Review: Minions (Film)

Nach den großartigen Filmen der vergangenen Woche starten wir nun wieder etwas bescheidener, aber es kann ja auch nicht jedes Werk ein Highlight sein und meinen Spaß hatte ich mit den Minions dennoch, ganz wie zu erwarten.

Minions

Minions, USA 2015, 91 Min.

Minions | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseure:
Kyle Balda
Pierre Coffin
Autor:
Brian Lynch

Main-Cast:

Sandra Bullock (Scarlet Overkill [Stimme])
Jon Hamm (Herb Overkill [Stimme])
Michael Keaton (Walter Nelson [Stimme])
Allison Janney (Madge Nelson [Stimme])
Steve Coogan (Professor Flux [Stimme])
Jennifer Saunders (The Queen [Stimme])
Geoffrey Rush (Narrator [Stimme])
Steve Carell (Young Gru [Stimme])
Pierre Coffin (The Minions [Stimme])
Katy Mixon (Tina [Stimme])

Genre:
Animation | Komödie | Abenteuer

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Minions | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Schon seit der Zeit der Dinosaurier sind die kleinen gelben Minions auf der Suche nach einem Bösewicht, dem zu dienen sie sich berufen fühlen, doch egal, was die knuddeligen Tollpatsche auch versuchen, endet ihre Hingabe ihrem Meister gegenüber meist mit dessen Ableben. Das geht sogar so weit, dass die Minions sich eines Tages frustriert zurückziehen und in einer abgelegenen Eishöhle ein zunehmend deprimierender werdendes Einsiedler-Dasein fristen. Bis zu dem Tag zumindest, an dem der ambitionierte Kevin gemeinsam mit dem kleinen Bob und nicht zuletzt dem Ukulele-spielenden Stuart aufmacht, die Welt zu erkunden und endlich einen neuen, würdigen Meister zu finden, einen Superschurken, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Nach anfänglicher Irrfahrt verschlägt es die drei hoffnungsfrohen Minions zu einem Gipfeltreffen der Bösewichte, wie sie zum ersten Mal der Schurkin Scarlet Overkill begegnen, die sich nichts sehnlicher wünscht, als die erste, größte und gefürchtetste Superschurkin der Geschichte zu werden. Die Qualitäten der Minions erkennend, heuert sie Kevin, Bob und Stuart an, Königin Elizabeth II die Krone zu entwenden, doch würde sie die Minions nur ein wenig kenne, hätte sie zumindest eine grobe Ahnung, was dabei alles schiefgehen kann..

Rezension:

Nachdem ich ein großer Fan und Freund von Ich – Einfach unverbesserlich sowie dessen direktem Nachfolger gewesen bin, stand natürlich auch eine Sichtung von Minions auf lange Sicht außerfrage, da ich natürlich auch von den kleinen gelben Knuddelwesen und ihrer Vorliebe für "Bananas" angetan war, auch wenn mir wohl schon im Vorfeld bewusst gewesen ist, dass es kaum möglich sein würde, den Erfolg der Filme um Gru – wo die Minions eben nur Sidekicks und nicht die Hauptfiguren darstellen – zu wiederholen, weil man natürlich allein der, nunja, eingeschränkten sprachlichen Fähigkeiten der gelben Wesen eingeschränkt sein würde. Damit sollte ich dann auch leider in Teilen recht behalten, wobei sich das nicht von Beginn an abzuzeichnen schien, ist das erste Drittel des Films (grobe Schätzung) doch hauptsächlich dominiert von Erzähler Geoffrey Rush, der in zahllosen, wirklich witzigen Episoden den Werdegang der Minions umreißt, was dann auch die Notwendigkeit (weiterer) gesprochener Worte in Abrede stellt. Dumm nur, dass man von hier ausgehend natürlich auch einen Plot um die Minions entspinnen möchte und hierzu deren drei "Abgesandte" Stuart, Kevin und Bob in den Fokus der Erzählung rückt, denn so knuffig und süß sie auch sein mögen, gelingt es ihnen kaum, einen ganzen Film allein zu schultern.

Szenenbild aus Minions | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Das wird auch Drehbuchautor Brian Lynch geahnt haben, denn so lässt er die Minions allerhand skurrilen Gestalten begegnen, angefangen mit der Familie Nelson – die Eltern gesprochen von Michael Keaton und Allison Janney – bis hin zu Scarlet Overkill – Sandra Bullock – und ihrem Sidekick Herb, dessen Stimme von Jon Hamm stammt. Das tröstet aber nicht darüber hinweg, dass es sich, auch wenn Scarlet als großer Fiesling des Films inszeniert wird – im Grunde um Begegnungen am Wegesrand handelt, so dass der Fokus weiterhin auf unseren drei tapferen Minions liegt, die zwar grundsympathisch sind, wie man es eben von Minions auch erwarten durfte, die mit ihrer treudoofen Art aber nun auch eher genau deswegen ein ums andere Mal vom Regen in die Traufe geraten, was dann weniger an einem ausgefeilten oder auch nur überraschendem Skript, sondern mehr an der Gesetzmäßigkeit der den Minions eigenen Naivität liegt, was manchmal doch arg platt daherkommt.

Dennoch kann man ohne Frage seinen Spaß mit den quirligen Wesen haben, wenn man sie denn eben schon vorher ins Herz geschlossen hat, denn bekehren wird der Film sicherlich niemanden, der zuvor nichts für die gelben Sonderlinge übrig hatte, dafür ist er viel zu generisch und vor allem emotional längst nicht so zugänglich und einnehmend wie die Abenteuer um Gru und die Waisenkinder. Entsprechend kommt man aber auch um kleinere Hänger im Mittelteil kaum herum, was aber eben mitunter damit zusammenhängt, dass der Beginn die Messlatte höher legt, als eigentlich gut für den Film wäre, der erst zum Ende hin dann noch einmal deutlich an Fahrt aufnimmt, wenn auch die restlichen Minions wieder nachhaltig in Aktion treten dürfen, denn tatsächlich funktioniert deren Humor in der breiten Masse am besten, wie man spätestens zum Schluss merken dürfte, wenn ganze Horden von ihnen die Straßen durchfluten.

Szenenbild aus Minions | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Vor allem aber nutzt man hier die Gunst der Stunde, den Bogen von Minions hin zu Ich – Einfach unverbesserlich zu spannen, was nicht nur einen schönen Abschluss der Chose ergibt, sondern eben auch versöhnlich stimmt für manche allzu platten Gags und wenig einfallsreiche Wendungen, die wie gesagt nur in der geistigen Schlichtheit unserer "Helden" begründet liegen. Sicherlich, für Kinder mag der Film vielleicht noch weitaus besser funktionieren, doch zeichnen sich eben die wirklich guten Animationsfilme zudem noch dadurch aus, dass sie eben für Erwachsene nicht minder gut funktionieren, womöglich gar noch eine augenzwinkernde Ebene hinzufügen, die den kleineren Zuschauern eher entgehen dürfte und in dieser Hinsicht macht der Film eben keine allzu gute Figur und wirkt in seiner Gesamtheit ähnlich schlicht wie die Gemüter seiner Hauptfiguren. Das soll derweil aber nicht heißen, dass man mit dem Abenteuer keinen Spaß haben könnte, denn zum Schmunzeln und Lachen sind sie ja, die Minions, sofern man sich denn sonst auch schon von ihnen unterhalten gefühlt hat, denn ansonsten sollte man besser einen großen Bogen um dieses Werk machen.

Fazit & Wertung:

Die Origin-Story Minions wartet mit einem sympathischen Helden-Trio auf und weiß einige namhafte SprecherInnnen für die Nebenrollen zu verpflichten, doch ist der Plot des Films selbst eher schlicht gehalten und setzt oftmals voll und ganz auf den Niedlichkeits-Faktor der kleinen gelben Wesen, was mal mehr, mal weniger gut gelingt. Grundsympathisch ist der Film aber trotzdem, auch wenn er nicht annähernd an die Qualitäten eines Ich – Einfach unverbesserlich heranreicht, was aber auch kaum zu erwarten gestanden hat.

7,5 von 10 naiven, aber herzensguten Minions

Minions

  • Naive, aber herzensgute Minions - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Die Origin-Story Minions wartet mit einem sympathischen Helden-Trio auf und weiß einige namhafte SprecherInnnen für die Nebenrollen zu verpflichten, doch ist der Plot des Films selbst eher schlicht gehalten und setzt oftmals voll und ganz auf den Niedlichkeits-Faktor der kleinen gelben Wesen, was mal mehr, mal weniger gut gelingt. Grundsympathisch ist der Film aber trotzdem, auch wenn er nicht annähernd an die Qualitäten eines Ich – Einfach unverbesserlich heranreicht, was aber auch kaum zu erwarten gestanden hat.

7.5/10
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Minions ist am 12.11.15 auf DVD und Blu-ray bei Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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