Review: Mr. Right (Film)

Heute möchte ich dann mal über einen in meinen Augen extrem großartigen Film sprechen, auch wenn sich hier sicherlich die Geister scheiden werden, aber Mr. Right hat bei mir – um mein eigenes Fazit zu zitieren – "so zielsicher einen Nerv getroffen […], dass es schon erschreckend ist."

Mr. Right

Mr. Right, USA 2015, 95 Min.

Mr. Right | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Paco Cabezas
Autor:
Max Landis

Main-Cast:
Sam Rockwell (Mr. Right / Francis)
Anna Kendrick (Martha McKay)
Tim Roth (Hopper / Reynolds)
in weiteren Rollen:
James Ransone (Von Cartigan)
Anson Mount (Richard Cartigan)
Michael Eklund (Johnny Moon)
RZA (Shotgun Steve)

Genre:
Action | Komödie | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mr. Right | © Universum Film
© Universum Film

Man mag sich darüber streiten, ob Martha nur ein wenig exzentrisch oder regelrecht gestört ist, doch Fakt ist, dass die Trennung von ihrem Freund, der es beinahe vor ihren Augen mit einer Anderen getrieben hätte, sie nun gehörig über die Stränge schlagen lässt, während Martha ihren Frust mehr als bewusst ertränkt. Dann aber begegnet sie im Supermarkt Francis und es scheint prompt um sie beide geschehen, derweil Francis nicht damit hinter dem Berg hält, ein Auftragskiller zu sein, was Martha aber natürlich nicht für voll nimmt. Während Martha und Francis im Liebestaumel durch die Stadt stromern, heften sich allerdings mehr und mehr zwielichtige Typen an ihre Fersen, denn während die eine Partei noch ein Hühnchen mit Francis zu rupfen hat, gedenkt die andere Partei, ihn für seine Zwecke zu missbrauchen, denn nach einem gehörigen Schlag auf den Kopf ist Francis der festen Meinung, dass Mord falsch ist, weshalb er dazu übergegangen ist, seine Auftraggeber auszuschalten, statt sich an die Fersen seiner eigentlichen Zielpersonen zu heften. Und irgendwann kommt natürlich auch Martha dahinter, dass diese ganze Auftragskiller-Masche womöglich doch mehr ist, als bloßes Gerede…

Rezension:

Was manchmal allein ein Cover ausrichten kann, ist – zumindest in meinem Fall – wahrlich nicht von der Hand zu weisen, denn nachdem ich Sam Rockwell mit roter Clowns-Nase auf dem Plakat zu Mr. Right erblickte, war mir klar, diesen Film auf alle Fälle sehen zu müssen, ungeachtet dessen, dass man sich ja ohnehin so ziemlich alle Filme mit Sam Rockwell (Ganz weit hinten) ansehen sollte, wenn man weiß, was gut ist. Nun sollte zwar noch eine Weile vergehen, bis die Blu-ray des Films in einem für mich akzeptablen Preissegment ankommen sollte, doch kaum erworben, landete der Film auch schon im Player und hat mich aufs Allervortrefflichste und im positivsten Sinne überrascht, denn eine dergestalt charmante, ganz bewusst unverhohlen überzogene, schier absurde, aber eben auch grenzenlos sympathische Chose ist mir seit langem nicht mehr begegnet, weshalb ich auch gute Lust verspüre, mir den Film gleich noch einmal anzusehen, denn diese aberwitzige Mischung aus absurdem Humor, ungewöhnlicher Action und wendungsreicher Geschichte kann sich wirklich sehen lassen, wenn ich auch jeden verstehe, der dem Werk nicht annähernd so viel abgewinnen kann, denn der Humor ist schon sehr eigen, das Geschehen enorm übersteuert, die Geschichte nicht wirklich einfallsreich oder überraschend, doch bei mir hat der von Paco Cabezas inszenierte Streifen schon jetzt einen Stein im Brett.

Szenenbild aus Mr. Right | © Universum Film
© Universum Film

Cabezas übrigens tut sich speziell in jüngerer Vergangenheit vornehmlich als Regisseur einzelner TV-Episoden hervor und hat beispielsweise die zwei finalen Folgen der ersten Staffel Dirk Gentlys holistische Detektei zu verantworten, womit wir eine elegante Überleitung zu Serienschöpfer Max Landis hätten, der nämlich das Drehbuch zu Mr. Right verfasst hat. Entsprechend ergeht in diesem Zusammenhang mein Rat, dass wer Dirk Gently mochte, beste Chancen hat, auch an diesem Film seine Freude zu finden, denn in Art und Ausgestaltung ihrer Absurdität geben sich die beiden Produktionen kaum etwas, womit sich dann auch zu Teilen erklären ließe, dass Landis es sich nicht hat nehmen lassen, nicht nur einerseits auf besagte Serie, sondern auch auf ein gewisses "Projekt Ultra" anzuspielen, dass einem bereits in American Ultra begegnet sein könnte, den ich hier kürzlich ebenfalls vorgestellt habe. Und tatsächlich sind die Parallelen nicht zu übersehen, wenn man einmal davon weiß, wenngleich Film(e) und Serie unbestritten jeweils eigene Wege gehen, doch wird eben auch mehr als offensichtlich der Landis eigene Stil offenbar.

Man kann also durchaus sagen, dass Mr. Right reichlich verschroben ist und auch mit der Logik sollte man es nicht zu genau nehmen, denn Rockwells Figur des Mr. Right – eigentlich Francis – verfügt nicht von ungefähr über schier übermenschliche Kräfte, derweil sein Kampfstil kaum als solcher zu bezeichnen ist und weit mehr einem Tanz gleicht, was die Sache in meinen Augen aber nur noch charmanter und großartiger macht. Apropos großartig, fällt in diese Kategorie übrigens auch die Chemie zwischen Rockwell und Kendrick, die wirklich grandios geraten ist, zumal die oft eher unscheinbar und mädchenhaft scheinende Anna Kendrick (The Voices) hier endlich einmal so richtig aus sich herauskommen darf, säuft und flucht und später – ach, wir wollen ja nichts vorwegnehmen. Nein, Mr. Right ist ein ganz großer kleiner Film, der mir enormen Spaß gemacht hat und in der persönlichen Hitliste schon jetzt einen festen Platz hat.

Szenenbild aus Mr. Right | © Universum Film
© Universum Film

Hilfreich war in dem Zusammenhang auch der ungemein poppige und gutgelaunt stimmende Soundtrack, der zwar im Grunde mit allerlei Nonsens-Songs daherkommt, die sich aber so trefflich ins Geschehen fügen (inklusive des aus der Deezer-Werbung sicherlich leidlich bekannten "My Type" von Saint Motel), dass es eine wahre Freude ist, wenn man denn eben an einem dergestalt exzentrisch und exaltierend aufgezogenen Film seine Freude haben kann, was sicher nicht jedem gegeben ist und wie so oft eine Frage des persönlichen Geschmacks darstellt. Ganz objektiv betrachtet macht nämlich die Geschichte eines geistig sagen wir mal angeschlagenen Auftragskillers, der nun versucht, nicht mehr zu töten und sich derweil Hals über Kopf in eine nicht minder bekloppte junge Frau verliebt, nicht allzu viel her, doch die ganzen skurrilen Gestalten, ein großartiger Tim Roth (The Hateful 8) in einer Nebenrolle, der nicht nur aus Wynonna Earp bekannte Michael Eklund in seiner Paraderolle als durchgeknallter Psychopath und dazu die offensive Spleenigkeit des gesamten Films als solchem machen Mr. Right auf alle Fälle zu einem Erlebnis – ob positiv oder negativ, sollte jeder für sich entscheiden, denn für den einen oder anderen (mich eingeschlossen), könnte sich hier der nächste Lieblingsfilm verbergen (und lastet es bitte nicht mir an, wenn bei euch das Gegenteil der Fall sein sollte, danke!).

Fazit & Wertung:

Der von Paco Cabezas inszenierte und auf einem Drehbuch von Max Landis fußende Mr. Right ist in seiner exzentrischen Gang- und Machart sicherlich als mehr als nur eigenwillig zu bezeichnen, bezieht hierdurch aber auch einen Großteil seines Reizes und punktet mit einer charmant-ungewöhnlichen Action-Romanze, die nicht nur ihresgleichen sucht, sondern ohne Frage auch reichlich abgedreht sein mag, weshalb sich nicht wenige Zuschauer hier kopfschüttelnd abwenden mögen, wohingegen anderen ein Filmjuwel sondergleichen ins Haus steht. Ich für meinen Teil habe den Film schon jetzt fest ins Herz geschlossen und werde ihn bereitwillig weiterempfehlen, schlichtweg, weil dieser eigenwillige Humor und die überbordende Spleenigkeit bei mir so zielsicher einen Nerv getroffen haben, dass es schon erschreckend ist.

8,5 von 10 elegant choreografierten Tötungs-Tanzeinlagen

Mr. Right

  • Elegant choreografierte Tötungs-Tanzeinlagen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Der von Paco Cabezas inszenierte und auf einem Drehbuch von Max Landis fußende Mr. Right ist in seiner exzentrischen Gang- und Machart sicherlich als mehr als nur eigenwillig zu bezeichnen, bezieht hierdurch aber auch einen Großteil seines Reizes und punktet mit einer charmant-ungewöhnlichen Action-Romanze, die nicht nur ihresgleichen sucht, sondern ohne Frage auch reichlich abgedreht sein mag, weshalb sich nicht wenige Zuschauer hier kopfschüttelnd abwenden mögen, wohingegen anderen ein Filmjuwel sondergleichen ins Haus steht. Ich für meinen Teil habe den Film schon jetzt fest ins Herz geschlossen und werde ihn bereitwillig weiterempfehlen, schlichtweg, weil dieser eigenwillige Humor und die überbordende Spleenigkeit bei mir so zielsicher einen Nerv getroffen haben, dass es schon erschreckend ist.

8.5/10
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Mr. Right ist am 18.11.16 auf DVD und Blu-ray bei Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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