Review: Colombiana (Film)

Nach dem einen Film mit Zoë Saldana vergangene Woche kommt hier gleich der nächste Film mit ihrer Beteiligung, nur, dass ihre Rolle hier ungleich größer ausfiel und ich mir allgemein von dem Film noch ein wenig mehr erhofft hätte, wo ich ihn daheim schon so lange hab reifen lassen, aber lest selbst!

Colombiana

Colombiana, FR 2011, 108 Min.

Colombiana | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Olivier Megaton
Autoren:
Luc Besson
Robert Mark Kamen

Main-Cast:
Zoë Saldana (Cataleya)
in weiteren Rollen:
Jordi Mollà (Marco)
Lennie James (Ross)
Michael Vartan (Danny Delanay)
Cliff Curtis (Emilio Restrepo)
Callum Blue (Richard)

Genre:
Action | Krimi | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Colombiana | © Universum Film
© Universum Film

Mit gerade einmal neun Jahren muss Cataleya tatenlos die Ermordung ihrer Eltern mitansehen, die von den Schergen des skrupellosen Mafiabosses Don Luis erbarmungslos niedergemacht werden. Nur knapp entkommt sie und findet nach langer Irrfahrt bei ihrem Onkel Emilio Unterschlupf. Die Jahre vergehen und Cataleya sinnt auf Rache, weshalb sie darauf drängt, zur Killerin ausgebildet zu werden. Als erwachsene Frau geht Cataleya noch immer ihrem blutigen Geschäft nach, doch Don Luis hat sie noch immer nicht stellen können, zumal der mittlerweile unter dem Schutz der CIA steht und selbst ihr Ziehvater und Onkel Emilio hat sich zunehmend von ihr entfremdet, nachdem sie an nichts anderes als Rache zu denken können scheint…

Rezension:

Nachdem Colombiana lange Zeit unbeachtet auf meiner Watch-List vor sich hinvegetiert hat, wurde es doch langsam allerhöchste Zeit, dem Streifen eine Chance zu geben, denn nicht nur bin ich immer noch auf der unermüdlichen Suche nach von Luc Besson geschriebenen Drehbüchern, die mehr als nur leidlich zu überzeugen wissen, war es doch auch vorrangig Zoë Saldana, der ich in den vergangenen Jahren mehrfach begegnet bin und die ich mal in einer knallharten Actionrolle sehen wollte. Nun hätte ich mir ja denken können, dass es Luc Besson auch hier nicht gelingt, mich vollends zu überzeugen, derweil Regisseur Olivier Megaton mit seinen beiden Taken-Teilen nun auch nicht gerade mein Herz im Sturm erobert hat, aber was soll’s dachte ich, hat dieser Film hier schließlich nicht den schlechtesten Ruf und könnte durchaus zu unterhalten wissen. Wie das aber eben immer so ist mit den Hoffnungen und Wünschen, können diese leicht enttäuscht werden und vielleicht hatte ich meine Erwartungshaltung wenn auch unbewusst bereits wieder zu hoch geschraubt, doch so richtig zünden konnte der Actioner bei mir nicht und sollte letztlich gar schlechter abschneiden als Neesons finaler Ausflug als Bryan Mills in Taken 3.

Szenenbild aus Colombiana | © Universum Film
© Universum Film

Das beginnt damit, dass wir Hauptfigur Cataleya zunächst als zehnjähriges Mädchen kennenlernen (hier noch von Amandla Stenberg verkörpert), bevor der Wechsel ins Erwachsenenalter etwa eine halbe Stunde auf sich warten lässt. Zwar vollführt auch die junge Cat bereits einige durchaus sehenswerte Stunts, aber so richtig bei Stange halten vermag diese Vorgeschichte eben keine halbe Stunde, zumal hier doch vieles nach Schema F abgespult wird. Im Erwachsenenalter allerdings wird es dann in vielen Punkten kaum besser, allein schon was die Inszenierung an sich anbelangt, denn Cataleyas Ziehvater Emilio – übrigens durchaus charismatisch verkörpert von Cliff Curtis (Fear the Walking Dead) – scheint in all den Jahren kaum gealtert zu sein, hat allerdings einen merklichen, dafür aber wenig nachvollziehbaren Wandel seiner Persönlichkeit durchgemacht und missbilligt jetzt vieles, was die ach so eiskalte Auftragskillerin so tut, während wir als Zuschauer ihn noch wenige Minuten zuvor dabei beobachten konnten, wie er nach Herzenslust auf einen Mann eingeschlagen hat und dabei kein Maß zu kennen schien. Freilich, zwischenzeitlich sind etliche Jahre vergangen, doch der Wandel wird in keiner Weise thematisiert oder erklärt, dient hier lediglich dazu, einen Konflikt zwischen den beiden aus dem Boden zu stampfen.

Entsprechend bleibt auch kaum Zeit, Saldanas Figur als Auftragskillerin überhaupt in Szene zu setzen und so verlegt man sich stattdessen darauf, lediglich ihre weiblichen Reize ins rechte Licht zu rücken, um auf dieser Basis einen Rache-Plot ins Rollen zu bringen, der hanebüchener oft kaum sein könnte. Vor allem aber müht man sich in Colombiana, Cataleya möglichst viele Steine in den Weg zu legen und so gibt es nicht nur den unweigerlichen Special Agent Ross (Lennie James), der sie dingfest zu machen versucht, sondern zudem auch noch den korrupten CIA-Mitarbeiter Richard, seines Zeichens von Callum Blue verkörpert, der mit Cataleyas Erzfeind gemeinsame Sache macht und sie folglich ebenfalls in die Schranken zu weisen trachtet, wobei ganz allgemein die Rolle der CIA und damit dieser Figur nie bis zuletzt ausformuliert wird, was diesen ganzen Part im Gesamtkontext beinahe überflüssig wirken lässt.

Szenenbild aus Colombiana | © Universum Film
© Universum Film

Das wäre allerdings alles noch irgendwie zu verschmerzen, wenn Colombiana zumindest in den Action-Szenen gehörig aufdrehen würde, doch selbst hier scheint man die meiste Zeit mit angezogener Handbremse zu agieren, was sich zwar während des Mittelteils noch nicht einmal großartig bemerkbar macht, dafür aber zum Ende hin, denn hier dreht Megaton noch einmal gehörig auf und gönnt sich und den Zuschauern allerhand großartige Kamerafahrten und -einstellungen, widmet sich den heutzutage beinahe schon obligatorischen Zeitlupenaufnahmen und lässt es auch ansonsten gehörig krachen. So machen dann auch die letzten Meter des Films mit Abstand am meisten Spaß, auch wenn der "große" Widersacher bis kurz vor Schluss gesichtslos bleibt und eigentlich seine rechte Hand als Hauptziel gelten darf, was sich auch in dem obligatorischen – und für sich genommen großartig choreografierten Endfight widerspiegelt. Allerdings fragt man sich eben während des Finales, warum man nicht gleich diese Gangart gewählt hat und sieht plötzlich noch viel deutlicher all das ungenutzte Potential im Mittelteil, denn während der Plot meistenteils gehörig schwach auf der Brust bleibt und hier auch nicht unbedingt von diffiziler Charakterzeichnung die Rede sein kann, hätte man mit dergestalt mitreißend inszenierten Action-Szenen einiges kaschieren können, weshalb der Film in meinen Augen wieder einmal weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

Fazit & Wertung:

Olivier Megaton liefert mit Colombiana einen Actionfilm, der sich scheinbar zu sehr darauf verlässt, eine weibliche Killerin mit persönlicher Motivation würde als Alleinstellungsmerkmal genügen, denn auch wenn Zoë Saldana eine überzeugende Darstellung liefert, krankt das Geschehen doch merklich an einem eher rudimentären Plot, den man zwar leicht mit wuchtiger Action hätte übertünchen können, doch selbst in dieser Beziehung dreht der Film leider erst zum Ende hin richtig auf und ist dann natürlich viel zu schnell auch wieder vorbei.

6 von 10 Auftragsmorden

Colombiana

  • Auftragsmorde - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Olivier Megaton liefert mit Colombiana einen Actionfilm, der sich scheinbar zu sehr darauf verlässt, eine weibliche Killerin mit persönlicher Motivation würde als Alleinstellungsmerkmal genügen, denn auch wenn Zoë Saldana eine überzeugende Darstellung liefert, krankt das Geschehen doch merklich an einem eher rudimentären Plot, den man zwar leicht mit wuchtiger Action hätte übertünchen können, doch selbst in dieser Beziehung dreht der Film leider erst zum Ende hin richtig auf und ist dann natürlich viel zu schnell auch wieder vorbei.

6.0/10
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