Review: Deadpool: Secret Invasion (Graphic Novel)

Das Wochenende naht und folglich melde ich mich noch fix mit einer Comic-Review, bevor ich in die freie Zeit starte und gepflegt die Füße hochlegen werde. Macht euch auch eine schöne Zeit und seht zu, dass ihr das gute Wetter genießt soweit vorhanden, bevor wir uns natürlich morgen wieder an dieser Stelle lesen werden.

Deadpool: Secret Invasion

Deadpool (2008) #1-5, USA 2008/2009, 132 Seiten

Deadpool: Secret Invasion
© Panini

Autor:
Daniel Way
Zeichner:
Paco Medina
Carlo Barberi

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98910-9

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

 

Inhalt:

Die Skrulls drohen die Erde zu erobern und wen schickt man, wenn alles hoffnungslos scheint? Richtig, Deadpool, den Söldner mit Schnauze! Und so wirsch seine Gedankengänge auch sein mögen, so verrückt er auf den ersten Blick wirkt, hat er doch einen Plan und wird die Skrulls gehörig aus der Fassung bringen, wie die armen Außerirdischen bald am eigenen Leib erfahren werden, denn gegen die einschlägigen Superhelden zu bestehen ist eine Sache, doch Deadpool in dieser Hinsicht ein ganz anderes Kaliber…

Rezension:

Nach der furiosen Deadpool-Anthologie war es wahrlich nur eine Frage der Zeit, bis ich mich einem weiteren Abenteuer des maskierten Helden widmen würde und so entschied ich mich für den jüngst erschienenen Einzelband Deadpool: Secret Invasion wobei dessen Titel in gleich zweierlei Hinsicht ein wenig irreführend ist, denn einerseits beschäftigen sich nur drei der enthaltenen fünf Hefte mit der titelgebenden "Secret Invasion", die ja damals ein regelrechtes Mega-Event im Marvel-Universum dargestellt hat, während die sich anschließenden zwei Stories sich einem neuen, nur sehr vage mit den vorangegangenen Ereignissen verknüpften Abenteuer widmen, derweil es sich mitnichten um einen in sich geschlossenen und vor allem abgeschlossenen Band handelt sondern im Grunde lediglich um die ersten fünf Hefte der 2008 gestarteten Deadpool-Serie, die im amerikanischen Original dann auch folgerichtig unter dem Titel Deadpool – Volume 1: Secret Invasion erschienen ist. In der deutschen Ausgabe sucht man eine Nummerierung auf dem Einband allerdings vergeblich, doch wird man sich seitens Panini sicherlich die Option offenhalten, auch die weiteren Volumes bei entsprechendem Anklang aufzulegen.

Dem Genuss des Bandes tut dieser Umstand allerdings keinen Abbruch, ebenso wie es kaum störend ins Gewicht fällt, wenn man mit der "Secret Invasion" nicht gerade bewandert ist, denn auch ich habe davon nur am Rande mitbekommen und widme mich ja, wie ihr wisst, lediglich ausgesuchten, einzelnen Serien, als wirklich die Abläufe innerhalb des Marvel-Verse vollumfänglich zu verfolgen. Die Infos, die man zu Beginn der Story und innerhalb der Einleitung von Thomas Witzler offeriert bekommt, genügen nämlich vollauf, sich mit Genuss ins Abenteuer stürzen zu können und allein Deadpools erster Auftritt ist wirklich überaus gelungen, derweil der gesamte Band auch wieder vor irr- wie aberwitzigen Einfällen und dummen Sprüchen strotzt und speziell Deadpools Monologe mit sich selbst sind oft wirklich brüllend komisch geraten, was mir gerade bei Marvel-Serien, die witzig sein möchten – so wie etwa Howard the Duck – noch nie so gelungen erschien wie hier, doch haben die Deadpool-Stories zugegebenermaßen auch ein etwas anderes Humor-Verständnis und auch auf offenkundig sinnlose Gewalt wird man hier nicht verzichten müssen.

Dabei ist die Geschichte aber keinesfalls dumm oder einfallslos und auch wenn ich mich mit dem Konzept der außerirdischen Skrulls, die für mich wohl immer wie Space-Orks aussehen werden, nie so ganz anfreunden konnte, entfalten sie doch als Deadpools Widersacher bestechende Wirkung, während der Söldner mit Schnauze einen gar nicht mal so dummen Plan verfolgt, worüber man nur immer wieder staunen kann, so flapsig und verrückt er sich stets präsentiert. Die zweite Storyline wie gesagt hat dann aber mit den Skrulls und dergleichen nichts mehr zu tun, steht in dramaturgischer und komödiantischer Hinsicht dem vorangegangen Reigen ansonsten in nichts nach und wartet mit einer nicht minder absurden Zombie-Geschichte auf, während unser Held auch in diesem Part von Deadpool: Secret Invasion all seine Stärken ausspielen kann, weshalb ich mittlerweile sogar sehr hoffe, dass der von Daniel Way initiierte Run mit dem Söldner auch hierzulande fortgesetzt wird.

Zudem sehen die von Paco Medina und Carlo Barberi gezeichneten Hefte allesamt unverschämt gut aus, wenn einem denn dieser typisch, amerikanische, oft überzogene Stil zusagt, doch hier passt er wie die Faust aufs Auge und setzt das abstruse Geschehen ein ums andere Mal ins rechte Licht. Einziger kleiner, zu vernachlässigender Wermutstropfen ist es da, dass die Geschichte quasi unweigerlich in einen nur allzu platten Cliffhanger mündet, der mit allem Vorangegangenen natürlich herzlich wenig gemein hat und theoretisch lediglich als Anteaser und Überleitung der nächsten Ausgabe verstanden werden darf, doch in Anbetracht dessen, dass Deadpool: Secret Invasion eben auf den ersten Blick wie ein Stand-Alone-Werk wirkt, fühlen sich diese letzten paar Panels doch reichlich nach Fremdkörper an. Den Spaß an der Chose verleiden können sie aber nicht wirklich und so lege ich auch diesen Band jedem Fan des Söldners mit Schnauze ans Herz.

Fazit & Wertung:

Zwar handelt es sich bei Deadpool: Secret Invasion mitnichten um ein in sich abgeschlossenes Werk, sondern lediglich um den Auftakt einer 2008 gestarteten Heftreihe aus der Feder von Daniel Way, doch sind die enthaltenen ersten fünf Hefte rundherum gelungen und optisch ansprechend in Szene gesetzt, so dass man gute Lust bekommt, auch den Fortgang dieser Stories alsbald in Händen halten zu können. Ansonsten enthält der rund 120 Seiten umfassende Band zwei gleichermaßen überzeugende, von schwarzem Humor dominierte Storylines, die man sich nicht entgehen lassen sollte, auch und selbst wenn man mit Superhelden-Stories sonst eher wenig anfangen kann, denn Deadpool ist nun mal einfach … anders.

8 von 10 zerfetzten Skrulls

Deadpool: Secret Invasion

  • Zerfetzte Skrulls - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Zwar handelt es sich bei Deadpool: Secret Invasion mitnichten um ein in sich abgeschlossenes Werk, sondern lediglich um den Auftakt einer 2008 gestarteten Heftreihe aus der Feder von Daniel Way, doch sind die enthaltenen ersten fünf Hefte rundherum gelungen und optisch ansprechend in Szene gesetzt, so dass man gute Lust bekommt, auch den Fortgang dieser Stories alsbald in Händen halten zu können. Ansonsten enthält der rund 120 Seiten umfassende Band zwei gleichermaßen überzeugende, von schwarzem Humor dominierte Storylines, die man sich nicht entgehen lassen sollte, auch und selbst wenn man mit Superhelden-Stories sonst eher wenig anfangen kann, denn Deadpool ist nun mal einfach ... anders.

8.0/10
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Deadpool: Secret Invasion ist am 12.07.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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