Review: Catastrophe | Staffel 1 (Serie)

Und weil schon wieder Samstag ist, kredenze ich mal wieder eine Serien-Kritik, während ich mich wahrscheinlich, während diese Zeilen online gehen, noch auf der Messe SPIEL befinde und mir dort die Zeit vertreibe und hoffentlich ein paar spannende, neue Spiele abstauben kann, über die ich dann hoffentlich auch beizeiten mal wieder berichten werde. Jetzt aber erst einmal viel Spaß mit:

Catastrophe
Staffel 1

Catastrophe, UK 2015-, ca. 24 Min. je Folge

Catastrophe | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Serienschöpfer:
Rob Delaney
Sharon Horgan
Ausführende Produzenten:
Sharon Horgan
Rob Delaney
Richard Allen-Turner
Jon Thoday
Kara Baker

Regisseur:
Ben Taylor
Autoren:
Rob Delaney
Sharon Horgan

Main-Cast:
Sharon Horgan (Sharon Morris)
Rob Delaney (Rob Norris)

in weiteren Rollen:

Ashley Jensen (Fran)
Mark Bonnar (Chris)
Carrie Fisher (Mia)
Jonathan Forbes (Fergal)
Daniel Lapaine (Dave)
Frances Tomelty (Carol)
Gary Lilburn (Des)
Tobias Menzies (Dr. Harries)
Sarah Niles (Melissa)
Marta Barrio (Mallandra)
Seeta Indrani (Harita)

Genre:
Komödie | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Catastrophe | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Während einer Geschäftsreise begegnet der Amerikaner Rob in England der attraktiven Sharon, die ihrerseits auch von Rob ziemlich angetan ist, was die beiden dazu verleitet, sich kreuz und quer durch die Metropole zu vögeln. So weit, so gut, kehrt Rob nach Hause zurück, um kurze Zeit später von Sharon kontaktiert zu werden, denn die ist nämlich nun schwanger, da beide es im Rausch ihrer triebgesteuerten Ausschweifungen nicht so genau genommen haben mit der Verhütung. Und obwohl die beiden sich kaum kennen, sitzt Rob postwendend wieder im Flieger Richtung England, um bei Sharon und dem ungeborenen Kind zu sein…

Rezension:

Bereits seit Januar 2015 läuft Catastrophe bei dem britischen Sender Channel 4 und – zack – keine zweieinhalb Jahre später hat Amazon ein Einsehen und vermarktet die Chose auch hierzulande als "neue Serie" und haut prompt drei Staffeln raus, die zusammengenommen aber zugegebenermaßen kaum den Umfang einer "üblichen" Staffel umfassen, bestehen die einzelnen Staffeln schließlich aus jeweils lediglich sechs Episoden zu je dreißig Minuten Spielzeit, was entsprechend aber auch zum Binge Watching verleitet. Natürlich nur, wenn man sich dem britischen Humor verbunden fühlt und gegen kleinere Zoten nichts hat, denn die von Rob Delaney und Sharon Horgan ersonnene und produzierte Serie wartet mit einem mehr als eigenwilligen Humor auf, den man mögen muss, um sich auf die ansonsten oft allzu generisch aufgezogene Story einzulassen, denn was hier passiert, Mann und Frau haben Spaß, bis unerwartet aus dem Spaß ernst zu werden droht, weil Mann Frau geschwängert hat, ist nun nicht eben neu oder unbekannt, funktioniert aber dank der vielen inszenatorischen Fein- und Freiheiten weitaus besser, als man das im ersten Moment annehmen würde.

Szenenbild aus Catastrophe | © Amazon Studios
© Amazon Studios

So mutet die Delaney-Horgan-Co-Produktion auch nur auf den ersten Blick wie eine typische Sitcom an, emanzipiert sich aber recht schnell von dieser Annahme und inszeniert sich als tragikomische, schwarzhumorig angehauchte und vor Sarkasmus triefende Chose, die gekonnt zwischen ernsteren Themen und absurder Situationskomik hin und her pendelt, wobei es mir in Sachen Humor und Schlagfertigkeit zugegebenermaßen der von Rob Delaney verkörperte Rob noch einmal spürbar mehr angetan hat als die von Sharon Horgan gespielte Sharon, wobei sie ja nun einmal von der plötzlichen Schwangerschaft auch ungleich "persönlicher betroffen" ist als der pflichtbewusste Amerikaner Rob, der postwendend seine Zelte abbricht, um bei der Schwangeren in England zu leben, was dann auch in die namensgebende Catastrophe zu münden droht, denn es ist eben etwas gänzlich anderes, ob man eine Woche lang unverbindlichen Sex an den unmöglichsten Orten hat oder sich plötzlich damit konfrontiert sieht, demnächst ein gemeinsames Kind zu haben, ohne sich überhaupt großartig zu kennen.

So trefflich aber Delaney und Horgan die daraus immer wieder resultierende Hysterie, den sich aufdrängenden Galgenhumor und allgemein das ambivalente Verhältnis der beiden in Szene zu setzen wissen, wäre doch Catastrophe nur halb so gut, wenn da nicht beispielsweise Mark Bonnar (Doctor Who) als duckmäuserischer Freund der besten Freundin von Sharon wäre, mit dem sich Rob langsam anfreundet oder Tobias Menzies (The Night Manager) als nicht gerade diplomatischer Frauenarzt, wobei das heimliche Highlight natürlich Carrie Fisher (Star Wars) in einer ihrer letzten Rollen vor ihrem Tod im Dezember 2016 ist, die hier als Robs Mutter Mia in Erscheinung tritt. Nicht nur diese exemplarisch genannten Figuren bevölkern und bereichern das bewusst überzeichnete Treiben, das sich hier als zwar von Folge zu Folge oft reichlich zerfaserter, teils innerhalb der Episoden schon fragmentarisch wirkender Reigen präsentiert, dem manchmal leider zwar das richtige Timing fehlt, so dass manche Szenen für meinen Geschmack doch allzu abrupt ihr Ende gefunden haben, doch unterstreicht das wiederum auch den subversiven, teils regelrecht konfusen Charme, der von dieser ungewöhnlichen Story ausgeht.

Szenenbild aus Catastrophe | © Amazon Studios
© Amazon Studios

Ungewöhnlich wie gesagt aber nur dahingehend, wie man es präsentiert, denn was sich abspielt hat man schon dutzende Male in unterschiedlichen Werken verarbeitet gesehen, nur eben selten so menschlich und dabei auch witzig, wenn es manchmal auch wenig zu viel des Guten an Fäkalhumor sein mag, doch dahingehend ist ohnehin jede Person anders gestrickt und wird für sich selbst ergründen müssen, ob sie sich von dem Gezeigten abgeholt fühlt. Ich für meinen Teil hatte derweil beinahe durchgängig meinen Spaß mit Catastrophe und freue mich, Rob und Sharon auch auf ihrem weiteren Weg begleiten zu können, auch wenn die Serien-Produktion von einer objektiven Warte aus betrachtet durchaus mit einigen dramaturgischen wie inszenatorischen Mängeln behaftet ist, doch allein für den teils beißenden Sarkasmus und Robs dumme Sprüche sehe ich der ersten Staffel ohnehin schon einiges nach.

Fazit & Wertung:

Die von Sharon Horgan und Rob Delaney entwickelte, geschriebene und produzierte Serie Catastrophe – in der sie auch gleich selbst die Hauptrollen übernommen haben – punktet in ihrer ersten Staffel mit subversivem Charme und einem oftmals sarkastischen Humor, während die eigentliche Geschichte durchaus üblichen Mustern folgt, dabei aber immer wieder ungewohnte, kaum betretende Pfade findet, wodurch es auch durchaus zuweilen ernster zur Sache geht, als man das vielleicht vermuten würde, doch unterstreicht das auch den Reiz dieser eigenwilligen Dramedy.

7,5 von 10 absurden Alltagssituationen

Catastrophe | Staffel 1

  • Absurde Alltagssituationen - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die von Sharon Horgan und Rob Delaney entwickelte, geschriebene und produzierte Serie Catastrophe – in der sie auch gleich selbst die Hauptrollen übernommen haben – punktet in ihrer ersten Staffel mit subversivem Charme und einem oftmals sarkastischen Humor, während die eigentliche Geschichte durchaus üblichen Mustern folgt, dabei aber immer wieder ungewohnte, kaum betretende Pfade findet, wodurch es auch durchaus zuweilen ernster zur Sache geht, als man das vielleicht vermuten würde, doch unterstreicht das auch den Reiz dieser eigenwilligen Dramedy.

7.5/10
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Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

1. Episode 1 (7/10)
2. Episode 2 (7,5/10)
3. Episode 3 (7,5/10)
4. Episode 4 (8/10)
5. Episode 5 (7,5/10)
6. Episode 6 (8/10)

 
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Catastrophe | Staffel 1 – beziehungsweise die Staffeln 1-3 – sind seit dem 04.08.17 exklusiv bei Amazon Prime Instant Video verfügbar.

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