Review: Dexter | Staffel 4 (Serie)

Nachdem ich vor einer gefühlten Ewigkeit noch die ersten drei Staffeln von Dexter in einem zugegebenermaßen ausführlichen Artikel zusammengefasst habe, weil die Sichtung zu großen Teilen noch auf die Zeit vor der Gründung des Medienjournals datiert, widme ich mich nun zum ersten Mal einer einzelnen Staffel dieser großartigen Serie.

Viel Spaß!

Dexter
Staffel 4

Dexter, USA 2006- , ca. 55 Min. je Folge

Dexter
Quelle: IMPawards.com

Serienschöpfer:
Jeff Lindsay
Showrunner:
Scott Buck

Main-Cast:
Michael C. Hall (Dexter Morgan)
Julie Benz (Rita Bennett)
Jennifer Carpenter (Debra Morgan)
Desmond Harrington (Det. Joseph Quinn)
Lauren Velez (Lt. Maria Laguerta)
David Zayas (Angel Batista)
James Remar (Harry Morgan)
C. S. Lee (Vince Masuka)
in weiteren Rollen:
John Lithgow (Arthur Mitchell)
Courtney Ford (Christine Hill)
Keith Carradine (Special Agent Frank Lundy)

Genre:
Krimi | Drama | Mystery

Trailer:

 

Inhalt:

Vieles hat sich getan seit dem Ende der vergangenen Staffel denn Dexter ist nicht nur verheiratet, sondern auch das gemeinsame Kind mit Namen Harrison ist mittlerweile geboren und krempelt das Leben von ihm gehörig um, denn Dexter fällt es aufgrund der kurzen Nächte und dem ständigen Geschrei merklich schwer, auch weiterhin seiner dunklen Leidenschaft zu frönen. Währenddessen beginnen Angel Baptista und Maria LaGuerta eine Affäre, die schnell amouröse Gefühle bei den beiden hervorruft und Special Agent Frank Lundy kehrt nach Miami zurück und stiftet bei Debra gehörig Verwirrung.

Schnell offenbart der ihr aber, dass er – mittlerweile im Ruhestand – wegen eines ganz besonderen Falles zurückgekehrt ist, der ihn bereits mehrere Jahrzehnte verfolgt: Der Trinity-Killer, der sich kreuz und quer durch die Staaten mordet und dabei ein klares, starres Muster befolgt, welches aber aufgrund der mangelnden Kooperation der unterschiedlichen polizeilichen Zuständigkeitsbereiche nie dazu geführt hat, dass jemand Lundy geglaubt hätte, es handele sich um einen Serienkiller. Nun ist der Trinity-Killer zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt und Lundy will ihn unbedingt dingfest machen. Es versteht sich, dass Dexter ebenfalls recht schnell hellhörig wird aufgrund dieses Killers, der so lange Zeit erfolgreich und unerkannt in den Schatten gemordet hat und von dem er sich einiges zu lernen erhofft; insbesondere als er dessen Identität aufdeckt.

Rezension:

Promobild zu Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Nach drei überzeugenden Staffeln kehrt Dexter mit der in meinen Augen überzeugendsten Staffel seit der ersten zurück, wenngleich ich mich nicht zu denen zähle, die die eine oder andere Staffel rundweg wegen ihrer Thematik oder Ausrichtung kritisieren. Hier allerdings vereint die Serie die zahllosen Stärken der vorangegangenen Staffeln und Eindrücke und fügt zudem noch frische Impulse hinzu. Einerseits wäre hier Dexters Familienleben, das mehr denn je im Vordergrund steht, aber auch mehr denn je Probleme zu produzieren imstande ist – und durchaus nicht nur mörderischer Natur. Dann wäre da noch Debras amouröses Intermezzo mit Lundy, welches hier erneut aufgegriffen wird und deutliche Spuren bei der sonst so taffen Frau hinterlassen hat und sie in tiefe Verwirrung stürzt. Über Lundy selbst habe ich mich ebenfalls sehr gefreut, weil er von den zahlreichen Nebenfiguren eine derjenigen war, der ich das meiste Potential eingeräumt hatte und die am meisten Faszination besaß, was nicht zuletzt an Keith Carradines Ausstrahlung und Charisma liegt.

Doch auch Angels und Marias Beziehung war längst überfällig und man könnte meinen, dies sei eine Beziehungsstaffel, in der ansonsten nicht allzu viel Raum bliebe für andere Storys, doch weit gefehlt! Denn Glanzstück der Staffel ist definitiv und eindeutig John Lithgows Darstellung als Arthur Mitchell aka Trinity-Killer, denn dieser liefert sich ein sagenhaftes und beinahe sämtliche Folgen dominierendes Psycho-Duell mit unserem Freund und Serienkiller Dexter und gibt den eiskalten Psychopathen auf wirklich unnachahmliche und anbetungswürdige Weise, so dass diesen eigentlich so freundlich und gottesfürchtig wirkenden Mann eine ganz diffuse Aura der Gefahr umgibt, wenngleich sich Dexter insbesondere anfänglich einer gewissen Faszination nicht erwehren kann.

Auch Joseph Quinn findet in Christine Hill eine neue Freundin, die im weiteren Verlauf der vierten Staffel von Dexter noch eine tragende Rolle hat und mit überraschenden Tatsachen zu überraschen weiß. Formal wie inhaltlich ist der vierte Aufguss um den Blutspezialisten und seinen dunklen Passagier also mehr als gelungen und überzeugt im Grunde in jeglicher Hinsicht, weil man wirklich mitfiebert und zahlreiche Spannungsmomente verbaut wurden, die teils so aussichts- und hoffnungslos scheinen, dass man ständig in Sorge um die weitere Entwicklung ist und dass diese Sorge auch nicht unbegründet ist, wird dem Zuschauer spätestens nach der letzten Folge klar, die dermaßen einschneidende und umwälzende, schockierende und dramatische Veränderungen ankündigt wie nie es nie zuvor ein Staffelfinale dieser Serie getan hat.

Szenenbild aus Dexter | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Dexter beweist also im vierten Jahr nicht nur, dass der namensgebende Psychopath auch mit Kind seinem Treiben noch nachzugehen imstande ist, sondern auch, dass es immer noch eine Steigerung zu den vergangenen Ereignissen geben kann, ohne dass diese aufgesetzt oder überzogen wirken müssen. Zudem sind wie nie zuvor die handelnden Figuren persönlich betroffen (wenn man einmal von der ersten Staffel absieht) und dass dies natürlich die Spannung noch erhöht und den Zuschauer deutlich mehr involviert steht wohl außerfrage. Nicht nur aufgrund dessen, was das Ende für die nächste Staffel ankündigt, sondern auch aufgrund der durchweg hochkarätig produzierten Staffel ohne nennenswerte Durchhänger – stattdessen gespickt mit Spannung und Emotionalität, verleiten mich dazu, Dexter Morgan ein neuerliches Hoch zu attestieren, dass die vorangegangen Staffeln zwar nicht in den Schatten stellt, diese aber zumindest ein wenig überragt.

Fazit & Wertung:

In der vierten Staffel setzt Dexter zu neuen Höhenflügen an, besinnt sich auf Altbekanntes, überrascht mit Neuem und hat den seit Dexters eigenem Bruder überzeugendsten Antagonisten zu bieten. Nun stellt sich nur noch die spannende Frage, was man in der fünften Staffel mit dem geschaffenen Fundament anzufangen wissen wird – spannend wird es auf alle Fälle!

9 von 10 sich zyklisch wiederholenden Mordserien des Trinity-Killers

Dexter | Staffel 4

  • Sich zyklisch wiederholende Mordserien des Trinity-Killers - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

In der vierten Staffel setzt Dexter zu neuen Höhenflügen an, besinnt sich auf Altbekanntes, überrascht mit Neuem und hat den seit Dexters eigenem Bruder überzeugendsten Antagonisten zu bieten. Nun stellt sich nur noch die spannende Frage, was man in der fünften Staffel mit dem geschaffenen Fundament anzufangen wissen wird – spannend wird es auf alle Fälle!

9.0/10
Leser-Wertung 9/10 (1 Stimme)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte

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Episodenübersicht: Staffel 4

01. Lebe Deinen Traum
02. Hängepartie
03. Vandalenjagd
04. Sucht nach Freiheit
05. Dirty Harry
06. Familienväter
07. Models, Morde, Missverständnisse
08. Bereuen ist menschlich
09. Das Fest der Dankbarkeit
10. Die Unschuld eines Kindes
11. Hallo, Dexter Morgan!
12. Die Schlinge zieht sich zu

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DVD:


Blu-ray:


  • Schön geschrieben und mal wieder sehr deckend mit meinen Eindrücken. Viel Spaß bei Staffel 5!

  • Flo Lieb

    Fand die Staffel nicht sonderlich gelungen, dafür war die Fünfte wieder super (aber bin ja auch eher Fan der Ungeraden, insofern: Vorfreude auf Herbst!)

    • Na jetzt freue ich mich umso mehr auf die fünfte Staffel!
      Dir dann schon einmal viel Spaß bei Staffel 7!

  • Pingback: Review: Dexter / 5. Staffel (Serie)()

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