Review: Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Es wird ja mal allerhöchste Zeit, dass ich mich endlich auch diesen Comics widme und so habe ich mich entschieden, mal mit der Montagsfrage auszusetzen und stattdessen diese erste Comic-Review zu kredenzen, wobei ich natürlich sehr hoffe, bald mehr in diese Richtung offerieren zu können.

Buffy The Vampire Slayer
Staffel 8, Band 1:
Die Rückkehr der Jägerin

Buffy The Vampire Slayer: Season 8 Vol. 1: The Long Way Home, USA 2007, 132 Seiten

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin | © Panini
© Panini

Zeichner:
Georges Jeanty (Der lange Weg nach Hause)
Paul Lee (Die Kette)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07477-4

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin | © Panini
© Panini

Ein Jahr ist vergangen, seit Buffy das Urböse besiegt hat, seit Sunnydale dem Erdboden gleichgemacht worden ist und auch, seit auf der ganzen Welt Jägerinnen erwacht sind. Mittlerweile residieren Buffy, Xander und Co. In einem alten Schloss in Schottland, während es weitere Niederlassungen auf der ganzen Welt gibt, von wo aus die Jägerinnen als eine Art Guerilla-Einheit gegen Dämonen und Vampire ins Feld ziehen. Die quasi paramilitärische Organisation ist allerdings vielen ein Dorn im Auge und das amerikanische Militär hat jüngst damit begonnen, die Überreste von Sunnydale in Augenschein zu nehmen, woraufhin sie dort eine unfassbare Entdeckung machen. Auch privat allerdings liegt bei Buffy und Konsorten wie üblich einiges im Argen, denn Dawn ist jüngst zur Riesin mutiert, während ausgerechnet Willow durch Anwesenheit glänzt, während Buffy damit hadert, sich in ihrer Rolle als Anführerin zunehmend abgekapselt und einsam zu fühlen, doch dafür bleibt kaum noch Zeit, als eine unbekannte Bedrohung den Jägerinnen zuzusetzen beginnt…

Rezension:

Obschon für mich noch einige kleinere Specials aus der IDW-Angel-Comicreihe ausstehen, konnte ich doch nicht länger an mich halten, mich mit Buffy 8.1: Die Rückkehr der Jägerin dem ersten Band der achten Staffel zu widmen, zumal die Angel-Stories ja nun überwiegend nicht zum Kanon gehören, ich also gefahrlos mit der neuen Staffel starten kann. Man merkt schnell, eigentlich bereits auf den ersten Seiten, dass gehörig Zeit vergangen ist seit dem Ende der siebten Staffel und der Zerstörung von Sunnydale, denn dank des schier unbeschränkten Budgets eröffnet Whedon seine Story mit einem Helikopter-Sprung und setzt zunächst gehörig auf Action, während man nach und nach erfährt, dass es Buffy, Xander und Dawn nach Schottland verschlagen hat, mittlerweile auf der Welt rund 1800 Jägerinnen existieren und Giles sowie Andrew weitere "Niederlassungen" leiten. Damit aber nicht genug, ist Dawn jüngst aus zunächst ungeklärten Umständen zur Riesin mutiert und ausgerechnet Willow ist abwesend, während die Geschwister Buffy und Dawn teils wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen sind und sich gegenseitig anzicken.

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin | © Panini
© Panini

Wie zu erwarten, fremdelt man anfänglich tatsächlich ein bisschen, denn auch wenn große Teile der Scoobies weiterhin mit von der Partie sind, sind sie doch reichlich verstreut und das Flair ist ein gänzlich anderes, nun, da Buffy gewissermaßen ein weltumspannendes Unternehmen leitet und Xander als Chef-Koordinator tätig ist, sich immerhin wehmütig an seine Zeit auf dem Bau erinnert. Die Sprüche allerdings, der Zusammenhalt, die "typischen" Probleme allerdings haben sich kaum geändert und so fällt es immer leichter, sich den Figuren langsam wieder zu nähern, zumal Georges Jeanty (Serenity – Blätter im Wind) einen durchaus überzeugenden Job abliefert, wenn man sich auch speziell an die Gesichter erst gewöhnen muss, doch immerhin sind weitestgehend sämtliche Figuren zu erkennen (besitzen meistenteils ja auch genügend einschlägige Alleinstellungsmerkmale) und sind in ihrem Sprachduktus doch weitestgehend überzeugend ihren Serien-Pendants nachempfunden, woran natürlich einerseits Whedon selbst nicht ganz unschuldig ist, andererseits aber auch die passionierte Buffy-Expertin Claudia Kern in ihrer Rolle als Übersetzerin des Bandes.

Dessen ungeachtet muss man aber schon sagen, dass Joss Whedon bei aller Sympathie für seine Werke und seine schier grenzenlos scheinende Kreativität hier doch stellenweise etwas über das Ziel hinausschießt und in Buffy 8.1: Die Rückkehr der Jägerin die Sache durchaus ruhiger hätte angehen können, denn allein in dem vier Hefte umfassenden ersten Storybogen Der lange Weg nach Hause haben wir es wie gesagt mit einer riesenhaften Dawn, nicht minder riesigen Dämonen-Wesen, Helikopter-Einsätzen, einer Zombie-Armee und einem magischen Feuerwerk inklusive Flugeinlagen zu tun, um nur einige Eckdaten zu nennen, derweil an der Story-Front sich ebenfalls einiges tut und Buffy in reichlich surreale Traumwelten entführt wird, wo ihr Ethan Rayne begegnet, während auch ein Wiedersehen mit einer tot geglaubten Figur ins Haus steht, bei der ich sehr gespannt bin, wie man diesen Part noch fortspinnen wird, denn im Moment wirkt es noch ein wenig so, als würden hier lediglich Ereignisse aus der Serie im Nachhinein relativiert.

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin | © Panini
© Panini

Ansonsten findet hier das erste Mal die "Dämmerung" Erwähnung, die doch aller Voraussicht nach zum neuen "Big Bad" der Staffel mutiert, derweil das Thema Sunnydale doch noch nicht ganz abgehandelt zu sein scheint. Um aber auch mal ein wenig konkreter zu kritisieren, hat mich doch speziell Giles‘ Rolle in dem Band sehr gestört, denn dieser gerät beinahe völlig ins Hintertreffen und hat selbst gegenüber Andrew das Nachsehen, wobei beide keine großartige Rolle in der Geschichte spielen, denn dafür ist die räumliche Distanz schlicht zu groß, wobei die unterschiedlichen Hauptquartiere immerhin gerade im zweiten Heft für eine schöne Montage genutzt werden, die sich von Doppelseite zu Doppelseite durch die unterschiedlichen Orte bewegt. Also ja, das typische Flair der Serie ist noch vorhanden, auch wenn man es anfänglich erst freischaufeln muss, aber ich bin mitnichten mit jeder Entscheidung in punkto Story so richtig einverstanden und beispielsweise die riesenhafte Dawn hätte man sich getrost schenken können, während man ansonsten nach dem ersten Band noch nicht allzu viel kritisieren kann, schließlich bleibt abzuwarten, ob und inwieweit zwischen den Staffeln liegende Ereignisse im Nachhinein noch aufgegriffen und erläutert werden, denn die Kluft ist groß, nicht nur zeitlich, sondern auch inszenatorisch, von daher bin ich guter Dinge, dass sich einiges noch fügen wird, zumal der Part um die "Dämmerung" durchaus vielversprechend geraten ist und auf einen interessanten Konflikt hoffen lässt.

Damit übrigens nicht genug, ist neben dem Vierteiler Der lange Weg nach Hause auch noch das One-Shot Die Kette enthalten, das sich losgelöst von der eigentlichen Geschichte noch einmal den Jägerinnen und der Kraft eines Namens widmet und sich diesbezüglich einer herrlich verschachtelten Erzählweise bedient, rein inhaltlich zugegebenermaßen aber durchaus zu vernachlässigen gewesen wäre. Beschlossen wird Buffy 8.1: Die Rückkehr der Jägerin von einer beinahe schon obligatorischen Cover-Galerie, die es allerdings in sich hat, denn gerade die Cover-Gemälde von Jo Chen (von dem auch das Cover des Bandes stammt) sind regelrecht zum Niederknien und würden samt und sonders ungesehen als Kunstdrucke an meine Wand wandern, wenn ich genügend Platz hätte und meine Freundin mich lassen würde.

Fazit & Wertung:

Als Staffelauftakt macht Buffy 8.1: Die Rückkehr der Jägerin eine durchaus solide Figur, auch wenn anfänglich ein leises Gefühl des Fremdelns den Lesegenuss geringfügig stört, das sich allerdings schnell legt. Von diesem Moment an beginnt die Geschichte langsam an Fahrt aufzunehmen und auch wenn sie zuweilen ein wenig überladen wirkt, sind die eröffneten Handlungsstränge doch allesamt interessant und wecken die Lust auf mehr, auch wenn noch längst nicht abzusehen ist, wohin die Reise geht und ob Whedon nicht womöglich noch der Versuchung erliegt, es mit den Superlativen zu übertreiben, die dank unbegrenzter Möglichkeiten im Medium Comic ja nun im Bereich des Möglichen liegen.

8 von 10 gepfählten Vampiren

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin

  • Gepfählte Vampire - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Als Staffelauftakt macht Buffy 8.1: Die Rückkehr der Jägerin eine durchaus solide Figur, auch wenn anfänglich ein leises Gefühl des Fremdelns den Lesegenuss geringfügig stört, das sich allerdings schnell legt. Von diesem Moment an beginnt die Geschichte langsam an Fahrt aufzunehmen und auch wenn sie zuweilen ein wenig überladen wirkt, sind die eröffneten Handlungsstränge doch allesamt interessant und wecken die Lust auf mehr, auch wenn noch längst nicht abzusehen ist, wohin die Reise geht und ob Whedon nicht womöglich noch der Versuchung erliegt, es mit den Superlativen zu übertreiben, die dank unbegrenzter Möglichkeiten im Medium Comic ja nun im Bereich des Möglichen liegen.

8.0/10
Leser-Wertung 4/10 (1 Stimme)
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Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 1: Die Rückkehr der Jägerin ist am 12.02.08 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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