Review: Into the Badlands | Staffel 2 (Serie)

Auch an diesem Wochenende warte ich natürlich wieder mit dem Super Serien-Samstag auf und möchte euch diesmal vom zweiten Aufguss der berühmtesten Martial-Arts-Endzeit-Serie dieser Tage erzählen. Ihr wisst natürlich längst, worum es geht, also was soll ich noch große Worte machen!? Nutze ich die Zeilen lieber, um euch noch ein schönes und erholsames Wochenende zu wünschen!

Into the Badlands
Staffel 2

Into the Badlands, USA 2015-, ca. 42 Min. je Folge

Into the Badlands | © Universum Film
© Universum Film

Serienschöpfer:
Alfred Gough
Miles Millar
Showrunner:
Alfred Gough
Miles Millar

Main-Cast:
Daniel Wu (Sunny)
Orla Brady (Lydia)
Sarah Bolger (Jade)
Aramis Knight (M.K.)
Emily Beecham (The Widow)
Oliver Stark (Ryder)
Madeleine Mantock (Veil)
Ally Ioannides (Tilda)
Nick Frost (Bajie)
Marton Csokas (Quinn)
in weiteren Rollen:
Stephen Lang (Waldo)
Chipo Chung (The Master)
Eve Connolly (Ava)
Farzana Dua Elahe (Portia)
Maddison Jaizani (Odessa)
John Bell (Gabriel)

Genre:
Action | Abenteuer | Endzeit | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Rund ein halbes Jahr ist vergangen, seit M.K. von den Mönchen verschleppt worden ist und Sunny in die Sklaverei geriet. Der ehemalige Regent von Baron Quinn schickt sich allerdings an, seiner Gefangenschaft alsbald ein Ende zu setzen und plant gemeinsam mit dem windigen Bajie seine Flucht. M.K. derweil hat einiges über seine verborgenen Kräfte gelernt und befindet sich noch immer in der Obhut des mysteriösen Meisters, den er allerdings selbst noch nie zu Gesicht bekommen hat. In den "Badlands" selbst haben sich die Machtverhältnisse teils gravierend geändert und während Quinns Sohn Ryder als neuer Baron um die Akzeptanz seiner Untergebenen und der anderen Herrscher kämpft, probt die Witwe noch immer den Aufstand und geht mit gnadenloser Härte gegen ihre Feinde vor, während sie allen Abtrünnigen eine sichere Zuflucht verspricht. Während sie mit ihrem Verhalten zunehmend den Zorn der Barone und insbesondere Ryders auf sich lenkt, erstarkt im Verborgenen eine längst totgeglaubte Bedrohung, die noch weit weniger als die Witwe bereit ist, sich an Regeln und Konventionen zu halten…

Rezension:

Bereits die vergleichsweise kurze erste Staffel von Into the Badlands hatte es mir ja seinerzeit mehr als angetan und entsprechend gespannt war ich nun auf die Fortsetzung, zumal das Staffelfinale Eine Hand voll Gift (1.06) ja mit gleich mehreren Cliffhangern zurückließ. So ist es anfänglich auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, Sunny und M.K. jeweils allein agieren zu sehen, wurden diese schließlich an unterschiedliche Orte verschleppt, wobei Sunny sich nunmehr gar nicht mehr in den "Badlands" befindet, womit im weiteren Verlauf der Staffel der Name der Serie diesmal durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn natürlich schickt sich Sunny an, sich aus der Sklaverei zu befreien und lacht sich dadurch einen der wenigen Neuzugänge im Cast an, denn hier ist niemand Anderes und Geringeres als Nick Frost (The Huntsman & the Ice Queen) mit von der Partie, der den opportunistisch-verschlagenen, oft etwas undurchsichtigen Bajie gibt. Zugegebenermaßen war ich anfänglich auch etwas skeptisch, was seine Figur beziehungsweise Besetzung anbelangt, denn Frost ist nun einmal vornehmlich für komödiantische Rollen bekannt und es stand zu befürchten, dass er eventuell den düsteren Ton der dystopischen Martial-Arts-Endzeit-Erzählung verwässern könnte, doch tatsächlich ergänzt er die Story wirklich trefflich und nimmt sich in Sachen Slapstick die meiste Zeit angenehm zurück, zumal die Kombi aus dem wortkargen und ernsten Sunny sowie dem wortreich vor sich hin schwadronierenden Bajie tatsächlich gut funktioniert.

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Vor allem aber gewinnt die zweite Staffel eindeutig dadurch, dass sie nunmehr eine spürbar umfassendere und weiter greifende Geschichte erzählt, denn während sich weite Teile der Auftaktstaffel ausnahmslos auf den Hof von Baron Quinn oder die Gemächer der Witwe konzentriert haben, bekommt man hier nicht nur einen Blick auf die Welt außerhalb der "Badlands" (und die umgebende Mauer) spendiert, sondern bekommt ganz grundsätzlich einen besseren Eindruck der unterschiedlichen Landstriche, quasi der Topografie sowie – insbesondere im Fall der ohnehin schon großartigen Episode Das Konklave (2.04) – den weiteren Baronen. Mit ein paar zusätzlichen Landschaftsaufnahmen und einigen neuen Sets allein kann man aber natürlich nicht punkten und so sind es speziell die wechselnden Zweckbündnisse und Intrigen, die dem Geschehen fernab der noch immer herrlich over-the-top und oft irritierend blutig inszenierten Kampfszenen die rechte Würze verleihen. So müssen sich auch nicht nur Sunny und M.K. mit den neuen Bedingungen arrangieren, nein, auch in den "Badlands" hat sich einiges getan, wurde Quinns Frau Lydia schließlich verstoßen, während Sohn Ryder sich nun mit Hilfe von Jade als neuer Baron und somit Nachfolger seines Vaters zu etablieren versucht. Die Witwe wiederum, über deren Vergangenheit und Herkunft man speziell in der zweiten Staffelhälfte nun auch endlich mehr erfährt, verfolgt derweil ihre ganz eigenen Ziele und ist erneut als erfreulich ambivalenter Charakter gezeichnet, bei dem man nie weiß, wo genau die eigentliche Loyalität zu verorten ist. Mit eben diesem Problem hat derweil auch Tilda zu kämpfen, deren Verhältnis zur Witwe schon in der ersten Staffel von Misstrauen und Argwohn gezeichnet war, was für ein paar schöne sozusagen innerpolitische Spannungen sorgt.

So betrachtet ist zwar auch diesmal die Geschichte von Into the Badlands nicht unbedingt das dramaturgische Nonplusultra und speziell die vermeintlichen Superkräfte mancher Figuren mögen zuweilen irritieren, doch ist der Plot eben weit mehr als nur die fadenscheinige Begründung für sich endlos wiederholende Kampfszenen, so dass es der Serie auch diesmal gelingt, fernab optischen und inszenatorischen Highlights einer jeden Folge – den Kampfszenen – mehr als bei Laune zu halten, zumal Figuren wie etwa der undurchsichtige und verräterische Waldo hier ebenfalls weiter ausgebaut werden und durchaus auch Figuren das Zeitliche zu segnen vermögen, was wiederum einerseits überraschend, andererseits erfrischend für den weiteren Fortgang der Geschichte ist, wobei ich hier natürlich nicht spoilern möchte, von wem die Rede sein mag.

Szenenbild aus Into the Badlands | © AMC
© AMC

Klar ist aber auch diesmal wieder, dass man schon ein Faible für dergestalt überhöhte Kampfchoreografien und einen gewissen Trash-Appeal haben sollte, wobei diesbezüglich bei Nichtgefallen ja bereits die erste Staffel abgeschreckt haben dürfte. Entsprechend kann ich guten Gewissens attestieren, dass, wer sich vom ersten Ausflug in die "Badlands" gut unterhalten gefühlt hat, auch hier ohne Bedenken einen Blick riskieren kann, denn nicht nur bleibt sich die Serie in Art und Ausrichtung treu, fernab der Tatsache, dass die begonnene Geschichte überzeugend und spannend weitergesponnen wird, sondern vermag sich auch in einigen Punkten zu verbessern. So wirkt die Geschichte diesmal deutlich raumgreifender und umfangreicher geschildert, als das noch bei der zuweilen etwas gehetzt wirkenden ersten Staffel der Fall gewesen ist, während die hinzugekommenen Schauplätze und insbesondere eben auch Bajie als interessante und nicht ganz zu verordnende Figur für reichlich Abwechslung sorgen. Zwar muss man auch diesmal wieder mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger im Staffelfinale Die Rückkehr (2.10) vorlieb nehmen, doch ist die dritte Staffel zum Glück längst bestätigt und nach den Informationshappen bezüglich der mysteriösen Kräfte von M.K. und Konsorten, den Andeutungen zu der ominösen Stadt und nicht zuletzt der finalen Szene der Folge kann ich diese – mal wieder – kaum noch erwarten.

Fazit & Wertung:

Der zweiten Staffel Into the Badlands gelingt es, die begonnene Geschichte stimmungsvoll und spannend weiterzuerzählen, beantwortet offene Fragen und wirft neue auf, punktet aber selbstredend vor allem auch hier wieder mit einer beispiellosen Optik und bewusst überzogen sowie selbstbewusst blutig inszenierten Kämpfen, die dem Geschehen fernab der Mysterien und Intrigen die gewisse Würze verleihen und auch diesen Ausflug in eine dystopische Zukunft zu einem actionreichen Vergnügen machen.

8,5 von 10 brachialen Martial-Arts-Kämpfe

Into the Badlands | Staffel 2

  • Brachiale Martial-Arts-Kämpfe - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Der zweiten Staffel Into the Badlands gelingt es, die begonnene Geschichte stimmungsvoll und spannend weiterzuerzählen, beantwortet offene Fragen und wirft neue auf, punktet aber selbstredend vor allem auch hier wieder mit einer beispiellosen Optik und bewusst überzogen sowie selbstbewusst blutig inszenierten Kämpfen, die dem Geschehen fernab der Mysterien und Intrigen die gewisse Würze verleihen und auch diesen Ausflug in eine dystopische Zukunft zu einem actionreichen Vergnügen machen.

8.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 2

01. Ein neuer Anfang (8,5/10)
02. Die Kraft der Adlerklaue (8/10)
03. Silver Moon (8,5/10)
04. Das Konklave (9/10)
05. Der Schmuggler (8/10)
06. Wie gewonnen, so zerronnen (8,5/10)
07. Die Hand der fünf Gifte (8/10)
08. Doppeltes Spiel (8,5/10)
09. Das Attentat (9/10)
10. Die Rückkehr (8,5/10)

 
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Into the Badlands | Staffel 2 ist bei Amazon Prime Instant Video verfügbar und am 24.11.17 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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