Ende der ersten Staffel bereits die Frage, ob die zunehmend verworrener werdende Geschichte ihren Zenit möglicherweise bereits überschritten hat, doch diesbezüglich wird wohl erst die zweite und finale Staffel die Antwort liefern können.

7,5 von 10 Tagen in völliger Isolation

Helix | Staffel 1

  • Tage in völliger Isolation - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Bei der Syfy-Produktion Helix handelt es sich ohne Frage um eine zeitweise ziemlich konstruiert wirkende Verquickung aus Science-Fiction-Thriller und Mystery-Drama, doch überzeugen das Setting und der pure Unterhaltungswert, gepaart mit einem vor Geheimnissen nur so strotzenden Plot, was man natürlich mögen muss. Nichtsdestotrotz stellt sich gerade am Ende der ersten Staffel bereits die Frage, ob die zunehmend verworrener werdende Geschichte ihren Zenit möglicherweise bereits überschritten hat, doch diesbezüglich wird wohl erst die zweite und finale Staffel die Antwort liefern können.

7.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Tod im ewigen Eis (7,5/10)
02. Die Geister, die ich rief… (7,5/10)
03. Außer Kontrolle (7,5/10)
04. Dicke Luft (8/10)
05. Der weiße Raum (8/10)
06. Auf Eis gelegt (7/10)
07. Die erste Überlebende? (7,5/10)
08. Blutsbande (8/10)
09. Ebene X (8/10)
10. In Ewigkeit (8/10)
11. Schwarzer Regen (8/10)
12. Blutige Ernte (7/10)
13. Freund oder Feind (7/10)

 

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Helix | Staffel 1 ist am 21.08.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Sony Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Das ist tatsächlich mal eine Genreserie, die ich nach einer halben Staffel entnervt abgebrochen habe, weil mich das strunzdumme Verhalten der Protagonisten einfach tierisch aufgeregt hat. Dabei bin ich bei sowas normalerweise ziemlich tolerant, schließlich sind wir Menschen und verhalten uns nunmal erwiesenermaßen oft genug dumm – gerade in Extremsituationen. Aber hier sind die Protagonisten, verdammt noch mal, Top-Wissenschaftler, bei denen ein hoher Bildungsgrad und überdurchschnittliche Intelligenz geradezu Voraussetzung sind! Und dann fast durch die Bank ein dermaßen dämliches Verhalten? Nö, nicht mit mir …

    Da hat mir das thematisch ähnliche (wenngleich deutlich bodenständigere) und weißgott auch nicht fehlerfreie „Containment“ deutlich besser gefallen.

  • Wortman

    Ich liebe die Serie und die 2. Staffel ist zwar teilweise etwas gewöhnungsbedürftig aber hat einen guten Abschluß.

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