Review: Trolls (Film)

Da habe ich doch tatsächlich mal wieder einem Animationsfilm eine Chance gegeben, wo mich der letzte doch so enttäuscht zurückgelassen hat, aber hey, nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Trolls

Trolls, USA 2016, 92 Min.

Trolls | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseure:
Walt Dohrn
Mike Mitchell
Autoren:
Jonathan Aibel
Glenn Berger

Main-Cast:
Anna Kendrick (Poppy [Stimme])
Justin Timberlake (Branch [Stimme])
in weiteren Rollen:
Zooey Deschanel (Bridget [Stimme])
Christopher Mintz-Plasse (King Gristle [Stimme])
Christine Baranski (Chef [Stimme])
Russell Brand (Creek [Stimme])
Gwen Stefani (DJ Suki [Stimme])
John Cleese (King Gristle Sr. [Stimme])
James Corden (Biggie [Stimme])
Jeffrey Tambor (King Peppy [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Komödie | Musical

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Trolls | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit die kleinen Trolls dem Joch der garstigen Bergen entkommen und in den tiefen Wald geflüchtet sind. Seitdem leben sie glücklich und zufrieden und verbringen ihre Tage damit zu kuscheln, zu singen, zu tanzen und rauschende Feste zu feiern. Die Angst vor den Bergens gerät dabei immer mehr in Vergessenheit und einzig der stets miesgelaunte Branch wird nicht müde zu betonen, in welche Gefahr sie sich bringen, wenn sie immer opulentere Feste veranstalten, die den Waldboden zum Erzittern bringen. Prinzessin Poppy wiederum will davon nichts wissen und veranstaltet zum zwanzigjährigen Jubiläum ihrer Flucht die wildeste Sause aller Zeiten, die natürlich prompt eine garstige Bergen-Köchin auf sie aufmerksam macht, die prompt einige der Trolls fängt und ins Bergen-Königreich verschleppt, wo die Trolls als einzigartige, Glück verheißende Delikatesse bekannt sind. Poppy bricht kurzerhand zur Rettung ihrer Freunde auf und durch einen gewieften Schachzug – sie quartiert sämtliche Trolls im Eigenheim des Eigenbrötlers ein – bringt sie selbst Branch dazu, sie auf ihrem Weg zu begleiten…

Rezension:

Nach dem für mich persönlich doch sehr enttäuschenden Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman habe ich mich jüngst dennoch auf eines der neueren Werke aus der DreamWorks Animation-Schmiede eingelassen und mich Trolls gewidmet, wobei ich gleich einräumen muss, dass mich schon zu Beginn die Angst befiel, hier womöglich wieder danebengegriffen zu haben, denn gerade in den ersten zwanzig Minuten häufen sich doch die "Au Backe"-Momente, die vermutlich witzig gemeint waren, aber öfter nach hinten losgehen, als zu unterhalten wissen. Spätestens aber mit "grumpy" Branch wird die Sache schon unterhaltsamer, denn der hält weder was von Kuscheln, noch Singen, noch Feiern, noch Tanzen und folglich die versammelte Troll-Menagerie für reichlich meschugge, so das einerseits seine gehässigen Sprüche, andererseits die Art und Weise, wie sein Sarkasmus bei der quietschvergnügten Poppy ein ums andere Mal ins Leere läuft, zu gefallen wissen.

Szenenbild aus Trolls | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

So sind es in der originalen Fassung Anna Kendrick (Mr. Right) und Justin Timberlake (In Time), die Poppy und Branch ihre Stimmen leihen und tatsächlich wunderbar harmonieren, wobei man schon sagen kann, dass man hier ausnahmsweise für die deutsche Synchronfassung mit Lena Meyer-Landrut und Mark Forster ein durchaus glückliches Händchen bewiesen hat, doch zu empfehlen st diese Fassung dennoch nur sehr eingeschränkt, da die Lieder teils recht krude ins Deutsche übertragen worden sind, was bei hinlänglich bekannten Stücken wie "Move Your Feet" schon zu Irritationen führt, wohingegen beispielsweise Simon & Garfunkels "The Sound of Silence" im Original belassen wurde, was in der Summe reichlich inkonsequent wirkt, zumal einem durch die Synchronisation neben Kendrick und Timberlake auch der Part von Zooey Deschanel (New Girl) verloren geht, die der Bergen Bridget ihre Stimme leiht.

Ansonsten aber macht Trolls in der einen wie der anderen Sprachfassung tatsächlich eine Menge Spaß, wenn einem denn dabei auch bewusst sein muss, dass es sich eben vorrangig um einen Musicalfilm handelt und wer so etwas nicht mag, kann am besten gleich einen Bogen um den Streifen machen, denn abgesehen von seiner übertriebenen Gute-Laune-Attitüde, ein paar poppigen Musiknummern und ein wenig Herzschmerz und Drama hat der Film natürlich nicht viel zu bieten, so dass allein die Handlung um die Bergen und die Trolls sowie die waghalsige Rettung der Entführten bestenfalls als rudimentär, auf alle Fälle aber überaus generisch betrachtet werden darf, doch frei nach dem Motto des von Timberlake geschriebenen Titelsongs "Can’t Stop the Feeling!" – der ja sogar eine Oscar-Nominierung bekommen hat – geht es hier eben mehr um das Feeling des Films als darum, eine möglichst diffizil austarierte Begegnung zweier verfeindeter Kulturen und Rassen zu inszenieren.

Szenenbild aus Trolls | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Und ja, was den Rührungsgrad angeht, kommt DreamWorks auch hier nicht an Pixars einschlägige Meisterwerke heran, ist aber allein dank der gutgelaunten Natur der Trolls ausnahmslos herzerwärmend und bietet vor allem eine zunehmend stimmiger werdende Auswahl an Songs, die sich zusammen mit dem überdreht-psychedelischen Auftreten von Trolls zu einem überraschend stimmigen Ganzen verbindet, was mich für die Dauer der rund 90 Minuten Laufzeit durchaus trefflich zu unterhalten wusste, wenn man einmal von dem etwas mageren und überzogen inszenierten Anfang absieht, der ja aber vielleicht nur deshalb womöglich gar verschrecken soll, damit man das sich hieran anschließende Geschehen mehr genießen kann, das mit Poppy und Branch zwei Figuren in den Fokus rückt, die unterschiedlicher kaum sein könnten und zwar entsprechend klischeehaft wirken (derweil wir wohl wirklich ALLE wissen, wie es dem brummigen Branch im Verlauf des Films ergehen wird), aber natürlich auch gerade aufgrund ihrer konträren wie rudimentären Charaktereigenschaften perfekt miteinander (dis)harmonieren.

Fazit & Wertung:

Die Spielzeug-Verfilmung Trolls ist weder besonders tiefsinnig noch anspruchsvoll geraten und hantiert mit allerhand überaus generischen Versatzstücken, doch das, was dem Film am Herzen liegt – gute Laune zu verbreiten – gelingt ihm in weiten Teilen vortrefflich und entsprechend handelt es sich um durchaus lohnenswerte anderthalb Stunden, auch wenn man so ziemlich jeden Aspekt des Plots zehn Meilen gegen den Wind riecht. Einzig die Inkonsequenz bei der Synchronisation könnte hier ein Dorn im Auge sein, weshalb man möglichst zur Originalfassung mit den Stimmen von Anna Kendrick, Justin Timberlake und Zooey Deschanel greifen sollte, auch wenn das Duo Lena Meyer-Landrut und Mark Forster für sich genommen einen überzeugenden Job abliefert.

7,5 von 10 gut gelaunten Glitzer-Kuschel-Wesen

Trolls

  • Gut gelaunte Glitzer-Kuschel-Wesen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die Spielzeug-Verfilmung Trolls ist weder besonders tiefsinnig noch anspruchsvoll geraten und hantiert mit allerhand überaus generischen Versatzstücken, doch das, was dem Film am Herzen liegt – gute Laune zu verbreiten – gelingt ihm in weiten Teilen vortrefflich und entsprechend handelt es sich um durchaus lohnenswerte anderthalb Stunden, auch wenn man so ziemlich jeden Aspekt des Plots zehn Meilen gegen den Wind riecht. Einzig die Inkonsequenz bei der Synchronisation könnte hier ein Dorn im Auge sein, weshalb man möglichst zur Originalfassung mit den Stimmen von Anna Kendrick, Justin Timberlake und Zooey Deschanel greifen sollte, auch wenn das Duo Lena Meyer-Landrut und Mark Forster für sich genommen einen überzeugenden Job abliefert.

7.5/10
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Trolls ist am 02.06.17 auf DVD und Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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