Review: Chuck | Staffel 1 (Serie)

Werden wir heute mal beinahe ein wenig nostalgisch und widmen uns einer Serie, deren Erstausstrahlung bereits eine ganze Dekade zurückliegt, die aber dennoch nichts von ihrem Charme verloren hat, auch wenn die gesamten technischen Gerätschaften, die hier eine durchaus prominente Rolle spielen, allesamt restlos veraltet sind.

Chuck
Staffel 1

Chuck, USA 2007-2012, ca. 41 Min. je Folge

Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Serienschöpfer:
Josh Schwartz
Chris Fedak
Showrunner:
Josh Schwartz
Chris Fedak
McG

Main-Cast:
Zachary Levi (Chuck Bartowski)
Yvonne Strahovski (Sarah Walker)
Joshua Gomez (Morgan Grimes)
Sarah Lancaster (Ellie Bartowski)
Adam Baldwin (John Casey)
in weiteren Rollen:
Bonita Friedericy (General Diane Beckman)
Tony Todd (CIA Director Graham)
C.S. Lee (Harry Tang)
Julia Ling (Anna Wu)
Matt Bomer (Bryce Larkin)
Ryan McPartlin (Devon ‚Captain Awesome‘ Woodcomb)
Mark Christopher Lawrence (Big Mike)
Vik Sahay (Lester Patel)
Scott Krinsky (Jeff Barnes)
Rachel Bilson (Lou)

Genre:
Action | Komödie | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Im kalifornischen Burbank führt Chuck Bartowski ein beschauliches Leben und arbeitet im "Buy More" doch zumindest mit der Beschaulichkeit ist es schnell vorbei, als sein ehemaliger College-Freund Bryce ihm eine E-Mail schickt, denn nicht ahnend, was er dort vor sich hat, öffnet er die Nachricht und wird prompt überrollt von sämtlichen Informationen des Intersect, einer Art Datanbankserver sämtlicher Informationen der CIA und NSA, die sich fortan in Chucks Kopf befinden. Natürlich ist die Regierung ihm schnell auf der Spur und sowohl CIA als auch NSA stellen ihm prompt Begleitschutz zur Seite, einerseits in Gestalt der Agentin Sarah Walker, andererseits in Form des Agenten John Casey, wobei es selbstredend mehr um die Informationen in Chucks Kopf geht als um dessen eigene Person, doch dessen ungeachtet treten sowohl Walker als auch Casey eine Stelle ganz in Chucks Nähe an, der noch reichlich Mühe haben wird, sein nun beginnendes Doppelleben vor seinen Arbeitskollegen und seiner Schwester zu verheimlichen, zumal man alsbald Sarah als seine Freundin einsetzt…

Rezension:

Bei all den ernsten, hochdramatischen und düsteren Serien, die so ganz allgemein gesprochen mein Seriengewohnheiten dominieren, war es an der Zeit, nach eher leichtfüßiger Unterhaltung für zwischendurch zu schauen und nachdem ich immer mal wieder einzelne Episoden von Chuck im Fernsehen gesehen hatte, konnte ich bei der Komplettbox sämtlicher Staffeln nun schlussendlich auch nicht mehr "Nein" sagen und bereue den Kauf bisher in keiner Weise. Natürlich ist die Serie mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen, was sich speziell an Chucks Arbeitsplatz, der Computerabteilung "Nerd Herd" des fiktiven Elektromarkts "Buy More" bemerkbar macht, wurde die erste Staffel schließlich vor rund zehn Jahren ausgestrahlt, was dazu führt, dass sämtliche angepriesenen oder gehypten Elektroartikel mittlerweile alle längst veraltet sind, doch tut das dem Spaß an der Sache grundsätzlich keinen Abbruch, zumal man ohnehin darüber hinwegsehen muss, dass die Spezialeffekte wie auch so manche Action-Einlage in ihrer Umsetzung doch eher mäßig geraten sind.

Szenenbild aus Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Dessen ungeachtet fährt Chuck aber gehörig Sympathiepunkte ein und bietet eine extrem gelungene Mischung aus Action und Comedy, wobei der komödiantische Aspekt doch ein wenig mehr im Vordergrund steht und man auch die ernsteren Passagen nicht unbedingt zu ernst nehmen sollte, denn sonst tuen sich in Sachen Logik alsbald schiere Abgründe auf. Darum geht es aber gar nicht, denn im Kern ist die Serie natürlich auch eine klassische "Junge-trifft-Mädchen"-Geschichte und forciert diesen Aspekt auch gehörig, wenn die von Chuck vergötterte Sarah sich ein ums andere Mal in Zeitlupe durchs Bild bewegt und ohnehin immer die heißesten Fummel trägt, dann ist auch ganz klar, dass hier feuchte Nerd-Träume in Serie geschaffen worden sind, auch wenn es natürlich nicht so ist, dass Sarah sich Chuck prompt an den Hals wirft (was er sich wiederum durchaus wünschen würde).

So gibt es also neben dem von Zachary Levi verkörperten Chuck Bartowski weitere gewichtige Gründe, der Serie eine Chance zu geben, denn ihm zur Seite steht eben einerseits die wunderbare Yvonne Strahovski (Dexter) als CIA-Agentin Sarah Walker und andererseits Adam Baldwin (Firefly) als NSA-Agent, der mit seiner offensiven Ernsthaftigkeit einige Lacher garantiert. Ansonsten gibt es da natürlich Chucks besten Freund Morgan (Joshua Gomez), der – so denn möglich – ein noch größerer Versager ist als Chuck und zudem heimlich in dessen Schwester (Sarah Lancaster) verliebt ist, die allerdings wiederum mit Devon (Ryan McPartlin) liiert ist, den Chuck stets nur "Captain Awesome" nennt, weil Devon scheinbar nicht unbedingt mit überbordendem Intellekt gesegnet ist und im Grunde alles ziemlich "awesome" findet, was natürlich den krassen Gegenentwurf zu den unbestreitbar intelligenten, aber weder beruflich noch in Beziehungsdingen erfolgreichen "Nerd Herd"-Mitarbeitern darstellt, wobei, so kann man das eigentlich auch nicht sagen, denn abgesehen von Chuck scheinen auch die Computer-Profis dort so ziemlich alle einen gehörigen Hau wegzuhaben, was ebenfalls für die Dynamik der Serie von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist.

Szenenbild aus Chuck | © Warner Home Video
© Warner Home Video

So ist Chuck also herrlich skurril und überzogen, in seinen Dialogen oft ein wahres Mekka für Geeks und Nerds, actionreich, ohne sich darüber definieren zu wollen, emotional und herzerwärmend, wenn es um Chucks Familie oder Vergangenheit geht und ansonsten eigentlich immer kurzweilig und unterhaltsam, auch wenn speziell in der ersten Staffel ein Großteil der Episoden simple Fälle der Woche darstellt, denn selbst hier schon lässt sich ein rudimentärer roter Faden erkennen und beispielsweise die Episode Chuck gegen die Salami (1.09) endet mit einem echten Cliffhanger, der in der Folge darauf seine Auflösung findet. Ansonsten darf man sich in dieser ersten Staffel noch über eine kurze Gastrolle von Rachel Bilson (O. C., California) freuen und auch C.S. Lee (ebenfalls Dexter) ist kurzfristig mit von der Partie. So gewinnt die Serie – bezogen bisher selbstredend nur auf die erste Staffel – sicher keine Innovations- oder Qualitätspreise, hat für meinen Geschmack aber genau das richtige Maß an Schrulligkeit und wartet mit einigen herrlich abgedrehten Einfällen und Spleenigkeiten auf, dank derer ich mich schon sehr auf die zweite Staffel freue.

Fazit & Wertung:

Die von Josh Schwartz und Chris Fedak ins Leben gerufene Serie Chuck gibt in ihrem ersten Jahr einen überzeugend-sympathischen Einstand und punktet mit nerdigem Humor und einer gelungenen Mischung aus Agenten-Action und absurder Komik, während ansonsten das Setting teilweise recht unvorteilhaft gealtert ist, was insbesondere den Schauplatz des "Nerd Herd" angeht, wobei das dem Ganzen im Grunde auch schon wieder eine Art Retro-Charme verleiht.

7,5 von 10 stümperhaft aufgezogenen Geheimdienst-Missionen

Chuck | Staffel 1

  • Stümperhaft aufgezogene Geheimdienst-Missionen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die von Josh Schwartz und Chris Fedak ins Leben gerufene Serie Chuck gibt in ihrem ersten Jahr einen überzeugend-sympathischen Einstand und punktet mit nerdigem Humor und einer gelungenen Mischung aus Agenten-Action und absurder Komik, während ansonsten das Setting teilweise recht unvorteilhaft gealtert ist, was insbesondere den Schauplatz des "Nerd Herd" angeht, wobei das dem Ganzen im Grunde auch schon wieder eine Art Retro-Charme verleiht.

7.5/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Pilotfilm (7,5/10)
02. Chuck gegen den Helikopter (6,5/10)
03. Chuck gegen den Tango (7,5/10)
04. Chuck gegen den Yeti (7/10)
05. Chuck gegen die Shrimps (7/10)
06. Chuck gegen den Sandwurm (7/10)
07. Chuck gegen die Vergangenheit (7,5/10)
08. Chuck gegen die Wahrheit (7,5/10)
09. Chuck gegen die Salami (8/10)
10. Chuck gegen den schwarzen Freitag (8/10)
11. Chuck gegen das Falschgeld (6,5/10)
12. Chuck gegen die Undercover-Liebe (7/10)
13. Chuck gegen den Fisch (8/10)

 
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Chuck | Staffel 1 ist am 06.09.09 auf DVD im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

  • Hach, schön dass du dich der Serie annimmst. Ich fand sie großartig, speziell während der weiteren Staffeln. Einzig die finalen drei bis vier Episoden habe ich noch nicht gesehen, was auch schon Jahre her ist, und ich müsste mich noch einmal reinarbeiten. Das ist im Moment nicht drin, doch ich freue mich einfach auf deine weiteren Besprechungen. Das werden sehr unterhaltsame Stunden… :)

  • melli

    Der den Lester spielt,den könnte ich von morgens bis abends nur eine knallen.

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