Review: Wonderland 7: Alice im Wunderland 1 (Graphic Novel)

Heute ohne große Worte, denn ich habe einen langen und anstrengenden Tag hinter mir.

Wonderland 7:
Alice im Wunderland 1

Grimm Fairy Tales presents: Alice in Wonderland, USA 2012, 144 Seiten

Wonderland 7: Alice im Wunderland 1 | © Panini
© Panini

Autoren:
Raven Gregory
Joe Brusha
Ralph Tedesco
Zeichner:
Robert Gill
Daniel Leister
Sheldon Goh
Vic Drujiniu
Martin Montiel

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01552-8

Genre:
Fantasy | Horror

 

Inhalt:

Es war einmal ein kleines Mädchen namens Alice Liddle, die wurde von ihren Großeltern wissentlich in den Kaninchenbau geschickt. Ein kleiner Hase gibt sich als Wegbereiter aus und macht sie mit den Grundzügen der Realität im Wunderland vertraut, doch führt sie letztendlich nur zu dem abscheulichen Zipferlak, der das Mädchen benutzen will, um in die Welt der Menschen zu gelangen. Alice schließt einen Pakt mit dem Monster in der Hoffnung auf Heimkehr, doch der Zipferlak schickt nur einen Teil ihres Wesens zurück und behält Alice‘ Verstand bei sich.

Stunden werden zu Tagen werden zu Wochen werden zu Jahren und Alice erwachsen, bis eines Tages der weiße Hase zurückkehrt, der auf Geheiß der Pik-Königin dem Mädchen zur Flucht verhilft. Für Alice beginnt eine grausame Odyssee durch ein von Wahnsinn pervertiertes Wunderland, wo sie dem Grinsekater, dem Hutmacher, der Herz-Königin und vielen weiteren, absonderlichen Gestalten begegnen wird, bis sie sich am Ende erneut dem Zipferlak wird stellen müssen.

Rezension:

Nach der ursprünglichen Trilogie um Alice‘ Tochter Calie und die drei ergänzenden Geschichten aus dem Wunderland widmen sich die Macher und allen voran Raven Gregory nun endlich der ursprünglichen Geschichte um Alice im Wunderland. Diese funktioniert indes auch als Stand-alone und bietet sich somit als Einstieg zur Reihe an, obwohl es sich um den nunmehr siebten Band handelt, da die Story sozusagen das Prequel zu allen folgenden Geschehnissen darstellt und auch wenn mancher Handlungsstrang nicht auf Anhieb nachvollziehbar scheint, hat die Story um Alice doch ihrer Natur nach am meisten mit der eigentlichen Geschichte zu tun und lässt gekonnt die andersartigen Gesetze des Wunderlandes in dieser pervertierten Version erahnen.

Jedoch auch eingefleischte Fans der Serie kommen voll auf ihre Kosten, denn wer Gregory und Konsorten kennt (und das müssen die Fans ja), der weiß, dass sie sich beileibe nicht damit begnügen, die Geschichte schlicht nachzuerzählen und so wird auch Alice im Wunderland zu einem blutigen und einfallsreichen Abenteuer voller bitterböser Ideen und vor allem zahlreicher Querverweise auf die vorangegangenen Geschichten, denn obwohl Alice‘ Geschichte quasi in der Vergangenheit spielt, finden sich doch zahllose Bezüge zu bereits erzählten Geschichten, nicht zuletzt deshalb, weil im Wunderland die Uhren eben anders ticken.

Doch auch ansonsten trifft man zahllose bekannte Figuren, angereichert mit einigen Protagonisten, die bisher nicht oder kaum in Erscheinung getreten sind. Im weiteren Verlauf nimmt dann auch die Geschichte von Alice im Wunderland einen tendenziell anderen Verlauf und mündet nach einem Abenteuer voller Intrigen, Schmerz und Pein in einem fulminanten Finale, dass nur noch von der Tragik überboten wird, die Alice‘ Schicksal fortan umgibt, wissen wir schließlich als Kenner der Reihe bereits von ihrem tragischen und selbstgewählten Ableben. Nun allerdings werden mehr denn je die Zusammenhänge klar, warum sich just mit Alice‘ Tod auch der Zipferlak zu regen beginnt, der insbesondere ihrer Tochter Calie ja einige Schwierigkeiten machen wird.

Die Zeichnungen stammen – wie mittlerweile bei den Veröffentlichungen aus dem Hause Zenescope üblich – aus verschiedener Hand und wissen mal mehr, mal weniger zu überzeugen, wirklich ärgerliche Totalausfälle sind allerdings nicht zu verzeichnen und wem der Stil der Reihe grundsätzlich zusagt, der wird auch hier nichts gravierendes zu bemängeln haben, zumal die Panels teils mit extrem großartigen Ideen aufgebrochen werden, wenn beispielsweise die Gravitation außer Kraft gesetzt wird und die Welt des Wunderlandes im wahrsten Sinne des Wortes zu kippen beginnt. Der Rest ist die Kür und die präsentiert sich in gewohnter Manier, sprich die Frauen sind meist leicht bekleidet, die Tode sind stets extrem blutig und Folter und Hass sind an der Tagesordnung, ebenso wie Täuschung und Verrat. Gemessen an der Innovationskraft der Geschichte ist Alice im Wunderland zwar nicht der stärkste Vertreter der Reihe, dennoch aber einer der überzeugendsten und unterhaltsamsten.

Fazit & Wertung:

Alice im Wunderland widmet sich im Rahmen der Wonderland-Reihe nun endlich der längst überfälligen Geschichte von Alice‘ selbst und überzeugt mit dieser auf ganzer Linie, nicht zuletzt dadurch, dass in den vorangegangenen Bänden bereits ein recht umfangreiches Universum geschaffen worden ist, das hier genüsslich ein ums andere Mal referenziert wird.

8 von 10 Heimsuchungen des Wunderlandes

Wonderland 7: Alice im Wunderland 1

  • Heimsuchungen des Wunderlandes - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Alice im Wunderland widmet sich im Rahmen der Wonderland-Reihe nun endlich der längst überfälligen Geschichte von Alice‘ selbst und überzeugt mit dieser auf ganzer Linie, nicht zuletzt dadurch, dass in den vorangegangenen Bänden bereits ein recht umfangreiches Universum geschaffen worden ist, das hier genüsslich ein ums andere Mal referenziert wird.

8.0/10
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Wonderland 7: Alice im Wunderland 1 ist am 18.02.13 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!


  • Damn! Und ich dachte schon die Alice von Tim Burton war aufreizend.

    • Ja, da ist die gesamte Wonderland-Reihe ein gänzlich anderes Kaliber. Alice‘ Tochter steht dem ebenso in nichts nach 😉

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