Review: Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Starten wir die neue Woche standesgemäß mal wieder mit einem Comic-Band, die ich ja bekanntermaßen liebevoll als Graphic Novel betitele. So oder so geht es mal wieder ab zu der berühmtesten Vampir-Jägerin der Welt in ihrem bislang beinahe überzeugendsten Abenteuer in diesem Medium. Wohlgemerkt beinahe, denn manchmal schlägt die Fantasie schon ziemlich über die Stränge.

Buffy The Vampire Slayer
Staffel 8, Band 6:
Rückzug

Buffy The Vampire Slayer: Season 8 Vol. 6: Retreat, USA 2010, 128 Seiten

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug | © Panini
© Panini

Autoren:
Joss Whedon
Jane Espenson
Zeichner:
Georges Jeanty

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07896-3

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug | © Panini
© Panini

Es wird zunehmend eng für Buffy und ihre Jägerinnen-Armee, denn überall greifen Dämonen und Streitkräfte von "Dämmerung" ihre Stützpunkte an und alsbald sieht man sich zur Flucht gezwungen, während die eigenen Kräfte ebenfalls zusammengezogen werden, so dass beispielsweise Satsu, aber auch Giles und Faith alsbald zur Truppe stoßen, bevor Willow unter Aufbietung ihrer magischen Kräfte das gesamte Team nach Tibet teleportiert. Buffy und Giles beginnen nämlich zu vermuten, dass es die Magie ist, die "Dämmerung" sie ein ums andere Mal aufspüren lässt. Folglich fassen sie den Plan, einen Ort aufzusuchen, an dem sie lernen können, die auch den Jägerinnen innewohnende Magie zu unterdrücken und wer wäre da besser geeignet als Oz, der in Tibet seinen inneren Wolf zu bändigen gelernt hat…

Rezension:

Nach dem doch sehr durchwachsenen, gänzlich aus Einzelepisoden bestehenden Vorgängerband Buffy 8.5: Harmony live! übernimmt nun die für zahlreiche Highlight-Episoden der TV-Serie verantwortlich zeichnende Jane Espenson (die bereits die Story um Harmony geschrieben hatte) das Zepter und liefert endlich wieder einen zusammenhängenden Handlungsstrang, der sich in fünf Hefte gliedert, die sich samt und sonders in Buffy 8.6; Rückzug versammelt sehen. Anfänglich mag es zwar ein wenig gehetzt zugehen, wenn sich die Jägerinnen notgedrungen gezwungen sehen, ihr Heil in der Flucht zu suchen und sich dank Magie unvermittelt im fernen Tibet wiederfinden, doch kann man darüber wohlwollend hinwegsehen, wenn man bedenkt, was Espenson hier ansonsten aus dem Hut zaubert, um endlich wieder gehörig Buffy-Flair aufkommen zu lassen. So wird endlich wieder "Dämmerung" als großer Antagonist der Staffel aufgegriffen, bekommen Amy und Warren wieder ein wenig mehr zu tun, wird aufgeklärt, was es mit Riley auf sich hat, während man sich ansonsten ganz den Problemen und Querelen der Scooby Gang widmet, ohne dabei natürlich die Action zu kurz kommen zu lassen, eben ganz so, wie es auch schon zu Fernsehzeiten gewesen ist, wo speziell diese gelungene Mischung aus Drama und Thrill nicht unerheblich zum Erfolg der Serie beigetragen haben mag.

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug | © Panini
© Panini

Damit aber nicht genug, markiert dieser Band die Rückkehr von Oz, den man zuletzt in Jedem sein Alptraum (4.22), der Final-Episode der vierten Staffel zu sehen bekommen hat und dessen Leben sich gehörig verändert zu haben scheint, wobei es natürlich speziell spannend ist, zu beobachten, wie Willow sich ihm gegenüber verhält. Überhaupt widmet sich Espenson ausgiebig Willows zunehmendem Hang zur Magie und vor allem den Ereignissen in Jetzt kommt Fray!, ist Buffy schließlich bei ihrem Ausflug in die Zukunft der Dunklen Willow begegnet und hat diese letztlich töten müssen, derweil sie nicht weiß, ob und wie sie das ihrer besten Freundin möglichst schonend beibringen soll, ein Subplot übrigens, den ich mir eben schon im Vorgängerband gewünscht hätte, was es umso erfreulicher macht, dass die Autorin hier nun darauf zurückgreift.

Großartig aber auch, wie Espenson selbst um selbstreferenzielle Bezüge nicht verlegen ist und ein Revival der Staffel 7-Episode Der Geschichtenerzähler (7.16) einläutet, wenn Andrew erneut zur Kamera greift, um ihre Zeit in Tibet zu dokumentieren, was hier nicht minder gut funktioniert als schon in der Serie, einfach auch, weil es ein tolles Momentum darstellt und Serie und Comic enger miteinander verzahnt, was allgemein der Tenor von Buffy 8.6: Rückzug zu sein scheint, woran man wieder einmal merkt, dass es eben nicht Joss Whedon allein war, durch den die Serie so großartig geworden ist. Auch erfreulich, dass im Kontext der Charakterentwicklung endlich auch Giles mal wieder ein paar adäquate Szenen spendiert bekommt, denn der wurde für meinen Geschmack bislang in der achten Staffel doch schmählich vernachlässigt. So sehr sich aber auch grob die ersten drei Teile des Bandes der Immersion widmen und ausgiebig das Gefühlsleben der Protagonisten erkunden, so actionlastig sind im Vergleich die finalen Kapitel geraten, wussten mich in ihrer überbordenden Opulenz zwar leider nicht ganz so zu packen, sind aber grundsätzlich durchaus stimmig inszeniert.

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug | © Panini
© Panini

Dennoch tritt hier das Problem erneut zu Tage, dass man angesichts der fehlenden Budget-Beschränkungen schnell übers Ziel hinauszuschießen droht, denn hier werden beispielsweise alte Gottheiten beschworen, die nicht ganz so groß, nicht ganz so bunt, nicht ganz so plakativ hätten dargestellt werden müssen, weshalb sie sich schon ein Stück weit als Fremdkörper darstellen, während man sich wundern darf, wie es "Dämmerung" gelungen ist, so schnell so viel Militär um sich zu scharen, derweil eine jede Jägerin mit einem militärisch-tarnfarbenen Schutzhelm ausgestattet ist, was sich auch irgendwie merkwürdig ausnimmt, zumal man sich eben auch immer noch im zivilisationsfernen Tibet aufhält, aber tatsächlich sind das nur kleinere Mängel, die kaum dagegen ankommen, dass es sich ansonsten inszenatorisch wie dramaturgisch um einen der bislang überzeugendsten Vertreter der Reihe beziehungsweise Staffel handelt, der gerade im Mittelteil atmosphärisch extrem gelungen ist und – ebenfalls wie aus der Serie gewohnt – auch wieder mit gelungenem Dialog-Humor besticht. Wären nicht das geringfügig über das Ziel hinausschießende Finale und ein doch eher skeptisch machender Cliffhanger zum Schluss gewesen, ich hätte quasi restlos begeistert sein können von Buffy 8.6: Rückzug, doch macht der Band auf alle Fälle Lust auf die noch kommenden zwei Veröffentlichungen, bei denen dann Brad Meltzer beziehungsweise Joss Whedon wieder auf dem Autorenstuhl Platz nehmen werden.

Fazit & Wertung:

Mit Buffy 8.6: Rückzug besinnt sich die Reihe spürbar auf ihre Wurzeln und Stärken, woran die verantwortliche Autorin Jane Espenson, die sich seit der dritten Staffel der TV-Serie mit zahllosen Highlight-Folgen ihre Meriten verdient hat, nicht ganz unschuldig sein dürfte. Ein über die Maßen knalliges wie krawalliges Finale trübt den Gesamteindruck zwar ein wenig, doch macht dieser Ausflug ins Buffyverse ansonsten alles richtig und punktet mit gehörig Charme, Witz und Drama.

8,5 von 10 gepfählten Vampiren

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug

  • Gepfählte Vampire - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Buffy 8.6: Rückzug besinnt sich die Reihe spürbar auf ihre Wurzeln und Stärken, woran die verantwortliche Autorin Jane Espenson, die sich seit der dritten Staffel der TV-Serie mit zahllosen Highlight-Folgen ihre Meriten verdient hat, nicht ganz unschuldig sein dürfte. Ein über die Maßen knalliges wie krawalliges Finale trübt den Gesamteindruck zwar ein wenig, doch macht dieser Ausflug ins Buffyverse ansonsten alles richtig und punktet mit gehörig Charme, Witz und Drama.

8.5/10
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Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 6: Rückzug ist am 20.04.10 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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