Review: Ich bin Nummer Vier (Film)

Endlich einmal wieder ein ziemlicher Griff ins Klo, damit auch niemand Gefahr läuft zu glauben, ich würde ausnahmslos jeden Film in den Himmel loben, wobei ich mir zugegebenermaßen ja wirklich die Einser- und Zweier-Wertungen für die Sat 1-Dienstagsfilme aufspare, die ihr an dieser Stelle allerdings niemals rezensiert sehen werdet, weil ich mir ja nur Sachen angucke, die mich auch interessieren. Dass die dann aber nicht zwangsläufig gut sein müssen, sieht man hier, auch wenn ich vorher schon ziemlich genau wusste, dass mich ziemlicher Quatsch erwarten würde.

Ich bin Nummer Vier

I Am Number Four, USA 2011, 109 Min.

Ich bin Nummer Vier | © Touchstone
© Touchstone

Regisseur:
D.J. Caruso
Autoren:
Alfred Gough (Drehbuch)
Miles Millar (Drehbuch)
Marti Noxon (Drehbuch)
Pittacus Lore (Buch-Vorlage)

Main-Cast:

Alex Pettyfer (John)
Timothy Olyphant (Henri)
Teresa Palmer (Number 6)
Dianna Agron (Sarah)
Callan McAuliffe (Sam)
Kevin Durand (Mogadorian Commander)

Genre:
Abenteuer | Action | Science-Fiction

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Ich bin Nummer Vier | © Touchstone
© Touchstone

Nach außen hin scheint John Smith ein ganz normaler junger Mann zu sein, weshalb niemand ahnt, dass es sich bei ihm um einen Außerirdischen vom Planeten Lorien handelt, der auf der Erde Zuflucht vor den Mogadorians sucht, die erbarmungslos Jagd auf die letzten Bewohner seines Heimatplenten machen, von denen nur neun überlebt haben – er ist Nummer Vier. John zur Seite gestellt ist sein Wächter Henri, der sich redlich bemüht, seine Spuren zu verwischen und für Johns Sicherheit zu garantieren. Entsprechend insistiert Henri, den aktuellen Wohnort zu wechseln, als ein glühendes Brandmal an Johns Bein ihm verrät, dass die ersten drei bereits das Zeitliche gesegnet haben. So ziehen John und Henri in eine verschlafene Kleinstadt in Ohio und versuchen weiterhin, sich bedeckt zu halten, doch alsbald wirft John ein Auge auf die attraktive Hobbyfotografin Sarah, die ihrerseits ebenfalls von John fasziniert ist. Alsbald aber haben die Mogadorians seine Spur aufgenommen und sein "normales" Leben droht, in sich zusammenzufallen…

Rezension:

Während ich mich verzweifelt mühe, meinen Stapel ungesehener Blu-rays zu reduzieren, gibt es zwischendurch ja auch immer wieder Filme, bei denen ich froh bin, Netflix sei Dank nicht auf die Kauffassung zurückgreifen zu müssen, so wie nun auch bei Ich bin Nummer Vier, den ich im Grunde allein aufgrund der Beteiligung von Teresa Palmer immer irgendwann mal sehen wollte, wohlwissend, dass ihre Rolle klein und der Film sicherlich nicht wirklich gut sein würde und siehe da, sollte ich mit beiden Punkten Recht behalten. Reden wir aber ruhig mal über den eigentlichen Film, der natürlich gedacht war als Auftakt zu einem Franchise, das idealerweise mindestens so erfolgreich werden würde wie die Twilight-Reihe, es aber niemals über einen ersten Teil hinaus geschafft hat, der gerade gegen Ende dann auch tatsächlich wie ein in die Länge gezogener Prolog wirkt.

Szenenbild aus Ich bin Nummer Vier | © Touchstone
© Touchstone

Um also auf Nummer Sicher zu gehen, ein teenie-kompatibles Franchise zu generieren, bedient man sich so ziemlich jedem Klischee, dass man für eine Highschool-Schmonzette zu fassen kriegt und garniert das Ganze dann mit einem auch Science-Fiction durch Außerirdische, denn die Sache mit den Vampiren und Werwölfen haben ja andere schon gebracht. Da hat es dann den durchtrainierten und smarten Außerirdischen, der hier auf den cleveren Decknamen John hört und aussieht wie Alex Pettyfer (In Time), der mal irgendwo als Shootingstar bezeichnet worden ist, wovon ich aber nichts weiß und der kommt dann mit seiner "Ich-bin-hübsch-und-habe-ein-Geheimnis-deshalb-bin-ich-Außenseiter"-Attitüde an die neue Schule und lernt dort Sarah, das ihm artverwandte "Ich-bin-hübsch-und-fotografiere-analog-deshalb-bin-ich-Außenseiterin"-Mädchen kennen, während das ihr Ex-Freund – natürlich Anführer der garstigen Schulrabauken-Gang – gar nicht gern sieht.

Von diesem Punkt ausgehend entspinnt sich dann also ein klassisches Teenie-Drama und John bekommt Gelegenheit, einem anderen Außenseiter zu helfen, gerät dafür mit der fiesen Gang aneinander, während man als Zuschauer verwundert bemerkt, dass die von Dianna Agron (Malavita) gespielte Sarah beim Fotografieren nicht einmal durch den Sucher gucken, geschweige denn fokussieren muss, aber es reicht ja auch, wenn man mit einfachsten Mitteln ein wenig Retro-Chic etabliert. Und kaum hat man dann zwei Drittel von Ich bin Nummer Vier hinter sich gebracht, bricht sich plötzlich die Action Bahn und wertet mit ein paar netten Effekten und vor allem einer als Nummer Sechs in Aktion tretenden Teresa Palmer (Warm Bodies) das Geschehen zum Schluss hin noch einmal gehörig auf, wahrscheinlich um für den trivial-inspirationslosen Start zu entschädigen, auch wenn der Film selbst in seinem letzten Drittel natürlich weit davon entfernt ist, wirklich gut zu werden.

Szenenbild aus Ich bin Nummer Vier | © Touchstone
© Touchstone

Um aber noch einmal ein wenig ernsthafter zu werden, ist ich bin Nummer Vier in seinen besten Momenten durchaus charmant bis kurzweilig, doch gibt es davon eben nicht allzu viele, derweil speziell Timothy Olyphant (Santa Clarita Diet) als Johns Aufpasser Henri eine echte Enttäuschung ist, weil er nicht nur nichts auf dem Kasten zu haben scheint und den umtriebigen "Teenie" kaum zu bändigen weiß, sondern irgendwo in der Trivialität des Ganzen die Schauspielerei verlernt zu haben scheint. Teresa Palmer immerhin beeindruckt mit physischer Präsenz und man merkt deutlich, dass sie für die Rolle lange und ausgiebig trainiert haben mag, derweil ihre Figur ansonsten gänzlich konturlos bleibt und möglicherweise in der angedeuteten Fortsetzung weiter charakterisiert worden wäre. Im Grunde ist das aber auch das Hauptproblem von Ich bin Nummer Vier, denn bei entsprechendem Unterhaltungswert sehe ich ja gern über so manches Klischee und Versatzstück hinweg, doch dieser Film wirkt schlussendlich so müde zusammengeklaut und vor allem unfertig, weil alles darauf getrimmt scheint, erst im nächsten Teil eingehender behandelt zu werden, dass abgesehen von ein paar hübschen Menschen und ein paar ordentlich inszenierten Actionszenen wirklich nichts von dem Film in Erinnerung bleibt.

Fazit & Wertung:

D.J. Carusos Ich bin Nummer Vier bedient sich so offenkundig an beinahe sämtlichen Highschool-Klischees, dass es schon fast wieder unterhaltsam wirkt, während der Plot oberflächlich und nichtssagend vor sich hindümpelt, um im letzten Drittel in ein immerhin ziemlich solide inszeniertes Action-Spektakel zu münden, das zumindest ein Stück weit für den vorangegangenen "Plot" entschädigt. Gut, geschweige denn sehenswert wird der Film aber trotz einer mega-toughen Teresa Palmer nicht.

4,5 von 10 untergetauchten Außerirdischen

Ich bin Nummer Vier

  • Untergetauchte Außerirdische - 4.5/10
    4.5/10

Fazit & Wertung:

D.J. Carusos Ich bin Nummer Vier bedient sich so offenkundig an beinahe sämtlichen Highschool-Klischees, dass es schon fast wieder unterhaltsam wirkt, während der Plot oberflächlich und nichtssagend vor sich hindümpelt, um im letzten Drittel in ein immerhin ziemlich solide inszeniertes Action-Spektakel zu münden, das zumindest ein Stück weit für den vorangegangenen "Plot" entschädigt. Gut, geschweige denn sehenswert wird der Film aber trotz einer mega-toughen Teresa Palmer nicht.

4.5/10
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