Review: Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman (Film)

Was für Temperaturen heute! Das ist auch der Grund, warum ich den nun folgenden Artikel bereits heute Vormittag auf Termin gelegt habe, denn während ihr diese Zeilen lest, liege ich entweder faul in der Sonne oder verstecke mich daheim vor fiesem Gewitter. Noch weiß ich es nicht, wünsche euch aber schon einmal einen schönen Abend!

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman

Mr. Peabody & Sherman, USA 2014, 92 Min.

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Rob Minkoff
Autor:
Craig Wright (Drehbuch)

Main-Cast:
Ty Burrell (Mr. Peabody [Stimme])
Max Charles (Sherman [Stimme])
Ariel Winter (Penny Peterson [Stimme])
in weiteren Rollen:
Allison Janney (Ms. Grunion [Stimme])
Stephen Colbert (Paul Peterson [Stimme])
Leslie Mann (Patty Peterson [Stimme])
Stanley Tucci (Leonardo da Vinci [Stimme])
Lake Bell (Mona Lisa [Stimme])
Patrick Warburton (Agamemnon [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Nachdem der Hund Mr. Peabody in seinem Leben schon einiges erreicht und zahlreiche Abenteuer bestanden hat, stellt er sich seiner bislang größten Herausforderung und adoptiert einen menschlichen Jungen, den kleinen Sherman. Gemeinsam bereisen die beiden mithilfe der von Mr. Peabody erfundenen Zeitmaschine die unterschiedlichsten Orte und Epochen. Als Sherman allerdings in der Schule mit einem Mädchen namens Penny Peterson aneinandergerät, droht das Jugendamt Mr. Peabody damit, ihm den Jungen wegzunehmen. Um Schadensbegrenzung bemüht, lädt Mr. Pabody die Petersons zu sich nach Hause ein, doch um Penny zu imponieren, erzählt Sherman ihr von der Zeitmaschine und prompt muss Mr. Peabody sich darum bemühen, Schadensbegrenzung ganz anderer Art zu betreiben, denn so eine Zeitreise ist natürlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und unterliegt Regeln, die nicht nur Penny nur zu bereitwillig verletzt…

Rezension:

Lang ist es her, dass ich mich mal wieder einem "klassischen" Animationsfilm gewidmet habe und da ich Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman seinerzeit billig abgreifen konnte, wurde es nun Zeit, dem Film eine Chance zu geben, wobei das Schöne an den neueren Animationsfilmen der einschlägigen Studios wie Pixar oder hier DreamWorks ist, dass man so richtig viel auch nicht falsch machen kann und der Unterhaltungswert auch für die "älteren Kinder" unter den Zuschauern (die Erwachsenen) durchaus gegeben ist. So dachte ich zumindest, denn erstmalig hat mich ein Animationsfilm dieser Art wirklich enttäuscht und frustriert zurückgelassen, denn was hier aufgefahren wird, hat nun wirklich nichts mit Einfallsreichtum oder Esprit zu tun.

Szenenbild aus Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Das fängt im Grunde bei den beiden Hauptfiguren an, die unglaublich steif daherkommen, mich emotional überhaupt nicht abholen konnten und schlichtweg nicht wirklich funktionieren, denn der neunmalkluge Mr. Peabody als Universal-Genie, Pulitzer-Preisträger, Zumba-Erfinder und was weiß ich nicht noch alles ist in seiner alle Sparten umfassenden Perfektion unglaublich langweilig, während Sherman zunächst als ungemein dämlich und begriffsstutzig dargestellt wird, nur um dann im Verlauf der Geschichte eine Hundertachtziggradwende hinzulegen. Die Geschichte selbst ist aber ebenso ein mittelschweres Ärgernis, denn auch wenn man dank Zeitomat munter durch die Epochen flitzt und zur Stippvisite bei der Französischen Revolution, im alten Ägypten oder dem trojanischen Krieg lädt, wirkt das alles doch mehr behelfsmäßig zusammengeschustert, zumal die ganze Odyssee auch noch – wie sollte es anders sein – durch ein Mädchen verursacht wird, auf das Sherman ein Auge geworfen hat, denn selten war mir eine Figur unsympathischer, konnte ich Interesse und Zuneigung weniger nachvollziehen als diese Penny Peterson – die im Original zumindest von der aus Modern Family bekannten Alex Winter gesprochen wird.

Mr. Peabody wiederum bekommt seine Stimme übrigens von Ty Burrell geliehen, doch egal, ob man sich den Film in der englischen oder deutschen Sprachfassung antut, ändert das nichts an dem Umstand, dass die wenigsten Gags zu zünden wissen und überwiegend ungemein flach daherkommen, während die geschichtlichen Exkurse lediglich belehrend und arrogant klingen, ohne hier je über bekannte Allgemeinplätze hinauszukommen, so dass man, selbst wenn man attestieren würde, der blitzgescheite Hund verfolge noch einen Bildungsauftrag, nicht davon sprechen kann, dass hier etwas sonderlich gelungen wäre. Entsprechend krankt Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman an eindimensionalen Figuren, einem wie aufgesetzt wirkenden emotionalen Überbau, der nur mäßig zu packen weiß, ungemein eindimensionalen und grenzwertig dämlichen Nebenfiguren, die wahrscheinlich zum Lachen animieren sollen und doch eher zum Fremdschämen verleiten, einem wie eilig zusammengeschustert wirkenden Plot, der die Bezeichnung kaum verdient und pflichtschuldig ein paar langweilige Geschichtsepochen durchläuft und last but not least einem Humor, den ich persönlich kaum als solchen bezeichnen möchte und der mich genau ein einziges Mal – genau, richtig, einmal – zum Schmunzeln gebracht hat, während ich den Rest der Zeit mit Seufzen und/oder Augenrollen beschäftigt war.

Szenenbild aus Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Okay klar, für die ganz kleinen unter den Zuschauern – Altersfreigabe ab null Jahren und dann reden die in Ägypten darüber [Mini-Spoiler], wie Penny die Gedärme aus dem Körper gerissen werden sollen?!? [Mini-Spoiler Ende] – mag es hier noch die eine oder andere spaßige Rutschpartie geben, während vielleicht auch die Slapstick-Einlagen bei diesem Publikum besser ankommen mögen, doch kenne ich es eigentlich so, dass für die Erwachsenen doch meist eine mehr oder minder ausgeprägte Meta-Ebene vorhanden ist, so dass eben alle Altersgruppen ihren Spaß an derlei Filmen haben können, doch diese Ebene scheint man sich hier direkt geschenkt zu haben, wobei es tatsächlich ein paar Sprüche geben mag, die die Jüngeren nicht verstehen, doch auch für die Älteren sind diese schlichtweg – ihr ahnt es fast – nicht witzig! Nein, abgesehen davon, dass es an den Animationen nichts auszusetzen gibt, kann ich nicht viel Gutes über Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman verlauten lassen und bin wirklich enttäuscht, aber hier wie auch bei allen anderen Genres gilt wohl, dass einem nicht alles gefallen kann.

Fazit & Wertung:

DreamWorks‘ Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman weiß mit seinen halbgaren und unglaublich platten Witzen kaum zu unterhalten und ungeachtet der eigentlich vielversprechenden Ausgangssituation auch dramaturgisch selten zu überzeugen, so dass weite Teile des Films wie lieblos aneinandergereihtes Stückwerk wirken, denen sowohl Witz als auch Esprit sicherlich gutgetan hätten. Gemessen an den vielen ungleich lohnenswerteren Alternativen kann und sollte man diesen Film tunlichst ignorieren.

5 von 10 bereisten Epochen

Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman

  • Bereiste Epochen - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

DreamWorks‘ Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman weiß mit seinen halbgaren und unglaublich platten Witzen kaum zu unterhalten und ungeachtet der eigentlich vielversprechenden Ausgangssituation auch dramaturgisch selten zu überzeugen, so dass weite Teile des Films wie lieblos aneinandergereihtes Stückwerk wirken, denen sowohl Witz als auch Esprit sicherlich gutgetan hätten. Gemessen an den vielen ungleich lohnenswerteren Alternativen kann und sollte man diesen Film tunlichst ignorieren.

5.0/10
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Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman ist am 19.09.14 auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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