Montagsfrage: Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht?

Zunächst dachte ich ja, zu dieser Montagsfrage kaum etwas schreiben zu können, aber nachdem ich mir die Fragestellung noch einmal angesehen hatte, nun, da hatte ich plötzlich doch etwas loszuwerden.

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Frühere Antworten finden sich in meinem Montagsfragen-Archiv. Die aktuelle Montagsfrage findet sich beim Buchfresserchen und lautet in dieser Woche

Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht?
Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?

Okay, zur Montagsfrage diese Woche kann ich quasi überhaupt nichts sagen, denn meine Erfahrungen mit "Gay Romance" belaufen sich auf exakt Null und mir war bis heute nicht einmal klar, dass es eine derartige Genre-Bezeichnung überhaupt gibt, derweil sich mir auch nicht erschließt, warum man das nun so explizit von "Hetero Romance" und "Lesbian Romance" abgrenzen müsste. In diesem Zusammenhang dann auch von mir die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob Cap und Capper dann auch dem Genre "Animal Friendship" zuzuordnen wäre, um zu verdeutlichen, was mich daran stört. Weit mehr aber stört mich die Art der Fragestellung, so dass ich gut verstehen kann, dass die Fragenstellerin oder der Fragensteller laut Buchfresserchen anonym bleiben wollte, denn der Passus "was stößt euch ab?" ist ja mal unter aller Kanone und ich bin mir sicher, wenn nicht nach "Gay Romance", sondern nach – beispielsweise – Psychothrillern gefragt worden wäre, wäre niemandem die Formulierung in den Sinn gekommen.

In diesem Sinne habe ich zwar zur eigentlichen Frage nichts beizusteuern – was im Übrigen nicht an einer Aversion für das Thema liegt, sondern daran, dass ich generell keine irgendwas-Romance-Bücher lese – wohl aber dazu, wie unglücklich die Frage gestellt worden ist. Und das heutzutage, wo man sich doch vorzugsweise ach so aufgeklärt und tolerant gibt. Um aber auch hier wieder den Schwenker zu den anderen Medien zu machen, die ich an dieser Stelle so behandele, erspare ich mir eine Auflistung der Filme und Serien mit schwulen oder lesbischen Paaren – denn das käme einer Rechtfertigung gleich – und bleibe schlichtweg verdutzt zurück, dass man dieses Thema ausgerechnet in meinem Teil der Blogosphäre auf diese wie ich finde sehr unglückliche Weise aufs Trapez bringt, beziehungsweise es für nötig hält, gleichgeschlechtliche Liebe dergestalt abzugrenzen, ob es diese Genre-Bezeichnung nun gibt oder nicht.

Und so fällt mir auf die letzten Meter doch noch eine Antwort auf die (Teil-)Frage ein, was mich daran abstößt: Die Art und Weise, wie das Thema durch ebensolche Formulierungen zu etwas Absonderlichem stilisiert wird.

  • Lilly Sjöberg

    Hallo Wulf,

    ein sehr guter Artikel, dem ich nur zustimmen kann.
    Ich hatte es schon an andere Stelle geschrieben, dass ich es schlimm und traurig finde, dass man da überhaupt drüber diskutieren muss. Auf der anderen Seite, so lange es immer noch so ist, wie es ist, ist es vielleicht ganz gut, dass darüber geredet wird.
    Und es scheint leider noch so viele zu geben, die es anstößig oder abstößig findet.

    Liebe Grüße
    Lilly
    http://lillysjoeberg.blogspot.de/2017/07/gay-romance.html

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