Review: Batman: Schreckensnächte in Gotham City (Graphic Novel)

Zeit wird es wieder, ein paar Comics vorzustellen und vielleicht ist ja die eine oder andere Empfehlung dabei, schließlich ist morgen Feiertag und somit ganz viel Muße für den Genuss bunter Bildchen – und Comic-Alben findet man ja mittlerweile in jedem gut sortierten Bahnhofsbuchhandel, die haben auch auf, wenn sonst alles zu ist 😉

Batman:
Schreckensnächte in Gotham City

Batman Annual 2, Detective Comics 2, Batman #19-20,
Detective Comics #21-23, USA 2013, 132 Seiten

Batman: Schreckensnächte in Gotham City | © Panini
© Panini

Autoren:
Scott Snyder (Im Käfig)
Marguerite Bennett (Im Käfig)
John Layman (Ein Gesicht unter vielen, Geistige Geständnisse, Harvey Bullock, das ist ihr Leben, Man-Bat in: …)
Joshua Williamson (Ein Gesicht unter vielen, Geistige Geständnisse, Harvey Bullock, das ist ihr Leben)
James Tynion IV (Irrlichter)
Zeichner:
Wes Craig (Im Käfig)
Scott Eaton (Ein Gesicht unter vielen)
Szymon Kudranski (Geistige Geständnisse)
Derlis Santacruz (Harvey Bullock, das ist ihr Leben)
Alex Maleev (Irrlichter)
Andy Clarke (Man-Bat in: …)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
keine ISBN

Genre:
Horror | Action | Thriller

 

Inhalt:

Im Käfig

Batman lässt sich im Arkham Asylum einsperren, um den neu erbauten Flügel auf dessen Ausbruchssicherheit zu testen. Zunächst scheint alles glatt zu laufen und er macht jede Schwachstelle ausfindig, doch rechnen alle Beteiligten nicht mit der allerersten Patientin Arkhams, die nicht nur Batman die Schuld dafür gibt, aus dem früheren Sanatorium einen Ort des Grauens gemacht zu haben, sondern die auch über die Fähigkeit verfügt, ihrem Gefängnis zu entkommen, um nach endlosen Jahren endlich Rache zu nehmen.

Ein Gesicht unter vielen | Geistige Geständnisse | Harvey Bullock, das ist ihr Leben

In Gotham geht der Schrecken um: Menschen verschwinden oder werden ermordet. Batman kommt bald dahinter, dass eine Identitätsdiebin umgeht, die sich der Gesichter anderer Menschen bemächtigt und unerkannt umhergeht. Fast zu spät gelingt es Batman, die Identität von Mrs. X aufzudecken, doch die Nachwehen ihrer Verhaftung sind ähnlich grausam wie ihre Taten selbst.

Irrlichter

Ausschnitt aus Batman: Schreckensnächte in Gotham City | © Panini
© Panini

Als in einem vermeintlich verlassenen Gebäude immer wieder Menschen verschwinden und zuletzt ein Trupp Polizisten, beschließt Batman, der Sache auf den Grund zu gehen. Vor Betreten des Gebäudes erscheint Superman, der ihn überredet, seine Hilfe anzunehmen. Es stellt sich heraus, dass ein Pärchen einen Irrwisch gerufen hat, der seitdem in dem Gemäuer umgeht. Hinzu kommt, dass Superman kaum eine Chance hat gegen ein solches von Magie beseeltes Geschöpf.

Man-Bat in: …

Kirk Langstrom zweifelt langsam aber sicher an sich selbst. Der Erschaffer des Man-Bat-Serums glaubt mehr und mehr, dass er als Fledermauswesen Menschen getötet hat. Er kann es nicht glauben, doch die Beweise sprechen eine deutliche Sprache. Erst langsam geht ihm auf, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt, die die Todesfälle erklären könnte; eine Möglichkeit, die für ihn noch weitaus erschreckender ist.

Rezension:

Wie die Inhaltsangaben bereits haben vermuten lassen, handelt es sich bei Batman: Schreckensnächte in Gotham City um eine Sammlung von sogenannten Back-Up-Stories, die üblicherweise auf den jeweils letzten Seiten eines Heftes zu verzeichnen sind und eine ergänzende, zugrundeliegende Geschichte erzählen, sowie zwei Annuals-Ausgaben der laufenden Batman und Detective Comics-Reihen, gleichsam dem Batman Annuals 1, welches in Batman 2: Die Stadt der Eulen enthalten war. Das hat natürlich den unbestreitbaren Vorteil, dass der Band ungewohnt abwechslungsreich daherkommt, andererseits führt das natürlich auch dazu, dass die jeweiligen Geschichten für sich genommen mit einer recht knapp bemessenen Seitenzahl auskommen müssen.

Ausschnitt aus Batman: Schreckensnächte in Gotham City | © Panini
© Panini

Den Geschichten gemein ist allerdings, dass sie durchweg ungewohnt horrorlastig sind, was den Titel Schreckensnächte in Gotham City zu erklären weiß. Die Geschichte Im Käfig bietet dabei einen soliden Auftakt, kann allerdings nicht ihr volles dramatisches Potential entfalten, was insofern schade ist, als dass die bisher unbekannte Gegenspielerin Anchoress durchaus das Potential besitzt, ausgebaut zu werden. Zudem liefert Zeichner Wes Craig hier nur Standardkost, was aber der eigentlich sehr durchdachten Geschichte kaum einen Abbruch tut. Die hieran anschließenden drei Geschichten um Mrs. X wussten nicht minder zu gefallen und stellen eine weitere tragische Kontrahentin in den Mittelpunkt der Geschehnisse, wobei mir die Kapitel, die nach der Verhaftung der Identitätsdiebin folgen, noch deutlich besser gefallen haben und das obwohl Batman selbst hier eine allerhöchstens untergeordnete Rolle spielt.

Die hieran anschließende Story Irrlichter war für mich die deutlich schwächste, da hier nicht nur der übersinnliche Aspekt für meinen Geschmack zu dominant war und das Monster mehr an eine Lovecraft’sche Horrormär denn an eine Batman-Geschichte erinnerte, sondern auch, dass die Geschichte im Grunde vollkommen überraschungsfrei nach Schema F heruntergekurbelt wird, speziell, wenn man schon einmal irgendeine Geschichte mit einem Irrwisch gelesen oder gesehen hat, was bei den meisten der Fall sein dürfte. Dafür wiederum hat mir der Part um Man-Bat ausnehmend gut gefallen, da sich hier auf wenigen Seiten sehr schnell eine dramatische Tragweite offenbart, die ich mir in der Form und Ausgestaltung nicht erwartet hätte und die auch optisch dank der Zeichnungen von Andy Clarke zu gefallen weiß.

Ausschnitt aus Batman: Schreckensnächte in Gotham City | © Panini
© Panini

Schlussendlich sind es also die beiden Annuals und gerade die zweite Back-Up-Story, die Schreckensnächte in Gotham City so empfehlenswert machen und darüber hinwegtäuschen, dass Irrlichter mehr wie ein Lückenfüller wirkt, was in Anbetracht der Tatsache, dass mit über 130 Seiten Batman-Stories geworben wird, die nur durch zahlreiche Seiten Werbung erreicht werden, wohingegen die oftmals obligatorische Cover-Galerie gänzlich fehlt (was ja durchaus auch Sinn macht bezüglich Back-Up-Stories), einen schalen Beigeschmack hinterlässt. Das mag aber auch wieder Jammern auf hohem Niveau sein und es lässt sich festhalten, dass, wer sich gerne einmal in Gotham gruseln möchte, bedenkenlos zugreifen kann.

Fazit & Wertung:

Abgesehen von einer Story sind die in Schreckensnächte in Gotham City enthaltenen Geschichten durchweg lohnens- und empfehlenswert. Auch wenn es zuweilen schwerfallen könnte, sie im Kanon der Reihe zu verorten, macht das Lesen auch für sich genommen eine Menge Spaß und empfiehlt diesen Band für alle Freunde düsterer wie tragischer Gruselgeschichten inklusive Dunklem Ritter.

7,5 von 10 Schreckensnächten in Gotham City

Batman: Schreckensnächte in Gotham City

  • Schreckensnächte in Gotham City - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Abgesehen von einer Story sind die in Schreckensnächte in Gotham City enthaltenen Geschichten durchweg lohnens- und empfehlenswert. Auch wenn es zuweilen schwerfallen könnte, sie im Kanon der Reihe zu verorten, macht das Lesen auch für sich genommen eine Menge Spaß und empfiehlt diesen Band für alle Freunde düsterer wie tragischer Gruselgeschichten inklusive Dunklem Ritter.

7.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Batman: Schreckensnächte in Gotham City ist am 27.05.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: