Review: Homeland | Staffel 2 (Serie)

Allerhöchste Zeit, dass ich mich mal wieder ein wenig mehr der Bloggerei widme und all die Schätze abarbeite, die mir in den letzten Wochen trotz Umzug untergekommen sind – und ihr könnt mir glauben: Das waren einige! Heute aber beschränke ich mich darauf, endlich einmal meine Besprechung der zweiten Staffel Homeland aufzubereiten und sei es nur, weil diese schon länger halbfertig in der Schublade liegt.

Homeland
Staffel 2

Homeland, USA 2011-, ca. 55 Min. je Folge

Homeland | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Gideon Raff
Alex Gansa
Howard Gordon
Showrunner:
Alex Gansa

Main-Cast:
Claire Danes (Carrie Mathison)
Damian Lewis (Nicholas Brody)
Morena Baccarin (Jessica Brody)
Mandy Patinkin (Saul Berenson)
David Harewood (David Estes)
Diego Klattenhoff (Mike Faber)
Jamey Sheridan (Vice President William Walden)
David Marciano (Virgil)
Jackson Pace (Chris Brody)
Morgan Saylor (Dana Brody)
in weiteren Rollen:
Navid Negahban (Abu Nazir)
Rupert Friend (Peter Quinn)
Zuleikha Robinson (Roya Hammad)
Timothée Chalamet (Finn Walden)

Genre:
Drama | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Nach ihrer Einweisung und der eingeleiteten Elektroschocktherapie hat Carrie merklich abgebaut und leidet sichtlich unter ihrem desolaten Zustand sowie der Tatsache, nicht mehr für die CIA tätig zu sein. Zudem nagt es noch immer an ihr, sich in Sergeant Nicholas Brody geirrt zu haben. Doch allzu bald wird Carrie aus der Obhut ihrer Familie gerissen, als ihr früherer Chef David Estes und ihr einstiger Mentor Saul Berenson sie aufgrund einer heißen Spur von Abu Nazir aufsuchen, da die Kontaktperson im Libanon nur mit ihr zu reden bereit ist. Wenn die Aktion auch nur leidlich zufriedenstellend verläuft, macht Saul doch eine unfassbare Entdeckung. Kurze Zeit später weiht er Carrie in seinen Fund ein und zeigt ihr das Bekennervideo von Brody, das seinen Anschlag auf den Vizepräsidenten erklären und rechtfertigen sollte.

Szenenbild aus Homeland | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Während die CIA Überlegungen anstellt, Brody als Doppelagenten zu gewinnen, bewegt dieser sich immer sicherer auf dem politischen Parkett und befindet sich alsbald mitten im Wahlkampf um das Amt des Vizepräsidenten. Brodys Tochter Dana indes bändelt langsam mit Finn, dem Sohn des Vizepräsidenten an, während Jessica Brody noch immer nach einem Weg sucht, ihre Ehe zu retten, ihrem Mann allerdings mehr und mehr misstraut. Der wiederum wird erneut von Abu Nazirs Schergen kontaktiert, die von ihm die Beschaffung geheimer Daten fordern. Wenn Brody sich zunächst auch weigert, sieht er keine Chance, der Order zu entgehen und willigt wenn auch nicht ohne Hintergedanken ein.

Rezension:

Nach der in meinen Augen bahnbrechend grandiosen ersten Staffel die über keine nennenswerten Durchhänger verfügte, war es für mich natürlich zunächst die spannende Frage, ob die zweite Jahresstaffel Homeland würdevoll in diese großen Fußstapfen wird treten können und tatsächlich hat sie – wenn auch nur ein ganz klein wenig – an Faszination eingebüßt, einfach auch, weil das große Rätselraten darum, ob Sergeant Brody nun ein umgedrehter Schläfer ist oder nicht, vorerst sein vermeintliches Ende gefunden hat und man klarer als noch in den ersten Folgen weiß, wo er steht und welche Ziele er verfolgt. Nichtsdestotrotz wird er erneut zum Spielball fremder Mächte und dieser Handlungsstrang ist auch ähnlich packend inszeniert wie gewohnt, während der Plot um Carry nach ihrem denkwürdigen Abgang zum Ende der letzten Staffel ein wenig braucht, um an Fahrt aufzunehmen.

Szenenbild aus Homeland | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Gut hat mir wiederum gefallen, dass die Geschichte um Brodys politische Ambitionen verdichtet wird und so auch der Vizepräsident den einen oder anderen Auftritt absolvieren darf und somit in die Riege der Stammfiguren aufsteigt, während er zuvor noch eine Randfigur im Handlungsgeflecht von Homeland dargestellt hat. Die Serie geht also in Teilen merklich andere Wege, ist dabei aber auch konsequent in ihrer Entwicklung, wenn man auch diesmal auf die aufrüttelnden und durch Mark und Bein gehenden Rückblenden verzichten muss, die Brody während seiner Gefangenschaft bei Abu Nazir gezeigt haben und die ein enormes Stück der emotionalen Wucht der Serie ausgemacht haben. Auch was die Ehe zwischen Nicholas und Jessica Brody anbelangt geht man stoisch den Weg hin zum endgültigen Zerwürfnis weiter, während sich beide wieder mehr und bewusster ihren jeweiligen Liebschaften Carrie und Mike zuwenden. Schön auch, in diesem Kontext zu beobachten, wie die Familie Brody sich erst zaghaft und dann immer sicherer aufs politische Parkett der Oberliga wagt, wenn mich auch der Handlungsstrang um Nicholas‘ Tochter Dana und Finn Walden, den Sohn des Vizepräsidenten, nicht so wirklich gefangen zu nehmen wusste, auch, weil sie im Kontext der politischen Bestrebungen, der Intrigen und Bündnisse, der Aufklärungsarbeit der CIA und der Vereitelung terrorostischer Anschläge leicht deplatziert und vergleichsweise unmotiviert wirkt.

Dennoch setzt Homeland unbestreitbar auf dieselben vielversprechenden Zutaten wie auch schon die Auftaktstaffel und baut den Serienkosmos gekonnt mit neuen wie alten Figuren, vor allem aber neuen Geheimnissen und Mysterien, neuen Entwicklungen und überraschenden Wendungen gekonnt aus und es wäre einem Wunder gleichgekommen, wenn man die Wucht des Vorgängers eins zu eins hätte wiederholen können. Dafür allerdings darf man sich über viele neue Schauplätze freuen, spannende neue Wendungen und Aspekte, die zuvor zu kurz gekommen sind, ebenso wie Abu Nazir mehr und mehr aus dem Schatten tritt und von einem gesichtslosen und fernen Widersacher zu einer realen, nahenden Bedrohung wird. Doch obwohl das Figuren-Ensemble ausgebaut und die Schauplätze erweitert worden sind, bilden natürlich weiterhin insbesondere Claire Danes und Damian Lewis die alles verbindenden Fixpunkte in der weitläufiger und komplizierter werdenden Geschichte, die man am besten am Stück genießt und nicht etwa in die kleinen Appetithappen zerbröselt, die einem im Fernsehen Woche für Woche hingeworfen werden, denn Homeland ist natürlich wie viele andere Serien der mittlerweile einschlägig bekannten amerikanischen Kabelsender im Grunde ein langer, weitschweifiger Film und Filme schaut man ja schließlich auch nicht etappenweise.

Szenenbild aus Homeland | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

So entfaltet sich dann auch Folge für Folge (oder eben: Woche für Woche) erneut die aus der ersten Staffel gewohnte Sogwirkung und an Abhängigkeit grenzende Faszination, wenn die zweite Staffel tatsächlich diesmal zumindest in der ersten Folge ein wenig enttäuscht hat, dafür aber ab Folge zwei umso mehr an Fahrt aufnimmt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einem Fan der ersten Staffel ihr Nachfolger nun nicht gefallen könnte und auch für mich kann ich nur festhalten, dass es dem Team und den Beteiligten rund um Showrunner Alex Gansa nicht nur gelungen ist, die Ausnahmeserie Homeland (annähernd) kongenial fortzuführen, sondern auch mit einem noch wuchtigeren, noch schockierenderen Staffelfinale den Weg zu Staffel drei zu ebnen und gleichzeitig die Spannung und Vorfreude in ungeahnte Höhen zu schrauben.

Fazit & Wertung:

Wenn Homeland auch im zweiten Jahr nicht ganz an die Genialität der ersten Staffel anzuknüpfen vermag, ist das Gesamtwerk dennoch ähnlich beeindruckend geraten und führt die Ausnahmeserie würdig unter geänderten Vorzeichen fort.

9 von 10 falschen Spuren

Homeland | Staffel 2

  • Falsche Spuren - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Wenn Homeland auch im zweiten Jahr nicht ganz an die Genialität der ersten Staffel anzuknüpfen vermag, ist das Gesamtwerk dennoch ähnlich beeindruckend geraten und führt die Ausnahmeserie würdig unter geänderten Vorzeichen fort.

9.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

Episodenübersicht: Staffel 2

01. Immer lächeln (8,5/10)
02. Beirut (9,5/10)
03. Das Video (9/10)
04. Zimmer 416 (8,5/10)
05. Am Ende der Lügen (9/10)
06. Ein verdammtes Wrack (8,5/10)
07. Ein Tag am Fenster (8/10)
08. Abflug (8,5/10)
09. Der beste Freund (8,5/10)
10. Eine Art Liebe (9,5/10)
11. Ein grosser Tag (9/10)
12. Wieder im Wald (9,5/10)

 
– – –

Homeland | Staffel 2 ist am 06.12.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Oh, da bin ich schon sehr gespannt! Könnte demnächst auch bei mir folgen. Zurzeit sind die Alternativen nur noch reichlich und ich hoffe, dass ich nach der langen Pause auch gut reinkomme – die erste Staffel fand ich ja ebenso genial.

%d Bloggern gefällt das: