Review: Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums | Chuck Wendig (Buch)

Das Star Wars Universum

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Zack, endlich mal wieder Star Wars und dann noch der Abschluss der recht holprig gestarteten Trilogie, die sich zum Glück doch noch sehr gemausert hat und mir letztlich in bester Erinnerung bleiben wird. Schön, wie es manchmal gehen kann. Aber lest doch einfach selbst!

Star Wars – Nachspiel
Das Ende des Imperiums

Star Wars – Aftermath: Empire’s End, USA 2017, 592 Seiten

Star Wars - Nachspiel: Das Ende des Imperiums von Chuck Wendig | © Blanvalet
© Blanvalet

Autor:
Chuck Wendig
Übersetzer:
Andreas Kasprzak

Verlag (D):
Blanvalet
ISBN:
978-3-734-16117-9

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

»Aufgewacht«, säuselt Sinjir fröhlich. »Der Morgen lacht.« Er dreht den Kopf. »Das hat meine Mutter früher immer gesagt. Eine reizende Frau. Aber wenn ich nicht schnell genug aus dem Bett kam, konnte sie schnell die Geduld verlieren. Dann gab’s eine Tracht Prügel mit dem Besenstiel.« Dann, wieder an Mercurial gewandt: »Bei dir werden wir doch hoffentlich keinen Besen brauchen, oder? Sind wir wach?«

Nach den Ereignissen auf Chandrila befindet sich Norra Wexley auf Rachefeldzug und setzt alles daran, Großadmiral Rae Sloane dingfest zu machen, ohne zu wissen, dass die ihren Posten in der imperialen Hierarchie längst verloren hat und ihre Tage als Spielfigur von Gallius Rax gezählt zu sein scheinen. Während sich also Sloane an Rax rächen und Wexley an Sloane rächen will, stranden sie alsbald auf der abgelegenen Welt Jakku, auf der Rax die Reste der imperialen Flotte zusammengezogen zu haben scheint, wenn auch noch längst nicht klar ist, welche Ziele er verfolgt. Bald erreicht die Kunde vom Aufenthaltsort der Reste des Imperiums auch die Neue Republik, doch so sehr sich Mon Mothma wünschen würde, postwendend mit vereinten Kräften gegen den Erzfeind ins Feld zu ziehen, funktioniert eine Demokratie nach anderen Gesetzmäßigkeiten und eine Abstimmung zu ihren Gunsten scheint nicht so leicht durchzusetzen wie erhofft, weshalb sich der Ex-Imperiale Sinjir und selbst der berühmte Han Solo nebst einiger weiterer Gestalten dazu bereiterklären, für Mon einen prekären Auftrag zu übernehmen, derweil Norras Sohn Temmin darauf brennt, zurück nach Jakku zu reisen und seiner dort vorsätzlich havarierten Mutter im Kampf zur Seite zu stehen. Die wiederum muss, als sie Sloane endlich aufgespürt hat, eine erschreckende Entdeckung machen…

Rezension:

Nachdem man sich seitens Blanvalet erbarmt hat, den ursprünglichen Erscheinungstermin von Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums vom Frühjahr 2018 auf Ende August dieses Jahres vorzuverlegen, kam nun auch ich kürzlich in den Genuss des erneut von Chuck Wendig (Miriam Black-Reihe) verfassten Abschlusses der Nachspiel-Trilogie und kann sagen, dass es sich in Anbetracht des doch sehr durchwachsenen ersten Bandes wahrlich gelohnt hat, am Ball zu bleiben, denn wo die Qualität der Story in Band 2 schon gehörig zugenommen hat, kann nun der Abschlussband sicherlich als Krönchen auf dem Ganzen betrachtet werden und es gelingt Wendig vorzüglich, einerseits die eröffneten Plots zusammenzuführen und aufzulösen, andererseits den Schwenk zu der Schlacht von Jakku zu verwirklichen, auf den nicht nur ich seit Beginn der Trilogie gewartet haben dürfte, haben wir schließlich all noch das Bild des abgestürzten Sternenzerstöres in Episode VII vor Augen, das hier nun endlich erklärt wird. Davon abgesehen muss ich aber auch sagen, dass die Geschichte – obwohl an Umfang mit den vorangegangenen Bänden durchaus zu vergleichen – doch ein wenig stringenter und überraschungsärmer daherkommt, die Schlacht von Jakku erwartungsgemäß auch einiges an Seiten füllt und man sich recht schnell in "Final-Stimmung" wähnt, selbst wenn noch die Hälfte des Buches vor einem liegt.

Es ist nicht leicht für Han. Er wird es natürlich nicht laut aussprechen, aber sie sieht es in seinem Gesicht. Ihr Ehemann braucht eine Beschäftigung. Ihm ist langweilig. Chewbacca hält sich in seiner Heimat auf und kümmert sich um seine Familie. Luke sucht die Galaxie nach alten Jedi-Aufzeichnungen ab. Und Han Solo hat keine Ware, die er schmuggeln, keine Glücksspiele, bei denen er betrügen, und keine törichte Rebellion, für die er kämpfen kann.

Erneut weiß aber auch hier zu gefallen, dass die Geschichte nicht einzig aus der Sicht der Rebellen, sondern erneut auch von der Warte des ehemaligen Großadmirals Sloane erzählt wird, die mittlerweile für das Imperium zum Paria geworden ist, während der im Hintergrund agierende Gallius Rax ebenjenes Imperium nach seinen Vorstellungen umzuformen beginnt. Warum dieser tut, was er tut und welche Beweggründe ihn umtreiben, wird wiederum anhand von Rückblenden mit Imperator Palpatine sehr schön verdeutlicht und den perfiden Plan, den Rax dabei verfolgt, habe ich so nicht kommen sehen, auch wenn das exakt zum Wesen des einstigen Imperators passt, der hier noch über den Tod hinaus seine Ziele zu verfolgen weiß. Dem gegenüber stehen auf der Rebellenseite wieder einmal Norra Wexley und ihr Sohn, sowie die Kopfgeldjägerin Jas und der ehemalige imperiale Loyalitätsoffizier Sinjir, wobei auch diesmal wieder Leia und Han wie auch Mon Mothma und – last but not least – Wedge Antilles ihren Teil zu der Geschichte beitragen dürfen, was die Sache auch hier wieder ungemein rund und stimmig wirken lässt, während sich schlussendlich gar der Sinn der seit dem ersten Band immer wieder eingeschobenen "Zwischenspiele" ergibt, denn die entpuppen sich zuweilen als Fortsetzungsgeschichten und beeinflussen hier nun vermehrt auch das eigentliche Hauptgeschehen, was beispielsweise das Schicksal von Mas Amedda betrifft, während sich einer der Geschichten um Lando Calrissian dreht, wobei das eher als nett gemeintes Cameo gesehen werden kann.

Entsprechend präsent ist daher auch in Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums das von mir viel zitierte Star Wars-Flair, so dass die Story kaum Längen aufweist und sich noch ein Stück weit stimmiger präsentiert als im ohnehin schon weitaus überzeugenderen Vorgängerband, während mir speziell die Zeit, die man sich für ein ausgiebiges und breitgefächertes Outro zu nehmen bereit war, zu imponieren wusste, denn das ließ schon Erinnerungen an die Abschlüsse der jeweiligen Film-Trilogien hochkommen, wenn die Kamera von Welt zu Welt und zu den unterschiedlichsten Figuren schwebt, wobei dieser Blick hier natürlich weitaus intimer ausfällt und eben mehr darauf zielt, das weitere Schicksal einzelner Figuren zu skizzieren, die hier teils auch noch einmal eine merkliche Entwicklung durchmachen, während die Schlacht von Jakku freilich auch Verluste fordert, doch ungeachtet dessen hätte ich in vielen Punkten nichts dagegen, einigen der Figuren in ihren eigenen Geschichten erneut zu begegnen.

»Ich will Sloane. Ich will Gerechtigkeit.«
»Du willst Rache«, erklärt Jas. Sie haben dieses Gespräch bereits zuvor geführt – und zwar mehr als nur einmal. Immer wieder beginnt eine neue Runde. Sinjir seufzt nur und schüttelt den Kopf, als Norra erwidert:
»Rache und Gerechtigkeit sind zwei Seiten derselben Münze.«
»Ich glaube nicht, dass du so etwas vor Chandrila gesagt hättest.«
»Ist es nicht ein wenig heuchlerisch, dass ausgerechnet du mich verurteilst«, schnappt Norra.
Jas hebt kapitulierend die Hände. »Ich verurteile dich nicht. Mir persönlich ist Rache als Motiv viel lieber. Gerechtigkeit ist schrecklich unbeständig. Heute ist dieses gerecht, morgen jenes. Rache hingegen … Rache bleibt immer dasselbe.« Sie tippt sich gegen die Brust. »Ich bewundere Rache. Sie ist pur, rein. Einen Großteil meines Einkommens verdiene ich, weil Leute Rache wollen. Ich finde es nur wichtig, zwischen den beiden zu unterscheiden. Man sollte wissen, warum man etwas tut.«

So entpuppt sich Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums vielerorts auch als Anknüpfungspunkt für weitere, noch nicht geschriebene Geschichten zwischen der zweiten und dritten Film-Trilogie, denn insbesondere die "Zwischenspiele" laden regelrecht dazu ein, dass man noch mehr aus ihnen mache, derweil auch der schlussendliche Verbleib der Reste des Imperiums noch längst nicht an dem Punkt angelangt ist, dass sich ein fließender Übergang zur Ersten Ordnung vollziehen ließe, so dass auch hier andere versierte Autoren ihr Glück versuchen könnten, weitere schwarze Flecken in der chronologischen Karte hin zu Episode VII zu füllen, denn gerade in diesem Bereich wirkt der "neue Kanon" schließlich noch immer recht jungfräulich, wobei Chuck Wendig speziell mit seinem Abschlussband einen mehr als überzeugenden Vorstoß in diese Regionen gewagt hat.

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums liefert Chuck Wendig einen rundherum überzeugenden Abschluss seiner Roman-Trilogie, die sich mit jedem weiteren Band vermehrt zu steigern wusste und schlussendlich ein überaus packendes Finale liefert, das zwar zuweilen recht kampflastig, aber nie langweilig oder -atmig wirkt, sondern von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln versteht. Manche Plots – wie der um Norras Ehemann – hätten zwar sicherlich eleganter aufgelöst werden können, doch in der Summe gibt es kaum etwas zu bemängeln, derweil gerade die Möglichkeiten reizen, welche Anknüpfungspunkte andere Autoren in dieser zunehmend epischer gewordenen Geschichte sehen könnten, denn es sind noch längst nicht alle Geschichten erzählt worden.

8,5 von 10 unwahrscheinlichen Begegnungen und Zufällen

Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums

  • Unwahrscheinliche Begegnungen und Zufälle - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums liefert Chuck Wendig einen rundherum überzeugenden Abschluss seiner Roman-Trilogie, die sich mit jedem weiteren Band vermehrt zu steigern wusste und schlussendlich ein überaus packendes Finale liefert, das zwar zuweilen recht kampflastig, aber nie langweilig oder -atmig wirkt, sondern von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln versteht. Manche Plots – wie der um Norras Ehemann – hätten zwar sicherlich eleganter aufgelöst werden können, doch in der Summe gibt es kaum etwas zu bemängeln, derweil gerade die Möglichkeiten reizen, welche Anknüpfungspunkte andere Autoren in dieser zunehmend epischer gewordenen Geschichte sehen könnten, denn es sind noch längst nicht alle Geschichten erzählt worden.

8.5/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Blanvalet. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Star Wars – Nachspiel: Das Ende des Imperiums ist am 21.08.17 im Blanvalet Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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