Review: Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Kommen wir heute zum großen Finale der achten Staffel, bevor ich mich einerseits auch mal wieder anderen Themen und Franchises widmen werde, andererseits ja aber natürlich auch schon längst mitten in der Lektüre der neunten Staffel stecke.

Buffy The Vampire Slayer
Staffel 8, Band 8:
Der letzte Widerstand

Buffy The Vampire Slayer: Season 8 Vol. 8: Last Gleaming, USA 2011, 148 Seiten

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand | © Panini
© Panini

Autoren:
Joss Whedon
Jane Espenson (Riley)
Scott Allie (Der letzte Widerstand)
Zeichner:
Karl Moline (Riley)
Georges Jeanty (Der letzte Widerstand)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01051-6

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand | © Panini
© Panini

Als hätte die Jägerin nicht ohnehin immer genug Probleme, wirft des Rätsels Lösung um die Identität von "Dämmerung" neue Fragen auf, während ein neues, just im Entstehen begriffenes Universum unsere Welt bedroht und Horden von Dämonen über die nun brüchig gewordenen Grenzen hinwegträgt. Und inmitten dieses Chaos erscheint ausgerechnet Spike mit einem von riesenhaften Insekten gesteuerten Raumschiff und scheint zu wissen, wie man der drohenden Vernichtung der Welt beikommen könnte. Dumm nur, dass der Plan selbst bei Erfolg weitreichende Konsequenzen haben und jegliche Magie aus der Welt verbannen würde, was nicht nur Willow verständlicherweise mächtig gegen den Strich geht. Ungeachtet interner Zerwürfnisse geht es dennoch in Richtung Quelle nach – natürlich – Sunnydale, wo sich das Schicksal der Menschheit entscheiden wird…

Rezension:

Zunächst überrascht Buffy 8.8: Der letzte Widerstand mit einem ungewöhnlichen Einstieg, denn wo der siebte Band der Staffel mit dem Willow-One-Shot Göttinnen und Monster zu Ende ging, eröffnet nun der achte Band mit dem Riley-One-Shot Hingabe durch Ferne, Tugend durch Sünde, das umreißt, wie und warum Riley zum Team von Dämmerung gestoßen ist. Ähnlich wie schon bei der Willow-Story handelt es sich hierbei um eine nette Dreingabe und Ergänzung, zumal Rileys Auftauchen nun doch sehr überraschend war und in der Haupthandlung kaum thematisiert worden ist, doch essentiell ist der Band mitnichten, zumal man sich bei der Lektüre ja eigentlich schon in "Final-Laune" wähnt, was dem Interesse einen kleinen Dämpfer verpasst, aber gut, von hier aus startet man dann postwendend in den finalen Fünfteiler Der letzte Widerstand, an dem sich dann auch wieder Joss Whedon – neben Scott Allie – selbst beteiligt hat, um das achte Jahr der Jägerin zu einem hoffentlich fulminanten Ende zu führen.

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand | © Panini
© Panini

Und ja, fulminant wird es, aber leider nicht wirklich besser als schon in Im Angesicht der Dämmerung, zu actionreich, zu verworren, zu kryptisch, zu sehr over-the-top ist hier einfach vieles im Argen, was man sich so von einem versierten Schreiber wie Whedon nicht erwartet hätte. So bleiben Angels Intentionen allenthalben unklar, während auch eine gewisse, chimärenhafte Erscheinung zusätzlich für Verwirrung sorgt, derweil Spikes Rückkehr zum Team auf der finalen Seite des vorangegangenen Bandes zwar durchaus zu begrüßen war und er hier auch eine gewisse Rolle spielen darf, sein von riesenhaften Insekten gesteuertes Flugschiff – dazu gibt es natürlich auch eine Vorgeschichte, die es allerdings nie nach Deutschland geschafft hat – sich allerdings nicht gerade überzeugend in die Rahmenhandlung fügt. Weitaus gelungener sind da schon die hier noch einmal weitaus spärlicher ausfallenden ruhigen Szenen, unter anderem mit Giles und Faith, die im Angesicht des drohenden Untergangs noch einmal Zwiesprache halten, während man immerhin das Gefühl hat, der Kreis schließe sich, bringt das Finale in Buffy 8.8: Der letzte Widerstand schließlich auch eine Rückkehr nach Sunnydale mit sich, ebenso wie das Wiedersehen mit einem mehr als alten Bekannten.

Dennoch, die erhofften Erklärungen zu den offenen Fragen aus Band 7 bleiben weitestgehend aus und werden eher noch mit weiteren unverständlichen Rätseln aufgepolstert, so dass man manchmal das Gefühl hat, zugunsten der Dramatik würde die Logik und Kohärenz des Ganzen in den Hintergrund treten, was natürlich ungemein schade ist, so dass auch das Ableben einer in vielen Jahren liebgewonnenen Figur – so schockierend es auch gestaltet sein mag – wie schlecht konstruiert wirkt und folglich viel von seiner angedachten Wirkung einbüßt. Nein, selbst wenn man die einzelnen Serienstaffeln hinzuzieht, handelt es sich hierbei um das enttäuschendste Finale der Serie bislang und das, obwohl man doch wirklich alle Möglichkeiten gehabt hätte, doch scheint die Versuchung des Mediums Comic am Ende wirklich zu groß gewesen zu sein, so dass auch Whedon hier übers Ziel hinausschießt und den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen kann. Wer nun aber schon einen Blick auf die Wertung hat werfen können, mag sich vielleicht wundern, wie ich in Anbetracht dieser sich hinziehenden Schmährede schlussendlich doch so viele Punkte habe vergeben können, so hat das im Grunde zwei simple Gründe, auf die ich im Folgenden gerne noch relativierend eingehen möchte.

Ausschnitt aus Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand | © Panini
© Panini

Nach dem über die Maßen action- und temporeichen Finale inklusive schockierender Tötung von ich-verrat-nicht-wem schließt sich nämlich ein fünftes, abschließendes Kapitel an und das ist so trefflich antiklimatisch gehalten, dass es mich völlig in seinen Bann gezogen hat, denn nach all den Schlachten, dem Bombast und Brimborium scheint sich hier eine mehr als begrüßenswerte Kehrtwende hin zu den Ursprüngen der Serie zu vollziehen und plötzlich sind es nicht mehr epische Auseinandersetzungen und die Welt gefährdende Bedrohungen, sondern nur allzu menschliche wie zwischenmenschliche Probleme, die im Fokus der Erzählung stehen, so dass man sich schon voll der Vorschuss-Lorbeeren für die sich anschließende neunte Staffel wähnt, auf deren Ausrichtung und Tenor man hier einen ersten Blick werfen darf und die sich das Credo "Back to the Roots" auf die Fahne geschrieben zu haben scheint. Zweiter Punkt, der genau diese These nicht nur bekräftigt, sondern bestätigt, ist das vielsagende und ehrliche Nachwort von Joss Whedon zur achten Staffel, in dem er auf genau die Punkte eingeht, die ich selbst im Laufe meiner einzelnen Rezensionen schon angesprochen habe, nämlich, dass die fehlenden Budget-Beschränkungen womöglich mehr als einmal die Pferde mit den Autoren haben durchgehen lassen und für nächste Staffel Besserung gelobt.

Mag also das im Grunde vierteilige Finale allzu durchwachsen gewesen sein und nur über einige schlaglichtartige Momente verfügen, die echtes Buffy-Feeling aufkommen lassen, zählt der finale, die Staffel beschließende Teil in meinen Augen zu einer der besten Stories der langlebigen Comic-Geschichte des Buffyverse, gerade weil er sich so unaufgeregt und normal gibt, vor Wortwitz und Emotionen sprüht und sich nach längerer Durststrecke endlich wieder genauso anfühlt, wie die besten Buffy-Episoden zur besten Zeit der Serie, der ich natürlich auch weiterhin die Treue halten werde, gerade nach dem, was hier an Ausblick für die neunte Staffel geliefert wird.

Fazit & Wertung:

Auch der Final-Band Buffy 8.8: Der letzte Widerstand gibt sich leider reichlich durchwachsen und folgt dem "Höher-schneller-weiter"-Prinzip, was der früher einmal so intim-emotionalen Ausrichtung der Serie nicht gerade gut tut, doch weiß ausgerechnet der unaufgeregte, letzte Teil, gleichermaßen als Epilog zur achten Staffel wie auch Prolog zur neunten Staffel dann wieder alle Sympathien für sich zu gewinnen, so dass man mit dem besten aller Gefühle aus der Staffel entlassen wird, nämlich, dass es ein Wiedersehen geben wird und das Wiedersehen wahrscheinlich weitaus vertrauter ausfallen wird, als die zunehmend aberwitziger werdenden Eskapaden der über das Ziel hinausschießenden achten Staffel.

7 von 10 gepfählten Vampiren

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand

  • Gepfählte Vampire - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Auch der Final-Band Buffy 8.8: Der letzte Widerstand gibt sich leider reichlich durchwachsen und folgt dem "Höher-schneller-weiter"-Prinzip, was der früher einmal so intim-emotionalen Ausrichtung der Serie nicht gerade gut tut, doch weiß ausgerechnet der unaufgeregte, letzte Teil, gleichermaßen als Epilog zur achten Staffel wie auch Prolog zur neunten Staffel dann wieder alle Sympathien für sich zu gewinnen, so dass man mit dem besten aller Gefühle aus der Staffel entlassen wird, nämlich, dass es ein Wiedersehen geben wird und das Wiedersehen wahrscheinlich weitaus vertrauter ausfallen wird, als die zunehmend aberwitziger werdenden Eskapaden der über das Ziel hinausschießenden achten Staffel.

7.0/10
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Buffy The Vampire Slayer, Staffel 8, Band 8: Der letzte Widerstand ist am 17.05.11 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!


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