Review: Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan | Claudia Gray (Buch)

Das Star Wars Universum

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Heute heißt es "einmal Star Wars, nochmal Star Wars", denn nachdem das letzte Buch mich ja nicht so vom Hocker gehauen hat, musste schnellstmöglich ähnlich gelagerte, hoffentlich überzeugendere Literatur her und da fiel meine Wahl diesmal auf:

Journey to Star Wars: Die letzten Jedi

Star Wars
Leia, Prinzessin von Alderaan

Star Wars: Leia, Princess of Alderaan, USA 2017, 384 Seiten

Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan | © Panini
© Panini

Autorin:
Claudia Gray
Übersetzer:
Timothy Stahl

Verlag (D):
Panini Books
ISBN:
978-3-833-23569-6

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Als sechzehnjährige Thronerbin ist es auf Alderaan Tradition, seinen Anspruch verkünden zu lassen, so dass auch die von Bail und Breha Organa adoptierte Leia nun diese Zeremonie durchläuft und sich gleich drei Prüfungen stellt, die ihre Eignung unter Beweis stellen sollen. Als hätte Leia nun mit den Prüfungen des Körpers, Geistes und Herzens nicht ohnehin genug zu tun – zumal diese sie teils quer durch die Galaxis reisen lassen – , muss sie sich ebenso mit der wachsenden Entfremdung ihrer Eltern auseinander setzen, die sich zunehmend von ihr abschotten. Vor allem aber eröffnen ihr sowohl der Posten in der Nachwuchslegislatur auf Coruscant, als auch ihre humanitären Missionen einen Blick auf das Imperium, vor dem sie während der behüteten Kindheit im Palast verschont geblieben ist. Und als Leia langsam dahinterzukommen beginnt, welche Geheimnisse ihre Eltern zu verbergen versuchen, muss sie sich die Frage stellen, wohin ihr eigener Weg sie führen mag…

Rezension:

Nachdem ich in der vergangenen Woche von der doch eher enttäuschenden Nacherzählung der Filmhandlung in Reys und Finns Storys berichtet habe, bin ich dem Thema gleich treu geblieben, zumal ich in dem Zusammenhang ja Claudia Grays bisherige zwei Star Wars-Romane vollmundig gelobt habe und nun reiht sich Leia, Prinzessin von Alderaan dort ebenfalls ein, denn obwohl auch dieser als Jugendroman konzipiert sein mag, sind die behandelten Themen doch durchaus erwachsen und auch für eine ältere Leserschaft einen Blick wert. Dabei widmet sich der rund 350 Seiten umfassende Roman Leias Zeit als Sechzehnjährige und umreißt die Anfänge der Rebellion und den Anteil der alderaanischen Herrscherfamilie Organa, wobei Leia selbst anfänglich gänzlich im Unklaren gelassen wird und erst langsam dahinterkommt, weshalb ihre Eltern sich in der letzten Zeit so zurückgezogen haben und sich gegenüber der Adoptivtochter so verschlossen geben.

Ihr Vater hielt peu à peu mehr private Sitzungen in seinen Büros ba, Diskussionen mit Senatoren von Uyter oder Mon Cala, an denen Leia nicht teilnehmen konnte. Solche Konferenzen hatte es schon immer gegeben, aber die Zahl stieg von einigen wenigen im Monat auf mehrere am Tag. Und danach war Bail dann jeweils stundenlang ganz zerfahren. Wenn Leia versuchte, ihn darüber auszuhorchen, wies er sie streng zurecht, sie solle sich um ihre eigenen Pflichten kümmern. Es war, als wären ihm Machtverhandlungen wichtiger geworden als alles andere, inklusive seiner eigenen Tochter.

Dabei beginnt der Roman mit der Zeremonie zur Verkündigung von Leias Anspruch als Erbin des Throns, was nach alderaanischer Tradition mit drei Prüfungen – an den Körper, den Geist und das Herz – einhergeht, die wiederum den erzählerischen Rahmen bilden. Hier verschlägt es Leia mehrfach nach Coruscant, wo sie Teil der Nachwuchslegislatur des Senates wird und nach und nach die Mechanismen der imperialen Einflussnahme und Manipulation durchschaut, was nun nicht unbedingt Teil ihrer Herausforderung an den Geist sein mag, aber ihren Weg hin zur inbrünstigen Vertreterin der Rebellen nachzeichnet. Die Herausforderung an den Körper wiederum bringt es mit sich, dass sie quasi Teil einer intergalaktischen Pfadfindertruppe wird, derweil ihre Herausforderung an das Herz einige humanitäre Missionen zu abgelegenen Welten beinhaltet, die sie das Joch des Imperiums am eigenen Leib erfahren lassen. So bilden gleich drei Aspekte den Rahmen für Leias umtriebiges Handeln, was die Geschichte manchmal zwar etwas sprunghaft wirken lässt, ansonsten aber wunderbar funktioniert, speziell um sie aus unterschiedlichen Warten einen Blick auf das Imperium werfen zu lassen, der ihre jugendliche Naivität Schicht um Schicht abzutragen vermag, bis sie sich schließlich – ich werte das mal nicht als Spoiler im klassischen Sinne – gegenüber der Rebellion zu beweisen vermag und den ersten Schritt hin zu ihrer späteren Position innerhalb des Widerstandes zu gehen bereit ist.

So sind speziell die Szenen auf Alderaan und insbesondere in der zweiten Hälfte des Buches auch vermehrt von einer leisen Melancholie durchzogen, wissen wir schließlich alle, welches Schicksal diesem so paradiesisch scheinenden Planeten alsbald blühen wird. Ansonsten gelingt es Grey auch in Leia, Prinzessin von Alderaan ganz wunderbar, der Adoptivtochter des Hauses Organa Leben einzuhauchen, nachdem sie das ja schon in Blutlinie mit einer älteren Leia vollbracht hat. Hier wie dort ist es aber auch weniger die Action die im Vordergrund steht, sondern vielmehr die Entwicklung der Figur als solchen sowie politische Entwicklungen, was in diesem Fall beispielsweise auch einen Abstecher gen Naboo beinhaltet, was in Anbetracht des Wissensvorsprunges seitens der geneigten Leserschaft einige wunderbare Querverweise erlaubt, ebenso wie auch Großmoff Tarkin hier wieder eine gewisse Rolle spielt und in seiner Darstellung wunderbar mit einschlägigen Publikationen wie etwa Tarkin harmoniert.

Leia öffnete entsetzt die Lippen, als sie ausstieg. Die hügelige Landschaftm die einst mit den frischen grünen Stielen des Frühjahrsgetreides bedeckt gewesen war, bestand jetzt nur noch aus Schlamm und ein paar gelben Pflanzenstängeln, die nicht mehr gedeihen konnten. Der Himmel über Wobani hatte jene schmuddelige Färbung angenommen, wie sie nur Luftverschmutzung verursachte, ein Dunst, der sich vielleicht nie mehr lichten würde. Dennoch, die Trostlosigkeit des Planeten reichte in keiner Weise an die seiner Bevölkerung heran.

Gray scheut sich aber auch nicht, neue Figuren in ihre Erzählung zu flechten, wobei hier vorrangig der Alderaaner Kier Domadi und die quirlige, vom Planeten Gatalenta stammende Amilyn Holdo zu nennen sind, die Leia beide im Rahmen der Nachwuchslegislatur kennen und schätzen lernt, wobei man sich bezüglich Amilyn auf ein Wiedersehen im kommenden Star Wars-Film freuen darf, womit dann auch die Bedeutung des Labels Journey to Star Wars: Die letzten Jedi geklärt wäre, denn davon einmal abgesehen, dass diese Figur in einer beinahe vierzig Jahre später spielenden Story erneut eine Rolle spielen wird, wüsste ich nicht, inwieweit die Ereignisse rund um die junge Leia einige Jahre vor der Schlacht von Yavin den nächsten Film noch beeinflussen sollten. Aber selbst wenn es das damit gewesen wäre, handelt es sich bei Leia, Prinzessin von Alderaan um ein weiteres, nicht nur für sich genommen, sondern auch im Kontext der bisherigen Veröffentlichungen lohnenswertes und gelungenes Mosaikteil, das eine mir bis dato Zeitspanne im Leben der jungen Leia näher beleuchtet. Dabei merkt man zwar mancher Passage an, dass die Geschichte sich dem Tenor nach einem jüngeren Publikum zuwendet, doch stellt Gray auch formidabel Leias bereits in jungen Jahren ausgeprägte Ernsthaftigkeit sowie ihr Gerechtigkeitsempfinden heraus, was über manch kleinere Länge in einer ansonsten rundum gelungenen Geschichte hinwegsehen lässt.

Fazit & Wertung:

Claudia Gray fügt mit Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan nicht nur dem Franchise an sich, sondern auch speziell der Vita der berühmten Tochter von Bail und Breha Organa ein weiteres, lesenswertes Puzzleteil hinzu. Mag die Geschichte ihre Ausgestaltung als Jugendroman nicht immer verbergen können, gelingt es der Autorin doch auch diesmal, die Ereignisse auch für ein älteres Publikum interessant und kurzweilig zu schildern, was mit einer erfreulichen Ernsthaftigkeit und einer vom Schatten des Krieges umwölkten Erzählung einhergeht.

7,5 von 10 Abstechern auf entlegene Welten

Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan

  • Abstecher auf entlegene Welten - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Claudia Gray fügt mit Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan nicht nur dem Franchise an sich, sondern auch speziell der Vita der berühmten Tochter von Bail und Breha Organa ein weiteres, lesenswertes Puzzleteil hinzu. Mag die Geschichte ihre Ausgestaltung als Jugendroman nicht immer verbergen können, gelingt es der Autorin doch auch diesmal, die Ereignisse auch für ein älteres Publikum interessant und kurzweilig zu schildern, was mit einer erfreulichen Ernsthaftigkeit und einer vom Schatten des Krieges umwölkten Erzählung einhergeht.

7.5/10
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Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan ist am 24.10.17 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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