Review: Wayward Pines | Staffel 1 (Serie)

Heute ist es ja so richtig schön spät geworden mit dem neuesten Bog-Artikel, doch war das Wetter einfach zu gut, als dass ich mich längerfristig vor den Laptop hätte begeben wollen. Ohne Artikel wollte ich euch aber natürlich auch nicht stehen lassen und gerade die Media Monday TeilnehmerInnen unter euch könnten ahnen, wie lange dieser Artikel schon seiner Veröffentlichung harrt.

Wayward Pines
Staffel 1

Wayward Pines, USA 2015–, ca 41 Min. je Folge

Wayward Pines | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Chad Hodge
Ausführende Produzenten:
M. Night Shyamalan
Donald De Line
Chad Hodge
Ashwin Rajan

Main-Cast:
Matt Dillon (Ethan Burke)
Carla Gugino (Kate Hewson)
Shannyn Sossamon (Theresa Burke)
Reed Diamond (Harold Balinger)
Charlie Tahan (Ben Burke)
Melissa Leo (Nurse Pam)
Toby Jones (Dr. Jenkins)
in weiteren Rollen:
Tim Griffin (Adam Hassler)
Juliette Lewis (Beverly Brown)
Terrence Howard (Sheriff Pope)
Hope Davis (Megan Fisher)
Siobhan Fallon Hogan (Arlene Moran)
Justin Kirk (Peter McCall)
Barclay Hope (Brad Fisher)
Sarah Jeffery (Amy)

Genre:
Krimi | Mystery | Science-Fiction | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Wayward Pines | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Secret Service-Agent Ethan Burke wird beauftragt, das Verschwinden zweier Kollegen zu untersuchen, doch unterwegs verunglückt er mit dem Wagen und erwacht in der verschlafenen Kleinstadt Wayward Pines in Idaho. Was Burke aber auch anstellt, erreicht er niemanden beim Secret Service und es gelingt ihm ebenso wenig, die Stadt zu verlassen. Während seiner Bemühungen, herauszufinden, was in dem mysteriösen Ort eigentlich vor sich geht, findet er allerdings die zwei vermissten Agenten, der eine tot, die andere – nicht zufällig seine ehemalige Geliebte – als Ehefrau eines örtlichen Handwerkers. Schnell wird ihm klar, dass womöglich der undurchsichtige Sheriff Pope der Schlüssel zur Erkenntnis sein könnte, ist er es schließlich auch, der den Bewohnern mit drakonischen Strafen bei etwaigen Regelverstößen droht, zu denen auch gehört, die Stadt verlassen zu wollen. Unterdessen schickt sich Burkes Ehefrau Theresa an, mehr über den Verbleib ihres Mannes zu erfahren, doch gibt man sich beim Secret Service merkwürdig bedeckt, woraufhin sie beschließt, sich selbst auf die Suche zu machen…

Rezension:

Es fällt sehr, sehr schwer, über Wayward Pines zu schreiben, ohne dabei zu spoilern, was in diesem Fall tatsächlich fatal wäre wie ich finde, denn ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Science-Fiction-Mystery-Thriller seine bestmögliche Wirkung gerade dann entfaltet, wenn man möglichst wenig, im besten Falle gar nichts über die Serie und deren Handlung weiß und sich einfach auf das Abenteuer einlässt. So war es auch bei mir, als ich eines Sonntags über die Serienstaffel bei Amazon Prime stolperte und so bei mir dachte, dass zehn Folgen ja überschaubar seien und ich also ruhig einen Blick riskieren könnte, was dann zur Folge hatte, dass ich die gesamte Serienstaffel – die ursprünglich auch als in sich geschlossene Miniserie konzipiert war und nachträglich recht überraschend seitens FOX für eine zweite Season verlängert worden ist – in einem Rutsch verschlungen habe und kaum mehr aus dem Staunen herauskam, weil ich wie gesagt absolut keine Ahnung hatte, in welche Richtung sich das Geschehen entwickeln würde und selbst die Genre-Verortung Science-Fiction im Vorfeld nicht gelesen hatte oder ihr zumindest keine Bedeutung beigemessen habe. Science-Fiction kann ja aber zum Glück vieles sein, weshalb ich nicht denke, mit dieser Anmerkung über Gebühr gespoilert zu haben.

Szenenbild aus Wayward Pines | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Nun aber zur Geschichte an sich, nimmt die ihren Anfang damit, dass Secret Service Agent Ethan Burke in Gestalt von Matt Dillon nach einem Autounfall im Krankenhaus von Wayward Pines, Idaho erwacht und – wie sich das für eine anständige Mystery-Serie gehört – prompt merkt, dass etwas hier ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Entsprechende Hinweise häufen sich, die Bewohner verhalten sich merkwürdig, Burke erreicht seine Frau nicht und auch niemanden vom Secret Service, bleibt also vorerst auf sich gestellt. Diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, wie es ihn in die Stadt verschlagen hat und was es mit der Ortschaft auf sich hat, ist im Grunde zunächst Kern der Erzählung und füllt auch einige Folgen, bis sich nach vielen Rätseln und Andeutungen überraschenderweise bereits in der Episode Die erste Generation (1.05) die Wahrheit – daher im Original treffenderweise auch mit The Truth betitelt – herauskristallisiert, was zunächst einmal die mitunter spannendste Folge der Staffel ergibt, doch wer nun meint, die Spannungskurve würde von diesem Moment an stark nach unten neigen, wird überrascht, was sich die Autoren noch alles haben einfallen lassen, denn mit einer großen Offenbarung ist es bei Wayward Pines wahrlich nicht getan und das sich anschließende Geschehen ist im Grunde noch weitaus verstörender als das anfängliche Suspense-Flair.

Nun gut, als einer der ausführenden Produzenten ist der weithin bekannte Regisseur M. Night Shyamalan geführt, der auch die Regie bei der Pilotepisode Das Paradies auf Erden (1.01) übernommen hat und mit Blick auf sein filmisches Schaffen ahnt man bereits, was einen hier erwarten könnte, doch muss auch klar herausgestellt werden, dass die Idee zu Wayward Pines nicht von ihm stammt, die Serie vielmehr auf der gleichnamigen Buchtrilogie von Blake Crouch basiert, wobei – und das ist ungewöhnlich – die Staffel sämtliche Bände der Reihe abdeckt und man folglich bei der zweiten Staffel ohne Vorlage hat auskommen müssen, doch das soll Thema einer späteren Review sein, zumal ich sowieso nicht spekulieren kann, wie diese sich wird behaupten können, müsste ich dafür schließlich signifikante Plot-Details der ersten Staffel verraten, was, wie gesagt, dem Ganzen sicherlich einen Großteil seines Reizes nehmen würde. Das hat aber auch zur Folge, dass der Zehnteiler wunderbar allein funktioniert und einer Fortsetzung nicht zwingend bedarf, auch wenn das Ende es hergibt. Entsprechend könnte man sich der Serie auch widmen, wenn einen die signifikant schlechteren Bewertungen der zweiten Staffel – beispielsweise in der IMDb – abschrecken sollten, wovon ich mich auch nicht ganz freimachen kann.

Szenenbild aus Wayward Pines | © Twentieth Century Fox
© Warner Home Video

Um aber zumindest noch ein wenig unverfänglich daher plaudern zu können, möchte ich gerne noch auf die Besetzung der Serie zu sprechen kommen, denn als wäre Dillon allein nicht genug als Zugpferd für eine TV-Show, gibt es hier einen absolut hochkarätigen Cast zu bestaunen, angefangen mit der in letzter Zeit leider ein wenig ins Hintertreffen geratenen Shannyn Sossamon als Ethan Burkes Frau Theresa und Karla Gugino, gefolgt von Toby Jones als Dr. Jenkins sowie Melissa Leo (The Big Short) als Schwester Pam bis hin zu Juliette Lewis (Im August in Osage County) und Terrence Howard (Prisoners), was in der Summe eine beeindruckende Anzahl an bekannten Namen und fähigen DarstellerInnen ergibt, die Wayward Pines fernab ihrer ungemein wendungsreichen und von Intrigen, Mysterien, Bedrohungen und Offenbarungen geprägten Story zu einem echten Erlebnis machen. Dennoch muss man auch hier wieder sagen, dass der Plot seiner Natur nach nicht ohne logische Patzer daherkommt und nur mit einem gehörigen Schuss des von mir viel und gern zitierten "Willing Supsension of Disbelief" zu funktionieren imstande ist, denn die zunehmend aberwitziger werdende Prämisse auf die Goldwaage legen zu wollen, würde einem recht schnell den Spaß an dem ansonsten so einfallsreich und überzeugend inszenierten Treiben nehmen.

Fazit & Wertung:

Die von M. Night Shyamalan produzierte Serie Wayward Pines macht dessen Ruf alle Ehre und wartet mit einem gehörigen Mystery-Anteil und allerhand Intrigen, Rätseln und Merkwürdigkeiten auf, wobei man sich selbst einen Gefallen tut, mit möglichst wenig Vorwissen an die Sache heranzugehen und sich gänzlich auf die Geschichte einzulassen, die sicherlich nicht frei von Mängeln und auch Logiklöchern sein mag, in der dargebrachten Form aber überraschend gut funktioniert und von einer ganzen Schar namhafter DarstellerInnen profitiert, die dem Geschehen eine gewisse, dringend benötigte Erdung verleihen.

8,5 von 10 unfassbaren Offenbarungen

Wayward Pines | Staffel 1

  • Unfassbare Offenbarungen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Die von M. Night Shyamalan produzierte Serie Wayward Pines macht dessen Ruf alle Ehre und wartet mit einem gehörigen Mystery-Anteil und allerhand Intrigen, Rätseln und Merkwürdigkeiten auf, wobei man sich selbst einen Gefallen tut, mit möglichst wenig Vorwissen an die Sache heranzugehen und sich gänzlich auf die Geschichte einzulassen, die sicherlich nicht frei von Mängeln und auch Logiklöchern sein mag, in der dargebrachten Form aber überraschend gut funktioniert und von einer ganzen Schar namhafter DarstellerInnen profitiert, die dem Geschehen eine gewisse, dringend benötigte Erdung verleihen.

8.5/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Das Paradies auf Erden (8,5/10)
02. Gestern gibt es nicht (8,5/10)
03. Eine außergewöhnliche Stadt (8,5/10)
04. Freunde, Nachbarn, Gefangene (8,5/10)
05. Die erste Generation (9,5/10)
06. Das dunkle Zeitalter (8,5/10)
07. Das Jahr, in dem wir leben (8,5/10)
08. Der Preis der Wahrheit (8/10)
09. Abrechnung (9/10)
10. Drei Jahre, vier Monate (8/10)

 
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Wayward Pines | Staffel 1 ist am 05.11.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Schön, dass dir die Serie auch gefallen hat… :)

  • Für mich wiegen die angesprochenen Mängel doch etwas schwerer, zumal in Verbindung mit dem leicht enttäuschenden Staffelfinale. 7,5 Punkte von mir. Dafür finde ich die 2. Staffel aber nicht viel schlechter (so um die 7 Punkte), wobei sie mit der vorangegangenen das Problem nicht ausgeschöpften erzählerischen Potentials teilt.

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