Portrait: Liam Neeson

Ehre, wem Ehre gebührt und so widme ich heute endlich eines meiner Portraits dem großartigen Liam Neeson, der mich in filmischer Hinsicht quasi bereits seit frühester Kindheit begleitet und den ich schätze wie kaum sonst einen Schauspieler, doch seine Umtriebigkeit brachte es eben mit sich, dass die filmische Vita so dermaßen umfangreich geraten ist, dass es mir ein Anliegen war, zunächst einen signifikanten Anteil der unter seiner Beteiligung entstandenen Werke zu rezensieren, um diesem Portrait eine Daseinsberechtigung zu verleihen. Diesen Moment halte ich nun aber für gekommen, auch wenn ich – der Ausrichtung meines Blogs folgend – beinahe ausschließlich neuere Werke mit ihm vorzuweisen habe, denn auch was sein "Spätwerk" betrifft, lohnt ein Blick allemal und verspricht vor allem Unterhaltung für schier endlose Stunden. Widmen wir uns also nun einem der berühmtesten (und großartigsten) irischen Schauspieler schlechthin.

Liam Neeson

Liam Neeson

Der am 7. Juni 1952 in Ballymena, Nordirland geborene Liam Neeson – eigentlich William John Leeson – wollte, obwohl er bereits während seiner Schulzeit regelmäßig an Theateraufführungen teilnahm, ursprünglich Lehrer werden, brach aber letztlich sein Studium an der Queen’s University of Belfast ab und verdingte sich unter anderem als Gabelstapler-Fahrer in einer Guinness-Brauerei. 1976 dann schloss sich Neeson der Theatergruppe Lyric Players‘ Theatre in Belfast an, woraufhin er schlussendlich auf der Bühne entdeckt und 1981 als Gawain in Excalibur besetzt wurde, gleichwohl er auch im Vorfeld bereits einige kleine Rollen übernommen hatte. Es schlossen sich zahlreiche kleinere wie größere Rollen – oftmals an der Seite von bekannten DarstellerInnen wie Anthony Hopkins, Robert de Niro oder Daryl Hanna an – , derweil er 1992 in Woody Allens Ehemänner und Ehefrauen zu sehen war, bevor er nur ein Jahr später für seine Rolle als Oskar Schindler in Steven Spielbergs Schindlers Liste weltberühmt werden sollte. Entsprechend brachte ihm die Rolle nicht nur gehörige Lorbeeren, sondern auch Nominierungen für alle wichtigen Filmpreise ein, was natürlich für seine Karriere enormen Aufwind bedeutete.

Entsprechend war Liam Neeson fortan vermehrt in Hauptrollen zu sehen und verlegte sich in dieser Hinsicht auf historische Helden wie etwa Rob Roy oder Michael Collins, während er – völlig entgegen dieser Marschrichtung – 1999 in Star Wars: Episode 1 als Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn in Erscheinung trat und dergestalt den Mentor des von Ewan McGregor verkörperten jungen Obi-Wan Kenobi gab, was seine Popularität natürlich noch um ein Vielfaches steigerte. So war er beispielsweise 202 Teil des Ensembles von Richard Curtis‘ kultigem Episodenfilm Tatsächlich… Liebe, verkörperte 2004 Alfred Kinsey in Kinsey und veredelte Ridley Scotts Königreich der Himmel mit seiner Rolle als Kreuzritter und Vater der Figur von Orlando Bloom. Ein Jahr später beteiligte sich Neeson ebenso an Christopher Nolans Interpretation des düsteren DC-Helden in Batman Begins, bevor er 2008 ein weiteres Quasi-Comeback feierte, als er die Rolle des Bryan Mills in Pierre Morels Überraschungs-Hit Taken übernahm, was den Grundstein für eine zweite Karriere als Action-Held legen sollte, derweil allein dieser Film zwei – wenn auch nur leidlich überzeugende – Fortsetzungen nach sich zog.

2010 wiederum überraschte Neeson erneut mit Wandlungsreichtum und spielte einerseits den Gott Zeus in Kampf der Titanen (eine Rolle, die er auch in dessen Nachfolger Zorn der Titanen erneut übernehmen sollte), andererseits Hannibal, seines Zeichens Chef des A-Team in der gleichnamigen Neuinterpretation von Joe Carnahan. Dem gefiel Neesons Darstellung anscheinend so gut, dass er ihn prompt für den 2011 erschienenen Survival-Thriller The Grey erneut besetzte, derweil Neeson zu dieser Zeit auch das erste Mal mit Regisseur Jaume Collet-Serra für Unknown Identity zusammenarbeitete, der ihn drei Jahre später auch für seinen Nachfolgefilm Non-Stop und wiederum ein Jahr später – 2015 – in Run All Night besetzte. Unterdessen drehte Liam Neeson die nächsten zwei Taken-Teile, übernahm die Hauptrolle in Paul Haggis‘ Dritte Person neben unter anderem Olivia Wilde und war als Matt Scudder in der Literatur-Verfilmung A Walk Among the Tombstones zu sehen.

Seiner markanten Stimme geschuldet war Neeson auch vermehrt lediglich zu hören und gab beispielsweise den Erzähler in The Huntsman & the Ice Queen, während er in Sieben Minuten nach Mitternacht dem Monster seine Stimme lieh. 2016 spielte Neeson ansonsten an der Seite von Andrew Garfield und Adam Driver in Martin Scorseses Silence und wird – voraussichtlich noch in 2017 – als Mark Felt, seines Zeichens treibende Kraft bei der Enthüllung des Watergate-Skandals, in dem gleichnamigen Film zu sehen sein, derweil er sich 2018 in Steve McQueens neuestem Film Widows neben unter anderem Elizabeth Debicki und Colin Farrell die Ehre geben wird.

Filmografie 2000-2016: (Auswahl)

2016: Silence
2016: Sieben Minuten nach Mitternacht
2016: Operation Chromite
2015: A Christmas Star
2015: Ted 2
2015: The Garden’s Defining Moments (Mini-Serie)
2015: Run All Night
2014: 96 Hours – Taken 3
2014: Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones
2014: The Prophet
2014: A Million Ways to Die in the West
2014: The Lego Movie
2014: Non-Stop
2014: Operation: Nussknacker – Auf die Nüsse, fertig, los!
2013: Dritte Person
2013: Khumba – Das Zebra ohne Streifen am Popo
2012: 96 Hours – Taken 2
2012: The Dark Knight Rises
2012: Battleship
2012: Zorn der Titanen
2011: The Grey – Unter Wölfen
2011: Unknown Identity
2010: Die Chroniken von Narnia – Die Reise auf der Morgenröte
2010: 72 Stunden – The Next Three Days
2010: Das A-Team – Der Film
2010: Kampf der Titanen
2009: After.Life
2009: Chloe
2009: Five Minutes of Heaven
2008: Der Andere
2008: Ponyo: Das grosse Abenteuer am Meer
2008: Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia
2008: 96 Hours
2006: Seraphim Falls
2005: Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia
2005: Breakfast on Pluto
2005: Batman Begins
2005: Königreich der Himmel
2004: Kinsey – Die Wahrheit über Sex
2003: Tatsächlich… Liebe
2002: Gangs of New York
2002: K-19 – Showdown in der Tiefe
2000: Ein Herz & eine Kanone

 

Filmografie 1979-1999: (Auswahl)

1999: Das Geisterschloß
1999: Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung
1998: Les Misérables
1996: Michael Collins
1996: Davor und danach
1996: The Great War and the Shaping of the 20th Century (Mini-Serie)
1995: Rob Roy
1994: Nell
1993: Schindlers Liste
1993: Ethan Frome
1992: Der Schein-Heilige
1992: Der Tod lauert in Kairo
1992: Ehemänner und Ehefrauen
1992: Wie ein Licht in dunkler Nacht
1991: Unter Verdacht
1990: Big Man
1990: Darkman
1989: Ruf nach Vergeltung
1988: High Spirits
1988: Der Preis der Gefühle
1988: Das Todesspiel
1988: Satisfaction
1987: Suspect – Unter Verdacht
1987: Auf den Schwingen des Todes
1986: Duet for One
1986: Mission
1986: Rache ist ein süßes Wort (Mini-Serie)
1985: Lamb
1985: The Innocent
1985: Des Lebens bittere Süße (Mini-Serie)
1984: Ellis Island (Mini-Serie)
1984: Die Bounty
1983: Krull
1981: Excalibur
1979: Christiana

 

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