Review: Crossed 13: Badlands 6 (Graphic Novel)

Zum Wochenende mal wieder die Fortsetzung einer ungemein langlebigen Reihe, bei der ich im Moment kaum hinterherzukommen scheine, doch ist der heutige Artikel natürlich ein Schritt in die richtige Richtung. Kommt mir gut in die freien Tage!

Crossed 13
Badlands 6

Crossed Vol 9: Badlands #44-49, Crossed 2013 Special, USA 2014, 180 Seiten

Crossed 13: Badlands 6 | © Panini
© Panini

Autoren:
Daniel Way (Böse neue Welt)
Simon Spurrier (Nicht denken, fühlen)
Zeichner:
Emiliano Urdinola (Böse neue Welt)
Gabriel Andrade (Nicht denken, fühlen)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
keine ISBN

Genre:
Endzeit | Horror | Thriller | Drama

 

Inhalt:

Böse neue Welt

Kaum haben die Gefirmten die Welt überrannt, flüchtet eine Gruppe Marinesoldaten hinaus aufs Meer und hofft, so Wahnsinn und Tod zu entrinnen, doch auf der Suche nach einer längerfristigen Zuflucht und im Angesicht der zunehmenden Querelen innerhalb der Gruppe wird schnell deutlich, dass der Wunsch nach Hoffnung und Sicherheit vielleicht etwas viel verlangt ist in dieser bösen neuen Welt…

Nicht denken, fühlen

Im australischen Outback hat sich nach dem Untergang der Zivilisation ein schmerbäuchiger Trucker namens Todd zum Herrscher über eine ganze Schar Frauen aufgeschwungen, denn sein fahrbarer Untersatz verspricht dringend benötigten Schutz, wenn es auch der holden Weiblichkeit ein zunehmender Dorn im Auge ist, ihm in jeglicher Hinsicht zu Diensten sein zu müssen, doch scheint der einfältig wirkende Todd tatsächlich an alles gedacht zu haben, um einem Aufstand vorzubeugen…

Rezension:

Nach langer Zeit widme ich mich wieder einmal der von Garth Ennis geschaffenen Endzeit-Reihe und diesmal namentlich Crossed 13: Badlands 6, um nicht gar völlig ins Hintertreffen zu geraten, sind schließlich längst weitere Bände erschienen. Nachdem mich nun der vorangegangene Band so gar nicht zu packen wusste und in beiden Fällen eine eher halbgare, zuvorderst auf Blut, Gewalt, Exzess ausgerichtete Geschichten abgeliefert hat, markiert dieser Band zum Glück prompt eine qualitative Kehrtwende, denn sowohl die von Deadpool-Autor Daniel Way geschriebene Geschichte Böse neue Welt als auch das von Simon Spurrier verfasste One-Shot Nicht denken, fühlen wissen auf ihre Art zu gefallen, wenn sich auch eine gewisse Routine bei der Dramaturgie der Geschichten nicht von der Hand weisen lässt, so dass beispielsweise mit einem Happy-End auch hier logischerweise nicht zu rechnen ist.

Insbesondere Daniel Way aber versteht es, herauszuarbeiten, dass mittlerweile der Mensch gegenüber den Infizierten beinahe das größere Übel darstellt und widmet sich Themen wie Bevormundung und Unterdrückung, dem Recht des Stärkeren und der Macht von Demagogie, was thematisch wunderbar aufgeht und eine packende, unerwartet lange Geschichte ergibt, die es zwar auch optisch in sich hat – Emiliano Urdinola schwingt hier den Zeichenstift – , vor allem aber inhaltlich zu überzeugen weiß, wenn es auch gewohnt starker Tobak ist, der einem hier serviert wird, was die empfohlene Altersfreigabe ab 18 Jahren wieder einmal untermauert. Spurriers One-Shot, diesmal angesiedelt im australischen Outback, steht dem allerdings in nichts nach und spielt wieder einmal sehr mit einer begleitenden Erzählerstimme aus dem Off, die diesmal zu dem opportunistischen Trucker Todd gehört, der in seiner hinterwäldlerischen Art über evolutionsbiologische Entwicklung schwadroniert, was in dem Fall lediglich bedeutet, dass er seinen Vorteil (den Truck) dahingehend zu nutzen weiß, sich einen ganzen Harem an Frauen zuzulegen, die ihm wohl oder übel zu Diensten zu sein haben.

Zu dieser Stimme gesellt sich alsbald aber ein weibliches Pendant und wer schon einmal eine Crossed-Geschichte gelesen hat, weiß im Grunde schon, wohin die Reise geht, derweil die Gefirmten auch hier eine eher untergeordnete Rolle spielen und die Gruppendynamik in der ungleichen Zweckgemeinschaft spürbar im Vordergrund steht. Bei beiden Geschichten wäre es falsch, von Spaß zu reden, doch wussten sie mich beide auf ihre Art zu überzeugen und so blicke ich nicht mehr ganz so skeptisch auf die noch folgenden Bände, denn wäre Crossed nun auf lange Sicht zu einer simplen Gewaltorgie verkommen, die sich nicht mehr um das Wohl und Wehe ihrer Figuren schert, wäre es das wohl für mich gewesen, doch insbesondere Ways Beitrag lässt neuen Mut schöpfen, zumal die Geschichte dank ihres Umfangs von immerhin sechs Heften auch breiter aufgestellt und vielschichtiger wirkt als viele der vorangegangenen Storylines.

Fazit & Wertung:

Der Reiz des Neuen und Unerwarteten mag in Crossed 13: Badlands 6 längst verflogen sein, doch besinnen sich die Autoren Daniel Way in Böse neue Welt (7,5) sowie Simon Spurrier in Nicht denken, fühlen (7) immerhin auf die Ursprünge der Reihe und erzählen weit intelligentere und stimmiger inszenierte Geschichten, als dies noch im vorangegangenen Band der Fall gewesen ist.

7,5 von 10 mit dem Kreuz gezeichneten Infizierten

Crossed 13: Badlands 6

  • Mit dem Kreuz gezeichnete Infizierte - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Der Reiz des Neuen und Unerwarteten mag in Crossed 13: Badlands 6 längst verflogen sein, doch besinnen sich die Autoren Daniel Way in Böse neue Welt (7,5) sowie Simon Spurrier in Nicht denken, fühlen (7) immerhin auf die Ursprünge der Reihe und erzählen weit intelligentere und stimmiger inszenierte Geschichten, als dies noch im vorangegangenen Band der Fall gewesen ist.

7.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Crossed 13: Badlands 6 ist am 26.01.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: