Review: The Expanse | Staffel 2 (Serie)

Eine gute Woche ist die zweite Staffel The Expanse nun schon bei Netflix verfügbar und es wird höchste Zeit, meine Gedanken zur Staffel niederzuschreiben, die ich durchgesuchtet habe wie sonst was und die spätestens jetzt das Potential erkennen lässt, sich zu einer meiner Lieblingsserien zu mausern. Warum, das lest ihr jetzt!

The Expanse
Staffel 2

The Expanse, USA 2015-, ca. 45 Min. je Folge

The Expanse | © Syfy
© Syfy

Serienschöpfer:
Mark Fergus
Hawk Ostby
James Corey (Buch-Vorlage)
Showrunner:
Naren Shankar
Mark Fergus
Hawk Ostby

Main-Cast:

Thomas Jane (Joe Miller)
Steven Strait (Jim Holden)
Cas Anvar (Alex Kamal)
Dominique Tipper (Naomi Nagata)
Wes Chatham (Amos Burton)
Frankie Adams (Roberta ‚Bobbie‘ W. Draper)
Florence Faivre (Julie Mao)
Shawn Doyle (Sadavir Errinwright)
Shohreh Aghdashloo (Chrisjen Avasarala)

in weiteren Rollen:

Chad L. Coleman (Col. Frederick Lucius Johnson)
Terry Chen (Dr. Praxidike ‚Prax‘ Meng)
François Chau (Jules-Pierre Mao)
Hugh Dillon (Lt. Sutton)
Byron Mann (Admiral Nguyen)
Nick E. Tarabay (Cotyar)
Cara Gee (Drummer)
Peter Outerbridge (Captain Martens)
Jared Harris (Anderson Dawes)
Ted Whittall (Dr. Iturbi)
Dewshane Williams (Corporal Sa’id)
Sarah Allen (Hilly)
Mpho Koaho (Private Travis)
Brian George (Arjun Avasarala)

Genre:
Drama | Mystery | Science-Fiction | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

Nach den Ereignissen auf Eros Station leiden Holden und Miller noch immer unter einer Strahlenvergiftung und erholen sich nur langsam, doch Hinweise legen den Schluss nahe, dass die Geschehnisse auf Eros Teil eines geplanten Experiments gewesen sein könnten, doch zunächst gilt es, sich mit Fred Johnson zu besprechen. Unterdessen trifft Avasarala auf der Erde Vorbereitungen, falls sich ihr Vorgesetzter Errinwright sich gegen sie wendet, zumal sie den Verdacht hat, er könne in die Ereignisse verstrickt sein. Während die Spur in Richtung einer Raumstation weist, wo das Protomolekül erforscht worden sein könnte, entschließen sich Holden und Miller, sich dem Enterkommando anzuschließen, derweil die Spannungen zwischen Erde und Mars zunehmen, was auch Marine Sergeant Bobbie Draper alsbald erfahren wird, denn die Zerstörung der Phoebe Station sowie des Marsmondes Deimos sind erst der Anfang einer Reihe von Eskalationen, in deren Zentrum auch Bobbie bald Kontakt zu einer nie dagewesenen Bedrohung haben wird…

Rezension:

Zugegeben, Syfys The Expanse hatte nicht den leichtesten Start bei mir und ich fühlte mich anfänglich von der schieren Informationsflut regelrecht erschlagen, doch zeigte ja schon die erste Staffel, dass es lohnen würde, am Ball zu bleiben und in den letzten Folgen klebte ich ja förmlich am Bildschirm, während die Bestellung für die frisch als Taschenbuch erschienenen ersten drei Bände längst raus war und entsprechend gespannt war ich nun auf die Fortsetzung der neuen großen Hoffnung des Science-Fiction-Genres im Fernsehen, mit dem sich der Spartensender wirklich alle Ehre macht. Zudem merkt man im zweiten Jahr deutlich, dass das Budget anscheinend gehörig hochgefahren worden ist, denn nie sah der Weltraum besser aus, wirkte das Interieur der Raumschiffe stimmiger, das Geschehen in seiner Gesamtheit epischer als hier quasi ab dem ersten Moment, denn dank ausgiebiger Exposition der Figuren und des Settings in der ersten Staffel muss die Serie nicht erst an Fahrt aufnehmen, sondern geht prompt in die Vollen, auch wenn man sich zugegebenermaßen gerade in der ersten Folge Safe (2.01) durchaus Zeit für Kontemplation und Reflexion nimmt, was aber auch gut und richtig ist, um das zuvor Gezeigte Revue passieren zu lassen und die Figuren neu aufzustellen.

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

Von dort ausgehend allerdings feuern die Autoren und Regisseure alsbald ein regelrechtes Feuerwerk an Ereignissen ab, was damit zusammenhängt, dass die erste Staffel nicht etwa auch gleichzeitig das erste Buch der Reihe umfasst hat, sondern nur einen Teil dessen, so dass man sich hier noch vor dem Halbstaffel-Finale auf ein paar schockierende Wendungen und weitreichende Konsequenzen freuen darf, die in Rauschen (2.03) und Viel Erfolg (2.04) ihren Anfang nehmen und schließlich in Heimat (2.05) kulminieren, einer Episode, die so manchen Film in den Schatten zu stellen imstande wäre, auch wenn das merklich exzessiver angewandte CGI nicht in absolut jedem Moment vollumfänglich zu überzeugen weiß, doch steht dem eben ausgefeiltes und hochemotionales Storytelling gegenüber, dass sich in seiner Konsequenz auch nicht vor den Größen des Genres zu verstecken braucht und einen der großen, bereits zu Beginn der ersten Staffel begonnenen Handlungsstränge zu einem befriedigenden, wenn auch nicht abschließenden Ende bringt.

Währenddessen gelingt es derweil gar noch, einerseits die Geschichte von Avasarala auf der Erde fort zu erzählen und andererseits Roberta "Bobbie" Draper in die Handlung einzuführen, beides Figuren, die eigentlich erst ab dem zweiten Band der Reihe – Calibans Krieg – Teil der Geschichte geworden sind, sich hier aber noch deutlich organischer in das Geschehen fügen, zumal man die Autoren beglückwünschen muss, wie souverän und gekonnt ihnen der Übergang in die zweite Staffelhälfte gelingt, die ihrerseits nun eben mit dem zweiten Buch der Science-Fiction-Reihe fortfährt, was leicht zu einem ziemlichen Bruch im Geschehen hätte führen können, doch abgesehen von einem kurzen Luftholen vollzieht sich der Paradigmenwechsel (2.06) ohne größere Unstimmigkeiten und das, obwohl man von hier an auf eine liebgewonnene Figur wird verzichten müssen.

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

Nach der ganzen Eros-Affäre mit dem Protomolekül stürzt sich The Expanse gerade in der zweiten Staffelhälfte derweil auch vermehrt auf die politischen Verflechtungen und Intrigen zwischen Erde und Mars, was wiederum nicht nur einige Offenbarungen und erschreckende Gräueltaten ans Licht zerrt, sondern auch Julias Vater Jules-Pierre Mao vermehrt in Erscheinung treten lässt, während Avasarala sich langsam aber sicher ihre Daseinsberechtigung in der Serie erkämpft, denn in der ersten Staffel lief ihr Plot doch noch vergleichsweise belanglos nebenher, was sich hier ins Gegenteil verkehrt, so dass es auch erste kürzere – wenn auch nicht persönliche Begegnungen zwischen ihr und Captain James Holden geben wird, derweil ich persönlich mich sehr über ihren Aufpasser und Informanten Cotyar gefreut habe, dessen Darsteller Nick E. Tarabay mir noch aus Spartacus in bester Erinnerung war. Davon abgesehen darf auch der aus The Walking Dead bekannte Chad L. Coleman als Frederick Johnson hier noch einmal deutlich mehr Screentime beanspruchen als in der ersten Staffel, derweil ihm mit Jared Harris ein gleichermaßen bedrohlicher wie charismatischer Antagonist entgegengesetzt wird, der hier ebenfalls weitaus präsenter ist als in der Vergangenheit, was aber ebenfalls das Gefühl unterstreicht, dass die bisherigen zwei Staffeln Teil eines großen konzeptionellen Plans sind, dessen Ende noch längst nicht abzusehen ist. Schließlich verhält es sich auch bei der zweiten Staffel The Expanse so, dass nicht ein ganzes Buch abgedeckt wird – auch wenn die Finalfolge prophetisch als Calibans Krieg (2.13) betitelt worden ist, sondern sich damit begnügt, erneut grob die Hälfte der ursprünglichen Story abzubilden, was immerhin schon einiges an Einblicken die Ganymed-Station betrifft, wo wiederum der Botaniker Dr. Praxidike Meng (Terry Chen) zeitweise zur Crew der "Rosinante" stößt.

Szenenbild aus The Expanse | © Syfy
© Syfy

Auf besagter Crew derweil liegt auch hier wieder der Fokus der Erzählung unter mit Rückbezug auf die Ereignisse der ersten Staffel wachsen einem Holden, Alex, Naomi und Amos mehr und mehr ans Herz, zumal insbsondere der Captain mir anfänglich ja ein wenig zu glatt und nett erschien, in der zweiten Staffel The Expanse aber endlich ein paar Ecken und Kanten verliehen bekommt, was auch damit zusammenhängt, dass er ein paar weitreichende wie schwierige Entscheidungen zu treffen hat, derweil die weiteren Crew-Mitglieder ebenfalls an Profil gewinnen und man sich hier weit weniger scheut, inmitten all des intergalaktischen Chaos auch vermehrt ein wenig Witz und Frotzeleien in die Dialoge zu streuen, was die Figuren herzlicher und menschlicher wirken lässt und den Zuschauer – zumindest mir ging es so – emotional weitaus näher an die Crew des umtriebigen marsianischen Kriegsschiffes bindet, dessen Odyssee noch immer quasi ganz am Anfang steht, derweil ich dank Vorkenntnissen aus den Büchern schon jetzt der dritten Staffel entgegenfiebere, zumal es den Machern der Serie hier schon formidabel gelungen ist, die in den Büchern umrissenen Ereignisse in bewegte Bilder zu transferieren, welche teilweise wahrhaft ihresgleichen suchen. Nicht zuletzt darf aber auch de enorme Qualitätssprung nicht unerwähnt bleiben, denn wenn das Storytelling weiterhin so überzeugend bleibt, die Effekte auch in Zukunft derart hochwertig gestaltet werden, ist davon auszugehen, dass mich die dritte Staffel noch einmal weitaus mehr in ihren Bann wird schlagen können und sich die Serie als Ganzes noch nachdrücklicher als neuer Stern am Science-Fiction-Himmel positioniert.

Fazit & Wertung:

Nach dem schockierenden Finale der ersten Staffel hält The Expanse sich in seinem zweiten Jahr kaum mit großen Vorreden auf und steuert bereits nach wenigen Folgen in Richtung eines regelrecht epischen Halbstaffelfinales, das einen wahrhaftigen Paradigmenwechsel mit sich bringt und die ohnehin schon komplexe wie wendungsreiche Story auf eine neue Stufe hebt. Das eigentliche Finale nimmt sich dabei zwar nicht ganz so wuchtig aus, lässt aber voll Spannung die glücklicherweise längst in der Produktion befindliche Staffel erwarten, die aller Voraussicht nach noch packender und bombastischer werden dürfte. So ist die Buch-Verfilmung der Romanreihe von James Corey ein Paradebeispiel dafür, wie sehr sich eine Serie von der ersten zur zweiten Staffel zu steigern imstande ist.

9 von 10 Differenzen zwischen Erde und Mars

The Expanse | Staffel 2

  • Differenzen zwischen Erde und Mars - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Nach dem schockierenden Finale der ersten Staffel hält The Expanse sich in seinem zweiten Jahr kaum mit großen Vorreden auf und steuert bereits nach wenigen Folgen in Richtung eines regelrecht epischen Halbstaffelfinales, das einen wahrhaftigen Paradigmenwechsel mit sich bringt und die ohnehin schon komplexe wie wendungsreiche Story auf eine neue Stufe hebt. Das eigentliche Finale nimmt sich dabei zwar nicht ganz so wuchtig aus, lässt aber voll Spannung die glücklicherweise längst in der Produktion befindliche Staffel erwarten, die aller Voraussicht nach noch packender und bombastischer werden dürfte. So ist die Buch-Verfilmung der Romanreihe von James Corey ein Paradebeispiel dafür, wie sehr sich eine Serie von der ersten zur zweiten Staffel zu steigern imstande ist.

9.0/10
Leser-Wertung 8.25/10 (16 Stimmen)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 2

01. Safe (8/10)
02. Türen und Seitengänge (9/10)
03. Rauschen (8,5/10)
04. Viel Erfolg (9/10)
05. Heimat (10/10)
06. Paradigmenwechsel (8,5/10)
07. Der siebte Mann (8,5/10)
08. Scheiterhaufen (8,5/10)
09. Die Weeping Somnambulist (8,5/10)
10. Kaskade (8,5/10)
11. Hier gibt es Drachen (9/10)
12. Das Monster und die Rakete (9/10)
13. Calibans Krieg (9,5/10)

 
– – –

The Expanse | Staffel 2 ist seit dem 08.09.17 exklusiv bei Netflix verfügbar.

%d Bloggern gefällt das: