Review: Kill the King (Film)

Heute habe ich dann mal wieder einen eher unbekannten Film im Gepäck, von dem ich mir leider aber auch mehr erhofft hatte. Immerhin rückt schon wieder das Wochenende in greifbare Nähe und das habe ich diesmal auch bitter nötig, aber wir wollen ja nicht jammern und immerhin gibt es den kommenden Montag ja gleich noch dazu.

Kill the King

Shangri-La Suite, USA 2016, 90 Min.

Kill the King | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseur:
Eddie O’Keefe
Autoren:
Chris Hutton
Eddie O’Keefe

Main-Cast:
Emily Browning (Karen)
Luke Grimes (Jack)
Ron Livingston (Elvis Presley)
in weiteren Rollen:
Avan Jogia (Teijo Littlefoot)
Ashley Greene (Priscilla Presley)
Alan Tudyk (Dr. Sanborn)
John Carroll Lynch (Colonel Parker)

Genre:
Krimi | Drama | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Kill the King | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Eines Tages lernen sich in der psychiatrischen Klinik "Second Chance" die junge und schüchterne Karen Bird und der temperamentvolle wie ungestüme Jack Blueblood kennen und entbrennen in wilder Leidenschaft zueinander, was dem Klinikpersonal natürlich übel aufstößt. Als Karen dann wiederum von ihrem behandelnden Arzt Dr. Sanborn ungebührlich angegangen wird, brennen bei Jack die Sicherungen durch und gemeinsam plant man die Flucht aus der Klinik, doch haben sie auch längst ein Ziel vor Augen, denn Jack ist überzeugt, dass seine Mutter ihm befohlen hat, niemand Geringeres als Elivs Presley zu töten und folglich macht man sich auf nach Los Angeles, um den King of Rock’n’Roll dem Jenseits zu überantworten…

Rezension:

Lange Zeit schon hatte ich den damals noch unter seinem Originaltitel Shangri-La Suite gelisteten Kill the King auf dem Schirm, was im Grunde nur an Emily Browning (Legend) und der knappen, aber vielversprechend skurril wirkenden Inhaltsangabe in der IMDb lag, doch sollten buchstäblich Jahre vergehen, bis es der Film schlussendlich zu mir nach Hause und in den Blu-ray-Player schaffen sollte. Schön wäre es jetzt, den hinlänglich bekannten Spruch "Gut Ding will Weile haben" anbringen zu können, doch ist der Film mit seinen knapp unter neunzig Minuten Spielzeit leider gar nicht mal so gelungen, wie ich mir das erhofft hätte, wobei ich ihm andererseits eine gewisse Faszination sicherlich nicht absprechen möchte. Dabei beginnt der Film durchaus vielversprechend mit einleitendem Off-Kommentar – im Original von Burt Reynolds gesprochen – und einer bewusst grobkörnigen Kamera, die ein vielversprechendes 70er-Jahre-B-oder-C-Movie-Flair etabliert, womit der Film mich schnell zu packen wusste, doch entpuppt sich schnell vieles als allzu gediegenes Stilmittel, um eine leider mehr als halbgare Geschichte zu transportieren, der es an Tiefe wie Empathie mangelt.

Szenenbild aus Kill the King | © Universal Pictures
© Universal Pictures

So könnte man die erste halbe Stunde bedenkenlos als Hommage an das Killerpärchen aus Natural Born Killers verbuchen und sich mit diesem Ansatz auch anfreunden, doch während man sich in den ersten Minuten noch bemüht, den beiden Hauptfiguren Karen und Jack eine Vita zu verpassen, wird deren Handeln zunehmend irrationaler, was man nun natürlich auf gewisse mentale Schwierigkeiten zurückführen könnte und was sicherlich auch so intentioniert war, aber nur leidlich aufgeht, weil Jack nicht einmal in seinem wirren Geist eine halbwegs akzeptable Erklärung dafür bereithält, warum er denn nun den King of Rock’n‘Roll zu töten trachtet, derweil Karen alsbald nur noch verhuscht und teilnahmslos dem Geschehen beizuwohnen scheint und sich dem Serienkillerpärchen ein Quoten-Witzbold anschließt, der so sehr nach Karikatur schreit, dass es schon nicht mehr schön ist.

Überhaupt ist selbst "Serienkillerpärchen" im Grunde unzutreffend, denn auch wenn einige Figuren das Zeitliche segnen, ist es nie so, als würden die beiden in bester Bonnie & Clyde-Manier durch die Lande sausen, zumal jederzeit der von Luke Grimes (All the Boys love Mandy Lane) gespielte Jack die treibende Kraft hinter allen Aktivitäten darstellt und auch das Morden beinahe ausnahmslos übernimmt. Spätestens aber ab dem Moment, als der Geschichte durch eine Parallelhandlung um Elvis selbst ein zusätzlicher Boden verleihen wird, gerät der Fokus von Kill the King zunehmend ins Wanken, ganz davon abgesehen, dass Ron Livingston (Drinking Buddies) nun nicht eben einen überzeugenden Elvis abgibt, selbst wenn man berücksichtigt, dass der hier auf dem absteigenden Ast gezeigt wird und folglich ganz bewusst nicht die Präsenz hat und haben soll, wie man sie vielleicht erwarten würde. Vor allem aber gibt dieser Part des Films erzählerisch noch weniger her als die Handlung um Jack und Karen, was die Chose zu einer Art Lückenfüller werden lässt, derweil der Film mit seinen nicht einmal neunzig Minuten eigentlich schon ausnehmend knapp bemessen ist.

Szenenbild aus Kill the King | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Immerhin Ashley Greene (Weg mit der Ex) überzeugt als Priscilla Presley, was aber damit zusammenhängen mag, dass sie in dieser Rolle nicht allzu viel zu tun bekommt, doch ändert das eben nichts daran, dass man sich unweigerlich fragen muss, was Kill the King einem nun im Nachgang eigentlich hat zeigen oder erzählen wollen, denn stilisierte Optik plus Killerpärchen plus Elvis-Musik ergibt eben leider nicht einmal annähernd einen kultigen Film, sondern in diesem Fall eine eher richtungslose Aneinanderreihung von kleinen Sequenzen und interessanten Ansätzen, deren Potential beinahe samt und sonders verpufft. Am Ende war ich zwar auf eine merkwürdige Art fasziniert von dem Spielfilm-Debüt von Eddie O’Keefe, doch inhaltlich überzeugt hat mich das Werk leider überhaupt nicht, weshalb ich auch guten Gewissens von einer Sichtung abraten kann, wenn einem nicht der Sinn nach einem her assoziativ geratenen, optisch merkwürdigen und dramaturgisch weitestgehend misslungenen Pseudo-Exploitation-Film steht, der dem Gefühl nach selbst nicht weiß, was nun eigentlich der Kern der Geschichte gewesen sein mag.

Fazit & Wertung:

Nach einem durchaus vielversprechenden Start wird Kill the King leider zunehmend richtungs- und belangloser, vermag weder emotional zu involvieren noch auf inszenatorischer Seite zu überzeugen, während dem Geschehen eine gute Portion schwarzen Humors sicherlich gutgetan hätte. So bleibt am Ende leider ein ziemlich krude, teilweise immerhin ambitioniert wirkendes Werk, das zwar in seinen besten Momenten eine merkwürdige Faszination verströmt, in der Summe aber nur leidlich überzeugt.

5 von 10 unmotivierten Tötungen

Kill the King

  • Unmotivierte Tötungen - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Nach einem durchaus vielversprechenden Start wird Kill the King leider zunehmend richtungs- und belangloser, vermag weder emotional zu involvieren noch auf inszenatorischer Seite zu überzeugen, während dem Geschehen eine gute Portion schwarzen Humors sicherlich gutgetan hätte. So bleibt am Ende leider ein ziemlich krude, teilweise immerhin ambitioniert wirkendes Werk, das zwar in seinen besten Momenten eine merkwürdige Faszination verströmt, in der Summe aber nur leidlich überzeugt.

5.0/10
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Kill the King ist am 01.12.16 auf DVD und Blu-ray bei Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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