Review: Die Jones – Spione von nebenan (Film)

Diesmal widme ich mich einem lockerleichten Filmchen, das zwar gerne etwas rasanter und einfallsreicher hätte inszeniert werden können, das mir in der Summe aber durchaus Freude bereitet hat und die erhoffte Kurzweil bieten konnte. Die Rede ist von:

Die Jones
Spione von nebenan

Keeping Up with the Joneses, USA 2016, 105 Min.

Die Jones - Spione von nebenan | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Greg Mottola
Autor:
Michael LeSieur

Main-Cast:
Zach Galifianakis (Jeff Gaffney)
Isla Fisher (Karen Gaffney)
Jon Hamm (Tim Jones)
Gal Gadot (Natalie Jones)
in weiteren Rollen:
Patton Oswalt (Scorpion)
Ming Zhao (Scorpion’s Girlfriend)
Matt Walsh (Dan Craverston)
Maribeth Monroe (Meg Craverston)

Genre:
Action | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Die Jones - Spione von nebenan | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Karen und Jeff Gavney führen ein gleichermaßen unaufgeregtes wie beschauliches Leben am Ende einer Sackgasse in einer idyllischen amerikanischen Vorortsiedlung. Während Jeff als Personalmanager in einem großen Unternehmen arbeitet, designt Karen Badezimmer und dergleichen mehr und ihr Alltag könnte nicht alltäglicher sein. Alsbald kommt allerdings neuer Schwung in ihr Leben, der in Gestalt der Jones‘ auftritt, die als neue Nachbarn im Haus nebenan einziehen und wirken, als wären sie geradewegs einem Hochglanzmagazin entsprungen. Schnell wissen Tim und Natalie Jones die Nachbarschaft für sich einzunehmen und Jeff lechzt regelrecht danach, sich mit dem weltmännischen Tim anzufreunden. Karen allerdings ist, was die neuen Nachbarn betrifft, weitaus skeptischer und hat schon bald den Verdacht, dass sie etwas verbergen könnten, womit sie natürlich goldrichtig liegt, handelt es sich bei den Jones‘ tatsächlich um die sprichwörtlichen "Spione von nebenan"…

Rezension:

Kürzlich stieß ich zufällig auf Die Jones – Spione von nebenan und ohne mir jetzt einen Überflieger von Film zu erwarten, sprach mich doch speziell der namhafte Cast und ich erhoffte mir eine unterhaltsame wie kurzweilige Agenten-Komödie, deren Prämisse, dass das leicht spießige, im Alltagstrott gefangene Ehepaar unvermittelt ein Agenten-Duo als Nachbarn bekommt und hiervon natürlich zunächst nichts ahnt, nun nicht eben neu ist, aber die erhoffte Fülle an Gags und absurden Einfällen würde diese generische Ausgangslage doch sicherlich aufwerten können. Nun, diese Hoffnung geht leider nur bedingt auf, denn tatsächlich bringt der von Greg Mottola (Paul) inszenierte Film einiges an Leerlauf mit sich, bevor die eigentliche Geschichte so richtig in die Gänge kommt. So ist es dann auch mehr das beherzte Schauspiel seitens der vier Hauptakteure, das mich bei der Stange gehalten hat, denn denen zumindest merkt man deutlich an, wie viel Spaß sie bei der Sache hatten, was dann auch manchen nicht zündenden Gag verschmerzen lässt.

Szenenbild aus Die Jones - Spione von nebenan | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Nichtsdestotrotz wirkt Die Jones allzu oft wie eine gefällige Fingerübung, die in dem, was sie sein möchte, durchweg solide erscheint, dem Genre und Sujet aber auch nichts hinzuzufügen weiß, was man nicht so oder ähnlich schon dutzende Male zu sehen bekommen hat. So ist Mottolas Film auch immer ein Spiel mit den Klischees und entsprechend funktionieren natürlich Jon Hamm (Baby Driver) und Gal Gadot (Wonder Woman) als Agenten-Ehepaar schon rein optisch ausnehmend gut und der Kontrast zu der spießbürgerlichen Vorstadtwelt könnte krasser kaum ausfallen, während mir zumindest der Kniff zu gefallen wusste, dass Hamms Figur Tim Jones zunehmend mit ihrer Arbeit hadert und alsbald freundschaftliche Gefühle für den leicht trotteligen und unsäglich gesprächigen Jeff Gaffney entwickelt, der in gewohnter Manier von Zach Galifianakis (Birdman) als sympathischer Jedermann inszeniert wird. Isla Fisher (Die Unfassbaren) als dessen Ehefrau Karen allerdings stiehlt ihm mehr als einmal die Show, da sie sich als weitaus abgebrühter erweist und weitaus schneller mit der Offenbarung zurechtzukommen scheint, dass ihre neuen Nachbarn Spione sind.

Gal Gadot mag zwar auf den ersten Blick die Hauptaufgabe bekommen zu haben, unverschämt gut auszusehen, doch ist ihre Natalie eben auch sonst ungemein tough und weiß sich sowohl im Shootout als auch im Umgang mit Messern zu beweisen, so dass sie Ehemann Tim des Öfteren regelrecht an die Wand spielt. So sympathisch allerdings die Darsteller-Riege sein mag, so gut die Chemie zwischen den unterschiedlichen Charakteren auch aufgeht, so generisch ist eben das Skript als solches und es dauert verdammt lange, bis es überhaupt zur ersten echten Actionszene kommt, namentlich einer routiniert inszenierten Autoverfolgungsjagd, der sich später noch eine ausufernde Auseinandersetzung anschließen wird, womit man dann schon beinahe die Action-Sequenzen in Die Jones abgedeckt hätte, denn in dieser Hinsicht hält sich der Film überraschend zurück und setzt weit mehr auf das komödiantische Miteinander. Theoretisch wäre das auch eine gute Idee gewesen, zumal komödiantisches Talent bei den beteiligten Personen unverkennbar vorhanden ist, doch spricht es eben leider auch für sich, dass einige der Interviews zum Film weitaus witziger geraten sind als das eigentliche Werk.

Szenenbild aus Die Jones - Spione von nebenan | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Entsprechend frage ich mich, ob es Mottola und Die Jones nicht gutgetan hätte, hätte man den DarstellerInnen ein wenig mehr Freiraum zur Improvisation eingeräumt, denn was sich hinter den Kulissen so abgespielt hat – Quelle hierzu das auf der Blu-ray enthaltene Making-Of – wirkt doch oft ungezwungener und sympathischer als das, was man im fertigen Film davon zu sehen bekommt. Ähnlich verhält es sich mit Patton Oswalt, der im letzten Akt den Streifen als Bösewicht Scorpion veredeln soll und ebenfalls kaum die Chance bekommt, sein komödiantisches Talent herauszukehren. So bleibt letztlich ein reichlich generischer Film mit wenigen wirklich überraschenden Einfällen oder Momenten, der einzig – und gehörig – von den Sympathiewerten seines Ensembles zehrt und getrost ignoriert werden kann, bei entsprechender Affinität für eine oder mehrere der genannten Akteure aber auch einen Blick lohnen könnte, wenn man sich wirklich nicht mehr als lockerleichte, kurzweilige Unterhaltung erwartet, die man hier durchaus geboten bekommt.

Fazit & Wertung:

Greg Mottola erfindet mit Die Jones – Spione von nebenan das Rad mitnichten neu und die Agenten-Chose hätte durchaus eine spürbar höhere Gagdichte wie auch ein Mehr an Action-Szenen vertragen können, doch immerhin das bestens aufgelegte Ensemble und die unbestreitbare Chemie zwischen den Figuren vermögen einen gewissen Unterhaltungswert zu generieren, der dieses ansonsten reichlich generische Filmchen doch zumindest in guter Erinnerung behalten lässt.

6 von 10 verdeckten Operationen

Die Jones – Spione von nebenan

  • Verdeckte Operationen - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Greg Mottola erfindet mit Die Jones – Spione von nebenan das Rad mitnichten neu und die Agenten-Chose hätte durchaus eine spürbar höhere Gagdichte wie auch ein Mehr an Action-Szenen vertragen können, doch immerhin das bestens aufgelegte Ensemble und die unbestreitbare Chemie zwischen den Figuren vermögen einen gewissen Unterhaltungswert zu generieren, der dieses ansonsten reichlich generische Filmchen doch zumindest in guter Erinnerung behalten lässt.

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Die Jones – Spione von nebenan ist am 03.08.17 auf DVD und Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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