Review: Mr. Brooks (Film)

Mr. Brooks

Mr. Brooks, USA 2007, 120 Min.

Mr. Brooks
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Bruce A. Evans
Autoren:
Bruce A. Evans
Raynold Gideon

Main-Cast:

Kevin Costner (Mr. Earl Brooks)
William Hurt (Marshall)
Demi Moore (Det. Tracy Atwood)
Dane Cook (Mr. Smith)
Marg Helgenberger (Emma Brooks)
Danielle Panabaker (Jane Brooks)

Genre:
Thriller | Krimi | Drama


 

Inhalt:

Mr. Earl Brooks führt ein erfolgreiches, bürgerliches Leben. Er ist gut situiert, hat Frau und Tochter, Geld und Erfolg im Beruf. Er könnte Parade laufen für den amerikanischen Traum – wäre da nicht Marshall, sein Alter Ego, sein zweites Ich, der ihn unentwegt zum Morden drängen würde. Für Brooks gestaltet sich dieser Drang als Sucht und so ist es ihm gelungen, seinen Trieb zwei Jahre lang durch den Besuch bei den Anonymen Alkoholikern zu unterdrücken.

Doch Marshall kehrt zurück und verleitet ihn, ein Paar beim Liebesakt zu ermorden. Hinterher bemerkt Mr. Brooks, dass die Vorhänge in der Wohnung der beiden nicht zugezogen waren und es passiert, was jeder erwartet. Ein junger Mann, der sich Mr. Smith nennt, taucht bei Brooks auf der Arbeit auf und konfrontiert ihn mit kompromittierenden Fotos. Doch er will nicht etwa Geld, nein, er möchte, dass Mr. Brooks ihn an seinem nächsten Beutezug teilhaben lässt. Als wäre das nicht genug, beginnt ein Detective auf den von der Presse „Daumenabdruckmörder“ betitelten Killer Jagd zu machen und Mr. Brooks wird erster Anzeichen gewahr, dass seine Tochter eventuell derselben Versuchungen anheimgefallen ist wie er selbst.

Rezension:

Mr. Brooks entpuppt sich schnell als kleiner Geheimtipp im Thriller-Genre, oder spezifisch im Serienkiller-Genre. Der Fakt, den Serienkiller als Hauptperson und somit Hauptsympathieträger zu inszenieren ist beileibe nicht neu und dementsprechend auch nicht ausschlaggebend für den positiven Eindruck, den der Film hinterlässt. Es ist auch nicht der Tatsache geschuldet, dass Costner es schafft, einen beeindruckenden Wandel von liebendem Familienvater zu eiskaltem Killer zu vollziehen.

Das alles sind lediglich Faktoren, die Mr. Brooks zusammen mit einer anderen Tatsache zu einem inszenatorischen Geniestreich machen. Es ist die Tatsache, dass der Protagonist hier nicht wie in einem Dutzend anderer Filme innere Monologe hält und über sein Handeln und Tun sinniert, sondern dass hier die Idee des „Dunklen Passagiers“, wie sie schon in den Dexter-Romanen propagiert wurde, des finsteren Begleiters, des zweiten Ichs auf die Spitze getrieben wird und Mr. Brooks ein Alter Ego namens Marshall im wortwörtlichen Sinne zur Seite gestellt wird.

Dabei übernimmt Mr. Brooks stets die mit der Außenwelt interagierende Rolle, Marshall existiert lediglich in seinem Kopf und steht für Diskussionen und Einflüsterungen zur Verfügung und wird grandios verkörpert von William Hurt. Das mag anfangs (oder beim lesen) etwas befremdlich erscheinen, funktioniert aber durch die einzigartige Chemie zwischen Costner und Hurt als zwei Seiten einer Medaille dermaßen gut, dass es eine wahre Freude ist, die beiden Hass-Liebenden bei ihren Zwiegesprächen zu beobachten.

Unterstützt wird das Ganze noch durch eine tadellose Kameraarbeit, die einerseits nicht voyeuristisch aufdringlich wirkt aber auch andererseits in den heftigeren Szenen nicht scheu in die Ecke stiert. Generell liegt der Fokus bei Mr. Brooks auf den Charakteren und der Handlung und nicht etwa auf überbordenden, sich ständig selbst übertrumpfenden Tötungssequenzen.

Einem Bericht auf Schnittberichte.com konnte ich entnehmen, dass Mr. Brooks ursprünglich als Auftakt einer Trilogie gedacht war, wobei der Wunsch nach einer Fortsetzung aufgrund der hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Einspielergebnisse wohl ins Reich der Träume verbannt werden kann. Diese ursprüngliche Ausrichtung hat zur Folge, dass hier auch Nebenhandlungen begonnen werden, die nicht konsequent zu Ende erzählt werden (konnten) und Nährboden für die folgenden Teile bieten sollten. ´Jedoch tut dies der Qualität des Films keinen spürbaren Abbruch, da es erfrischend und interessant ist, dass nicht allein Mr. Brooks, sondern auch dessen Familie und beispielsweise die Ermittlerin beleuchtet werden.

Einzig die Rolle wie auch die Darstellung von Demi Moore konnten mich nicht recht überzeugen, was aber auch in einer latenten generellen Antipathie gegenüber ihrer Person begründet liegen kann. Nichtsdestotrotz verhindert dieser kleine Wermutstropfen zusammen mit den nur durchschnittlichen schauspielerischen Leistungen Dane Cooks eine Spitzenwertung. Aber seien wir mal ehrlich, gegen zwei Urgesteine wie Costner und Hurt kann man auch eigentlich nur verlieren.

Fazit & Wertung:

Mr. Brooks ist ein eindringlicher, innovativer, hochspannender Film über einen zwiespältigen Serienkiller und unbedingt empfehlenswert.

8 von 10 verbrannten Bildern

Mr. Brooks

  • Verbrannte Bilder - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Mr. Brooks ist ein eindringlicher, innovativer, hochspannender Film über einen zwiespältigen Serienkiller und unbedingt empfehlenswert.

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