Review: Per Anhalter durch die Galaxis (Film)

Heute ein gar nicht mal so aktueller Film, auf den ich letztens aber wieder wahnsinnige Lust verspürte, weshalb er natürlich hier nicht unerwähnt bleiben soll, zumal insbesondere die Besetzung doch ziemlich großartig geraten ist, auch wenn sich das seinerzeit in einigen Fällen dergestalt noch gar nicht absehen ließ.

Per Anhalter durch die Galaxis

The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, USA/UK 2005, 109 Min.

Per Anhalter durch die Galaxis | © Touchstone
© Touchstone

Regisseur:
Garth Jennings
Autoren:
Douglas Adams (Buch-Vorlage & Drehbuch)
Karey Kirkpatrick (Drehbuch)

Main-Cast:
Sam Rockwell (Zaphod Beeblebrox)
Yasiin Bey (Ford Prefect)
Zooey Deschanel (Trillian)
Martin Freeman (Arthur Dent)
Bill Nighy (Slartibartfast)
Anna Chancellor (Questular Rontok)
John Malkovich (Humma Kavula)
in weiteren Rollen:
Stephen Fry (Narrator / The Guide [Stimme])
Alan Rickman (Marvin [Stimme])
Helen Mirren (Deep Thought [Stimme])

Genre:
Science-Fiction | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Per Anhalter durch die Galaxis | © Touchstone
© Touchstone

Es läuft nicht gerade rund für Arthur Dent, denn ein Bautrupp droht, sein Haus abzureißen, während Arthur noch der verpatzten Chance bei der attraktiven Tricia hinterhertrauert, die er auf einer Party kennengelernt hat, sich allerdings nicht bei ihm meldet. Während Arthur sich noch den nahenden Bulldozern in den Weg wirft, erscheint sein bester Freund Ford Prefect und entführt ihn in ein nahegelgenes Pub, wo er ihm einerseits enthüllt, nicht von der Erde, sondern von einem kleinen Planeten nahe Beteigeuze Fünf zu stammen, andererseits, dass die Vogonen zugunsten einer Hyperraumroute die Erde zu atomisieren gedenken. Ehe sich Arthur versieht, initiiert Ford im letzten Moment die Flucht von der Erde und der völlig perplexe Arthur findet sich mit seinem Freund an Bord eines Vogonenschiffes wieder. Von dort gestaltet sich die Weiterreise durchaus schwierig, doch schlussendlich gelingt ihnen die Flucht auf ein nahegelegenes Schiff, das nicht nur von Zaphod Beeblebrox und seinem manisch-depressiven Roboter Marvin benannt ist, sondern auch Tricia, die es ebenfalls ins All verschlagen hat, weshalb sie sich mittlerweile Trillian nennt…

Rezension:

Vor einiger Zeit überkam mich der dringende Wunsch, Per Anhalter durch die Galaxis einer erneuten Sichtung zu unterziehen und da die Adaption des gleichnamigen Buches von Douglas Adams bisher nicht ihren Weg auf meinen Blog gefunden hat, stand natürlich auch eine entsprechende Kritik außerfrage. Und tatsächlich macht der Film auch zum wiederholten Male durchaus Spaß, doch ebenso erinnerte ich mich schnell, inwieweit er mich dann auch wieder an vielen Stellen zu frustrieren wusste, denn viele Änderungen im Vergleich zum Buch mögen zwar begründet und wohlüberlegt gewesen sein, doch wirkt die gesamte Reise nach einem durchaus gelungenen Einstieg an mehr als einer Stelle etwas holprig und folgt nur einem marginalen roten Faden. Was aber beim Buch nicht wirklich anders war, funktioniert dort dank der ausschweifenden und ungemein unterhaltsamen Auszüge aus dem Hitchhiker’s Guide deutlich besser als hier, wobei der Guide ja durchaus auch im Film Verwendung findet und die Einspieler allesamt sehr gelungen sind, zumal zumindest im Original niemand Geringeres als Stephen Fry die Texte vertonen durfte, doch selbst diese stimmige Adaption des Wesens der Buch-Vorlage gerät im weiteren Verlauf des Films mehr und mehr in Vergessenheit.

Szenenbild aus Per Anhalter durch die Galaxis | © Touchstone
© Touchstone

Dafür immerhin ist dem Film in weiten Teilen der typisch britische Humor zu eigen und insbesondere der damals (zumindest hierzulande) noch weitestgehend unbekannte Martin Freeman (Der Hobbit) gibt einen wahnsinnig sympathischen Arthur Dent ab, dem ich gerne auch noch viele Stunden mehr durch die Galaxis gefolgt wäre. Ähnliches kann man auch dem Rest der Besetzung attestieren, die wirklich eine der größten Stärken von Per Anhalter durch die Galaxis darstellt und den Film davor bewahrt, womöglich gar zum Ärgernis für Buch-Kenner zu werden, denn angefangen mit dem Hip-Hop-Künstler und Gelegenheits-Schauspieler Yasiin Bey aka Mos Def (Can A Song Save Your Life?) als Ford Prefect über die auch damals schon nicht minder bezaubernde Zooey Deschanel (New Girl) als Trillian bis hin zu Tausendsassa Sam Rockwell (Ganz weit hinten) als durchgeknallter Präsident Zaphod Beeblebrox ist allein schon diese bunt zusammengestellte Truppe mitunter bester Grund, den Film zu sehen und zu mögen. Entsprechend launig gibt sich die Adaption und dürfte sowohl Buch-Kennern als auch Nicht-Kennern Freude bereiten, wenn eben im Mittelteil nicht so einige Hänger wären, die das Vergnügen ein wenig trüben.

Szenenbild aus Per Anhalter durch die Galaxis | © Touchstone
© Touchstone

Dennoch punktet die Produktion mit teils subversivem Charme und gehöriger Skurrilität, derweil nicht alle Neuerungen – die übrigens allesamt aus der Feder von Douglas Adams selbst stammen – schlecht sein müssen, denn beispielsweise die Figur des Humma Kavula wurde eigens für den Film entwickelt und von dem nicht minder großartigen John Malkovich (Warm Bodies) übernommen. Ansonsten wissen auch die Außerirdischen zu überzeugen, die angenehm handgemacht wirken und nicht – wie mittlerweile üblich – samt und sonders CGI-Effekt-Schmieden entstammen, während zum Ende hin noch Bill Nighy in einer kleineren Rolle zu verzücken weiß. Für viele sicherlich grundsätzlich obligat, sollte man hier aber auch grundsätzlich auf die Original- statt der synchronisierten Fassung zurückgreifen, denn neben Fry entgeht einem ansonsten auch der mittlerweile verstorbene Alan Rickman als Stimme des manisch depressiven Roboters Marv, der gemeinsam mit dem Rest der Crew das Herz und die Seele des Films bildet, ebenso wie Helen Mirren als Supercomputer "Deep Thought" noch einmal deutlich markanter ist als in der deutschen Sprachfassung.

So adaptiert Per Anhalter durch die Galaxis zwar durchaus charmant die gleichnamige Buchvorlage und erfasst auch sicherlich deren Wesen, doch regelrecht punkten kann der Film vorrangig bei der Wahl der Darstellerinnen und Darsteller, denn nicht jeder Witz zündet, der Hitchhiker’s Guide hätte über die Laufzeit des Films präsenter sein können, die Geschichte weniger sprunghaft, die Änderungen gegenüber dem Buch teils nicht so gravierend, als dass man von einer uneingeschränkt empfehlenswerten Verfilmung sprechen könnte, weshalb ich mir auch nach jeder erneuten Sichtung nicht sicher bin, ob man den Film objektiv als gut bezeichnen kann oder ob er nicht doch eher in die Kategorie "Guilty Pleasure" fällt.

Fazit & Wertung:

Die Verfilmung von Douglas Adams‘ Per Anhalter durch die Galaxis bewahrt sich durchaus den Charme der Vorlage, was aber zu großen Teilen an dem formidablen Cast bis in die kleinsten Rollen liegen dürfte, denn dramaturgisch verzeichnet der Film durchaus einige Längen und nimmt sich teils enorme Freiheiten bei der Adaption des intergalaktischen Road-Trips, während der skurrile Humor tatsächlich nicht in jeder Situation vollends zünden kann. Unterhaltung und Kurzweil sind dank der charmanten Machart aber dennoch überzeugende Verkaufsargumente.

7 von 10 weisen Ratschlägen des Hitchhiker’s Guide

Per Anhalter durch die Galaxis

  • Weise Ratschläge des Hitchhiker’s Guide - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Die Verfilmung von Douglas Adams‘ Per Anhalter durch die Galaxis bewahrt sich durchaus den Charme der Vorlage, was aber zu großen Teilen an dem formidablen Cast bis in die kleinsten Rollen liegen dürfte, denn dramaturgisch verzeichnet der Film durchaus einige Längen und nimmt sich teils enorme Freiheiten bei der Adaption des intergalaktischen Road-Trips, während der skurrile Humor tatsächlich nicht in jeder Situation vollends zünden kann. Unterhaltung und Kurzweil sind dank der charmanten Machart aber dennoch überzeugende Verkaufsargumente.

7.0/10
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