Review: Planet der Affen: Revolution (Film)

Und da wäre ich auch schon wieder und lasse mich darüber aus, warum ich diesen zweiten Teil merklich besser fand als erwartet. Macht euch einen entspannten Abend und denkt dran, morgen ist schon wieder Bergfest!

Planet der Affen:
Revolution

Dawn of the Planet of the Apes, USA 2014, 130 Min.

Planet der Affen: Revolution | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Matt Reeves
Autoren:
Mark Bomback
Rick Jaffa
Amanda Silver

Main-Cast:

Andy Serkis (Caesar)
Jason Clarke (Malcolm)
Gary Oldman (Dreyfus)
Keri Russell (Ellie)
Toby Kebbell (Koba)
Kodi Smit-McPhee (Alexander)

Genre:
Science-Fiction | Action | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Planet der Affen: Revolution | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Lediglich 0,2 Prozent der Bevölkerung wurde nicht von dem vor zehn Jahren versehentlich freigesetzten Virus dahingerafft und die wenigen Überlebenden haben sich zu kleinen Kommunen zusammengeschlossen, so auch in San Francisco, wo Dreyfus gemeinsam mit Malcolm versucht, so etwas wie Ordnung aufrechtzuerhalten und den Menschen Sicherheit und Zuflucht zu bieten. Allerdings macht ihnen die Energieversorgung zu schaffen und die Dieselvorräte drohen bald zur Neige zu gehen, woraufhin Malcolm beschließt, einen Vorstoß in Richtung des nördlich gelegenen Staudamms zu wagen. Im Wald jenseits der Golden Gate Bridge begegnet Malcolm mit seiner Truppe einem Volk intelligenter Affen, die von dem Schimpansen Caesar angeführt werden, der seinerseits die Menschen längst für ausgestorben hielt. In Anbetracht seiner Erfahrungen mit der menschlichen Spezies ist Caesar nicht gerade angetan von den Eindringlingen, während Malcolm sich nach Kräften müht, die Affen zu überzeugen, dass er und seine Begleiter mitnichten eine Gefahr darstellen, doch die Vorurteile auf beiden Seiten sitzen tief…

Rezension:

Nachdem meine Erstsichtung von Planet der Affen: Prevolution noch nicht allzu lange zurückliegt, kam ich nun in den Genuss, mir dessen Nachfolger Planet der Affen: Revolution quasi im direkten Nachgang und ohne die dreijährige Pause, die eigentlich zwischen Filmen gelegen hat, ansehen zu können, war aber zugegebenermaßen auch skeptisch, inwieweit es gelingen würde, den Überraschungserfolg, intelligentes, emotionales und dennoch bombastisches Blockbuster-Kino in Personalunion auf die Leinwand zu zaubern, wiederholen können würde, zumal Rupert Wyatt hier den Regieposten zugunsten von Matt Reeves aufgegeben hat, der mir vorrangig durch seine Arbeit an Cloverfield ein Begriff war. Das sich hier schon eine falsche Annahme verbirgt, wurde mir dann alsbald auch klar, denn für das Drehbuch zeichnen erneut Rick Jaffa und Amanda Silver verantwortlich, auch wenn hier noch Mark Bomback hinzugekommen ist, aus dessen Feder beispielsweise der doch sehr mäßige Deception stammt. Als würde der Film diesem Umstand Rechnung tragen, reicht der zweite Teil der Prequel-Reihe um den ursprünglichen Planet der Affen auch nicht ganz an seinen Vorgänger heran, kommt ihm aber zumindest nahe und bleibt dem dort transportierten Geist mehr als treu, auch wenn in der Filmhandlung ebenfalls einige Zeit vergangen ist.

Planet der Affen: Revolution | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Den Part, den James Franco im ersten Teil innehatte, übernimmt nun quasi Jason Clarke (Everest) und macht tatsächlich eine nicht minder gute Figur, mausert sich in meinen Augen mittlerweile regelrecht zu einem der verkanntesten und zu Unrecht wenig beachteten Darsteller überhaupt und liefert eine mehr als überzeugende Darstellung ab, während besonders das Zusammenspiel mit dem erneut von Andy Serkis via Motion Capturing zum Leben erweckten Caesar – der völlig zu Recht hier nun auch als erster Hauptdarsteller im Cast geführt wird – regelrecht großartig ist. Überhaupt nimmt man sich ausgiebig Zeit, auch das Leben der Affen zu skizzieren und deren hierarchische und gesellschaftliche Strukturen anzureißen, wodurch allein sie um so vieles lebendiger und stimmiger wirken als ihre doch eher blassen Entsprechungen in anderen Verfilmungen des Stoffes. So ist Planet der Affen: Revolution tatsächlich im Kern ein Anti-Kriegsfilm und dergestalt läuft er vielen einschlägigen Produktionen spielend den Rang ab, was für eine Science-Fiction-Story an sich schon einmal eine Leistung ist, zumindest wenn sie eben der Blockbuster-Schmiede entstammt und man erwarten würde, dass hier die Action regiert, wie ich im Vorfeld auch dank einiger eher irreführender Reviews zuweilen angenommen hatte.

Dem ist aber mitnichten so und ähnlich wie im Film zuvor gibt es zwar durchaus actionreichere Passagen und zum Ende hin wird erwartungsgemäß aufgedreht, doch hat das kriegerische Geschehen hier immer einen schalen Beigeschmack und wirkt bei weitem nicht so sehr auf Unterhaltung gepolt, wie man das letzthin gewohnt ist, gerade wenn man die vielen Missverständnisse, das Misstrauen, den Argwohn, ja im Grunde den Rassismus – der hier natürlich vielmehr Speziesismus genannt werden müsste – berücksichtigt, der schließlich zur unweigerlichen Eskalation der Ereignisse führt. Neben Serkis und Clarke weiß aber auch das restliche Figurenkonsortium zu überzeugen und speziell Gary Oldman (Kind 44) hat es mir in seiner wenn auch vergleichsweise kleinen Rolle wieder einmal enorm angetan, während Keri Russell als empathische Gefährtin von Clarkes Figur einen weit besseren Job abliefert als noch Freida Pinto in Prevolution. Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch Toby Kebbell, der in Planet der Affen: Revolution hinter der Figur des Koba steckt und nicht unmaßgeblich zum wachsenden Misstrauen zwischen den Parteien beiträgt.

Planet der Affen: Revolution | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

So wirkt der Film in seiner Erzählweise nicht zuletzt dank der stimmigen Besetzung ungemein erwachsen, sondern braucht sich auch thematisch nicht zu verstecken, skizziert die Schrecken des Krieges so bitter wie lange kein Film mehr und bedient sich seiner fulminanten Technik nicht des Effektes willen, sondern erneut, um die Illusion zu erschaffen, diese Affen wären wahrhaftig lebendig. Damit geht er einen ganz anderen, besseren, überzeugenderen Weg als viele der Materialschlachten, die ich teilweise zwar auch ihres Unterhaltungswertes wegen sehr schätze, die mich aber nie so zu berühren gewusst haben wie nun Planet der Affen: Revolution, denn die zarte Bande, die sich zwischen Caesar und Malcolm entspinnt, die tragische Freundschaft, ihr gemeinsames Bestreben hin zu einem friedlichen Zusammenleben, das mehr und mehr von Widrigkeiten und Verleumdung torpediert wird, das ist verdammt großes Kino, nur eben kein Blockbuster-Kino, sondern Darsteller-Kino allererster Güte. Bleibt mir wieder einmal nur zu hoffen, dass Regisseur Matt Reeves und Drehbuchautor Mark Bomback (hier dann ohne Jaffa und Silver) mit dem dritten Teil Planet der Affen: Survival ein ähnlich großer Wurf gelingt, doch diesmal werde ich mich gedulden müssen, bevor der neueste Teil voraussichtlich im August in den hiesigen Kinos starten wird.

Fazit & Wertung:

Der diesmal unter der Regie von Matt Reeves entstandene Planet der Affen: Revolution steht seinem Vorgänger in kaum etwas nach und übertrifft ihn gar in manchen Belangen noch, erzählt vor allem aber erneut eine vielschichtige, durchdachte und vor allem emotional packende Geschichte, verpackt in ein mit Affen und Menschen ausstaffiertes Anti-Kriegsdrama, das zwar ohne die Leichtfüßigkeit und den zuweilen durchscheinenden Witz des ersten Teils auskommen muss, in seiner fatalistischen und düsteren Grimmigkeit aber noch einmal merklich ernsthafter und erwachsener wirkt.

8,5 von 10 genetisch verbesserten Menschenaffen

Planet der Affen: Revolution

  • Genetisch verbesserte Menschenaffen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Der diesmal unter der Regie von Matt Reeves entstandene Planet der Affen: Revolution steht seinem Vorgänger in kaum etwas nach und übertrifft ihn gar in manchen Belangen noch, erzählt vor allem aber erneut eine vielschichtige, durchdachte und vor allem emotional packende Geschichte, verpackt in ein mit Affen und Menschen ausstaffiertes Anti-Kriegsdrama, das zwar ohne die Leichtfüßigkeit und den zuweilen durchscheinenden Witz des ersten Teils auskommen muss, in seiner fatalistischen und düsteren Grimmigkeit aber noch einmal merklich ernsthafter und erwachsener wirkt.

8.5/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Filmaffe: 4/5
Der Kinogänger: 8,5/10

Planet der Affen: Revolution ist am 05.12.14 auf DVD und Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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