Review: Star Wars: Thrawn | Timothy Zahn (Buch)

Das Star Wars Universum

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Es wird mal wieder Zeit, ein wenig über Star Wars zu reden, denn immerhin ist vor nicht ganz einem Monat ein Buch erschienen, auf das ich mich schon Monate im Voraus sehr gefreut habe. Umso erfreulicher, wenn die damit verbundenen Erwartungen – wie hier – schlussendlich gar erfüllt werden!

Star Wars
Thrawn

Star Wars Thrawn, USA 2017, 624 Seiten

Star Wars: Thrawn von Timothy Zahn | © Blanvalet
© Blanvalet

Autor:
Timothy Zahn
Übersetzer:
Andreas Kasprzak

Verlag (D):
Blanvalet
ISBN:
978-3-734-16138-4

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Einen Moment lang schwieg der Chiss, und sein Blick wanderte durch den Hangar. Er wirkte aber nicht wie ein Wilder, der von der Größe und der technologischen Pracht um ihn herum überwältigt war, dachte Eli, eher wie ein Militär, der die Stärken und Schwächen seines Feindes abschätzte.

Unerwartet und gleichermaßen unfreiwillig rettet die Besatzung der imperialen Strikefast den ins Exil verbannten Thrawn, der von dem Kadetten Eli Vanto schnell als Chiss identifiziert wird. Prompt erweckt der blauhäutige Nichtmensch mit seinem bereits jetzt zutage tretenden taktischen Gespür das Interesse von Imperator Palpatine, wenn auch zunächst aus anderen Gründen, die in die Zeit der Klonkriege zurückreichen und mit Thrawns Bekanntschaft zu einem gewissen Anakin Skywalker in Verbindung stehen. Dessen ungeachtet wird Thrawn auf die imperiale Akademie auf Coruscant geschickt und legt gemeinsam mit dem ihm an die Seite gestellten Eli Vanto den Grundstein für einen raketenhaften Aufstieg innerhalb der imperialen Hierarchie, der dem taktischen Genie mit dem messerscharfen Verstand eine ganze Schar Neider und Feinde beschert, doch davon – ebenso wenig wie der erstarkenden Rebellion – lässt sich der ambitionierte Chiss mitnichten behindern, geschweige denn aufhalten…

Rezension:

Es mag jetzt bestimmt rund anderthalb Dekaden her sein, dass ich seinerzeit die von Timothy Zahn verfasste Thrawn-Trilogie gelesen habe und auch wenn ich mich wirklich nur noch schwach an den Inhalt der Bücher erinnere, weiß ich doch zumindest noch, dass es sich für mich um eine der besten Star Wars-Geschichten überhaupt gehandelt hat. Das mag – wie sollte es auch anders sein – natürlich mitunter an Großadmiral Thrawn selbst gelegen haben, der einen der interessantesten und vielschichtigsten Antagonisten der stetig wachsenden Galaxis dargestellt hat und entsprechend begann ich auch recht früh mit den Füßen zu scharren, als ich erfuhr, dass Zahn selbst einen schlicht und ergreifend Thrawn betitelten Roman schaffen würde, der die schillernde – respektive blauhäutige – Figur in den neuen Kanon überführt, wobei das ja wohl schon in der Animationsserie Star Wars Rebels geschehen sein mag, aber da kann ich ja noch immer nicht mitreden. Besonders schön ist allerdings auch, dass es sich mitnichten um einen Standalone-Roman handelt, der als eine Art fiktiver Biografie den Werdegang der Figur umreißt, wie es beispielsweise Luceno bei dem nicht minder empfehlenswerten Tarkin gehandhabt hat, sondern um den Auftakt einer neuen Trilogie um den gefürchteten Großadmiral, was mir bis kurz vor Verfassen dieser Zeilen gar nicht klar gewesen ist, doch steht der Nachfolgeroman Thrawn: Alliances zumindest in der amerikanischen Sprachfassung bereits für Ende Juli dieses Jahres in den Startlöchern, so dass für Nachschub gesorgt ist.

»Ich war …« Er sah Eli an. »Xishu azwane.«
Der Kadett blinzelte. Er war …? »Er sagt, er war im Exil«, erklärte er den anderen.
Das Wort hing schwer in der von Schiffsabgasen geschwängerten Luft des Hangars. Eli starrte Thrawn an, während er die Lagerfeuergeschichten aus seiner Kindheit Revue passieren ließ. Die alten Legenden hatten die Einheit und die militärische Macht der Chiss betont.

Der wird auch dringend benötigt, wage ich zu behaupten, denn mich hat Thrawn vom ersten Moment an fasziniert und selbst nach all den Jahren scheint es Timothy Zahn eine spürbare Freude gewesen zu sein, dieser Figur erneut Zeit und Aufmerksamkeit zu widmen, denn was der in Windeseile emporsteigende – und dafür von vielen missgünstig bedachte – Chiss hier teils für taktische Manöver fährt und wie er ein ums andere Mal die Schritte seiner Gegner vorausahnt, müsste sich andernorts den Vorwurf einer überkonstruierten Konzeption gefallen lassen, während man es seiner Figur und seinem taktischen Genie durchaus zutraut, genauso zu agieren, wie hier seitens Zahn und oftmals aus der Sicht des Fähnrichs Eli Vento geschildert. Der wiederum stellt in den meisten Fällen die erzählende Figur dar, so dass man sich von dem Gedanken zunächst verabschieden muss, direkt in Thrawns Kopf zu blicken, wobei selbiger auch immer wieder mittels kursiv gedruckter Beobachtungen selbst zu Wort kommt, derweil sich der Blick von außen in vielen Fällen als Segen entpuppt und insbesondere Thrawns Erläuterungen gegenüber Vanto zu den heimlichen Highlights des Bandes zählen.

Regelrechte Schwächen weist Thrawn aber ohnehin nicht auf und einzig ein ergänzender Handlungsstrang um die emporstrebende Arihnda Pryce bremst zuweilen das Geschehen ein wenig, insbesondere, da man anfänglich nicht recht weiß, wie sich ihr Wirken später auf Thrawns Wege auswirken wird, weshalb dieser Part zunächst ein wenig wie im luftleeren Raum schwebt, statt sich homogen mit dem Rest zu verbinden. Das stört aber weit weniger, als man zunächst meinen würde, zumal die Kapitel um Arihnda vergleichsweise knapp, vor allem aber auch kurzweilig geraten sind und den Lesefluss in keiner Weise hemmen. Dennoch sind die Geschichten um Thrawn selbst natürlich weitaus packender geraten und hier gelingt es Timothy Zahn wirklich auf trefflichste Weise, der zunächst nur grob skizzierten Figur über die Zeit hinweg immer feinere Nuancen angedeihen und sie an ihren immer neuen Aufgaben wachsen zu lassen, derweil sich nach einer gewissen Zeit auch ein roter Faden erkennen lässt, den fernab des Aufstiegs des Chiss handelt die Geschichte ebenso von Schattenschwan, der sich recht früh in der Erzählung als ähnlich gepolter und vor allem beinahe ebenbürtiger Widersacher in Stellung begibt und zu einer regelrechten Obsession für Thrawn wird.

»Ich glaube, der Imperator wird diesen Chiss kennenlernen und mehr über ihn erfahren wollen«, sagte der Kapitän. Sein Tonfall führte Eli zu der Vermutung, dass diese Worte mehr für die Offiziere gedacht waren als für ihn. »Außerdem denke ich, dass seine Spezies dem Imperium von großem Nutzen sein könnte. Wird in Ihren Mythen auch erwähnt, wo sich ihr Heimatplanet befindet?«
»Nur, dass sie aus den Unbekannten Regionen stammen, Sir. Nichts Genaueres.«

Neben Thrawn werden aber auch Eli Vanto einige Passagen zuteil und die Entwicklung des unfreiwilligen Fähnrichs des Nichtmenschen hin zu dessen engstem Vertrauten ist nicht minder interessant zu verfolgen, zumal er mehr und mehr zu einem Vertreter des ausgesuchten Kreises derer aufsteigt, die Thrawns analytische Gedankengänge auch nur im Ansatz nachvollziehen können. Ein wenig schade ist es einzig, dass die sich über mehrere Jahre erstreckende Geschichte keinerlei Jahreszahlen oder ähnliches aufweist, um die Geschehnisse verorten zu können, denn so offenbart sich ein zeitlicher Sprung erst durch das Erzählen selbst und alsbald kommt einem das Gefühl dafür abhanden, wie viel Zeit nun wirklich schon vergangen sein mag, seit Thrawns erster Begegnung mit dem Imperium, die übrigens für sich genommen schon außerordentlich gelungen ist und mehr als formidabel einstimmt auf einen der bis dato besten Star Wars-Bände des neuen Kanon, womit sich Timothy Zahn zweifelsohne anschickt, die Geschichte zu widerholen, denn schon im alten EU galt seine Thrawn-Trilogie als Gipfel des literarischen Schaffens und zumindest nach diesem Auftakt stehen die Zeichen nicht schlecht, dass man dies dereinst auch von seiner neuen Thrawn-Trilogie behaupten wird.

Fazit & Wertung:

Mit Thrawn feiert nicht nur der renommierte Autor Timothy Zahn, sondern auch dessen mitunter berühmteste Figurenschöpfung seine, beziehungsweise ihre Rückkehr ins Star Wars-Universum, die gleichermaßen den Grundstein für eine weitere Thrawn-Trilogie legen soll. Mag deren erster Band zwar nicht an das Kultbuch 9 von 10 analytischen Betrachtungen

Thrawn

  • Analytische Betrachtungen - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Mit Thrawn feiert nicht nur der renommierte Autor Timothy Zahn, sondern auch dessen mitunter berühmteste Figurenschöpfung seine, beziehungsweise ihre Rückkehr ins Star Wars-Universum, die gleichermaßen den Grundstein für eine weitere Thrawn-Trilogie legen soll. Mag deren erster Band zwar nicht an das Kultbuch Erben des Imperiums heranreichen, schafft Zahn dennoch eine abwechslungsreiche wie hochspannende Vita, die Thrawns Weg in die oberen Ränge der imperialen Führungsriege nachzeichnet und dessen taktische Brillanz vortrefflich in Szene setzt.

9.0/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Blanvalet. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Star Wars: Thrawn ist am 19.02.18 im Blanvalet Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

Eine Reaktion

  1. Der Kinogänger 22. März 2018

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