Review: Doctor Who | Staffel 10 (Serie)

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Doctor Who

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Mit eintägiger Verspätung kommt hier nun meine wöchentliche Serien-Kritik, weshalb sich allerdings auch das für diesen Sonntag angedachte Portrait um eine Woche verschiebt. Den Media Monday gibt es aber freilich nachher auch noch, der lässt sich verspäteten oder verschobenen Rezensionen und anderen Artikeln ja bekanntlich nie beirren.

Doctor Who
Staffel 10

Doctor Who, USA 2005-, ca. 45 Min. je Folge

Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Serienschöpfer:
Sydney Newman
Ausführende Produzenten:
Russell T. Davies
Steven Moffat

Main-Cast:
Peter Capaldi (The Doctor)
Pearl Mackie (Bill)
Matt Lucas (Nardole)
in weiteren Rollen:
Michelle Gomez (Missy)
John Simm (The Master)
Jennifer Hennessy (Moira)
Stephanie Hyam (Heather)
Justin Chatwin (Grant)
Nicholas Briggs (Daleks / Cybermen [Stimme])

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Der Doctor hat es sich auf der Erde bequem gemacht und verdingt sich seit geraumer Zeit als College-Professor, auch wenn niemand so recht zu wissen scheint, was genau er da eigentlich in seinen weitschweifigen und verqueren Vorlesungen zu unterrichten gedenkt. Stets zur Seite steht ihm dabei Nardole, der versprochen hat, ein wachsames Auge auf den Doctor zu haben, denn dessen eigentliche Aufgabe besteht darin, einen Tresor im Keller des Gebäudes zu bewachen, weshalb es ihm auch untersagt worden ist, mit der TARDIS zu Stippvisiten auf anderen Welten aufzubrechen. Der Doctor wäre aber freilich nicht der Doctor, wenn er derlei Restriktionen nicht zu umgehen versuchen würde und da kommt ihm die aufgeweckte Bill gerade recht, die eine Entdeckung macht, die ihn schnurstracks in sein nächstes Abenteuer führen wird. Im Anschluss hat der Doctor freilich Blut geleckt und missachtet Nardoles tadelnde Worte und Ermahnungen immer häufiger, um sich wieder in Zeit und Raum herumzutreiben und Bill die Wunder des Universums zu zeigen…

Rezension:

Während die meisten sich im Moment für die neue, elfte Staffel Doctor Who und den neuen weiblichen Doctor begeistern (zumindest lese ich überwiegend positive Stimmen) habe ich es nun endlich – Netflix sei Dank – geschafft, die zehnte Staffel der Serie nachzuholen, die gleichermaßen den Ausstand von Steven Moffat als Showrunner der Serie sowie den Abschied von Peter Capaldi als zwölfte Inkarnation des Doctors markiert, wobei das so nicht ganz richtig ist, denn der eigentliche Abschied folgt erst im Weihnachts-Special, das ich bekanntermaßen jeweils der Folgestaffel zuordne, so dass wir dafür auch hier wieder mit gleich zwei Weihnachts-Episoden einsteigen, da man sich bei der BBC eine kleine Pause vom Doctor und seinen Abenteuern gegönnt hat, so dass die Staffel – aus meiner Sicht wohlgemerkt – mit den Specials Besuch bei River Song und Die Rückkehr von Doctor Mysterio startet. Dabei haben sie beide ihren ganz eigenen Reiz, auch wenn natürlich die Folge mit River Song spürbar die Nase vorn hat, was eben nicht nur an Alex Kingston liegt, sondern auch daran, dass hier die Geschichte von River und dem Doctor schlussendlich die erwartete Ellipse beschreibt und im Grunde dort endet, wo sie angefangen hat, auch wenn man das so minutiös nicht zu sehen bekommt. Nichtsdestotrotz ist diese Folge gespickt mit allerlei Anspielungen und Querverweisen, punktet aber auch mit zahllosen Gags und einer überraschend beschwingten Note, wenn man bedenkt, dass man hier von einer liebgewonnenen Figur wird Abschied nehmen müssen, da es im Moment nicht so ausschaut, als würde River in der Post-Steven-Moffat-Ära noch einmal in Erscheinung treten.

Szenenbild aus Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Die Rückkehr von Doctor Mysterio ist da bei weitem konventioneller geraten, etabliert dafür aber schon einmal Matt Lucas als Nardole als neuen und nicht ganz alltäglichen Begleiter für den Doctor (nachdem er in Community einen fanatischen Inspector SpaceTime-Fan verkörpert hat; yeah, Meta-Humor), während Justin Chatwin (Shameless) hier eine Gastrolle übernehmen darf und man sich inhaltlich einer Variation des allseits beliebten Superheldenthemas widmet, was auf angenehm innovative Weise Teil der verqueren Welt des Doctors und seiner Abenteuer wird. Mit Flucht durchs Universum (10.01), im Original noch weit trefflicher als Pilot betitelt, starten wir dann aber schlussendlich direkt in die neue Staffel und lernen die von Pearl Mackie verkörperte Bill kennen, die mir als Companion tatsächlich ebenfalls sehr gut gefallen hat, nachdem ich im Vorfeld fürchtete, länger an Jenna Colemans Weggang knabbern zu müssen. Nichtsdestotrotz hat sich der Erzählton von Doctor Who merklich gewandelt und wirkt zunächst witziger, später düsterer und ernsthafter, als man das in den Staffeln zuvor gewohnt war.

Jedoch muss ich auch sagen, dass mir die Staffel in ihrer Struktur nicht immer zu imponieren wusste, denn man muss hier doch teils gravierende inhaltliche Sprünge in Kauf nehmen und mit Auslassungen leben, die nicht alle im Nachhinein noch gefüllt werden. So findet sich allein der Doctor zu Beginn der Staffel an einer Universität wieder und hat geschworen, die Erde nicht mehr zu verlassen, um dafür einen im Keller befindlichen Tresor zu bewachen. Was es damit auf sich hat, wird zwar später noch erklärt, negiert aber längst nicht alle Fragezeichen, die sich beim Konsum der Folgen auftun. Ähnlich verhält es sich mit einem im Mittelteil befindlichen Mehrteiler, der sich einer Schar merkwürdiger Mönche widmet, denn wo es früher noch der Fall war, dass Fortsetzungsgeschichten noch ganz klar als solche zu erkennen waren, setzen hier die Anschluss-Episoden an jeweils anderen Punkten ein und auch wenn sich die Zusammenhänge später aus der Geschichte ergeben, war das Storytelling in diesen Detailfragen schon deutlich eleganter. Dessen ungeachtet weiß aber insbesondere Peter Capaldi auch hier wieder zu glänzen und verkörpert einen wunderbaren Doctor Who, den ich spätestens zum Ende dieser zunehmend emotionaler werdenden Staffel nicht mehr missen möchte.

Szenenbild aus Doctor Who | © WVG Medien
© WVG Medien

Als würden der Doctor und gleich zwei Companions aber noch nicht reichen, bringt Moffat aber auch Michelle Gomez (Chilling Adventures of Sabrina) als Missy zurück, derweil selbst John Simm als vorangegangener Master (aus der dritten und vierten Staffel Doctor Who) noch einen finalen Gastauftritt absolvieren darf, worüber ich persönlich mich auch sehr gefreut habe. Überhaupt strotzt aber speziell das zweiteilige Staffelfinale vor Spannung, Ideen und unweigerlichen Konklusionen, denn freilich war es Moffat daran gelegen, einige der losen Fäden aus den übergeordneten Storylines zusammenzuführen, die sich hier im Laufe der Jahre aufgetan haben, so dass der Beginn der elften Staffel freilich erneut eine Art Reboot der Reihe markieren wird, ganz so, wie es auch schon bei der fünften Staffel der Fall gewesen ist, wo ebenfalls sowohl Doctor als auch Companion auf einen Schlag ausgetauscht worden sind. Mit diesem Wissen wäre es natürlich schwer gewesen, sich für Bill als Companion zu erwärmen, da diese schließlich mit dem Abschluss der Staffel der Serie auch schon wieder den Rücken kehren wird, doch wird selbst hier von der ersten bis zur letzten Folge Der Doktor fällt (10.12) ein schöner Bogen geschlagen, so dass ich auch Pearl Mackie in guter Erinnerung behalten werde. So mag die Abschiedstournee für den zwölften Doctor mich in der Summe zwar nicht ganz so sehr gefesselt haben wie manch andere Staffel, doch richtige Totalaussetzer gab es hier eigentlich ebenfalls keine und der Einfallsreichtum des emsigen Autoren-Teams scheint ungebrochen, so dass man als Fan auch hier bedenkenlos zuschauen kann, wenn es (diesen) Doctor ein letztes Mal auf ferne Planeten, in längst vergangene Zeiten oder in erschreckende Paralleluniversen verschlägt.

Fazit & Wertung:

Die zehnte Staffel Doctor Who kommt nicht ganz an die Genialität und Kohärenz manch anderer Staffel dieser Ausnahmeserie heran, bietet aber einen mehr als würdigen Ausstand für Peter Capaldi sowie Steven Moffat, zumal hier so manche, über Jahre laufende Nebenhandlung ein befriedigendes Ende spendiert bekommt und der zwölfte Doctor noch mehrfach zu glänzen vermag. Ein zuweilen holpriges Storytelling trübt den Gesamteindruck zwar ein wenig, doch spätestens das emotionale Finale versöhnt mit solchen Nichtigkeiten durchaus.

8 von 10 Reisen mit der TARDIS

Doctor Who | Staffel 10

  • Reisen mit der TARDIS - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Die zehnte Staffel Doctor Who kommt nicht ganz an die Genialität und Kohärenz manch anderer Staffel dieser Ausnahmeserie heran, bietet aber einen mehr als würdigen Ausstand für Peter Capaldi sowie Steven Moffat, zumal hier so manche, über Jahre laufende Nebenhandlung ein befriedigendes Ende spendiert bekommt und der zwölfte Doctor noch mehrfach zu glänzen vermag. Ein zuweilen holpriges Storytelling trübt den Gesamteindruck zwar ein wenig, doch spätestens das emotionale Finale versöhnt mit solchen Nichtigkeiten durchaus.

8.0/10
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Episodenübersicht: Staffel 10

00. Besuch bei River Song (8,5/10)
00. Die Rückkehr von Doctor Mysterio (7,5/10)
01. Flucht durchs Universum (7,5/10)
02. Der lächelnde Tod (7,5/10)
03. Dünnes Eis (7/10)
04. Klopf Klopf (7/10)
05. Sauerstoff (8/10)
06. Extremis (8,5/10)
07. Die Pyramide am Ende der Welt (8/10)
08. Die Tyrannei der Mönche (8/10)
09. Die Kaiserin vom Mars (7/10)
10. Die Bestie des Lichts (6,5/10)
11. Masken der Verdammnis (9/10)
12. Der Doktor fällt (9/10)

 
 
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Doctor Who | Staffel 10 ist am 22.02.18 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von polyband/WVG Medien erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:





Blu-ray:



vgw

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