Review: Batman v Superman: Dawn of Justice – Extended Cut (Film)

Mit einer weiteren Superhelden-Chose, die zumindest meine ärgsten Bildungslücken in Sachen DC allmählich schließt, starten wir ins Wochenende, auch wenn das nun wirklich leider (wieder einmal) kein Film ist, den ich für die freien Tage empfehlen könnte.

Batman v Superman
Dawn of Justice
Extended Cut

Batman v Superman: Dawn of Justice, USA 2016, 183 Min.

Batman v Superman: Dawn of Justice | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseur:
Zack Snyder
Autoren:
Chris Terrio
David S. Goyer

Main-Cast:
Ben Affleck (Bruce Wayne / Batman)
Henry Cavill (Clark Kent / Superman)

in weiteren Rollen:

Amy Adams (Lois)
Jesse Eisenberg (Lex Luthor)
Diane Lane (Martha Kent)
Laurence Fishburne (Perry White)
Jeremy Irons (Alfred)
Holly Hunter (Senator Finch)
Gal Gadot (Diana Prince / Wonder Woman)
Scoot McNairy (Wallace Keefe)
Lauren Cohan (Martha Wayne)
Michael Shannon (Zod)

Genre:
Action | Science-Fiction | Abenteuer

Trailer:

 

Inhalt:

Inmitten der Auseinandersetzungen zwischen den Kryptoniern Kal-El – auf der Erde schlicht als Superman bekannt – und Zod muss Bruce Wayne miterleben, wie die Außerirdischen ohne Rücksicht auf Verluste halb Metropolis demolieren, was ihn alsbald davon überzeugt, dass von Superman und seinen Kräften eine nicht zu unterschätzende Gefahr ausgeht. Anderthalb Jahre später gerät die Reporterin Lois Lane zwischen die Fronten bei einer Auseinandersetzung mit einem afrikanischen Warlord, wird zwar von Superman gerettet, doch dem wiederum werden die Toten angekreidet. Nicht nur dieser eine Vorfall bringt den außerirdischen Helden zunehmend in Verruf und Bruce Wayne aka Batman sieht sich in seinem Glauben bestärkt, es handele sich bei Superman um eine Gefahr für die Allgemeinheit, derweil auch Lex Luthor Jr. den fliegenden Helden für eine ausgemachte Bedrohung hält. Der wiederum sieht alsbald seine Chance gekommen, den als Rächer von Gotham in Erscheinung tretenden Batman und Superman als strahlenden Beschützer von Metropolis gegeneinander auszuspielen und ist sich zu diesem Zweck für keine noch so durchtriebene Methode zu schade…

Rezension:

Wider besseres Wissen habe ich mich nun nach Man of Steel und Suicide Squad auch endlich Batman v Superman: Dawn of Justice gewidmet, doch genauso holprig, wie der Titel schon klingt, präsentiert sich leider auch der gesamte Film, den ich mir übrigens im Extended Cut, also der noch einmal um rund dreißig Minuten erweiterten Fassung angesehen habe. Und früher einmal verhielt es sich tatsächlich so, dass mir manche Filme gar nicht lang genug sein konnten und ich entsprechend jedem Director’s oder Extended Cut entgegen gelechzt habe, doch hier war es mir eindeutig zu viel des Guten, wobei mich wahrscheinlich auch schon die mit zweieinhalb Stunden nicht gerade knapp bemessene Kinofassung ermüdet hätte, denn so richtig wollten sich die Geschichten um Superman und Batman nicht miteinander verbinden lassen, geschweige denn, dass sie auch nur gegen Ende ein stimmiges Ganzes ergeben würden. Dabei macht der von Zack Snyder inszenierte Film gerade zu Beginn einiges richtig, verknüpft das Geschehen recht ansprechend mit dem vorangegangenen Geschehen in Supermans Standalone-Abenteuer und baut Flair und Spannung auf, verzettelt sich nur dummerweise im weiteren Verlauf immer mehr in den zahllosen Story-Fragmenten, von denen jedes einem einzigen Zweck zu dienen scheint, ob es um die Einführung des "neuen" Batman, die Fortführung von Supermans Geschichte, die Konfrontation der beiden Helden, die intriganten Machenschaften Lex Luthors oder eben die Einführung von Wonder Woman sowie das Anteasern der Justice League geht, was das Werk in Summe reichlich überladen wirken lässt.

Szenenbild aus Batman v Superman: Dawn of Justice | © Warner Home Video
© Warner Home Video

So bewegen sich unsere beiden Hauptakteure Henry Cavill (Codename U.N.C.L.E.) als Clark Kent sowie Ben Affleck (Gone Girl) als Bruce Wayne zunächst gänzlich autark zueinander auf unterschiedlichen Handlungsebenen, während es schlichtweg viel zu lange dauert, bis dort handfeste An- und Verknüpfungspunkte gefunden werden, während der von Jesse Eisenberg (American Ultra) verkörperte Lex Luthor ebenfalls sein eigenes Süppchen kocht, bis die beiden Helden aus fadenscheinigen und reichlich zusammengeschusterten Gründen die offene Konfrontation suchen, die leicht hätte eines der Highlights des Films werden können, wobei man selbst diese Möglichkeit verpatzt und eine nur wohlwollend als solide zu bezeichnende Auseinandersetzung daraus erwachsen lässt, die beinahe jegliche Dynamik vermissen lässt und so wirkt, als müsse man eben einige Stationen abspulen, bevor es zu einem vorzeitigen Ende der Auseinandersetzung kommen kann, denn natürlich wird sich hier standesgemäß gegen Ende verbündet, um dem gemeinsamen Feind entgegenzutreten, wobei selbst diese plötzlichen Anwandlungen von Waffenstillstand unter fadenscheinigsten Gründen allzu holprig angegangen werden (ist euch einmal aufgefallen, dass Clarks Tante wie auch Bruce‘ Mutter Martha heißen?).

Vor allem aber macht Batman v Superman im Grunde die gleichen Fehler wie – in meinen Augen – schon bei Man of Steel, denn die finale Auseinandersetzung verschlingt nicht weniger als eine gute Stunde der gesamten Spielzeit, was selbst für ein in epischer Breite angelegtes Finale zu viel des Guten ist und da hilft dann auch die ebenso hastig wie unvermittelt ins Feld geworfene Wonder Woman nicht mehr viel, zumal ihr Erscheinen einzig mit einem von ganz wenigen flapsigen One-Linern abgetan wird und sich keiner so richtig ausgiebig wundern mag, was es mit der Dame auf sich hat, woher sie kommt, für wen oder was sie kämpft oder überhaupt irgendwas, aber vielleicht ist das ja auch normal, befindet man sich zu diesem Zeitpunkt schließlich schon mehr als eine halbe Stunde im "Endgame"-Modus und da muss man auf erzählerischen Feinschliff ja nun wohl wirklich keinen Wert mehr legen, oder?

Szenenbild aus Batman v Superman: Dawn of Justice | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Tatsächlich aber scheint es mir nach genauerer Durchsicht des wie immer – und hier besonders – empfehlenswerten Schnittberichts der Fall zu sein, dass der auf voluminöse drei Stunden aufgeblasene Extended Cut trotz allem die bessere Version des Films darstellt, denn was an erzählerischen Mängeln in der zweiten Hälfte zusammenkommt, wird zumindest ein Stück weit in der weitaus vielversprechenderen ersten Hälfte aufgefangen und gerade hier finden sich die meisten, überwiegend sinnvollen und dramaturgisch nachvollziehbaren Erweiterungen, die das Geschehen merklich runder wirken lassen. Mit "merklich runder" ist nun allerdings nicht gemeint, dass Batman v Superman sonderlich stringent konzipiert worden wäre, denn das Bruce und Clark zunächst lediglich koexistieren hat eben auch zur Folge, dass beide Parts der Geschichte nur schwerlich in Fahrt kommen. Dabei fiel es mir übrigens überraschend leicht, mich mit Ben Afflecks Verkörperung des Dunklen Ritters anzufreunden, doch habe ich auch keine grundsätzliche Antipathie für den meines Erachtens durchaus fähigen Darsteller und vor allem Regisseur, der einen durchaus guten Job als Christian Bales Nachfolger macht, nur eben leider das Pech hat, in einem ansonsten ziemlich halbgar zusammengeschweißten Film gelandet zu sein.

Dabei ist es speziell die (noch) düsterere Note, die Batman hier umweht, welche durchaus zu gefallen weiß und grundsätzlich kann ich dem Ansatz von DC, eine ernsthaftere, brutalere, bösere Comic-Welt sein zu wollen auch einiges abgewinnen, doch wo im MCU die vielen Späße und Sprüche für Kurzweil sorgen, dominiert hier plakative Düsternis gepaart mit alles umwehender Tragik und da sinkt der Unterhaltungswert dann gerne schon einmal enorm, weil man es versäumt, der Ernsthaftigkeit zusätzlich auch noch so etwas wie Tiefe angedeihen zu lassen und gerade im vorliegenden Fall weit lieber in die Breite zu gehen bereit ist, insbesondere, um die Grundsteine zu legen für alles was da noch kommen soll. So wirkt allein der Ansatz, Batman und Superman in einen Film zu pressen hier reichlich verfrüht und gerade unter Berücksichtigung dessen, dass die Nolan’sche Batman-Trilogie nicht zum Kanon des DCEU gehören soll, wäre man besser damit beraten gewesen, dem Dunklen Ritter zumindest einen Solo-Film zu spendieren, bevor Dawn of Justice einsetzt, denn so weiß man nie so recht, an welchem Punkt im Leben Bruce sich befindet, was ihn um- und antreibt, warum er ist, wie er ist und so weiter und so fort, denn für mehr als Ansätze reicht hier tatsächlich die Zeit nicht, bedarf es rund der Hälfte der Laufzeit schließlich für Action, Action und – ach ja – Action.

Szenenbild aus Batman v Superman: Dawn of Justice | © Warner Home Video
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Freilich, es ist nicht alles schlecht in Batman v Superman: Dawn of Justice und wieder einmal weiß Amy Adams (Big Eyes) als Lois Lane einige Akzente zu setzen, während Jeremy Irons (High-Rise) in viel zu wenigen Szenen eine durchaus würdige und angenehm andersartig interpretierte Nachfolge für Bruce‘ Butler Alfred antritt, während es ausgerechnet Scoot McNairy (Non-Stop) obliegt, als verbitterter Kriegsveteran Wallace Keefe eine der einprägsamsten und noch am nachvollziehbarsten konzipierten Rollen zu übernehmen, womit ich so wahrlich nicht gerechnet hätte. Die Action derweil ist freilich nicht immer nur ermüdend, sondern teils eben auch richtig episch, wobei gerade das Erscheinen von Wonder Woman durchaus einer Frischzellenkur gleichkommt, während sowohl Cavill als auch Affleck einige Szenen für sich zu beanspruchen wissen, doch täuscht das eben alles nicht darüber hinweg, dass Snyders Film zu schnell zu viel gewollt hat, mit Inhalt restlos überfrachtet scheint und trotzdem erschreckend wenig zu erzählen hat, was so in etwa dem entspricht, als hätte man – Vergleiche zwischen MCU und DCEU bieten sich nun einmal an – beispielsweise nach dem ersten Iron Man-Film kurzerhand die Handlung von Captain America, Iron Man 2 und Thor mit in The Avengers zu pressen versucht. Entsprechend überladen und richtungslos wirkt dann auch die ganze Chose, die mich spätestens nach der ersten Hälfte zu immer ungläubiger und gleichsam energischer werdendem Kopfschütteln veranlasst hat.

Fazit & Wertung:

Zack Snyder scheint in Batman v Superman: Dawn of Justice wenig aus den Fehlern des Vorgänger-Films gelernt zu haben, wobei sich der Verdacht aufdrängt, dass hier noch weit mehr das Studio seine (verheerenden) Finger im Spiel hatte, denn die Ergänzungen in der Langfassung ergeben durchaus Sinn und werten das Geschehen auf, machen aus dem testosterongeschwängerten und logikbefreiten, vor allem aber spürbar überladen wirkenden Action-Feuerwerk leider aber dennoch keinen guten Film, denn um sowohl Batman und Wonder Woman als auch Lex Luthor stimmig ins DCEU zu implementieren reichen selbst drei Stunden nicht aus und so bleibt die Story jeder einzelnen Figur auf der Strecke, derweil der sich anbahnende und titelgebende Konflikt zwischen Batman und Superman so dermaßen an den Haaren herbeigezogen wirkt, dass es schmerzt.

5,5 von 10 Auseinandersetzungen zwischen dem "Dark Knight" und dem "Man of Steel"

Batman v Superman: Dawn of Justice - Extended Cut

  • Auseinandersetzungen zwischen dem "Dark Knight" und dem "Man of Steel" - 5.5/10
    5.5/10

Fazit & Wertung:

Zack Snyder scheint in Batman v Superman: Dawn of Justice wenig aus den Fehlern des Vorgänger-Films gelernt zu haben, wobei sich der Verdacht aufdrängt, dass hier noch weit mehr das Studio seine (verheerenden) Finger im Spiel hatte, denn die Ergänzungen im Extended Cut ergeben durchaus Sinn und werten das Geschehen auf, machen aus dem testosterongeschwängerten und logikbefreiten, vor allem aber spürbar überladen wirkenden Action-Feuerwerk leider aber dennoch keinen guten Film, denn um sowohl Batman und Wonder Woman als auch Lex Luthor stimmig ins DCEU zu implementieren reichen selbst drei Stunden nicht aus und so bleibt die Story jeder einzelnen Figur auf der Strecke, derweil der sich anbahnende und titelgebende Konflikt zwischen Batman und Superman so dermaßen an den Haaren herbeigezogen wirkt, dass es schmerzt.

5.5/10
Leser-Wertung 5/10 (1 Stimme)
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Batman v Superman: Dawn of Justice ist am 04.08.16 auf DVD und Blu-ray bei Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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