Review: Doctor Who | Staffel 9 (Serie)

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Doctor Who

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Weiter geht es mit dem Doctor und seiner Companion, denn diese Staffel habe ich wahrhaft durchgesuchtet, weshalb ich selbst erstaunt bin, schon jetzt darüber berichten zu können.

Doctor Who
Staffel 9

Doctor Who, USA 2005-, ca. 45 Min. je Folge

Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Serienschöpfer:
Sydney Newman
Ausführende Produzenten:
Russell T. Davies
Steven Moffat

Main-Cast:
Peter Capaldi (The Doctor)
Jenna Coleman (Clara Oswald)
in weiteren Rollen:
Maisie Williams (Ashildr / Me)
Michelle Gomez (Missy)
Ingrid Oliver (Osgood)
Jemma Redgrave (Kate)
Jami Reid-Quarrell (Colony Sarff)
Julian Bleach (Davros)
Nick Frost (Santa Claus)
Donald Sumpter (The President)
Nicholas Briggs (Daleks / Zygons [Stimme])
Aidan Cook (Zygon)
Peter Serafinowicz (Voice of Fisher King [Stimme])

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

Das Undenkbare ist geschehen, denn der sonst so umtriebige Doctor scheint verschwunden und während ein Wesen namens Colony Sarff im Auftrag seines Herrn Davros die Galaxis auf der Suche nach dem Doctor durchstreift, bemüht man sich auf der Erde um Kontaktaufnahme, nachdem sämtliche Flugzeuge am Himmel stehengeblieben zu sein scheinen, was zweifellos das Eingreifen des letzten aller Timelords erforderlich macht. Als wäre dem nicht genug, stellt sich alsbald heraus, dass Missy mitnichten tot ist und mit Clara Oswald zu reden wünscht, derweil es scheint, dass die einst als "Master" bekannte Frau über den Verbleib des Doctors ein wenig besser im Bilde ist. Wenn allerdings Clara und Missy den Doctor aufzuspüren imstande sind, wird dies über kurz oder lang auch Colony Sarff gelingen…

Rezension:

Zeitiger als gedacht habe ich nun auch die Sichtung der neunten Staffel Doctor Who beendet und stehe damit zunächst am Ende meiner Reise, ist die zehnte Staffel schließlich noch nicht bei Netflix verfügbar, doch dafür war es eine Staffel voller Highlights und überaus stimmiger Geschichten, die mir den von Peter Capaldi verkörperten zwölften Doctor noch einmal deutlich näher gebracht haben und ihn – gerade in seinen zornigeren Momenten, so kurios das auch klingen mag – mir auch sympathischer hat werden lassen, insbesondere nach seinem für mich doch eher holprigen Einstieg zu Beginn der achten Staffel. Hier nun zeigt man deutlich mehr Mut, mit der Figur und den Manierismen des Doctors zu experimentieren, was einerseits sein Faible für E-Gitarren anbelangt, andererseits das Einstampfen des Schallschraubenziehers zugunsten eines "Wearables", in diesem Fall einer mit vergleichbaren Funktionen ausgestatteten Sonnenbrille. Und sicherlich, der Schallschrauber hat mir gefehlt (und ganz zum Schluss rudert man auch dahingehend zurück, den Doctor wieder mit dem ikonischen Utensil auszustatten), doch gab es der Figur – oder besser Inkarnation – noch ein wenig mehr Eigenständigkeit. Ansonsten verlegt man sich hier mehr denn je auf das Erzählen längerer Geschichten, was gleich vier jeweils zwei Folgen umfassende Mehrteiler umfasst, bevor sich mit Morpheus Arme (9.09) die einzige echte Einzelepisode anschließt, die auch gleichzeitig die schwächste Episode der Staffel darstellt, um von hier aus in das im Grunde dreiteilige Staffelfinale zu münden, das so ganz anders daherkommt als die bisherigen Abschlussepisoden und gerade daraus eine enorme Stärke zieht, wobei die Fanbase hier ja durchaus geteilter Meinung zu sein scheint.

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

Um aber nicht vorwegzugreifen, reden wir doch erst einmal über den aus Der Zauberlehrling (9.01) und Hexenkunst (9.02) bestehenden Staffelauftakt, der nicht nur prompt die totgeglaubte Missy zurückbringt, sondern gleich noch dem Ursprung der Daleks auf den Grund zu gehen plant. Die vom ersten Moment an herrschende Dramatik und Dringlichkeit derweil war mir allerdings beinahe zu viel des Guten, denn der Paukenschlag, mit dem die Staffel eröffnet, hätte andernorts gleichermaßen als Finale getaugt und geht inszenatorisch wie dramaturgisch prompt in die Vollen und das, obwohl man in den ersten Minuten gänzlich auf den Doctor verzichten muss. Gleichwohl, die Geschichte weiß zu überzeugen und auch der sich anschließende Zweiteiler mit einem gelungenen Zeitparadox und einem furchteinflößenden "Fisher King" (Stimme übrigens von dem aus The Tick bekannten Peter Serafinowicz) weiß benfalls zu gefallen, während die der von Maisie Williams (Game of Thrones) verkörperten Figur Ashildr gewidmeten Folgen Das Mädchen, das starb (9.05) und Die Frau, die lebte (9.06) mich nicht vollends zu überzeugen wussten und für meinen Geschmack noch besser hätten konzipiert werden können, aber trotzdem einen zweifellos spannenden, und im Doctor Who-Universum schon oft thematisierten Aspekt aufgreifen, zumal sich hier auch ein aktiver Bezug auf Peter Capaldis Rolle in Die Feuer von Pompeji (4.04) findet, der sich tatsächlich so gut in die Erzählung fügt, als hätte man dies schon vor Jahren von langer Hand geplant.

Überhaupt finden sich in dieser Staffel Doctor Who Anspielungen noch und nöcher, wobei ich die auf die "alten Doctoren" sicherlich nicht annähernd alle entdeckt habe, wohingegen die Rückbezüge auf das Jubiläums-Special Der Tag des Doktors integraler Bestandteil der Doppelfolge Die Invasion der Zygonen (9.07) und Die Inversion der Zygonen (9.08) sind, die zudem auch die Figur der von Ingrid Oliver verkörperten Osgood zurückkehren lassen, die eigentlich im vorangegangenen Staffelfinale von Missy getötet worden ist, doch wie wir uns erinnern, gibt es ja dank der Zygonen auf der Erde zwei Versionen von Osgood. Beinahe direkt im Anschluss allerdings schwingt sich die Staffel dann noch einmal zu neuen Höhen auf, denn während mir Das Schattenquartier (9.10) schon dahingehend gut gefallen hat, dass dessen Konzeption eines im heutigen London verborgenen Viertels mich nachhaltig an Neil Gaimans Niemalsland erinnert hat und somit einen der vergleichsweise seltenen Ausflüge der Serie ins Genre der Urban-Fantasy markiert, hat mich das schockierende Finale mit langfristig offenstehendem Mund zurückgelassen, nur um mich danach mit Die Angst des Doktors (9.11) noch einmal weitaus nachhaltiger zu begeistern, denn obwohl ich die Episode an aufeinanderfolgenden Tagen gleich zwei Mal gesehen habe (meine Freundin war während der ersten Sichtung eingeschlafen), hatte ich in beiden Fällen regelrechte Gänsehaut und bin nach wie vor beeindruckt von der Konzeption und Inszenierung dieser Ausnahmefolge.

Szenenbild aus Doctor Who | © BBC
© BBC

An diese spektakuläre Folge reicht In Teufels Küche (9.12) zwar nicht ganz heran, doch lebt und atmet die gesamte Episode pure "Epicness", zumal auch diese wieder vor Hinweisen und Rückbezügen strotzt, die dem geneigten Fan des Öfteren ein verschmitztes Grinsen abzuringen wissen. Und während vielen der Abschied von Clara zu dominierend, zu weitschweifig, zu ausufernd gewesen sein mag, hat sie sich nicht zuletzt dank der charmanten Interpretation der zauberhaften Jenna Coleman (Victoria) in ihren drei Jahren an der Seite des Doctors zu der mir mit Abstand liebsten Companion gemausert und entsprechend tränenlastig fiel der Abschied auch von meiner Seite aus, zumal Steven Moffat noch einen schönen wie unerwarteten Twist parat hält, der ein Großteil der Folge – speziell in einem amerikanischen Diner – am Ende in einem gänzlich neuen Licht erscheinen lässt. Dennoch macht es mir die Serie nicht leicht, wie ich gestehen muss, denn kaum dass ich mich nachhaltig und merklich an den neuen Doctor gewöhnt habe, muss ich nun über den "Verlust" von Clara hinwegkommen und mich dahingehend in der kommenden Staffel wieder neu eingewöhnen, doch immerhin langweilig wird es mit dem Doctor nie und speziell bei dieser neunten Staffel bin ich versucht zu behaupten, dass es sich um eine der in ihrer Gesamtheit überzeugendsten Staffeln seit dem Neustart der Serie im Jahre 2005 handelt, die so schnell vermutlich nicht zu toppen sein wird.

Fazit & Wertung:

Mit der neunten Staffel schwingt sich Doctor Who zu neuen Höhen auf und präsentiert beinahe durchweg hochkarätige Unterhaltung, die einzig von den fulminanten drei Final-Episoden getoppt wird, die zwar inhaltlich weniger kohärent daherkommen, als man das von einem Mehrteiler erwarten würde, aber jeweils eigene Stärken betonen und so eine gleichermaßen einfallsreiche wie emotionale Storyline konzipieren, die all das beinhaltet, was den Doctor auch nach all den Jahren noch zu einer solch einnehmenden wie faszinierenden Figur macht.

8,5 von 10 Reisen mit der TARDIS

Doctor Who | Staffel 9

  • Reisen mit der TARDIS - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Mit der neunten Staffel schwingt sich Doctor Who zu neuen Höhen auf und präsentiert beinahe durchweg hochkarätige Unterhaltung, die einzig von den fulminanten drei Final-Episoden getoppt wird, die zwar inhaltlich weniger kohärent daherkommen, als man das von einem Mehrteiler erwarten würde, aber jeweils eigene Stärken betonen und so eine gleichermaßen einfallsreiche wie emotionale Storyline konzipieren, die all das beinhaltet, was den Doctor auch nach all den Jahren noch zu einer solch einnehmenden wie faszinierenden Figur macht.

8.5/10
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Episodenübersicht: Staffel 9

00. Hereingeschneit (8,5/10)
01. Der Zauberlehrling (8,5/10)
02. Hexenkunst (9/10)
03. Spuk im See (8/10)
04. Vor der Flut (8,5/10)
05. Das Mädchen, das starb (7,5/10)
06. Die Frau, die lebte (8/10)
07. Die Invasion der Zygonen (8,5/10)
08. Die Inversion der Zygonen (8,5/10)
09. Morpheus Arme (7/10)
10. Das Schattenquartier (9/10)
11. Die Angst des Doktors (10/10)
12. In Teufels Küche (9,5/10)

 
 
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Doctor Who | Staffel 9 ist am 18.03.16 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von polyband/WVG Medien erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:




Blu-ray:



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